Oman Extreme: Trekking through the rocky heart of Arabia 22.03.-02.04.2026

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Eine erneute Omanreise war anberaumt schon zwei Monate später. Genau drei Wochen vor Reisebeginn ging eine Reisewarnung für dieses Land raus vom Auswärtigen Amt aufgrund kriegerischer Aktivitäten im Nahen Osten, die den Oman selbst aber nicht betrafen. Ich kontaktierte die Teilnehmer sowie auch die Omanis, zu denen ich derzeit ohnehin täglich in Kontakt stand. Sie bestätigten mir völlige Ruhe im Oman. Sie selbst waren auf unterschiedlichen Touren unterwegs mit anderen Touristen.
Das alles beschäftige mich einigermaßen, auch wenn ich Ruhe bewahren wollte, was passieren sollte. Ich rechnete am Tag des Beginn des Krieges höchstens mit Annullierung unserer Flüge. Die Omanis teilten mir auch umgehend mit, daß in dem Fall der Fälle unsere Anzahlung zurückerstattet werden würde.
Knapp eine Woche nach der Reisewarnung entschieden wir uns, die Reise nicht stattfinden zu lassen. Die Lage war einfach zu unklar.
Die Enttäuschung war sehr groß, aber jeder war auch fein damit, da er sich nicht wirklich sicher fühlte. Von den Omanis bekamen wir unsere Anzahlungen zurück und wir stornierten unsere Flüge.

Es wird ein nächstes Mal geben – da bin ich sicher.

Oman Trekkingreise 04.-16.01.2026

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Bereits zum Ende meiner wunderschönen Reise in den Oman 2024 auf 2025 sprach ich hier von einer Wiederholung des Besuchs in diesem Land. Was sich über die Monate hinweg entwickeln sollte war mir bis dahin völlig unbekannt.
Ich hielt den Kontakt zu Salim und er zu mir, so hatte ich die Gelegenheit, weiter nachzubohren, ob eine private Lösung für so eine Reise möglich sein könnte. Mitte 2025 vermittelte Salim mir den Kontakt zu Sulaiman, mit dem ich mich anfangs lediglich per Whatsapp austauschte und mir alles genau ansah, was er schrieb. Bereits die ersten Nachrichten überzeugten mich.
Tatsächlich besuchten Salim und Sulaiman Ende September dann Deutschland, so daß wir 3 Tage miteinander verbringen konnten und zusammen das aufgesetzte Programm bis ins Detail durchsprachen. Nebenbei war ich bereits kräftig dabei, Teilnehmer für diese Gruppenreise zu finden, damit das alles auch stattfinden konnte. Eine 8er Gruppe war Minimum für mich, höchstens 12 Leute hätten wir werden können.
War unsere Reise im letzten Jahr schon irre abwechslungsreich und spannend gewesen, so wünschte ich mir für diesmal, das Programm folgendermaßen auszuführen: Mehr und längere Wanderungen / Bergtouren, mehr Zeltnächte, den Höchsten im Oman besteigen (Jebel Shams 2997m) und generell weniger Touristen-Hotspots. Der aufgesetzte Plan las sich gut, an einigen Stellen wurde über die Wochen und Monate noch nachgebessert und schließlich war es so weit. Am 03.01.2026 ging unser Flieger. Gesamt waren wir 11 Teilnehmer (9 Frauen und 2 Männer), Sara flog schon am Tag vorher, neun von uns dann zusammen ab München und eine ab Frankfurt. Ich kannte vorab schon alle bis auf 4 von ihnen. Schon in München trafen wir uns großteils…


03.01.2026

Pünktlich um 14 Uhr stand Simon vor meiner Tür, um mich abzuholen. Wir fuhren los, sammelten Susanne in Hiltpoltstein ein und weiter ging’s zu Volker nach Neufahrn. Bei ihm hatten wir noch etwas Zeit, saßen zusammen und ließen uns ein letztes Bier schmecken, bevor wir uns samt Gepäck auf den kurzen Fußmarsch zur S-Bahn machten, die uns zum Flughafen bringen sollte. Bereits hier bekam ich eine Nachricht von Antje, daß sie noch in Berlin festsaß und der Flieger nach München Verspätung haben würde wegen Eis. Sie würde den Flieger nach Muscat wohl nicht mehr erreichen können. Ich kontaktierte sofort Sulaiman, da wir ja nach Ankunft im Oman gleich in Richtung Berge starten wollten, was sie tun sollte. Sollte sie am nächsten Tag hinterherfliegen? Er antwortete prompt, daß er einen Transport organisieren würde, der sie uns hinterher bringen konnte, und ich gab ihr Rückmeldung. Es ging also schon gut los.
Am Flughafen lief uns sogleich Jutta über den Weg, die ich seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Zu fünft also weiter zur Gepäckaufgabe, durch die Sicherheitskontrolle und zum Gate, an dem dann Astrid, Mira und Birgit dazustießen. Bißchen quatschen, bißchen beschnuppern und ab in den Flieger, der uns über Nacht zu unserem Ziel bringen sollte.


04.01.2026

Wir landeten relativ pünktlich am sehr frühen Morgen in Muscat, sammelten unser Gepäck zusammen und raus ging’s in die große Halle, wo uns Sulaiman, Salim, Hayatham und Bader erwarteten. Was eine Freude, sie alle hier wiederzusehen. Bader kannte ich noch nicht, aber das sollte sich bald ändern. Für mich war hier alles sehr vertraut und ich war ich war hier schon happy über unsere Mannschaft, so hatte ich doch erst vor ein paar Tagen erfahren, daß Hayatham auch dabei sein würde. Wir zogen uns auf der Toilette um, hoben Geld ab und dann kam auch schon Patricia aus Frankfurt. Als erstes wurden wir zu einem kleinen Lokal gebracht, um etwas Frühstück zubekommen und Sara zu treffen, die schon seit gestern hier gewesen war. Wir waren nun also alle komplett bis auf Antje, die es wohl bis dato immerhin schon bis München geschafft hatte.
Nach einer ausgiebigen Mahlzeit fuhren wir zur großen Moschee, besichtigten diese, dann zum Palast des Sultans und weiter zum Souk.

Während die anderen kurz Zeit bekamen, um hier alleine durchzuschlendern, saß ich mit Sulaiman zusammen, um mit ihm einige Dinge persönlich durchzusprechen, was die Orga der nächsten Tage und die Bezahlung anging.
Anschließend ging’s zu Fuß zum Mittagessen, wo es Fisch gab und wir mit unseren Guides am Tisch saßen. Hier fand nun erstmals etwas richtig Austausch statt. Sulaiman erzählte, daß er unbedingt dieses Team für uns haben wollte. Es war wohl nicht ganz einfach gewesen, Hayatham und Bader zu bekommen. Warum er genau dieses Team wollte, sollte uns über den Verlauf der Reise von Tag zu Tag mehr bewußt werden. Salim und Hayatham war mir klar, aber Bader, ein grimmig drein guckender Mann, sollte dem Ganzen die Krone aufsetzen mit seiner Art und der herausragenden Feldküche, die er in den Camps zu bieten hatte. Hayatham hatte erst vor 3 Tagen erfahren, daß ich wiederkommen würde.

Nach dem Essen ging’s direkt zum ersten Zeltcamp, einer großen, weiten Ebene, von der aus wir den Gipfel des Jebel Shams sehen konnten, allerdings nicht den, den wir erwandern würden. Der Hauptgipfel und die somit wirklich höchste Erhebung des Oman mit 3028m ist militärisch gesperrt. Auf ihm steht eine Radaranlage, die von überall weither sichtbar ist. Diese konnten wir erblicken.
Ich bekam ein Einzelzelt, baute auf und ordnete dann erstmal mein Gepäck für die Trekkingtour, die morgen so richtig starten sollte.

Bader hatte gekocht – es gab Gemüse, Salat, Crème, Nudeln, Thunfisch. Alle waren begeistert und ich packte mir etwas für den nächsten Tag ein. Abends nichts essen wollte ich beibehalten. Nach dem Essen gab es die Info für den nächsten Tag von Sulaiman, so wie das jeden Abend dann sein sollte.
Als Astrid und Mira sich als erste ins Bett verabschieden wollten, kam Sulaiman zu mir, ob ich sie 5 Minuten aufhalten könnte, was ich tat. Kurz darauf kamen unsere Omanis mit einem Kuchen mit Kerzen drauf und so etwas wie Wunderkerzen um die Ecke, um Happy Birthday für Astrid zu singen, die heute Geburtstag hatte. So wurde noch etwas weiter geschlemmt.
Zusammen mit den anderen saßen wir noch etwas am Feuer und ich redete mit Sulaiman und Salim, bevor wir gegen 9.15 Uhr ins Bett gingen. Wir Reisenden hatten schließlich alle die letzte Nacht im Flieger kaum Schlaf abbekommen.


05.01.2026

Um 6.30 Uhr klingelte der Wecker, ich packte alles zusammen und machte unterdessen ein paar Fotos. 7.30 Uhr Frühstück und Picknick einpacken, 8.30 Uhr ging’s los.

Wir fuhren 15 Minuten mit den Autos und gabelten unterwegs Antje auf, die direkt vom Flughafen hierher transferiert worden war. Es gab eine kurze Begrüßung und dann über irre Pisten zum Startpunkt unserer heutigen Wanderung. An der Tatsache, daß die Guides sich etwas schwer taten, den richtigen Weg zu finden, konnte ich erkennen, daß das hier keine Standardtour für Sulaiman werden sollte. Genauso hatte ich mir das vorgestellt. Er unterrichtete uns darüber, daß wir einen alten Weg laufen würden, der vor vielen Jahren wohl mehr begangen war von den Einheimischen, um zu ihren Dörfern zu gelangen, die aber nun zum Großteil nicht mehr bewohnt waren, da das Leben einfach zu hart war hier oben. Teilweise gab es keinen Weg und der Untergrund war schwer zu gehen. Die Hänge rutschten und so sahen wir natürlich auch keine Menschen, geschweige denn andere Touristen. Als wir immer höher kamen und so langsam unseren höchsten Punkt der Tour sehen konnten, erkannt ich einen Felsturm. Wir waren hier im letzten Jahr von der anderen Seite aufgestiegen und nahmen heute den selben Weg runter wie damals durch ein Bergdorf durch und zu unserer Unterkunft, einer Art Lodge, in der wir auch bei der letzten Reise für eine Nacht untergekommen waren.
Beim Runtergehen bemerkte Susanne plötzlich, daß ihre Schuhsohlen sich lösten. Hatte ich ihre Schuhe schon wiedererkannt, die sie bereits 2019 in Marokko getragen hatte, so erzählte sie nun auch, daß sie sehr wenig wandert und die Schuhe nur kurz nochmal getestet hatte vor der Reise. Für solche Strapazen waren sie allerdings nicht mehr geeignet. Wir klebten erstmal mit Tape und liefen weiter. Maßnahmen würden sich finden müssen, wenn wir angekommen waren. Unsere Guides organisierten Kleber und versuchten erstmal, sie etwas zu reparieren.
Knapp 13km mit 667m hoch und 988m runter waren geschafft.

In der Lodge bekam ich ein Einzelzimmer, ach, wohl eher einen Einzelpalast… Ich war sehr gerührt und überrascht und hatte keine Wahl, auch wenn ich mich erst sträubte.
Ein paar von uns liefen dann noch ein paar Minuten in einen Canyon rein und kletterten etwas umher, bevor wir duschten und es Essen gab. Leider tröpfelte meine Dusche nur kalt, aber es tat allem keinen Abbruch.
Zwischendurch noch etwas Orga mit Sulaiman, was immer wieder vorkommen sollte und gut war. Wir sprachen uns viel ab und er fragte auch immer wieder nach, was gut für die Gruppe ist usw.
Nach dem Essen wieder Briefing für morgen und dann zusammensitzen in der bequemen Sitzecke. Als wir hier saßen und quatschten, tauchten wieder unsere Guides auf mit Happy Birthday und einem weiteren Kuchen. Auch Antje hatte gestern Geburtstag gehabt. Wir lachten viel, einige tanzten und dann brachte Salim ein Spiel an „Jackaro“. Auf den ersten Blick sah es wie Mensch ärger‘ Dich nicht aus, nur mit Karten anstelle von Würfeln. Simon und ich, wir stellten uns bereit, das zu probieren und spielten gemeinsam mit Salim und einem Pakistani, der hier arbeitete. D.h. man spielt das quasi zwei gegen zwei im Team – Salim und Simon gegen den Pakistani und mich. Anfangs war es ganz schön unübersichtlich, die ganzen Regeln, die meisten Karten hatten eine besondere Bedeutung und Simon schrieb mit, damit wir immer wieder spicken konnten. Im Laufe der Reise sollte uns das Spiel noch ziemlich vertraut werden und uns viel Spaß bereiten, heute jedoch empfand ich es als ziemlich anstrengend. Irgendwie wurde es heute ziemlich spät, aber ich war so glücklich, hier zu sein. Alle anderen waren nun auch schon positiv begeistert und die Spannung auf die weitere Reise stieg, auch wenn noch niemand wirklich ahnte, wie toll alles noch werden sollte. Salim und Simon gewannen.


06.01.2026

Um 6.30 Uhr stand ich auf und um 7 Uhr gab es Frühstück. Picknick machen war angesagt für einen langen Aufstieg, den Weg von Bilad Sayt, den ich bereits vom letzten Jahr kannte.
Bezüglich Susannes Schuhen fragte ich zunächst noch nach Kabelbindern, die mir Salim aus seinem Auto mitgab. Plötzlich stand Hayatham da und hatte ein Paar Wanderschuhe in der Hand. Wir verglichen die Größen und Susanne probierte diese an. Sie paßten. Die Schuhe waren hier einst in der Lodge liegengeblieben. Wir konnten die Schuhe für die weiteren Touren leihen. Was ein perfekter Zufall. Alle Problemchen schienen sich lösen zu lassen, der Zusammenhalt und die Freude unter uns und unserem Team war riesig.
Um 8 Uhr starteten wir mit den Autos nach Bilad Sayt, um von dort aus zusammen mit Sulaiman zunächst durch den Ort zu laufen. Immer wieder blieben wir stehen und er erzählte uns etwas über die Menschen, deren Leben, die Pflanzen und alles, was es zu sehen gab. Schließlich gelangten wir zu dem Punkt, an dem wir beim letzten Mal gestartet waren und der steile Aufstieg begann. Die Wege waren Steige und teilweise zum Kraxeln und etwas ausgesetzt. Sulaiman und ich nahmen Susanne zwischen uns, die hier noch etwas vorsichtig unterwegs war, aber wir brachten sie sicher immer weiter nach oben. Ich nahm immer wieder ihre Stöcke und half. Ca. 500hm unterhalb des Gipfels machten wir eine etwas längere Mittagspause. Ab hier sollte auch das Gelände einfacher werden. So waren wir in 1h 15 Min. nach der Pause ganz oben und genossen die Aussicht. Wurde unsere Gruppe etwas langsamer im technisch schwierigeren Gelände, so zeigte sie jetzt allerdings in der Ausdauer und Fitneß eine enorme Geschwindigkeit für so viele Leute. Ich hatte das selten so erlebt und das ließ für die nächsten Tage und Touren hoffen und drauf aufbauen, was ich auch mit Sulaiman besprach.
Nach der Gipfelrast und vielen Fotos gingen wir die letzten Kilometer zu dem Treffpunkt mit unseren Omanis weiter, die hier bereits auf uns warteten. Wieder über 12km waren das gewesen mit 1388m hoch und 350 runter.

Wir stiegen in die Autos und wurden zunächst zu einer Toilette und dann zum heutigen Zeltplatz gebracht auf 1300m. Ich hatte wieder ein Einzelzelt, das ich mir abseits der Gruppe aufbaute. Wir konnten hier noch kurz den Sonnenuntergang genießen, bevor es Essen gab und wir die Order für den nächsten Tag bekamen.

Der nächste Tag sollte der Gipfeltag werden und damit die längste Strecke unserer kompletten Reise. Es war hierfür 6 Uhr Abfahrtszeit angesetzt, was den Abend dementsprechend kurz ausfallen ließ. Neben Sulaiman würde uns ein weiterer Guide, Yahya, begleiten, der die Strecke gut kannte und die Zeit im Auge behalten sollte. Wir wurden auf die Schwierigkeit des Weges und auf die Länge der Strecke hingewiesen, auch ein Video einer kleinen Kletterstelle wurde uns gezeigt, eine steile Felswand hoch, in der Eisentritte eingelassen waren. Alle bis auf Susanne wollten mitkommen. Sie bekam hier als Alternative dann den Balcony Walk vorgeschlagen, den ich auch schon kannte, eine tolle Tour, aber mit sehr vielen Menschen, weil einfach.
Was am nächsten Tag auf uns zukommen sollte, ließ sich auch für mich nur erahnen. Laut den Aussagen über die Wanderung ging ich allerdings davon aus, daß es technisch einfach, nur eben lang und anstrengend werden würde mit über 1800hm hoch und 1000 runter, die uns genannt wurden. Es gab auf den Gipfel einen Normalweg. Diesen sollten wir im Abstieg nehmen.
Wir saßen noch etwas am Feuer, aber kurz nach 8 Uhr gingen wir alle schlafen.


07.01.2026

Mein Wecker klingelte um 4 Uhr. Das Zelt war feucht, so daß ich es noch bis nach dem Frühstück stehenließ. Wir aßen etwas und tranken Kaffee, packten etwas Brotzeit ein, Obst und Wasser. Mit einem Handtuch wischte ich noch über die Zeltplane, bevor ich alles noch immer nicht ganz trocken im Packsack verstaute. Yahya kam hinzu und wir begrüßten ihn, um alle zusammen um 6 Uhr noch ca. 200hm hinaufgebracht zu werden zum Startpunkt unserer Wanderung. Nochmal kurze Einweisung, dann ging’s mit Stirnlampen los. Yahya lief vorneweg und Sulaiman zuletzt. Sie verständigten sich über Funk. Yahya war ein sehr fitter Läufertyp, das sah man auf Anhieb. Er ging das Ganze sehr schnell an, zu schnell für die komplette Gruppe, wie ich und auch die anderen bald merkten. Ich redete mit ihm und auch Sulaiman sagte ihm scheinbar, daß das zu schnell war. Er ging immer wieder weit voraus, um scheinbar den Weg zu erspähen, der teilweise markiert, weiter oben aber doch ab und an schwer zu finden war. Ich lief ihm hinterher und der Gruppe voran, um das Tempo vorzugeben, das meiner Meinung nach angemessen war. Auch ich prüfte Zeit, Distanz und zurückgelegte Höhenmeter. Meiner Meinung nach war es für uns machbar, so wie wir vorankamen. Leider ließ die Kommunikation mit Yahya etwas zu wünschen übrig und ein wenig unsicher war ich mir doch, ob wir das alle meistern konnten. Der Weg selbst war schwieriger als gedacht und vorab beschrieben und die angekündigte Kletterstelle stellte weitaus nicht das Nadelöhr für uns dar. Die komplette Strecke im Aufstieg war deutlich anspruchsvoller und kräftezehrender. Yahya machte kurze knappe Pausen, bevor er wieder loslief und er ließ uns lange im Unklaren, woran wir waren. Es zerrte etwas an meinen Nerven, wenn ich ehrlich bin. Auch ich fühlte mich für die Gruppe verantwortlich und ich wußte selbst nicht, woran ich war. Ich wußte, daß ich es schaffen würde, aber konnten das auch die anderen!? Als wir von den Höhenmetern ca. 400m unter dem Gipfel sein mußten und der Abstand zwischen dem Großteil der Gruppe und mir recht weit war, fragte er mich, wann wir Mittagspause würden machen wollen. Ich fragte zurück, wie wir in der Zeit lagen, wie er es einschätzte, ob wir den Gipfel erreichen würden können und wie der Weg weitergehen sollte. Auch sagte ich, daß ich das nicht allein entscheiden konnte, da die ganze Gruppe mittlerweile um einiges zurückgefallen war und ich nur ständig versuchte, nicht den Blickkontakt zu Yahya nach vorne und zu der Gruppe nach hinten zu verlieren. Er zuckte mit den Schultern und meinte, das müssen wir entscheiden – ein seltsames Gespräch. Immerhin bleiben wir stehen bis alle beisammen waren. Er sprach mit Sulaiman auf arabisch und ich versuchte diesem auf Englisch zu erklären, was ich dachte. Sulaiman sollte nun entscheiden und sah für mich genauso hilflos aus wie ich. Ich wollte erklären, daß wir sicher keine große Pause brauchten, nur einfach die Info, wenn eine einfachere Wegstrecke bevorstand, daß wir hier schnell was aus den Rucksäcken holen konnten, um unterwegs etwas Nahrung aufzunehmen. So ganz verstand ich allerdings die ganze Hektik nicht. Klar war kein Trödeln angesagt, aber niemand von uns trödelte auch nur im Ansatz. Sulaiman entschied für uns, daß wir den Gipfel machen werden können. Ich denke, diese Entscheidung beruhte auf dem, was sich in den letzten Tagen erwiesen hatte, daß wir auf gerader Strecke und im Abstieg sehr schnell sein konnten. Wir gingen weiter. Pause wurde dann unterhalb des allerletzten Gipfelanstiegs gemacht und bis hierhin gab es noch ein ganz anderes Gespräch zwischen Sulaiman und mir. Der Urlaub verlangte mir schon einiges ab, muß ich sagen, war ich doch ein bißchen Sprachrohr und sollte mit entscheiden zwischen unseren Guides und der Gruppe.
Nun waren wir also unmittelbar unter dem „Kompaß“, wie die Omanis den Gipfel auch nannten, und konnten auf die knapp 200m Steilwand nach oben blicken. Hier kam nun die Information, daß wir um den Berg nach hinten herum mußten, dann eine Stufe hoch bis zum Kreuzungspunkt, von dem aus wir entweder absteigen oder noch bis ganz hinauf gehen konnten. Als wir dort standen wurde klar, daß Yahya wohl ursprünglich garnicht verstanden hatte, daß ich bis hoch gehen wollte. Es folgte die Anmerkung, daß es von hier bis Gipfel und hierher zurück noch eine gute Stunde mehr werden würde. Für mich war das allerdings alles klar gewesen und auch die anderen Teilnehmer stellten sich diese Frage in keinster Weise. So richtig wurde ich aus ihm nicht schlau.
Wir gingen auch das an und hatten dann doch eine gute ausführliche Gipfelrast mit vielen Bildern, um im Anschluß die Wegstrecke zurückzugehen und dann abzusteigen, wobei es auch immer wieder Gegenanstiege gab. Der Weg zog sich, aber wie erwartet waren wir schnell unterwegs und konnten noch ohne Stirnlampen gehen. Ich war happy, den Gipfel erreicht zu haben, auch wenn wir oben leider wegen Wolken sehr wenig Sicht hatten. Es war ein tolles Gefühl und ich fühlte mich mehr als fit. Dennoch war der Tag sehr schwierig für mich gewesen und ich lief großteils alleine runter, um einfach alles revue passieren lassen zu können und die Anspannung abfallen zu lassen.
Tatsächlich fragte mich Yahya am Ende, während wir kurz gemeinsam liefen, nach feedback. Ich bedankte mich zunächst dafür, daß wir es geschafft hatten und versuchte dann etwas auf die Dinge des Tages einzugehen, worauf aber leider nur Antworten kamen, die mir klarmachten, daß meine Gedanken nicht ankamen bei ihm. So ließ ich es und genoß die letzten Schritte des Tages. Im Halbdunkel kamen wir bei Salim, Hayatham und Bader an den Autos an, die uns freudig empfingen und mit Mango und Säften überraschten. Von Yahya verabschiedeten wir uns kurz und übergaben einen Umschlag mit etwas Trinkgeld. Die Beträge hatten sich allerdings sehr in Grenzen gehalten.
23,8km waren es heute mit 1840m im Aufstieg und 1460m Abstieg – was eine Nummer! Irre großes Lob an diese tolle Truppe und diese Freude, mit der alle dabei waren.

Mit den Autos ging’s zu einem Resort in den Bergen auf ca. 1900m. Ich hatte eine Hütte mit Simon zusammen. Wir duschten, wuschen etwas Wäsche und trafen uns dann mit den anderen zum Essen, einem üppigen Buffet, bei dem sich alle die Bäuche vollschlugen. Yahya war auch noch hier, aber er saß etwas abseits. Alles war sehr distanziert ihm gegenüber. Schade grundsätzlich, aber ich denke, ich hatte versucht, mit ihm zu sprechen. Man verhielt sich nun einfach höflich und fremd.
Nach dem Abendessen gingen wir in ein großes Gemeinschaftszelt und besprachen noch kurz den Tag. Das meiste war unterwegs gesagt worden. Obgleich die Stimmung teilweise angespannt gewesen war, waren alle glücklich und ließen mich das auch wissen. Schon allein das Strahlen in den Augen über diese Reise wurde größer und bereits jetzt kamen die ersten Anfragen, ob ich wieder so etwas organisieren würde. Es machte mich glücklich.
Auf Sulaimans Ansage für morgen folgte noch ein Jackaro. Salim mit Simon gegen den Hotelbesitzer und später Bader und mich. Wieder gewannen Salim und Simon. Nachdem sich alle ins Bett verabschiedet hatten, saß ich mit Salim noch 1,5h in dem Zelt zusammen. Wir besprachen alles Mögliche bezüglich der Reise, der heutigen Wanderung und den Eindrücken. Diese Offenheit, dieses Vertrauen und die sich immer weiter entwickelnde Freundschaft zwischen ihm und mir genoß ich sehr. Ich konnte ihm nicht oft genug danke sagen für alles, was wir hier zusammen auf die Beine gestellt hatten. Schließlich war er die Schlüsselperson, die alles ermöglicht hatte.


08.01.2026

Es hatte hier gefroren heute Nacht – alles war weiß bereift um 7 Uhr noch. Um 8 Uhr gab es Frühstücksbuffet und um 9 Uhr fuhren wir los mit den gepackten Autos zunächst zu einem Aussichtspunkt und dann zu dem Startpunkt für den Balcony walk, den Susanne gestern mit Hayatham und Salim hatte genießen können, während wir in Richtung Gipfel marschiert waren. Nur kurz blickten wir von hier aus in den Canyon hinein, um dann in anderer Richtung abzusteigen. Diesmal bleib Volker bei den anderen drei Omanis, da sich sein Knie nun bemerkbar gemacht hatte nach dem Abstieg. Er wurde von den Jungs zum Frisör mitgenommen.
Auf 7km sollte es über 1100hm hinab gehen mit nicht mal 50m Anstieg. Auch das Runtergehen strengte an, gerade nach diesem üppigen Tag gestern, aber die Bilder und die Eindrücke waren erneut zauberhaft und begeisterten alle. Die Gruppe war nun so richtig geformt. Jeder quasselte mit jedem, jeder half, wo es etwas zu helfen gab und es gab keinerlei Grüppchenbildung. Die gesamte Reise war nun an Tag 5 schon fast nicht mehr zu übertreffen.

Wir trafen die 4 Männer frisch rasiert gegen Mittag wieder unterhalb eines verlassenen Bergdorfes. Wir fuhren ein Stück mit den Autos, um bei einem jemenitischen Restaurant zu Mittag zu essen, bei dem wir schon im letzten Jahr waren. Denise hatte hier in der Küche Brot backen dürfen und ich machte ein Foto, was ich ich später schicken wollte.
Nach dem Essen ging es weiter zu einem Aussichtspunkt, von wo aus wir die Ortschaft überblicken konnten, in der Sulaiman lebte, dann weiter zu Abreen Castle für etwas Kultur. Die kurze Führung von Sulaiman war interessant, aber wir waren auch merklich etwas kaputt von den Anstrengungen zuletzt.

Von hier aus fuhren wir direkt nach Nizwa, Salims Heimatstadt. Ich fuhr bei Hayatham mit und er erklärte zwischendurch einiges von dem, was uns begegnete, so gut er konnte. Auch wenn er nicht so viel ausdrücken kann, ist er für so ein Team einfach nur Gold wert. Das hatte er im letzten Jahr schon erwiesen.
In Nizwa führte Sulaiman uns im Schnelldurchlauf durch die Souks und die Altstadt, um uns zu zeigen, was wir später ansehen und machen konnten. Da heute alle Guides ziemlich nah an ihrem jeweiligen zu Hause waren, würden wir den Abend für uns haben und sie würden jeweils heimfahren zu ihren Familien. Wir kamen in einem Hotel unter, von wo aus es ca. 10 Minuten zu Fuß in die Stadt waren.
Als alles mit den Zimmern geklärt war, gingen die anderen hinauf, Hayatham und Bader fuhren gleich und Salim und Sulaiman setzten sich mit mir zusammen, um alles bezüglich der Bezahlung noch klarzumachen. Es war während der Tage das Thema aufgekommen, da der Wechselkurs sehr stark geschwankt hatte. Die Rechnung, die ich im November bekommen hatte, war in Rial, aber Anzahlung hatte ich in Euro kommuniziert. Die Restzahlungsrate stand damit noch etwas offen und wir sprachen alles durch, um für alle die bestmögliche Situation rauszuholen. Auch das verlief mehr als respekt- und vertrauensvoll. So anders als bei uns manches doch abläuft, ihr Geschäft verstehen sie und machen das wirklich gut auf ihre Weise. Ich durfte hier so viel Neues kennenlernen – ehrlich, offen, unbürokratisch und doch überaus korrekt. Ich kann gar nicht wiedergeben, wie mich das beeindruckte in allen Lagen. Als nach einigen Telefonaten klar war, daß gerade heute der Wechselkurs gut stand (wieder ähnlich dem von November), baten sie mich darum, noch heute alles unter Dach und Fach zu bringen und die Abwicklung lief. Somit war auch das Kapitel abgeschlossen in einer Art, die ich teile und die mich träumen läßt. Ich sammelte die Restzahlungen ein, Salim und Sulaiman fuhren Geld tauschen und schickten mir noch Info, daß alles geklappt hatte. Ich teilte heute das Zimmer mit Simon und Patricia und wusch etwas Wäsche. Nachdem alle anderen gegessen hatten, gingen die anderen in kleinen Gruppen und ich mich Simon und Patricia in Richtung Souks und Altstadt, durch die wir hindurch schlenderten. Ich kaufte etwas Datteln Gewürze für meine Nachbarn, auch Postkarten. Um 9 Uhr zurück im Hotel packte ich noch alles zusammen und schrieb Tagebuch und Postkarten, die ich am kommenden Morgen im Hotel abgab, damit sie „inshallah“ auch ankommen werden. Um halb 12 schlief ich ein.


09.01.2026

Hätten heute alle etwas ausschlafen können, so war doch die komplette Mannschaft um 7 Uhr zum Frühstück bereit, um danach zum Viehmarkt zu gehen und nochmals durch die Souks zu laufen. Freitag war ein besonderer Tag in Nizwa, den ich bei der letzten Omanreise nicht hatte. Ab 8 Uhr wurden hier Ziegen, Dromedare und Kühe verkauft. Was ein Tumult. Die Leute priesen ihre Tiere an, viele sahen sich das alles einfach nur an und kletterten hierfür sogar auf die Dächer des Marktes. Anderes Leben, anderer Umgang mit Tieren, andere Kultur. Dennoch etwas, was man irgendwo auch respektieren kann. Das Volk hier hat andere Sorgen und Nöte als wir es kennen. Nur teilweise können wir verstehen, so wie sie uns teilweise nicht verstehen können und werden. Wir liefen zu dritt dann noch durch die Souks und den Antikmarkt, der gestern Abend schon geschlossen hatte.

Zurück im Hotel tranken wir noch einen Kaffee, packten dann zusammen und warteten auf unsere 4 Omanis, die um 11.30 Uhr hier waren. Zusammen fuhren wir zu einem Palmengarten unterhalb eines Dorfes, durch das ich schon gegangen war. Ein altes Lehmdorf wird hier wieder aufgebaut für Touristenunterkünfte. Ich fuhr mit Salim. Er erzählte, daß es hier eine Schule gab, um arabisch lernen zu können. Ich interessierte mich sehr dafür und hoffe nun noch auf weitere Informationen, bzw. werde ihn noch mal drauf ansprechen.

Wir aßen außerhalb in einem Restaurant zu Mittag und liefen dann mit Sulaiman und Salim durch drei Dörfer und viele Gärten. Sulaiman erzählte viel über das Leben hier und die Landwirtschaft, die Gärten, die hier zu sehen waren. Die Systeme waren einfach und sehr ausgeklügelt. Alles was wir zunächst fragend anblickten, hatte einen Sinn. Ich stieg tiefer ein in dieses Land, als ich es im letzten Jahr getan hatte. Die Eindrücke waren wirklich immer überzeugender.

Manche hatten so ihre Problemchen mit Blasen, Knien, Füßen. Zwischenzeitlich kam bei mir der Gedanke auf, ob ich alles doch übertrieben hatte mit meinen Wünschen nach mehr Anspruch. Mir ging es blendend. Ich konnte überhaupt nicht sagen, daß es zu viel war…
Schlußendlich fuhren wir bei einer Apotheke vorbei. Einige besorgten sich Bandagen, Blasenpflaster (die es nicht so gab, wie wir sie kennen).
Folgen sollte heute eigentlich eine Zeltnacht, aber die Jungs meinten, es wäre zu kalt und feucht auf 2000m heute. Sie hätten etwas anderes. Hatten sie es mir gegenüber schon kurz angesprochen gehabt im Vorfeld, so teilten sie das nun der Gruppe mit. Ich ließ es einfach geschehen. Alles in meinem Kopf war wirr, wenn auch eigentlich nur im positiven Sinn. Viel einfach neben den unglaublich tollen Eindrücken und Erlebnissen hier.
Wir kamen bei einem Guest house an. Ich realisierte zunächst nicht, daß wir alle hier alleine waren. Sulaiman bat mich, die Zimmer mit einzuteilen – zwei 4er und ein 3er Zimmer, einige auf Matratzen. Unsere Jungs würden im großen Aufenthaltsraum schlafen. Es gab einen Garten mit Pool, der mit Glas umhaust war. Ich brauchte eine Weile, um alles zu begreifen.
Nachdem wir uns aufgeteilt hatten kramten wir etwas und dann war auch schon alles in Gang gesetzt. Es gab eine Küche, in der die Jungs für uns kochten. Draußen wurde eine Feuerschale angeschmissen als Grill. Jeder half. Einige in der Küche Gemüse schnippeln, ich kümmerte mich um das Feuer mit Hayatham draußen. Es war kalt und dennoch gigantisch. Das Essen, das zusammen gezaubert wurde, schmeckte allen großartig, danach wurde gemeinsam abgeräumt und gespült. Ich glaube, auch unsere 4 Begleiter waren hier Feuer und Flamme, uns das hier bieten zu können und selbst Spaß zu haben. Wir genossen alle diese gemeinsame Unternehmung, die auch für sie wirklich langsam besonders zu sein schien. Alle zogen mit. Nach dem Essen kurze Ansage für morgen und dann wurde draußen im Garten die Shisha angezündet – da ging’s in den Pool, der mollig warm aufgeheizt worden war. Es gingen nicht alle mit rein, aber wir, die drin waren hatten Spaß. Es gab Bälle, die wir uns lustig zuwarfen und uns mit Wasser vollspritzten. Zwischenzeitlich wieder raus. Nur mit Handtuch in Badeklamotten standen wir aufgeheizt draußen im Frost, um ein paar Züge aus der Shisha zu nehmen, dann ging’s wieder rein in den Pool. Was ein Erlebnis. Nie hätte ich mit so etwas hier im Oman gerechnet. Jeder Tag bot neue Überraschungen.
Irgendwann war es dann doch genug und wir zogen uns alle wieder um und gingen rein. Ein paar spielten noch Jackaro und ich schrieb Tagebuch. Es war langsam Schlafenszeit, aber Sulaiman saß noch draußen, Bader lief noch hier rum und ich saß mit Salim da zum Austausch. Hayatham war nochmals heimgefahren diese Nacht. Um halb eins schlief ich schließlich auch.


10.01.2026

Um 6.30 Uhr Wecker, den ich nicht brauchte. Um 7 gab’s Frühstück. Wir packten alles zusammen und halfen alle zusammen. Jeder hatte nun in irgendeiner Form seinen Platz gefunden und war vollkommen dabei.
Heute ging es erneut zu einer Wanderung, bei der es mehr bergab als bergauf gehen sollte. Letztendlich auf etwas über 11km 130m hoch und 1250m runter. Volker und Simon hatten sich gegen die Wanderung entschieden wegen dem vielen bergab gehen. Wir wurden zum Startpunkt gefahren. Alle anderen kamen gerne mit. Die Tour war auch wieder gigantisch und nicht technisch schwierig. Sulaiman erzählte abermals viel über die Leute hier und die Natur. So ging es ein Stückchen hinauf, bevor es bergab in ein Wadi ging – zu jeder Zeit tolle Ausblicke und Felsformationen. Natürlich tat auch hier die Ruhe der unbegangenen Wege und die Besonderheit, dadurch allein zu sein sein, Übriges dazu. Als wir fast unten waren sahen wir Volker und Simon, die uns entgegen gelaufen waren. Mit ihnen gemeinsam ging’s dann zu einem „Pool“ in dem Wadi, in dem wir beinahe alle schwimmen gingen. Das Wasser war glasklar und angenehm kühl.

Anschließend liefen wir hinaus und trafen dort auf die Guides, die uns zu unserem Zeltcamp nahe Nizwa fuhren, wo Bader bereits am Kochen war für den Abend.
Waren anfangs noch viele Leute hier, so legte sich der Rummel bald. Ich hatte wahrlich schon schönere Plätze gehabt, aber es war alles ok. Ich baute mein Zelt abseits auf und genoß ein wenig die Ruhe, bevor wir uns wieder alle zum Essen versammelten. Es war heute richtig groß aufgetischt worden und Bader hatte wohl alle seine Kochkünste zusammengefaßt. Es gab Lammfleisch, Gemüse, Salat, alles vom Feinsten. Das war wohl das Essen, was oft am ersten Tag nach dem Ramadan bereitet wird. Wir wurden hier so sehr beschenkt – das ist schwer zu beschreiben und schon gar nicht so leicht wahrnehmen zu können. Es wird wohl eine Weile brauchen, das alles zu verarbeiten, wenn ich wieder zu Hause bin.

Nach dem Essen kurze Ansage für morgen, dann spielen die einen Jackaro und ich saß mit Sulaiman am Feuer. Wir rauchten bißchen Shisha und redeten. Immer wieder die Frage von ihnen, ob ich sowas wieder organisiere oder auch anderweitig Leute bringen kann.
Irgendwann ging’s dann doch ins Zelt.


11.01.2026

Heute wieder um 6.30 Uhr Wecker. Bislang hatte ich den nie gebraucht und war immer schon voller Vorfreude auf den Tag früher wach, so auch diesmal. 7.30 Uhr Frühstück – da hatte ich schon Zelt abgebaut und alles gepackt – Zeit zum Genießen mit einer Tasse Kaffee, frischer Orange und etwas Brot und Müsli. Auch wenn das Frühstück immer sehr einfach ausfiel bei den Camps, so war es doch immer besonders und vielfältig. Keine Ahnung, ob jemand das verstehen kann, der nicht dabei war. Ich empfand es einfach so. Schon allein die Tatsache, draußen zu sein ohne Dach über dem Kopf, läßt die Freiheit im Kopf zu.
Heute ging’s zunächst in das relativ neue Museum „across ages“ in Nizwa. Ich meldete mich hierfür ab. Auch wenn mich alles sehr interessierte, war doch mein Kopf zu voll, um noch irgendeine Art der Vergangenheit aufnehmen zu können. Ich lebte einfach gerade hier und jetzt und bat um etwas Ruhe. So ließen wir die andern aussteigen und fuhren zu viert in einem Auto weiter. Zunächst erledigte Salim etwas, dann ging’s zu einem riesen Supermarkt, in dem die Jungs Proviant besorgten und ich gucken ging. Es war einfach interessant, die Preise zu sehen, die sich grundsätzlich nicht viel von unseren unterschieden. Am Ende schweifte ich noch durch die Obst- und Gemüseabteilung, um zu gucken. Das Meiste wird hier importiert. Eigenes gibt es kaum.

Als wir zurück zum Museum fuhren, um die anderen abzuholen, fragte auch Salim nach einem Datum, wann wir wieder eine Tour würden machen können.
Gemeinsam mit allen zusammen fuhren wir zu einem Restaurant, in dem es Mittagessen geben sollte, danach wurden wir in unser Wüstencamp gebracht, nachdem aus den Reifen der Autos etwas Luft abgelassen worden war für die Dünenfahrt, die lange nicht so spektakulär ausfallen sollte wie im letzten Jahr. Feste Zelte, zwei Große zum Übernachten für uns, ein Großes zum Übernachten für unsere Guides, ein Gemeinschaftszelt und ein Klo. Wir aber alle unter uns. Jeder der wollte konnte sich auch ein kleines Zelt schnappen und irgendwo draußen in den Dünen übernachten. Es war erstmal organisieren angesagt. Eine halbe Stunde später wollte Sulaiman mit uns zu einer Wüstenwanderung aufbrechen.
Ich entschied mich für ein Zelt außerhalb und zog mich rasch um. Es war nun allerdings schon später geworden durch etwas mehr Orga als geplant und ich blieb dann hier. Sulaiman zog mit der Gruppe los, ich aber meldete mich hierfür ab, baute mein Zelt auf und ging dann allein noch eine knappe Stunde durch die Dünen. Ich fand eine Gruppe von Dromedaren, die die anderen nicht gesehen hatten und fotografierte um mich herum, bis ich gegen Sonnenuntergang wieder in Richtung Lagerplatz ankam.

Das Camp hier war genial.
Die anderen kamen von ihrer Wüstenwanderung zurück und waren ebenso begeistert. Die Essenszeit wurde angekündigt und dann saßen wir zu wenigen noch vorher zum Tagebuch schreiben und reden zusammen. Das tat gut. Ich war froh, hier in dieser Gruppe unterwegs sein zu dürfen und die Orga machte Spaß, aber schaffte mich auch. Das Essen war wieder richtig zauberhaft und danach ging’s über – manche gingen schlafen, die Guides saßen noch so da, so daß ich die Gelegenheit packte, Sulaiman, Salim und Hayatham je ein Schaltuch meiner Wandergruppe zu schenken. Wenigstens ein kleines Mitbringsel aus Deutschland und persönlich von mir. Ich weiß nicht, wie es ankam.

Wir saßen zusammen, Volker und ich am Ende, da rauchten wir zusammen mit Salim noch Shisha, ehe Volker sich auch verzog. Bader war noch anwesend, aber Gespräche waren eher schwierig, da er kaum etwas verstand. Habe mit Salim noch viel geredet und ging dann irgendwann schlafen.


12.01.2026

Heute stand nun unsere Wadi Schwimmwanderung bevor, auf die ich mich riesig freute. Zwar war sie im letzten Jahr auch schon Teil des Programms gewesen, aber aufgrund meiner Erkältung konnte ich sie da nicht so ganz genießen. Um 6.30 Uhr klingelte der Wecker. Das Zelt war wieder ziemlich feucht. Ich packte meine 7 Sachen zusammen und stellte es in die Sonne. Erstmal frühstücken und danach gar einpacken. Um 8.30 Uhr ging’s los, leider schon wieder raus aus der Wüste.

Die Reifen der Autos wurden wieder aufgepumpt. Nachdem wir am Startpunkt der Wanderung abgesetzt worden waren begleiteten uns heute Sulaiman und Salim gemeinsam. Die beiden würden voraus laufen und ich sollte am Ende gehen. Nach ca. 20 Minuten Fußmarsch kleideten wir uns aus, um in Badeklamotten weiterzugehen. Das Wetter war perfekt und die Wassertemperatur dementsprechend angenehm. Immer wieder laufen, etwas klettern auf teils rutschigen Felsen, dann wieder ins Wasser. Unsere Brotzeit, Wasser und Klamotten waren in wasserdichten Packsäcken verstaut, die wir alle bei uns trugen. Als wir gerade mal eine gute Stunde unterwegs waren, rutschte ich auf einem Felsen aus und knallte auf den Rücken. Kurz durchschnaufen, aufstehen, weiter. Es war zu gigantisch hier. Allerdings merkte ich sehr bald, daß ich mir ordentlich wehgetan hatte. Ich informierte Sara, daß ich etwas Schmerzen hatte, wollte aber keinen großen Aufriß erzeugen und so schlimm war’s ja nicht. Als wir zu der Stelle kamen, von der ich im letzten Jahr den Köpfer in den Pool gemacht hatte, begaben sich einige der anderen zum Springen mit Rückwärtssaltos und was nicht alles. Da war ich sehr euphorisch. Ich wiederholte den Köpfer vom letzten Jahr aus ca. 3m ab ins Wasser – das tat gut. Als ich dann allerdings über rutschige Felsen aus dem Wasser klettern wollte, war’s schon hart. Mit dem linken Arm war beinahe nichts mehr anzufangen, da mir die Rippen so weh taten. Nach einer Weile und ausgiebig hüpfen und Fotos machen liefen wir weiter.

Ich sagte nun auch Volker Bescheid, daß er in meiner Nähe bleiben sollte, um evtl. mal helfen zu können. Ich wählte jeweils die leichteren Wege, wenn möglich und blieb hinten. An einer Stelle hatte sich Salim positioniert um uns ein Stück beim Abklettern zu helfen. Als ich an der Reihe war, packte er meinen linken Arm und ich konnte den leisen Schrei nicht vermeiden. Nun mußte ich also auch ihm sagen, daß ich mich verletzt hatte. Er bot mir an, umzukehren, aber das hätte wohl nicht viel mehr ausgemacht – vorwärts oder rückwärts mußte ich ja aus dem Wadi wieder raus. So lief ich weiter. Schwimmen fiel schwer aber ging. Salim und Volker blieben bei mir. Klettern nur noch mit rechts und ich war dankbar für jede helfende Hand. Auch Sulaiman merkte nun, daß etwas nicht stimmte. Irgendwann waren wir draußen und konnten uns endlich trockenlegen. Sara half mir beim Umziehen. Ich weinte vor Schmerzen und der Angst, daß die Reise hiermit für mich erledigt war. Ich war einfach fertig. Als wir zurück bei den Autos waren nach noch ein paar Kilometern über Wasserkanäle laufen kam Hayatham direkt auf mich zu und fragte, wie’s mir geht. Ich denke, es war schon alles kommuniziert worden. Die Ansage lautete, Salim bringt Susan zum Arzt und die anderen fahren zum Zeltcamp. Ich gab mich geschlagen.
Unterwegs sagte Salim, daß wir nach Sur fahren würden, was über eine Stunde entfernt war, wie ich wußte. Dann telefonierte er und meinte, er bringt mich zu einem anderen Arzt, der nicht so weit weg ist, und dann ins Hotel. Das verneinte ich sofort. Sollten die mich vom Arzt wieder gehen lassen, dann würde ich ins Zeltcamp mitkommen. Er sah mich einfach nur an und nickte.
Wir fuhren zu einer Praxis Sie verlangten nach meinem Ausweis und dann wurde ich ins Arztzimmer geführt, in dem eine Frau saß. Salim kam mit. Ich schilderte kurz, was passiert war und sie entschied, ein Röntgenbild machen zu lassen. Mit dem Schein zum Röntgen, wo sie mich mitsamt allen Klamotten und Schuhen frontal beleuchteten. Der Bleigürtel lag auf dem Röntgentisch. Als das Bild ausgedruckt war, sollte ich zu dem Radiologen kommen, der mir sagte, es wäre nichts kaputt. Er zeigte mir das Bild und wies mich auf meine mehr als deutlich sichtbare Skoliose hin, was ich ja wußte. Danach noch kurz Smalltalk mit ihm „you’re German? That’s nice…“ und mit Händeschütteln wurde ich verabschiedet. Mitsamt dem Bild wieder runter zur Ärztin, die mir bestätigte, daß nichts zu sehen sei auf dem Bild. Ich konnte außer BH Bügel und meinen Piercings auch nicht viel erkennen. Salim saß mit im Zimmer. Es war alles sehr skurril. Ob ich Schmerzmittel haben wollte und auch eine Spritze gegen die Schmerzen? Ich bejahte alles. War mir egal. Ich war hier, um meinen Urlaub zu genießen. Sie schrieb alles auf und gab mir den Zettel, mit dem wir zurück zu der Dame an der „Rezeption“ gingen. Hier mußte ich erstmal zahlen für alles. Es kostete mich 10 Rial, was umgerechnet ca. 24 Euro sind. Irr. Die Spritze bekam ich noch in einem anderen Zimmer hinter einem Vorhang im Stehen, da ich mich nicht auf die Liege legen konnte vor Schmerzen. Ich wußte einfach nicht wie. Anschließend nebenan in die Apotheke, um die Schmerzmittel und ein Spray zu holen, das kühlen und lindern sollte. Nach gefühlt insgesamt einer halben / dreiviertel Stunde waren wir wieder im Auto und auf dem Weg zum Zeltcamp. Alles in Deutschland so undenkbar!! Der Tag hatte es mir richtig gegeben und die Eindrücke waren wirklich andersartig, aber genauso faszinierend auch.
Als wir im Camp ankamen, hatten die anderen für mich ein Zelt aufgebaut und meine Badeklamotten zum Trocknen aufgehängt. Ich war total perplex, was mir hier alles widerfuhr. Sie trugen mir meine Tasche und halfen mir, worüber ich so dankbar war. Ich hätte das alles nicht mehr schaffen können. Jede Bewegung tat einfach nur weh. Dennoch wurde es ein wunderschöner Abend. Die anderen hatten bereits gegessen, ich packte mir von den Resten noch etwas für unsere Bergtour morgen ein. Wir bekamen unser Briefing und spielten dann noch Jackaro, wo ich erstmals nun auch im Gewinnerteam war. Ein Teamgeist von allen gemeinsam war zu spüren, den ich so selten vorher erlebt hatte. Ich war so glücklich, hier zu sein.

Im Zelt später packte ich noch etwas um für die Bergtour morgen. Ich wollte mitkommen, wußte ich doch irgendwie, daß es einfach nur eine starke Prellung sein konnte. Das Hinlegen auf die Matratze fiel allerdings sehr schwer, da ich erst probieren mußte, wie ich mich drehen und wenden kann. Ich war hundemüde.


13.01.2026

Eine Stunde vor dem Wecker um 4.30 Uhr wachte ich auf. An schlafen war nicht mehr zu denken, auch wenn die Schmerzen da waren und ich lange brauchte, um aus dem Zelt überhaupt rauszukommen. Ich kramte und packte meine Sachen zusammen, die vom Vortag etwas wild verstreut lagen. Ich probierte mich zu bewegen und mit den Schmerzmitteln ging es einigermaßen, so daß ich beschloß, die Bergtour heute mitzumachen. Dennoch war ich froh, daß mir geholfen wurde, meine große Tasche zum Auto zu tragen und mein Zelt abzubauen. Es gab lecker Frühstück im Sonnenaufgang und dann ging’s los, Abfahrt 7.30 Uhr bis wir irgendwo ausgeladen wurden. Volker nahm eine Trinkflasche von mir, so war mein Rucksack nicht ganz so schwer. Ich mußte langsam gehen, da die Atmung begrenzt war, aber ich kam mit. Ich lief diesmal mit einem Stock rechts, um mich etwas halten zu können, aber es ging. Wieder war die Tour für uns allein. Kein Mensch begegnete uns. Es war traumhaft schön, auch wenn ich kämpfte. Am Ende hatte ich knapp 17km bei 1666hm im Aufstieg und 362hm im Abstieg auf der Uhr. Zugegebener maßen waren das alles nur Zahlen für mich und die Bilder guckte ich mir später an. Es war schon heftig, heute diese Strecke zu gehen.

Die Omanis empfingen uns sehr weit oben und in den Autos ging es über irre Pisten wieder runter. Nun fuhren wir mit einigen Stopps nach Sur ans Meer. Wir checkten in einem Hotel ein, wurden zum Abendessen in ein Restaurant gebracht und liefen dann zurück zur Unterkunft. Ein paar von uns schlenderten noch an der Promenade entlang.
Später trafen wir uns nebenan in einer Shishabar, in der wir Shisha rauchten und wieder Jackaro spielten. Ich gewann zweimal mit Bader gegen Salim und Simon. Nun stand es ausgeglichen bei diesen Paarungen. Es war einfach zu schön hier alles, um wahr zu sein. Es war wahr.


14.01.2026

Ich wachte wieder vor dem Wecker auf, der auf 7 Uhr stand. Ich fing an, die Umschläge für die Trinkgelder zu bemalen und merkte, daß es mir nicht gut ging. Ich ging mit den anderen zum Frühstück, aber es paßte nicht. Mir blieb bei den kleinsten Bewegungen die Luft weg. Ich wollte wissen, was Sache ist. Ich sagte Sulaiman, daß ich nicht mitkommen kann zur Bootsmanufaktur und zu der Bootsfahrt um Schildkröten zu sehen. Er kontaktierte sofort die anderen, was mir sehr leid tat. Ich wartete und sie kamen alle sehr bald. Salim lud mich in sein Auto ein, um mit mir erneut zum Arzt zu fahren, was nun ein größeres Krankenhaus hier in Sur zu sein schien. Der Ablauf war allerdings ähnlich. Schnelles Arztgespräch, dann röntgen. Diesmal von zwei Seiten. Auf dem Auszug sah man nichts, aber der Arzt hatte es auf dem Bildschirm und zoomte hinein. Hier war nun deutlich ein Bruch zu erkennen. Eine Rippe durch, die davor und danach mit einem Schatten versehen, also angebrochen. Mein Verdacht bestätigte sich hiermit – das konnte nicht nur eine Prellung sein. Ich war dankbar zu sehen, daß es nicht verschoben war und dankbar auch meinem Körpergefühl gegenüber, daß ich mir lange vorher schon sicher war, daß es nicht nur eine Prellung sein konnte, auch wenn nichts außer Schmerzmittel dagegen helfen würde. Nun sah ich einfach, woran ich war.
Irgendwo in Sur trafen wir zunächst Hayatham und Bader wieder, dann kamen die anderen von ihrer Bootsfahrt zurück. Kurz ging’s noch in den kleine Fischmarkt in Sur. Wir wurden in ein Bergdorf hinauf gefahren, von dem aus wir auch schon im letzten Jahr ins Wadi Tiwi abgestiegen waren. Die anderen liefen los, ich wartete mit Salim, Hayatham und Bader in den Gärten des Dorfes. Zu viel steil hoch und runter wollte ich heute nicht mitmachen, zumal ich das Wadi schon kannte.
Anschließend ging’s in den Autos ab zum Camping direkt an der Küste bei Fins. Wir hatten wieder einen genialen Platz nahe dem Ort, an dem wir letztes Jahr hier gezeltet hatten – die letzte Zeltnacht dieser Reise. Sara und Volker bauten mir mein Zelt auf und ich genoß ein bißchen Ruhe während die anderen schwimmen gingen. Ich traute mich nicht ins Wasser, da ich Bedenken hatte, von den Wellen erneut verletzt zu werden. Die Rippe schmerzte doch zu sehr. Ich setzte mich hin und bemalte den Rest der Umschläge für das Trinkgeld und Simon sammelte das Geld ein. Bereits im Dunkeln saßen wir noch oberhalb der steilen Klippe, bevor es Essen gab. Die Stimmung war ausgelassen. Bader hatte wieder alles gegeben in seiner Feldküche.

Nach dem Essen gab es die letzte Ansage für den morgigen Tag und dann war Abschied angesagt, ein komisches Gefühl wie immer, auch wenn es diesmal anders war. Ich war mir sicher, daß es kein Abschied für immer sein würde. Zunächst sagten von uns 4 Leute etwas für die 4 treuen Begleiter, die uns so glücklich hier gemacht hatten. Normalerweise gab es dann ein Dankeschön zurück und das war’s dann mehr oder weniger. Heute aber war auch das anders. Die Omanis teilten mir mit, daß sie auch noch etwas für mich hätten und verschwanden alle im Küchenzelt. Ich stand verblüfft da, denn hiermit hatte ich in keinster Weise gerechnet. Sie kamen wieder aus dem Zelt heraus mit einem hölzernen Segelboot, das mir überreicht wurde, und Luftschlangenspray, mit dem sie mich dabei besprühten. Das Boot wäre für sie ein Symbol für Reisende. Sie dankten mir für diese besondere Tour, die sie so noch nie mit einer Gruppe zuvor gemacht hatten. Ich war total perplex. Was ein Wahnsinn. Meine erste Reise, die ich organisiert hatte, war mehr als nur ein Erlebnis für uns alle. Strahlende, lachende Augen in allen Richtungen, ein Highlight nach dem anderen hatten wir in diesen 12 Tagen erlebt und auch unser Team schien es so empfunden zu haben. Diese Freude, mir das hier schenken zu können, war echt. Ich bin allen so dankbar und noch immer gerührt.
Im Anschluß gab es noch ein paar Fotos, dann verabschiedeten sich die meisten in ihre Zelte.

Zusammen mit Volker, Sara, Simon und den Guides saßen wir noch lange beim letzten Jackaro und mit der Shisha hier am rauschenden Meer, auch Wodka und Whiskey wurde uns noch angeboten, was wir gerne annahmen. Das letzte Spiel gewannen Salim und Simon gegen Bader und mich, so war es über den Verlauf des Urlaubs ausgeglichen 3:3. Auch hierfür feierten wir uns. Ich werde diese Reise nie vergessen.


15.01.2026

Auch wenn es gestern nochmal spät geworden war, war ich vor dem Wecker um 6 schon lange wach. Um 7 Uhr gab es Frühstück nach Sonnenaufgang. Nochmals machten wir Gruppenfotos, bevor alles in die Autos verstaut war und wir losfuhren in Richtung Wadi Al Arbeieen. Eigentlich war Wadi Shab geplant, aber aufgrund der vielen Menschen dort war ich froh, daß Salim und Sulaiman den Plan geändert hatten und schon beim hinfahren war mir klar, daß es hier tausendmal besser war. Wir liefen durch Gärten, dann hinein zu den Becken, in denen die anderen schwammen. Ich kletterte nur etwas mit dem rechten Arm auf den Felsen umher, kam aber nicht besonders weit. Salim und Hayatham schnitten uns Mango und Wassermelone, wir genossen den letzten kurzen Tag zusammen.

Danach ging alles schnell. Hinauslaufen, dann Fahrt nach Muscat, Ausladen der Autos vor unserem Hotel. Bader, der immer so grimmig guckte und teilweise wie ein Rohling erschien, wenn man ihn nicht besser kannte, stand neben mir und plötzlich drückte er mich mit einem Lachen im Gesicht – einfach so. Auch diesen Moment werde ich lange noch im Kopf behalten. Dann Verabschiedung von ihm und Hayatham. Die anderen gingen rein ins Hotel. Salim nahm mich kurz noch im Auto mit, um mir zu zeigen, wohin ich mit den Leuten heute zum Essen gehen sollte, da er noch ins Büro wollte. Danach Zimmer einteilen im Hotel. Ich war wieder mit Simon und Patricia zusammen untergebracht. Zusammen mit Salim und Sulaiman trank ich noch Kaffee und wir machten kurzes Feedback Gespräch, auch wenn noch ein Videocall angedacht war, sobald ich Rückmeldung von den anderen Teilnehmern bekommen hatte. Sie sind einfach so begierig darauf, sich weiterzuentwickeln. Dann stand der Abschied von Sulaiman an. Auch dieser fiel mehr als herzlich aus.
Salim würde nach der Arbeit im Büro noch herkommen und auch im Hotel übernachten. Er würde uns auch morgen zum Flughafen bringen.
Ich ging hinauf ins Zimmer. Die anderen waren schon in die Stadt gegangen, aber Simon hatte auf mich gewartet und so liefen wir zu zweit los in Richtung Souk. Wir schlenderten noch ein wenig umher bevor wir ins Hotel zurückgingen, um zu duschen. Auch hier gab es noch Orga für mich. Salim hatte geschrieben, daß ich ihm das eine Zimmer buchen sollte und Sulaiman meldete sich erneut, um Juttas Schnorcheltour für morgen abzusagen, da das Wetter zu schlecht werden würde. Auch gab’s noch etwas zu klären wegen dem Transfer am zweiten Tag von Antje. Wir 11 Teilnehmer trafen uns um 18.30 Uhr bei der Rezeption, um gemeinsam zum Essen zu gehen, was auch sehr schnell durch war. Hier bedankten sich nun alle bei mir und überreichten mir auch noch eine Karte und eine kleine Holzdose mit Meeres-Sammelstücken darin, die sie gefunden hatten. Die Gruppe war einfach nicht minder genial gewesen, als unsere Guides es waren. Ich war ganz schön verblüfft, wie toll alles harmoniert und geklappt hatte und wie alle kleinen Herausforderungen gelöst worden waren in diesen Tagen. Ein paar von uns tranken in einem anderen Lokal dann noch ein alkoholfreies Bier und danach ging’s ins Zimmer.

Hier schrieb mir Salim, daß er nun hier wäre. Ich sollte noch zu ihm ins Zimmer kommen. Kurze Klärung hier noch mit Sulaiman am Telefon wegen dem Geld zwecks Antjes Transfer. Dann erneut ein Satz, den ich so oft gehört hatte in den letzten Tagen: „Susan, we have a problem.“ Ich horchte auf. Was war denn noch? Das Boot, mein Segelboot – es war bei Sulaiman im Auto – sie haben vergessen, es auszuladen, so daß ich es nicht mitnehmen können würde. „But we have a solution…“ – demnächst würde jemand von ihnen nach Deutschland reisen und ihm würden sie es mitgeben. Wir mußten beide lachen.
Dann saß ich mit Salim noch 3-4 Stunden zusammen bis tief in die Nacht mit etwas Wodka. Wir redeten über die vergangene Reise, über die möglicherweise nächste Reise und über das möglicherweise nächste Treffen in Deutschland. Es hatte sich hier eine Freundschaft entwickelt über Kontinente hinweg, die unbeschreiblich ist für mich. Ich kann es einfach nicht in Worte fassen.
Erst weit nach 1 Uhr schlich ich mich in mein Bett und schlief wie ein Stein.


16.01.2026

Früh um 7 Uhr trafen wir uns zum Frühstück und in kleinen Gruppen ging’s dann noch über den Fischmarkt hier in Muscat oder wohin auch immer. Ich war erneut mit Simon und Patricia unterwegs.

Um 10.30 Uhr trafen wir uns alle in der Hotelrezeption und wurden von Salim mit einem Kleinbus zum Flughafen gebracht. Nun also der letzte Abschied aus diesem Land, der aber nicht schlimm war, weil man sich wieder sehen würde.
Die Heimreise klappte für alle gut und alle kamen gesund, munter und fröhlich zu Hause an. Einige von ihnen werden wohl wieder mit mir auf Reisen kommen „inshallah“.

Fiderepasshütte mit hammermäßiger Hammerspitzenüberschreitung 10.10.-12.10.2025

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3 Wochen nach der unsagbaren Watzmannüberschreitung entschieden wir uns erneut zu einem Bergwochenende, da das Wetter auch jetzt Mitte Oktober nochmal einwandfrei gemeldet war. Der Schnee, der bis hierhin gefallen war, war auch wieder großteils verschwunden und wir suchten nach noch geöffneten Hütten, die zu dieser Jahreszeit schon rar gesät waren, mit noch 2 freien Hüttenplätzen. Recht schnell war die Fiderepasshütte für unser Vorhaben gefunden. Wir wollten Freitag runter fahren und zur Hütte aufsteigen, wofür 2h 50 min. veranschlagt waren


10.10.2025

Wir trafen uns gegen 13.45 Uhr in Kitzingen auf einem Pendlerparkplatz an der A7, luden mein Zeug um und starteten. Kurz vor 17 Uhr trafen wir in Mittelberg am Parkplatz ein, von wo aus wir letztlich 2h 15 min. für die 890m Aufstieg benötigten – alles schneller als gedacht. Zog der Nebel zunächst schnell aus dem Tal hinter uns auf, so blieb er auch irgendwann hängen und wir konnten an der Hütte noch gigantische Fotos schießen vom roten Abendhimmel über dem Wolken-/Nebelmeer. Wir saßen noch bis kurz vor 10 gemütlich zusammen, um über die morgige Tour zu sprechen und erst mal den Alltag und die lange Fahrt hinter uns zu lassen.


11.10.2025

Ab 7 Uhr gab es Frühstück und diese Zeit peilten wir auch an ohne Zeitdruck. Angedacht für den nächsten Tag war es, erst mal die Schneelage oben zu checken und uns dann für den Mindelheimer Klettersteig oder die Umrundung dessen zu entscheiden. Von der Hütte aus sah der Weg am nordseitigen Hang hinauf durch Geröll und Schutt auf jeden Fall noch schneebedeckt aus und es hatte über Nacht auch gefroren.
Gegen 8 Uhr standen wir vor der Hütte, machten noch ein paar Bilder und liefen mit etwas leichterem Gepäck in Richtung Fiderescharte los, da wir ja den 2. Abend auch auf der selben Hütte verbringen würden. Erst ging es ein paar Meter runter, bevor wir ins Schuttgelände einstiegen. 3 Leute waren etwa eine Viertel Stunde vor uns schon im Hang zu sehen, als wir feststellten, daß der Schnee hier schon hart gefroren war und man sehen mußte, wo man hintritt, weil vereist. Über dem Schutt waren steile Felswände und man konnte sehen, daß hier Bewegung im Hang war. Alles war voller Felsbrocken, die nach und nach hier heruntergekommen sein mußten.

Als wir nach insgesamt ca. einer Viertelstunde Gehzeit mitten im Hang waren, donnerte es auf einmal über uns. Ein schneller Blick nach oben zeigte, daß direkt über uns in der Felswand ein riesen Brocken abgegangen war und nun auf uns zu rauschte, um immer mehr Steine und Geröll mitzunehmen, was alles immer schneller wurde. Wir rannten erst nach rechts, was sich mit immer wieder nach oben gerichtetem Blick als die falsche Richtung erwies, weil sich der Abgang immer weiter streute, und dann nach links in Richtung eines großen Felsblocks. Medizinballgroße Steine rasten auf uns zu und „rennen“ ist natürlich der falsche Ausdruck, da das Gelände sehr anspruchsvoll und teilweise vereist war. Ich verklemmte mich noch irgendwie mit dem Fuß, da der Blick immer nach oben und weniger auf die Lauflinie gerichtet war, was mich unsanft stürzen lassen hat. Martin zog mich wieder hoch und dann waren wir irgendwann hinter dem Felsbrocken, der uns einigermaßen sicher erschien. Ziemlich versteinert kam ich mir in diesem Moment vor. Die drei, die vor uns waren, waren natürlich auch stehengeblieben, aber schon deutlich aus der Schußlinie raus, so daß sie bald weitergingen. Wir aber standen da – 10 Minuten, 15 Minuten, 20 Minuten? Ich weiß es nicht genau. Wir standen da, lauschten jedem Geräusch, besprachen uns und überlegten, was wir machen sollten. Um auf unseren Weg zurückzukommen, mußten wir unter genau dieser Stelle durch, die gerade abgebrochen war. So richtig wohl war uns beiden nicht und mir zitterte alles, zumal ich noch gestürzt war. Irgendwann sah ich meine Hände an, die blutig waren mit einer ziemlich tiefen Wunde am linken Mittelfinger, aber auch ein paar andere Stellen waren aufgerissen. Ansonsten waren es wohl nur ein paar Schürfwunden und Blutergüsse, wie ich später feststellte, an Armen und Beinen.

Auf dem folgenden Bild, welches ich am nächsten Tag von der anderen Hangseite gemacht habe, ist die Stelle zu sehen, wo ein Stück aus der Wand gebrochen ist, im oberen Kringel. Beim unteren Kringel waren wir in dem Moment, als es krachte. Ich denke, die Steilheit des Hanges ist einigermaßen sichtbar. Im Vordergrund die Fiderepasshütte, von der wir gekommen waren.

Letztlich entschieden wir uns, doch weiterzugehen, zu versuchen, schnell diese Stelle weglos zu durchqueren, um dann wieder auf den Weg zu stoßen. Wir zogen noch Helme auf, die uns allerdings höchstens von kleinen Steinschlägen hätten schützen können. Das was hier abgegangen war, hätte uns locker mitreißen können.
Der weitere Aufstieg zur Fiderescharte verlief ohne Zwischenfälle und oben angekommen verschnauften wir nochmal, um uns dort für den Mindelheimer Klettersteig zu entscheiden, den ich dann allerdings recht bald abbrechen mußte. Schon bei den ersten und schwersten Stellen tat ich mir hart, weil einfach der ganze Körper noch zitterte von den Ereignissen des frühen Morgens. Es wäre Unsinn gewesen für mich, den an diesem Tag zu machen, und längst kein Genuß.

So entschieden wir uns für den Krumbacher Höhenweg, der wirklich sehr schön ist mit vielen Ausblicken zum Biberkopf und den Hochrappenköpfen, rüber zur Mindelheimer Hütte, die doch tatsächlich noch für Tagesgäste geöffnet war, entgegen unseren Erwartungen. Wir ließen uns hier bei herrlich warmem Oktoberwetter zwei Bier auf der Terrasse schmecken, um dann über die Scharte unterhalb des Kemptener Köpfle hinunter und wieder hinauf zur Fiderepasshütte zu gehen. Ich werde diese Tour so schnell nicht vergessen.

Das Erlebnis heute war natürlich immer wieder Gesprächsthema an diesem Abend, aber wir unterhielten uns auch anderweitig mit Leuten, die mit uns am Tisch saßen, nachdem wir heute wirklich den Sonnenuntergang hier hatten sehen dürfen.

12.10.2025

Heute war „nur“ noch Abstieg an gesagt, aber am Abend bevor wir losgefahren waren, habe ich doch geschaut, ob man nicht diesen Tag auch noch anderweitig gestalten könnte. Hierbei war ich auf die Hammerspitzenüberschreitung gestoßen mit einer Stelle im 2.-3. Grad an Kletterei und auch Martin hatte die Tour schon vorher im Blick gehabt, da er schon öfters ins dieser Gegend unterwegs gewesen war. Die 3er Stelle würde recht bald kommen, so daß wir an diesem Punkt noch immer hätten umkehren können. Wir wollten es einfach probieren, so unsere gemeinsame Entscheidung beim Frühstück.
https://www.via-ferrata.de/touren/gps/hammermaessige-hammerspitzen-ueberschreitung-hoch-ueber-dem-kleinwalsertal
Wieder gingen wir ziemlich genau um 8 Uhr los und stiegen auf, bevor wir ins Klettergelände kamen. Vom Schwierigkeitsgrad her hatte ich so eine Tour noch nie gemacht und der Fels war teilweise bröselig. Jeder Schritt war zu bedenken und abzutasten. Viel loses Gestein und Brösel auf den Felsen selbst, aber es ging und es ging voran bis wir zu dieser 3er Stelle kamen, die nun wirklich etwas war, was ich so noch nicht kannte. Ich war noch immer etwas imponiert vom letzten Tag und von daher wohl noch vorsichtiger. Diese Stelle beeindruckte schon von unten gesehen. Zum Glück mußten wir sie im Aufstieg überwinden, was wir auch taten. Wow – wir standen tatsächlich nach gut einer Stunde auf der Oberstdorfer Hammerspitze. Das war schon ne Nummer für mich.

Danach ging der Weg weiter im 1er / 2er Klettergrad bis zur Hochgehrenspitze. Das Gelände auch immer wieder schwierig, da es hier keinen wirklich markierten Weg gibt. Ab und zu zeigten uns Steinmännchen oder eingebrachte Bügel den richtigen Pfad, aber oft war die Wegfindung etwas verzwickt. Ein paar Seile gab’s auch.

Bei einer Pause kurz vor der Hochgehrenspitze lugte uns in nicht mal 10m Entfernung ein Steinbock um die Ecke, wo wir beide leider nicht schnell genug unsere Kamera zücken konnten. Er hat uns in die Augen gesehen und lief dann leichtfüßig schnell bergab. Das war schon sehr beeindruckend. Vermutlich genau den hatten wir vorher schon von Weitem gesehen. Er war wahrscheinlich genauso überrascht wie wir.
Noch ein paar kleine Kletterstellen absteigen hinter der Hochgehrenspitze und dann ging’s auf Wanderwegen hinüber zur Walser Hammerspitze, von wo aus wir letztendlich nur noch nach unten gehen mußten.

Bei der Inneren Kuhgehrenalpe ließen wir uns noch ein Bier in der Bergsonne schmecken, bevor wir zügig zum Auto abstiegen und ohne große Zeitverzögerung heimfuhren.

Ein weiteres sehr erlebnisreiches Wochenende war vorbei. War’s die letzte Bergtour für mich in diesem Jahr?? Das steht derzeit noch in den Sternen.

Wandermarathon für den DAV Bayreuth ab und um Kulmbach – 44km 04.10.2025

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Ein weiterer Wandermarathon stand auf dem Programm, den ich diesmal für den DAV Bayreuth organisierte, auch wenn er leider nicht ausgeschrieben worden war. Ich hatte die Strecke vom Frankenwaldwandermarathon von 2016 rausgesucht dafür. In Summe war dies mein 3. Wandermarathon in diesem Jahr, mein 8. insgesamt und zähle ich die beiden 50er dazu, die ich ebenso in diesem Jahr gegangen war, dann bin ich hiermit bei Nummer 10 angekommen seit 2021.
Das Wetter an diesem Tag war etwas fragwürdig – naß würden wir wohl werden. Aufgrund dessen, daß wir rund um Kulmbach liefen, war aber theoretisch immer die Möglichkeit gegeben, abzubrechen und direkt zum Auto zurückzulaufen, so daß ich kein Problem sah, die Tour starten zu lassen.
Wir trafen uns vor Sonnenaufgang am Schwedensteg um kurz vor 7, um dort pünktlich loszulaufen, bereits zu Beginn im leichten Niesel. Kurz vor dem ersten Aufstieg war’s aber wieder trocken und wir zogen die Regenklamotten aus, um nicht zu sehr ins Schwitzen zu kommen. Aufstieg in Kauernburg in Richtung Kulmbacher Trimm-Dich-Pfad, dann schön durch den Wald. Die ganze Tour sollte immer wieder den Hans-Edelmann-Ringweg entlang gehen, der allerdings nur 32km hat. Die Blicke zur Plassenburg von der Nordseite her ließen zu wünschen übrig, da dichte Wolken unterwegs waren.

Dann runter nach Ziegelhütten / Metzdorf und wieder hoch, an der Schwedenschanze vorbei, hinauf zum Patersbergturm. Danach ging’s bergab über Wernstein, Seidenhof zur Kieswäsch, Mainzusammenfluß, nach Melkendorf und Oberkodach in Richtung Wickenreuth. Hier fing’s nun wieder an zu regnen und das recht kräftig mit Wind von vorne, so daß das Wasser recht bald von oben in die Schuhe lief. Immerhin hatten wir nun schon knapp 30km geschafft und auch den Großteil der Höhenmeter.

Wir liefen dann weiter über Forstlahm in den Kessel und hinauf zum Rehbergturm, den niemand mehr mit mir besteigen wollte. Ich tat’s dennoch und ließ mich oben überzeugen, daß nicht mal die Plassenburg sichtbar war. Im Anschluß über Tennach, Maierhof zur Plassenburg vor, recht eben, aber weiterhin im Regen, der kurzfristig immer stärker auch wurde. Durch den Wald waren wir großteils etwas geschützt, was aber nicht davon abgehalten hat, daß wir alle komplett durchweicht und auch verfroren angekommen sind am Auto. Die beste Regenklamotte hilft einfach irgendwann nicht mehr.

So entschieden wir uns auch, einfach heimzufahren, anstatt noch kurz irgendwo einzukehren. Jeder wollte nur noch unter die heiße Dusche oder in die Wanne. Am Ende hatten wir 44km auf der Uhr und rund 1000hm in Auf- und Abstieg, was auch nicht alltäglich ist.
Allen Teilnehmern den größten Respekt und vielen lieben Dank an die wunderschöne Wanderung, die Ihr mit mir gemacht habt – es hat jedem getaugt und auch auf Nachfrage wollte nie jemand abbrechen.

Berchtesgaden mit Watzmannüberschreitung 19.09.-21.09.2025

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Recht wirr und dadurch sehr spontan gestaltete sich der Gedanke, am Wochenende vom 19.09.-21.09. noch eine Bergtour zu machen. Bei mir stand die Watzmannüberschreitung ja seit mehreren Jahren schon im Hinterkopf, auch einen Versuch mit Umdrehen wegen schlechtem Wetter hatte es 2019 schon gegeben, wie ich’s hier beschrieben habe:
Tour am Watzmann ohne Überschreitung 21.09.-22.09.2019 – my touring blog
Hier stand auch, daß ich nicht weiß, ob ich das Thema nochmal angehen werde, aber irgendwie ließ mich der Gedanke über Jahre nicht los. Einmal 2022 war sogar schon die Übernachtung auf dem Watzmannhaus reserviert gewesen, die wir dann wieder absagen mußten wegen Schneefall Mitte September.
Es war jetzt wieder September. Nach meinem 11-tägigen Bergurlaub im August und einer weiteren Frühstartertour fühlte ich mich langsam wieder richtig fit nach meinem Ausfall in diesem Sommer, aber was dieses Wochenende anging hatte ich eigentlich nicht mehr an den Watzmann gedacht.
Als am 15.09. endgültig feststand, daß dieses Wochenende inklusive Freitag arbeitsfrei war bei Martin und mir schrieben wir uns zusammen, um zu überlegen, wo wir eine Tour würden machen wollen. Das Bergwetter war top gemeldet. Auch wenn er einer derer war, mit dem ich über die mögliche gemeinsame Watzmannüberschreitung gesprochen hatte, war ich gedanklich bereits am Suchen nach Touren zwischen Garmisch und Oberstdorf, als plötzlich das Handy brummte und da stand „mir geht der Watzmann noch immer nicht aus dem Kopf“. Ich mußte lachen.
Nach kurzer Überlegung schaute ich im Online-Reservierungstool nach Schlafplätzen am Freitag – nur ein Lagerplatz frei. Gut, so weitere Planung nochmal kurz pausiert. Irgendwo las ich, daß sich das Reservierungstool stündlich aktualisiert, so klickte ich mehr zum Spaß nach ner halben Stunde nochmal drauf und glaubte meinen Augen nicht. So waren da plötzlich 2 freie Plätze im Lager, die ich sofort reservierte. Es brauchte nicht mehr viel Abstimmung und unser Plan stand.
Für die zweite Nacht war eventuell Übernachtung im Caddy angesagt, so packte ich die Woche noch mein Campingzeug zusammen und Freitag früh ging’s los.


19.09.2025

Wir trafen uns um 8.30 Uhr in Lauf bei Nürnberg und fuhren weiter in Richtung Ramsau bei Berchtesgaden. Wir kamen einigermaßen zügig durch und auch die Parkplatzsuche gestaltete sich erfolgreich. Parkticket lösen, Schuhe schnüren, Rucksack drauf und los um ziemlich genau 13 Uhr in Richtung Watzmannhaus. Ich entschied mich sogar gegen die Stöcke, die ich mitgenommen hatte. So fit fühlte ich mich wieder. 1280M Aufstieg in 3h 20 min. inklusive kurzer Pause. Das Wetter war gigantisch. Es war natürlich mächtig was los und klar würden wir auch morgen nicht allein sein, aber es war alles einfach mehr als verlockend, da jetzt endlich drüberzukommen.

Die Stimmung bei uns war großartig. Wir bezogen unser Lager, machten uns etwas frisch, tranken ein Bier auf der Terrasse und hatten dann einen gemütlichen Hüttenabend mit anderen Berggehern und beim UNO spielen, wo ich ordentlich abgezockt wurde.
Die Aufregung vor dem morgigen Tag war stark vorhanden, aber nachdem alles so reibungslos geklappt hatte bis hier, war ich auch guter Dinge. Was sollte schon passieren. Wir würden in Richtung Mittelspitze gehen und miteinander sprechen. Sollte einem von uns irgendwo unwohl sein, könnte man bis hierhin auch umdrehen, aber daran glaubte ich nicht wirklich. Dennoch war diese Abstimmung im Vorfeld sehr wichtig für mich – ist ja immer auch tagesformabhängig und die Strecke ist schon lang und nicht ohne, was uns beiden bewußt war.


20.09.2025

Um 5.30 Uhr klingelte der Wecker nach einer Nacht, die bei mir katastrophal war. Gefühlt hatte ich nicht geschlafen und zuletzt um 1.30 Uhr auf die Uhr geschaut. Hatte Martin am Vorabend Kopfschmerzen, so waren die jetzt bei mir angekommen. Aber so ist das. Berge sind nicht zum schlafen da, hab‘ ich mal gesagt, und natürlich spielte die Aufregung vor dem großen Tag sicher auch eine Rolle. Wir wollten um 6 Uhr frühstücken und spätestens 7 Uhr los. Mein Frühstück unterbrach ich kurz für eine Fotosession auf der Terrasse.

Es war gigantisch, das Panorama vor dem Sonnenaufgang und gar nicht kalt. Wir waren schnell fertig und um 6.30 Uhr schon startbereit vor der Hütte. Die Sonne war schon sichtbar und der Weg schon hell genug beleuchtet, so daß wir ohne Stirnlampen starten konnten hinauf zum Hocheck auf 2651m, wo wir nach 2h 10min. ankamen nach 720m Aufstieg. Ich erkannte den Weg nicht wieder, war ich ihn doch 2009 im Winter gegangen bei Schnee.
Watzmann Hocheck an Silvester 2009 (2651m) – my touring blog
Heute strahlte uns die Sonne an, die Bilder um uns rum waren traumhaft schön – Hochkalter im Westen, den ich 2023 überschritten hatte, Hoher Göll, den ich gerne noch machen würde, auf der Ostseite. Meine Kopfschmerzen waren schnell verschwunden.
Am Hocheck gab’s eine kurze Pause – durchschnaufen, Helm aufsetzen und den Blick rüber zur Mittelspitze begutachten. Das ist schon echt gewaltig. Wenn man weiß, man soll hier über den Grat tapsen, wird’s schon etwas flau im Magen bei dieser Wucht von Berg.

Wir gingen es an, immer wieder in Absprache, wie’s dem anderen geht, was mir super gefallen hat.
Es gab sehr viele Drahtseile, wo sich manche überall einklickten mit ihrem Klettersteigset. Von daher waren’s anfangs immer mal längere Wartezeiten, da bei diesem Wetter natürlich irre viel los war, was mich heute aber gar nicht störte. Ich war einfach happy und mir ging’s super gut. Später zog sich das Feld auseinander und man war auch ab und zu allein unterwegs. Wir hatten Gurt und Klettersteigset weggelassen, weil uns das vom technischen Schwierigkeitsgrad nicht notwendig erschienen war, was sich auch bewahrheiten sollte.
Der Weg zur Mittelspitze (2713) war für uns beide überhaupt kein Problem, auch wenn’s natürlich an die Kraft geht. Wir erreichten diese trotz Warterei nach ziemlich genau einer Stunde ab dem Hocheck, wie es angeschrieben war, um 9.40 Uhr. Es war eine lustige Gratkraxelei mit irren Tiefblicken auf den Königssee.
Auch hier pausierten wir kurz und genossen das Panorama, sowie den Ausblick zur Südspitze. Der Grat dorthin sah nun noch wesentlich länger und gewaltiger aus als der vom Hocheck zur Mittelspitze. Es waren auch 2,5h bis rüber veranschlagt. Uns ging es beiden sehr gut. Wir genossen diese Tour bis hierhin. Somit stand dem Weitergehen nichts mehr im Weg, die Option umzudrehen nun ad acta gelegt.

Nach etwas Fotos schießen, Austausch und Beine entspannen machten wir uns auf den Weg, um diesen Traum „Watzmann“ endlich wahr werden zu lassen für uns beide. Vom Wetter her hätte man keinen schöneren Tag erwischen können und auch die ganze Atmosphäre war einfach zum Wohlfühlen gemacht trotz der mächtigen Anstrengung, die damit verbunden ist. Der Kopf war zu diesem Zeitpunkt freier denn je, weil die Konzentration nur noch auf der Umgebung und jedem einzelnen Schritt, Tritt und Griff lag. Wir packten den Weg an und ließen uns Zeit. Immer mal stehenbleiben und gucken, den Tag und die Weite genießen, auch um Kräfte zu schonen für den vor uns stehenden Abstieg später. Uns drängte niemand und nichts.
Es war kraß, das muß ich sagen. Nicht wirklich schwierig, aber über die Dauer merkt man dann schon die Konzentrationslast, die auf einem liegt. Die Kraxelstellen nahmen zu, die Augesetztheit auch. Dazu kommt die Anstrengung auch körperlich irgendwann. Wenn ich weiß, was noch alles vor mir liegt, drossel ich dann gerne automatisch ein, um mich nicht zu verausgaben und es hinten raus eventuell nicht zu schaffen. Hier hatte ich den kleinen Vorteil, daß ich den Abstieg schon kannte. Ich denke, das Tempo hat für uns beide gepaßt, auch wenn Martin sicher schneller drüber gewesen wäre als ich insgesamt.
Die Blicke zur Watzmann Ostwand, der Biwakschachtel und der Wiederroute waren toll. Wir konnten natürlich auch einige Kletterer beobachten, die hier aufstiegen.
Nach 2h 10min. ab der Mittelspitze erreichten wir die Südspitze. Das war top und schneller als angeschrieben, obwohl wir auch zwischendrin nochmal Pause gemacht hatten und uns insgesamt nicht hetzen lassen hatten. Wir sprachen viel und konnten denke beide etwas voneinander abschauen. Die eine Stelle ist für den einen schwieriger, die andere für den anderen. Auch wenn es jeder von uns sicher auch alleine gepackt hätte, war dieses Gefühl, daß man nicht allein ist, doch toll für uns beide. Ich genoß diese Bergtour in vollen Zügen.

Nach einer halben Stunde Pause begaben wir uns auf den Abstieg, der dann wirklich hart wurde und noch über 4h dauern sollte. Es war im oberen Bereich, den ich noch nicht gekannt hatte, viel zum Abklettern und steiles grieseliges Gelände. Auch weiter unten in dem Bereich, den ich schon gegangen war, stellte die Tour jetzt eine ziemliche Herausforderung dar. Schotterfelder, steil, rutschig und immer irgendwo im Abbruchgelände, welches keinen falschen Tritt verzeiht. Höchste Konzentration ist hier angesagt nach dieser langen Tour und dem, was man schon in den Beinen hat bis dorthin. Klar wären Stöcke hier hilfreich gewesen, aber ich war aufgrund der Felskletterei vorher doch froh, daß ich sie im Auto gelassen hatte. Alles richtig gemacht.
Zu dem schwierigen Weg kam an diesem Tag die Gluthitze hier im „Kessel“. Man war der Sonne ausgesetzt und meist gut im Windschatten unterwegs. Es brannte einfach runter und viele andere waren sichtlich auch davon beeinträchtigt. So machten wir langsam. Ich brauchte das auch, denn bis zu einer halben Stunde vor der Wimbachgrieshütte ist höchste Konzentration notwendig. Hier merkte ich dann, daß ich die Kraft wohl doch noch nicht ganz wieder aufgeholt hatte, die mir verlorengegangen war.
Gegen 16.30 Uhr kamen wir auf der Wimbachgrieshütte an. Das waren ziemlich genau 10h, die wir unterwegs waren. Wir waren nicht schnell, aber wir haben uns auch wirklich Zeit gelassen und die Tour sehr genossen bei dem Wetter. Dennoch waren wir etwas platt, wenn auch überhaupt nicht überfordert oder so. Es waren ja trotzdem 950m hoch und 1530m runter mit einigem an Kletterei. Wir hatten es geschafft und setzten uns erstmal hin, gingen Hände waschen und tranken etwas, um auch zu besprechen, wie wir weitermachen. Das war ja alles noch offen.

Die Strecke zurück zum Auto wären noch gut zwei Stunden gewesen. Da hätten wir dann nach einem Parkplatz und einer möglichen Tour für morgen suchen müssen. Wir waren uns schnell einig, daß wir es nicht übertreiben müssen. Wir hatten den Tag so wunderschön im Kopf und wollten nicht zwingend mehr alles herausfordern. Nachdem auf Anfrage auch noch zwei Lagerplätze für uns frei waren, nahmen wir dies gerne an und stellten uns auf einen weiteren Hüttenabend ein, den wir einfach relaxt gestalteten mit viel reden und Fotos angucken von der heutigen Tour, nachdem wir uns frisch gemacht hatten und etwas rumgekruscht haben in den Rucksäcken. Lager einrichten, etc.
Ich glaub‘, wir waren beide einfach ziemlich geflasht von dem Tag.
Um kurz vor 10 noch etwas Plausch mit der Hüttenwirtin und dann ab ins Lager. Schlafen konnte ich besser, aber wieder nicht gut.


21.09.2025

Der Abstieg stand bevor und wir ließen es gemütlich angehen. Frühstück und langsam los. Einen Übergang über die Hochalmscharte hatten wir noch im Blick, aber aufgrund dessen, daß wir beide noch eine lange Heimreise vor uns hatten, entschieden wir uns, auf dem Heimweg einfach noch einen kleinen Spaziergang zu machen, nachdem wir zum Auto gelaufen waren.

Es war ein wunderschönes Wochenende und auch wenn ich diesen Abstieg aktuell noch verfluche, weil mir dermaßen die Beine brennen, kann ich nicht garantieren, es nicht nochmal angehen zu wollen. Die Tour ist einfach gigantisch!
Danke Martin, daß Du meinen Traum so unkompliziert hast wahr werden lassen!!

Wandern 3F Special – Stubaier Alpen 23.-25.08.2025

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Fortgeschrittenentour 3F im Stubaital 2025.

Von den 10 reservierten Hüttenplätzen hatte ich im Vorfeld schon 5 absagen müssen und so wurde es am Anreisetag nochmal eine Person weniger. Manchmal soll’s einfach so sein.
Wir trafen uns also zu viert in Sölden am Abend des 22.08.2025, wo ich uns eine Unterkunft gebucht hatte. Andy und ich waren zuvor im Ötztal schon unterwegs, Elke und Andi kamen dann gegen 21 Uhr auch an von zu Hause aus. Sie brachten noch etwas kühles Bier mit, das wir gemeinsam auf unserem Zimmer tranken und dort quatschen konnten.


23.08.2025

Um dreiviertel 9 starteten wir nach gemütlichem Frühstücksbuffet mit den Autos nach Gries bei Längenfeld. Der angedachte Parkplatz hatte nur noch einen Platz frei, so mußten wir gleich etwas improvisieren, was gut geklappt hat. Das Anrufsammeltaxi fuhr uns nach Längenfeld, von wo aus wir losliefen in Richtung Schweinfurter Hütte (2028m). Es ging steil hinauf und steil bergab, bevor wir langsam aufsteigend auf der Jausenstation Larstighof pausierten, um etwas zu trinken. War’s noch etwas wolkig heute, so dennoch trocken, und trocken kamen wir auch an gegen 16.30 Uhr bei der Hütte. Das Einchecken war schnell gemacht, ebenso das Lager beziehen.

Neben unserem Tisch waren in beide Richtungen recht aufgeschlossene Gruppen. So war es hier sehr unterhaltsam und fast ein bißchen schade, um 10 Uhr schlafen gehen zu müssen.


24.08.2025

Bei 3 Grad ging es für uns gegen 8 Uhr los – das war schon frostig. Der Weg zog sich langsam ansteigend zunächst recht schattig kalt bergauf bis wir endlich die Sonnenstrahlen erreichten. Dennoch wunderschön unterhalb des Zwieselbacher und Gleirschr Roßkogels, die ich vor 4 Jahren ab der Pforzheimer Hütte auf der anderen Seite überschritten hatte mit einer DAV Tour.
Irgendwann wurde es gebirgiger und alpiner. Es war eine wunderschöne Strecke zum Zwieselbachjoch auf 2868m. Wir machten zwischendrin Pause und auch oben am Joch, wo es zwar zog, aber schön sonnig war. Die Wildspitze sahen wir nun von Nord-Osten und viele Gletscher.

Gegen 12 Uhr machten wir uns zum Abstieg auf und wanderten erst sehr steil, dann angenehm durch tolle Landschaften zur Winnebachseehütte, auf der wir unsere letzte Hüttennacht verbringen sollten. Die Hütte ist wunderschön gelegen an einem See, dahinter ein Wasserfall – hier kann man es aushalten.
Wir checkten ein, der Hüttenwirt gleich sehr aufgeschlossen. Wir tranken etwas und saßen zugig im Wind auf der Terrasse, aber bei Sonne. Den Gänsekragen (Gipfel) nahmen wir uns für den nächsten Tag vor und stiegen so nur noch zum Ernst Riml Spitz auf auf 2507m.

Der Abend begonnen im Nebenzimmer endete dann mit der einen Gruppe vom Vorabend recht feuchtfröhlich. Selbst der Hüttenwirt gesellte sich noch zu uns und gab eine Runde Schnaps aus. Erst um 11 Uhr gingen wir alle schlafen. Es war sehr schön hier!


25.08.2025

Früh alle fit und bereit zum Frühstück. Wir verabschiedeten uns von unseren Hüttenfreunden der letzten beiden Tage, die in die andere Richtung weitergehen würden, und gingen zu viert los in Richtung Gänsekragen. Hatten wir erfahren, daß durch eine Moräne der Weg teilweise versperrt oder schwierig werden würde, so probierten wir es einfach. Der Morgen war vom Sonnenlicht durchtränkt und richtig schön. Angekommen bei dem Moränenabgang gingen wir noch ein Stück weiter, aber dann ging’s für jemanden von uns nicht weiter. Zu dritt war der Gipfel für uns nicht essentiell, so entschied ich, daß wir alle umkehren. Wir gingen zurück und saßen noch etwas auf einer Bank über der Winnebachseehütte in der Morgensonne, bevor wir alle zusammen abstiegen und lustig plaudern konnten.

Elke und Andi fuhren weiter nach Südtirol, um dort weiter Urlaub zu machen, Andy und ich fuhren heim, da morgen wieder die Arbeit rufen würde. Eine weitere angenehme 3F Tour in kleiner Gruppe war somit zuende gegangen.

Ötztal 19.-22.08.2025

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Da die DAV Tour im Kaunertal sowie meine Gruppentour in den Stubaiern vom Ötztal aus nur 4 Tage auseinanderlagen und ich im Juni gesundheitsbedingt auch noch meinen Urlaub verschieben mußte, lag es nahe, die freien Tage in dieses Zeitfenster zu legen und hier gleich in den Alpen zu bleiben. Für Andy paßte das auch und so hatten wir kurzerhand Ötztal Hüttentour geplant. Endlich wieder Ötztal für mich, wo ich schon so oft war und immer wieder hin möchte!!


18.08.2025

Imst erreichten wir fast zeitgleich. Wir aus dem Kaunertal kommend und er von zu Hause. Ich stieg also um und wir fuhren zusammen nach Sölden, wo wir noch kurz an einem Supermarkt hielten, und dann weiter nach Zwieselstein, wo wir in der Talunterkunft vom DAV übernachten wollten, eine Selbstversorgerhütte, in der ich 2016 bereits mit Antonie eine Nacht verbracht hatte. Alles lief reibungslos und wir sahen uns abends bei einem Bierchen noch unsere bevorstehende Tour auf der Karte an. Das Wetter sollte zunächst noch schön werden, danach war allerdings etwas Regen gemeldet.


19.08.2025

Da wir heute nur den Aufstieg zum Ramolhaus geplant hatten von Obergurgl aus reichte es, um dreiviertel 8 in Richtung Vent loszufahren, um dort das Auto zu parken und mit dem Bus über Zwieselstein zum Startpunkt unserer Tour zu fahren.


Wir gingen den Normalweg los in Richtung Hütte, der bereits ca. 1000hm nach oben geht.

Gegen 15 Uhr waren wir angekommen auf der Hütte, tranken etwas und entschieden uns, noch gepäcklos zum Ramoljoch hochzulaufen. Lustige Kraxelei ist das da. Ich kannte den Weg ja schon aus meiner letzten Ötztaltour mit Lissy in 2020. Ursprünglich war geplant gewesen, am nächsten Tag über das Joch nach Vent runterzugehen und dann wieder hoch zum Hochjoch Hospiz aufzusteigen, aber das Gewitterrisiko hielt mich davon ab, diesen Weg so zu machen. Vom Joch sahen wir nun die Wildspitze von Süden aus und bezaubernde Gletscherlandschaft ringsrum sowieso.

Wieder zurück auf der Hütte war etwas Frischmachen und Abendessen angesagt. Der Himmel bot an diesem Abend noch tolle Bilder, so daß noch gut Fotos gemacht werden konnten.


20.08.2025

Wie angekündigt regnete es an diesem Morgen. Ich unterhielt mich kurz mit einem Bergführer über das Wetter, das nicht so schnell besser werden sollte. So verfolgten wir unseren neuen Plan, stiegen wieder den selben Weg ab ab nach Obergurgl, den wir gestern gekommen waren, fuhren mit dem Bus nach Zwieselstein runter und nach Vent wieder hoch, um von dort aus zum Hochjochhospiz zu gehen – der Abstieg komplett im Regen, der Aufstieg dann teilweise trocken, dennoch wild romantisch an der Rofenache entlang. 2016 war ich diesen Weg zuletzt gegangen – immer wieder schön!


Am Abend in der Hütte spielten wir etwas Karten und verkrochen uns pünktlich zur Hüttenruhe um 10 Uhr im Lager. Die Nacht war hier recht ruhig – nicht viel los so unter der Woche bei schlechtem Wetter.


21.08.2025

Nachdem wir früh aufgestanden waren sprach ich noch mit dem Hüttenwirt, der uns die Guslarspitzen nicht empfahl wegen wiederum angekündigtem Regen und keiner Sicht. Unser Weg sollte uns auf die Vernagthütte führen. Wir gingen allerdings gegen 7 Uhr trocken los und verfolgten zunächst den Weg, der sich erst später über Gipfel oder Normalweg trennen sollte. So schlecht war’s garnicht und wir erhaschten Blicke in Richtung Kesselwandferner und zum Brandenburger Haus im nur teilweise mehr wolkenverhangen Gebiet. Da ich den Weg über die Guslarspitzen auch schon kannte, entschied ich, daß wir drüber gehen konnten. Viel mehr als etwas naß werden und möglicherweise nichts mehr sehen konnte nicht passieren. Schließlich kamen wir trocken und bei verhältnismäßig guter Sicht auf die umliegenden Gletscher gut oben an auf der Mittleren sowie Hinteren Guslarspitze, die auf 3147m liegt. Die Vordere Guslarspitze ließen wir diesmal aus. Dazu wäre der Weg dann doch zu weit gewesen, auch wenn ich die Kraxelei dort hinauf damals genossen habe. Heute hätte es tatsächlich einfach nur geheißen, noch nasser zu werden als eh schon.

Irgendwann im Abstieg zur Vernagthütte (Würzburger Haus) wurde es immer feuchter und nachdem wir um 11 Uhr rum auf der Hütte angekommen waren, war dann Dauerregen. Keine Abitionen mehr, nach draußen zu gehen. Der Hüttennachmittag und Abend zog sich ellenlang mit Bilder gucken, Spiele spielen… Spaß am Berg ist definitiv anders für mich.


22.08.2025

Für heute war eigentlich besser gemeldet, aber das Wetter fragt nunmal nicht danach, was die Wettervorhersage so angibt. Nachts hatte es bis auf 2800m runter geschneit und man sah durch den wieder wolkenverhangenen Himmel die weißen Gipfel. Schließlich befanden wir uns auch auf 2755m.
Wieder starteten wir um 7 Uhr, diesmal erneut in Regenklamotten. Eigentlich war einiges geplant, aber das Wetter ließ es einfach nicht zu. Die Hintergraselspitzen mußten wir auslassen, sowie auch den Vorderen Brochkogel. Naß und nässer ging’s am Höhenweg rüber zur Breslauer Hütte. In der Hoffnung, wenigstens das Wilde Mannle noch mitnehmen zu können, machten wir hier noch knapp 2 Stunden Pause, um uns zu trocknen und aufzuwärmen, aber es zog einfach nicht auf. Kurz vor 12 liefen wir dann doch weiter, nicht mehr gen Gipfel, sondern im Einvernehmen gleich Richtung Tal. Jetzt wurde es immer schöner draußen, aber die Tour war vorbei. Um ca. halb 2 waren wir zurück am Auto und fuhren zurück nach Sölden, bißchen was einkaufen und dann in die Unterkunft, wo wir uns später zur nächsten Tour mit Elke und Andi treffen wollten.

Ich hoffe, das hintere Ötztal nochmal wieder besuchen zu können bei besserem Wetter!

Tour am Kaunergrat 15.-18.08.2025

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15.08.2025

Winnie hatte über den DAV wieder eine tolle Bergtour am Kaunergrat ausgeschrieben, zu der ich mich umgehend angemeldet hatte nachdem das Heft im März erschienen war.
Insgesamt 6 weitere Teilnehmer standen fest, so daß wir mit 2 Autos sehr früh in Bayreuth starteten, um nach Feichten im Kaunertal zu fahren, wo wir uns gegen 13 Uhr trafen. Auch wenn für später Gewitter angekündigt waren, war es anfangs sonnig und warm. Kurz stellten wir uns vor, zogen die Wanderstiefel an und stiegen dann gleich um die 700hm auf zur Verpeilhütte, die auf 2016m liegt. Der Weg war wunderschön und wir kamen alle querbeet gleich gut ins Gespräch. Auch was das Tempo anging schienen wir eine homogene Truppe zu sein.
Oben angekommen klärte Winnie alles in der Hütte ab und wir bezogen unsere Lager, um mit leichterem Rucksack noch ein Stück weit in Richtung eines Gletschersees zu gehen. Eine blieb an der Hütte, wir anderen 6 stiegen steil hinauf. Da für mich in Summe 11 aufeinanderfolgende Tage am Berg geplant waren, entschied ich, es langsam anzugehen und ließ die anderen abziehen. Allein stieg ich noch ca. 300hm auf, setzte mich dort in die Landschaft und genoß es, die Berge in mich aufzunehmen.

Nach kurzer Brotzeit und etwas Verweilen lief ich zurück zur Hütte, wo wir nach dem Frischmachen und dem Abendessen einen gemütlichen Hüttenabend verbrachten. Pünktlich um 10 gingen wir schlafen, um morgen fit zu sein. Hatte das Wetter an diesem Tag gehalten, so war es für den nächsten Tag nicht wirklich toll angekündigt.


16.08.2025

Es stand heute der Übergang zur Kaunergrathütte über das Madatschjoch an. Auf dieser Hütte war ich bereits 2020 mit meiner Gruppe gewesen bei damals Regen und wolkenverhangenen Bergen. Sehr viel besser war es vorerst nicht, auch fing es wieder an zu regnen während wir im Aufstieg waren, aber die Sicht war doch etwas besser als vor 5 Jahren. Wir waren also wieder in Regenklamotten unterwegs. Etwas vor dem Joch wurde der Weg steiler, ein Schutthang, an dem wir über uns Steinschläge hörten und sahen. Es wurden also die Helme ausgepackt. Irgendwann ging’s dann an den Fels, seilversichert mit zwei kurzen Leitern auch nach oben auf knapp über 3000m. Der versicherte Abschnitt dahinter nach unten war komplett neu gemacht worden und wir kamen alle sicher drüber, um gegen 14.30 Uhr die Hütte zu erreichen, die sich auf 2817m befindet. Auch diese etwas schwierigere Etappe hat die gesamte Gruppe sehr gut bewältigt.
5 von uns 7 gingen nach etwas Aufwärmen nochmal los auf die Parstleswand, die wir 2020 auch bestiegen hatten. Ich begnügte mich damit, unten zu bleiben und etwas zu lesen. Später spielten wir zu zweit noch eine Runde Kniffel. Draußen wurde es noch richtig sonnig an diesem Abend.
Nachdem die anderen von ihrer Gipfelbesteigung zurück waren, gab es wieder Essen, kurze Besprechung für den nächsten langen Tag und der Abend endete abermals sehr harmonisch um 10 Uhr.


17.08.2025

Schon um 7 Uhr starteten wir diesmal. Es lagen knapp 19km und ordentlich Höhenmeter vor uns, da wir nicht zur nächsten Hütte, sondern bis zur übernächsten, dem Taschachhaus, laufen sollten. Erst ging’s recht weit bergab. Der Cottbuser Höhenweg war großteils gesperrt, da hier eine Moräne abgegangen war, was wir aber vorher wußten. So mußten wir einige Höhenmeter mehr in Kauf nehmen. Früh war’s noch kalt und bewölkt. Als wir ab- und wieder aufgestiegen waren wurde das Wetter langsam besser.
Gegen Mittag machten wir Pause auf der Terrasse der Riffelseehütte, in der ich auch schon übernachtet hatte, bevor wir den Weg weitergingen zum Taschachhaus auf 2434m, auf dem wir kurz vor halb 5 ankamen. Erneut hatten alle prima durchgehalten und auch hier wurde der Abend wieder zum schönen Gruppenerlebnis. Auch wenn hier keine urige Hüttenstimmung herrschte, spielte einer am Nebentisch dann noch Gitarre und sang dazu, was es auch irgendwie besonders werden ließ.


18.08.2025

An unserem letzten Tag gingen wir bereits um 6.45 Uhr los, um den früheren Bus vom Gepatschhaus nach Feichten zu bekommen. Bereits die Morgensonne war gigantisch und sobald wir in der Sonne liefen wurde es auch von den Temperaturen her richtig angenehm. Wir liefen hinauf zum Joch unterhalb der Hinteren Ölgrubenspitze, wo wir kurz Pause machten. Man hatte hier tolle Sicht von Westen auf die Wildspitze im Ötztal, dem zweithöchsten Berg von Österreich, auf dem ich vor 2 Jahren gewesen bin. 5 von uns gingen noch zum Gipfel hinauf, wir beiden anderen stiegen gleich ab zum Gepatschhaus bei herrlichem Wetter. Dort warteten wir auf den Rest der Truppe, tranken noch etwas und fuhren dann wie geplant mit dem Bus nach Feichten zu den Autos zurück.

Was war eine wunderschöne Tour in einer tollen Ecke gewesen. Das verschlafene Kaunertal möchte ich gerne wieder besuchen kommen.

Ich fuhr nun noch bis nach Imst mit zurück, wo mich Andy abholen kommen sollte, um weiter ins Ötztal zu fahren.