3 Tage Erzgebirge – 3 Übernachtungen im Caddy – gesamt 86km zu Fuß 02.-05.06.2021

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Urlaub Anfang Juni 2021… geplant war eigentlich eine große Radtour, aber wie es Corona und das Wetter so wollte war ich zum einen untrainiert, zum anderen völlig planlos, was denn überhaupt möglich sein könnte.
Da ich zuletzt nur gewandert bin und Lissy über den Brückentag auch frei hatte, haben wir uns kurzfristig für eine Tour ins Erzgebirge entschieden – bißchen wandern stand auf dem Programm und drei Tage standen zur Verfügung. Ich habe ein bißchen geplant, wir haben ein bißchen gepackt und Mittwoch Abend ging’s dann los nach Hopfgarten bei Wolkenstein im wilden Osten (Sachsen, Nähe Marienberg). Wir fuhren erst gegen 17 Uhr los, um Abends anzukommen, kauften uns noch ein Bier in der Tanke und genossen den Abend an einem „Sportplatz“ in Hopfgarten, um am nächsten Tag von hier aus zu starten. Das Wetter war prima sonnig, aber windig wie die ganze letzte Zeit auch schon, und die Nacht im Caddy war ruhig entspannt.


03.06.2021

Früh um 6 klingelte der Wecker. Wir machten Frühstück und unsere Brotzeit für den Tag unterwegs, packten alles in unsere Rucksäcke und dann ging’s los. Es ging sehr steil hoch und wieder runter, die Wälder waren teils sehr unaufgeräumt, so daß wir viel über Bäume und Zweige klettern mußten, um immer wieder doch an tolle Aussichtspunkte zu kommen, und das Wetter war einfach perfekt zum Wandern, sehr windig aber doch sonnig.
In Wolkenstein waren wir damit beschäftigt, den Einstieg zu den Klettersteigen zu finden, was uns etwas Zeit und Höhenmeter kostete, aber schließlich standen wir unterhalb der Wolfsschlucht an der Wand. Eine B- und eine C-Variante stand zur Auswahl, und wir entschieden uns für B. Es ist ein relativ kurzer Steig, aber er hat uns doch viel Spaß gemacht und etwas Kraft gekostet. Danach ging’s weiter durch Wolkenstein und die Wolkensteiner Schweiz mit ein paar herrlichen Felsen und weiteren Aussichtspunkten meist runter auf die Zschopau.
Nach 22km und 850hm zurück am Auto war’s dann genug für den ersten Tag. Wir fuhren weiter nach Oberwiesenthal, suchten dort zunächst einen Supermarkt, dann ein Plätzchen zum Übernachten, was wir oben am Berg nahe dem Langlauf-Trainingspark fanden. Hier machten wir uns an einem kleinen Bächlein frisch, holten uns noch einen Salat in einer Pizzeria und saßen vorm Auto in der Abendsonne, wo es bald frisch wurde, weil noch immer Wind. Der Abend war kurz, und wir gingen bald in unsere Schlafsäcke.


04.06.2021

Wieder um 6 Uhr hieß es aufstehen. Nachdem es immer noch nicht oder nur mit Test etc. möglich war, in die Tschechei einzureisen, parkten wir nahe der Grenze noch auf deutscher Seite, um nach ca. einem Kilometer zu Fuß „überzutreten“. Diese Tour sollte die schönste der drei werden. Es ging viel durch den Wald, auch lange Zeit durch’s Hochmoor, was das Durchkommen oft etwas erschwerte, aber es waren tolle weiche Wege zu gehen. Viele schöne Holzschnitzereien standen an den Wegen, wir hatten immer wieder tolle Aussicht auf die umliegenden Berge und kamen dann am Fuße des Klínovec (Keilberg) am Parkplatz der Seilbahn zum Gipfel hinauf an. Hier war reges Treiben – viele Camper mit ihren Rädern, die alle nach oben fuhren, um auf den unzähligen Trails downhill zu fahren. Immer wieder kreuzten uns diese Trails beim schweißtreibenden Aufstieg dort hinauf, der teils sehr zugewachsen und schwer zu bezwingen war. Auch am Gipfel war viel los, aber Wanderer trafen wir an diesen drei Tagen insgesamt sehr wenige. Auf der anderen Seite gingen wir wieder runter, hier auf sehr schönen Wegen in Richtung Boží Dar, einer sehr schönen gepflegten Ortschaft, die nach Geld und Tourismus aussieht. Dann zum Auto zurück, es waren an dem Tag letztlich 31km und 840hm, die uns allerdings garnicht so viel ausgemacht haben.
Jetzt fuhren wir nach Oberwiesenthal zurück zu einem kleinen Biergarten, den wir am Tag vorher schon gesehen hatten, um was Kühles zu trinken. Die Wirtin ließ uns diese Nacht hinten bei ihr im Hof campen, so hatten wir öffentliche Toiletten nicht weit entfernt und konnten uns dort auch ordentlich waschen und frisch machen. Der Supermarkt war nicht weit weg, wo wir uns noch etwas Proviant besorgten und loslaufen konnten wir am nächsten Tag auch gleich von dort zu unserer dritten Tour.
Etwas unsicher und besorgt schauten wir die Wetterprognose für den nächsten Tag an. Überall waren immer wieder Gewitter gemeldet, hauptsächlich gegen Nachmittag. Wir würden wohl früh erst nochmal zum Himmel gucken müssen.
Auch der heutige Abend ging nicht allzu lange, und als es etwas zu nieseln anfing und bereits sehr dämmrig war, gingen wir schlafen.


04.06.2021

Der Start in den Tag (wieder um 6) sah besser aus als erwartet. Zwar standen noch immer Gewitter auf dem Programm, aber los wollten wir auf jeden Fall, und der Himmel sah nicht gefährlich aus.
Steil ging es gleich hoch an den Skischanzen vorbei zum Kleinen und Großen Fichtelberg, dem höchsten Punkt in Sachsen mit 1215m. Nach ein paar Fotos und rundrum gucken liefen wir weiter zum Pfahlberg, dem Taufichtig und dem Falschen Taufichtig, an mehreren Blockhütten und dem Elisabethstein vorbei, über lange Hatscher dann zum Amtsfelsen und schließlich zum Eisenberg, von wo aus es wieder steil zum Auto hinab ging. Kurze Zeit gab es in allen möglichen Richtungen mal schwarze Wolken am Himmel, man hörte Donner und wir dachten schon auch, gleich in den Regen zu kommen, aber irgendwer meinte es wohl gut mit uns. Pünktlich mit dem Eintreffen am Auto fielen die ersten Tropfen. 33Km, 970hm in nichtmal 8h Gehzeit.


Auf der Heimfahrt kamen wir teilweise dermaßen in Starkregen, daß nur noch langsam vorankommen war, und in allen Himmelsrichtungen bot sich ein anderes Farbspiel an von schwarzen Wolken über einfach null Sicht mehr durch Regen bis hin zu blauen Flecken am Himmel.

Ganz schöne Leistung in den drei Tagen Mädels 😉 :
– 86km
– 2660hm
– knapp 22h Gehzeit
– ca. 120.000 Schritte

Mein Fazit für diese Region ist allerdings gespalten. Die tschechische Seite würde ich zum Wandern bedingt weiterempfehlen, die Deutsche allerdings nicht, wobei ich hier von der Fränkischen, dem Frankenwald und dem Fichtelgebirge natürlich über die Maßen verwöhnt bin, was tolle Wanderwege angeht – daheim sind diese Art von Wanderungen halt doch am schönsten und die Schweine wolliger!

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