Oman Trekkingreise 04.-16.01.2026

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Bereits zum Ende meiner wunderschönen Reise in den Oman 2024 auf 2025 sprach ich hier von einer Wiederholung des Besuchs in diesem Land. Was sich über die Monate hinweg entwickeln sollte war mir bis dahin völlig unbekannt.
Ich hielt den Kontakt zu Salim und er zu mir, so hatte ich die Gelegenheit, weiter nachzubohren, ob eine private Lösung für so eine Reise möglich sein könnte. Mitte 2025 vermittelte Salim mir den Kontakt zu Sulaiman, mit dem ich mich anfangs lediglich per Whatsapp austauschte und mir alles genau ansah, was er schrieb. Bereits die ersten Nachrichten überzeugten mich.
Tatsächlich besuchten Salim und Sulaiman Ende September dann Deutschland, so daß wir 3 Tage miteinander verbringen konnten und zusammen das aufgesetzte Programm bis ins Detail durchsprachen. Nebenbei war ich bereits kräftig dabei, Teilnehmer für diese Gruppenreise zu finden, damit das alles auch stattfinden konnte. Eine 8er Gruppe war Minimum für mich, höchstens 12 Leute hätten wir werden können.
War unsere Reise im letzten Jahr schon irre abwechslungsreich und spannend gewesen, so wünschte ich mir für diesmal, das Programm folgendermaßen auszuführen: Mehr und längere Wanderungen / Bergtouren, mehr Zeltnächte, den Höchsten im Oman besteigen (Jebel Shams 2997m) und generell weniger Touristen-Hotspots. Der aufgesetzte Plan las sich gut, an einigen Stellen wurde über die Wochen und Monate noch nachgebessert und schließlich war es so weit. Am 03.01.2026 ging unser Flieger. Gesamt waren wir 11 Teilnehmer (9 Frauen und 2 Männer), Sara flog schon am Tag vorher, neun von uns dann zusammen ab München und eine ab Frankfurt. Ich kannte vorab schon alle bis auf 4 von ihnen. Schon in München trafen wir uns großteils…


03.01.2026

Pünktlich um 14 Uhr stand Simon vor meiner Tür, um mich abzuholen. Wir fuhren los, sammelten Susanne in Hiltpoltstein ein und weiter ging’s zu Volker nach Neufahrn. Bei ihm hatten wir noch etwas Zeit, saßen zusammen und ließen uns ein letztes Bier schmecken, bevor wir uns samt Gepäck auf den kurzen Fußmarsch zur S-Bahn machten, die uns zum Flughafen bringen sollte. Bereits hier bekam ich eine Nachricht von Antje, daß sie noch in Berlin festsaß und der Flieger nach München Verspätung haben würde wegen Eis. Sie würde den Flieger nach Muscat wohl nicht mehr erreichen können. Ich kontaktierte sofort Sulaiman, da wir ja nach Ankunft im Oman gleich in Richtung Berge starten wollten, was sie tun sollte. Sollte sie am nächsten Tag hinterherfliegen? Er antwortete prompt, daß er einen Transport organisieren würde, der sie uns hinterher bringen konnte, und ich gab ihr Rückmeldung. Es ging also schon gut los.
Am Flughafen lief uns sogleich Jutta über den Weg, die ich seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Zu fünft also weiter zur Gepäckaufgabe, durch die Sicherheitskontrolle und zum Gate, an dem dann Astrid, Mira und Birgit dazustießen. Bißchen quatschen, bißchen beschnuppern und ab in den Flieger, der uns über Nacht zu unserem Ziel bringen sollte.


04.01.2026

Wir landeten relativ pünktlich am sehr frühen Morgen in Muscat, sammelten unser Gepäck zusammen und raus ging’s in die große Halle, wo uns Sulaiman, Salim, Hayatham und Bader erwarteten. Was eine Freude, sie alle hier wiederzusehen. Bader kannte ich noch nicht, aber das sollte sich bald ändern. Für mich war hier alles sehr vertraut und ich war ich war hier schon happy über unsere Mannschaft, so hatte ich doch erst vor ein paar Tagen erfahren, daß Hayatham auch dabei sein würde. Wir zogen uns auf der Toilette um, hoben Geld ab und dann kam auch schon Patricia aus Frankfurt. Als erstes wurden wir zu einem kleinen Lokal gebracht, um etwas Frühstück zubekommen und Sara zu treffen, die schon seit gestern hier gewesen war. Wir waren nun also alle komplett bis auf Antje, die es wohl bis dato immerhin schon bis München geschafft hatte.
Nach einer ausgiebigen Mahlzeit fuhren wir zur großen Moschee, besichtigten diese, dann zum Palast des Sultans und weiter zum Souk.

Während die anderen kurz Zeit bekamen, um hier alleine durchzuschlendern, saß ich mit Sulaiman zusammen, um mit ihm einige Dinge persönlich durchzusprechen, was die Orga der nächsten Tage und die Bezahlung anging.
Anschließend ging’s zu Fuß zum Mittagessen, wo es Fisch gab und wir mit unseren Guides am Tisch saßen. Hier fand nun erstmals etwas richtig Austausch statt. Sulaiman erzählte, daß er unbedingt dieses Team für uns haben wollte. Es war wohl nicht ganz einfach gewesen, Hayatham und Bader zu bekommen. Warum er genau dieses Team wollte, sollte uns über den Verlauf der Reise von Tag zu Tag mehr bewußt werden. Salim und Hayatham war mir klar, aber Bader, ein grimmig drein guckender Mann, sollte dem Ganzen die Krone aufsetzen mit seiner Art und der herausragenden Feldküche, die er in den Camps zu bieten hatte. Hayatham hatte erst vor 3 Tagen erfahren, daß ich wiederkommen würde.

Nach dem Essen ging’s direkt zum ersten Zeltcamp, einer großen, weiten Ebene, von der aus wir den Gipfel des Jebel Shams sehen konnten, allerdings nicht den, den wir erwandern würden. Der Hauptgipfel und die somit wirklich höchste Erhebung des Oman mit 3028m ist militärisch gesperrt. Auf ihm steht eine Radaranlage, die von überall weither sichtbar ist. Diese konnten wir erblicken.
Ich bekam ein Einzelzelt, baute auf und ordnete dann erstmal mein Gepäck für die Trekkingtour, die morgen so richtig starten sollte.

Bader hatte gekocht – es gab Gemüse, Salat, Crème, Nudeln, Thunfisch. Alle waren begeistert und ich packte mir etwas für den nächsten Tag ein. Abends nichts essen wollte ich beibehalten. Nach dem Essen gab es die Info für den nächsten Tag von Sulaiman, so wie das jeden Abend dann sein sollte.
Als Astrid und Mira sich als erste ins Bett verabschieden wollten, kam Sulaiman zu mir, ob ich sie 5 Minuten aufhalten könnte, was ich tat. Kurz darauf kamen unsere Omanis mit einem Kuchen mit Kerzen drauf und so etwas wie Wunderkerzen um die Ecke, um Happy Birthday für Astrid zu singen, die heute Geburtstag hatte. So wurde noch etwas weiter geschlemmt.
Zusammen mit den anderen saßen wir noch etwas am Feuer und ich redete mit Sulaiman und Salim, bevor wir gegen 9.15 Uhr ins Bett gingen. Wir Reisenden hatten schließlich alle die letzte Nacht im Flieger kaum Schlaf abbekommen.


05.01.2026

Um 6.30 Uhr klingelte der Wecker, ich packte alles zusammen und machte unterdessen ein paar Fotos. 7.30 Uhr Frühstück und Picknick einpacken, 8.30 Uhr ging’s los.

Wir fuhren 15 Minuten mit den Autos und gabelten unterwegs Antje auf, die direkt vom Flughafen hierher transferiert worden war. Es gab eine kurze Begrüßung und dann über irre Pisten zum Startpunkt unserer heutigen Wanderung. An der Tatsache, daß die Guides sich etwas schwer taten, den richtigen Weg zu finden, konnte ich erkennen, daß das hier keine Standardtour für Sulaiman werden sollte. Genauso hatte ich mir das vorgestellt. Er unterrichtete uns darüber, daß wir einen alten Weg laufen würden, der vor vielen Jahren wohl mehr begangen war von den Einheimischen, um zu ihren Dörfern zu gelangen, die aber nun zum Großteil nicht mehr bewohnt waren, da das Leben einfach zu hart war hier oben. Teilweise gab es keinen Weg und der Untergrund war schwer zu gehen. Die Hänge rutschten und so sahen wir natürlich auch keine Menschen, geschweige denn andere Touristen. Als wir immer höher kamen und so langsam unseren höchsten Punkt der Tour sehen konnten, erkannt ich einen Felsturm. Wir waren hier im letzten Jahr von der anderen Seite aufgestiegen und nahmen heute den selben Weg runter wie damals durch ein Bergdorf durch und zu unserer Unterkunft, einer Art Lodge, in der wir auch bei der letzten Reise für eine Nacht untergekommen waren.
Beim Runtergehen bemerkte Susanne plötzlich, daß ihre Schuhsohlen sich lösten. Hatte ich ihre Schuhe schon wiedererkannt, die sie bereits 2019 in Marokko getragen hatte, so erzählte sie nun auch, daß sie sehr wenig wandert und die Schuhe nur kurz nochmal getestet hatte vor der Reise. Für solche Strapazen waren sie allerdings nicht mehr geeignet. Wir klebten erstmal mit Tape und liefen weiter. Maßnahmen würden sich finden müssen, wenn wir angekommen waren. Unsere Guides organisierten Kleber und versuchten erstmal, sie etwas zu reparieren.
Knapp 13km mit 667m hoch und 988m runter waren geschafft.

In der Lodge bekam ich ein Einzelzimmer, ach, wohl eher einen Einzelpalast… Ich war sehr gerührt und überrascht und hatte keine Wahl, auch wenn ich mich erst sträubte.
Ein paar von uns liefen dann noch ein paar Minuten in einen Canyon rein und kletterten etwas umher, bevor wir duschten und es Essen gab. Leider tröpfelte meine Dusche nur kalt, aber es tat allem keinen Abbruch.
Zwischendurch noch etwas Orga mit Sulaiman, was immer wieder vorkommen sollte und gut war. Wir sprachen uns viel ab und er fragte auch immer wieder nach, was gut für die Gruppe ist usw.
Nach dem Essen wieder Briefing für morgen und dann zusammensitzen in der bequemen Sitzecke. Als wir hier saßen und quatschten, tauchten wieder unsere Guides auf mit Happy Birthday und einem weiteren Kuchen. Auch Antje hatte gestern Geburtstag gehabt. Wir lachten viel, einige tanzten und dann brachte Salim ein Spiel an „Jackaro“. Auf den ersten Blick sah es wie Mensch ärger‘ Dich nicht aus, nur mit Karten anstelle von Würfeln. Simon und ich, wir stellten uns bereit, das zu probieren und spielten gemeinsam mit Salim und einem Pakistani, der hier arbeitete. D.h. man spielt das quasi zwei gegen zwei im Team – Salim und Simon gegen den Pakistani und mich. Anfangs war es ganz schön unübersichtlich, die ganzen Regeln, die meisten Karten hatten eine besondere Bedeutung und Simon schrieb mit, damit wir immer wieder spicken konnten. Im Laufe der Reise sollte uns das Spiel noch ziemlich vertraut werden und uns viel Spaß bereiten, heute jedoch empfand ich es als ziemlich anstrengend. Irgendwie wurde es heute ziemlich spät, aber ich war so glücklich, hier zu sein. Alle anderen waren nun auch schon positiv begeistert und die Spannung auf die weitere Reise stieg, auch wenn noch niemand wirklich ahnte, wie toll alles noch werden sollte. Salim und Simon gewannen.


06.01.2026

Um 6.30 Uhr stand ich auf und um 7 Uhr gab es Frühstück. Picknick machen war angesagt für einen langen Aufstieg, den Weg von Bilad Sayt, den ich bereits vom letzten Jahr kannte.
Bezüglich Susannes Schuhen fragte ich zunächst noch nach Kabelbindern, die mir Salim aus seinem Auto mitgab. Plötzlich stand Hayatham da und hatte ein Paar Wanderschuhe in der Hand. Wir verglichen die Größen und Susanne probierte diese an. Sie paßten. Die Schuhe waren hier einst in der Lodge liegengeblieben. Wir konnten die Schuhe für die weiteren Touren leihen. Was ein perfekter Zufall. Alle Problemchen schienen sich lösen zu lassen, der Zusammenhalt und die Freude unter uns und unserem Team war riesig.
Um 8 Uhr starteten wir mit den Autos nach Bilad Sayt, um von dort aus zusammen mit Sulaiman zunächst durch den Ort zu laufen. Immer wieder blieben wir stehen und er erzählte uns etwas über die Menschen, deren Leben, die Pflanzen und alles, was es zu sehen gab. Schließlich gelangten wir zu dem Punkt, an dem wir beim letzten Mal gestartet waren und der steile Aufstieg begann. Die Wege waren Steige und teilweise zum Kraxeln und etwas ausgesetzt. Sulaiman und ich nahmen Susanne zwischen uns, die hier noch etwas vorsichtig unterwegs war, aber wir brachten sie sicher immer weiter nach oben. Ich nahm immer wieder ihre Stöcke und half. Ca. 500hm unterhalb des Gipfels machten wir eine etwas längere Mittagspause. Ab hier sollte auch das Gelände einfacher werden. So waren wir in 1h 15 Min. nach der Pause ganz oben und genossen die Aussicht. Wurde unsere Gruppe etwas langsamer im technisch schwierigeren Gelände, so zeigte sie jetzt allerdings in der Ausdauer und Fitneß eine enorme Geschwindigkeit für so viele Leute. Ich hatte das selten so erlebt und das ließ für die nächsten Tage und Touren hoffen und drauf aufbauen, was ich auch mit Sulaiman besprach.
Nach der Gipfelrast und vielen Fotos gingen wir die letzten Kilometer zu dem Treffpunkt mit unseren Omanis weiter, die hier bereits auf uns warteten. Wieder über 12km waren das gewesen mit 1388m hoch und 350 runter.

Wir stiegen in die Autos und wurden zunächst zu einer Toilette und dann zum heutigen Zeltplatz gebracht auf 1300m. Ich hatte wieder ein Einzelzelt, das ich mir abseits der Gruppe aufbaute. Wir konnten hier noch kurz den Sonnenuntergang genießen, bevor es Essen gab und wir die Order für den nächsten Tag bekamen.

Der nächste Tag sollte der Gipfeltag werden und damit die längste Strecke unserer kompletten Reise. Es war hierfür 6 Uhr Abfahrtszeit angesetzt, was den Abend dementsprechend kurz ausfallen ließ. Neben Sulaiman würde uns ein weiterer Guide, Yahya, begleiten, der die Strecke gut kannte und die Zeit im Auge behalten sollte. Wir wurden auf die Schwierigkeit des Weges und auf die Länge der Strecke hingewiesen, auch ein Video einer kleinen Kletterstelle wurde uns gezeigt, eine steile Felswand hoch, in der Eisentritte eingelassen waren. Alle bis auf Susanne wollten mitkommen. Sie bekam hier als Alternative dann den Balcony Walk vorgeschlagen, den ich auch schon kannte, eine tolle Tour, aber mit sehr vielen Menschen, weil einfach.
Was am nächsten Tag auf uns zukommen sollte, ließ sich auch für mich nur erahnen. Laut den Aussagen über die Wanderung ging ich allerdings davon aus, daß es technisch einfach, nur eben lang und anstrengend werden würde mit über 1800hm hoch und 1000 runter, die uns genannt wurden. Es gab auf den Gipfel einen Normalweg. Diesen sollten wir im Abstieg nehmen.
Wir saßen noch etwas am Feuer, aber kurz nach 8 Uhr gingen wir alle schlafen.


07.01.2026

Mein Wecker klingelte um 4 Uhr. Das Zelt war feucht, so daß ich es noch bis nach dem Frühstück stehenließ. Wir aßen etwas und tranken Kaffee, packten etwas Brotzeit ein, Obst und Wasser. Mit einem Handtuch wischte ich noch über die Zeltplane, bevor ich alles noch immer nicht ganz trocken im Packsack verstaute. Yahya kam hinzu und wir begrüßten ihn, um alle zusammen um 6 Uhr noch ca. 200hm hinaufgebracht zu werden zum Startpunkt unserer Wanderung. Nochmal kurze Einweisung, dann ging’s mit Stirnlampen los. Yahya lief vorneweg und Sulaiman zuletzt. Sie verständigten sich über Funk. Yahya war ein sehr fitter Läufertyp, das sah man auf Anhieb. Er ging das Ganze sehr schnell an, zu schnell für die komplette Gruppe, wie ich und auch die anderen bald merkten. Ich redete mit ihm und auch Sulaiman sagte ihm scheinbar, daß das zu schnell war. Er ging immer wieder weit voraus, um scheinbar den Weg zu erspähen, der teilweise markiert, weiter oben aber doch ab und an schwer zu finden war. Ich lief ihm hinterher und der Gruppe voran, um das Tempo vorzugeben, das meiner Meinung nach angemessen war. Auch ich prüfte Zeit, Distanz und zurückgelegte Höhenmeter. Meiner Meinung nach war es für uns machbar, so wie wir vorankamen. Leider ließ die Kommunikation mit Yahya etwas zu wünschen übrig und ein wenig unsicher war ich mir doch, ob wir das alle meistern konnten. Der Weg selbst war schwieriger als gedacht und vorab beschrieben und die angekündigte Kletterstelle stellte weitaus nicht das Nadelöhr für uns dar. Die komplette Strecke im Aufstieg war deutlich anspruchsvoller und kräftezehrender. Yahya machte kurze knappe Pausen, bevor er wieder loslief und er ließ uns lange im Unklaren, woran wir waren. Es zerrte etwas an meinen Nerven, wenn ich ehrlich bin. Auch ich fühlte mich für die Gruppe verantwortlich und ich wußte selbst nicht, woran ich war. Ich wußte, daß ich es schaffen würde, aber konnten das auch die anderen!? Als wir von den Höhenmetern ca. 400m unter dem Gipfel sein mußten und der Abstand zwischen dem Großteil der Gruppe und mir recht weit war, fragte er mich, wann wir Mittagspause würden machen wollen. Ich fragte zurück, wie wir in der Zeit lagen, wie er es einschätzte, ob wir den Gipfel erreichen würden können und wie der Weg weitergehen sollte. Auch sagte ich, daß ich das nicht allein entscheiden konnte, da die ganze Gruppe mittlerweile um einiges zurückgefallen war und ich nur ständig versuchte, nicht den Blickkontakt zu Yahya nach vorne und zu der Gruppe nach hinten zu verlieren. Er zuckte mit den Schultern und meinte, das müssen wir entscheiden – ein seltsames Gespräch. Immerhin bleiben wir stehen bis alle beisammen waren. Er sprach mit Sulaiman auf arabisch und ich versuchte diesem auf Englisch zu erklären, was ich dachte. Sulaiman sollte nun entscheiden und sah für mich genauso hilflos aus wie ich. Ich wollte erklären, daß wir sicher keine große Pause brauchten, nur einfach die Info, wenn eine einfachere Wegstrecke bevorstand, daß wir hier schnell was aus den Rucksäcken holen konnten, um unterwegs etwas Nahrung aufzunehmen. So ganz verstand ich allerdings die ganze Hektik nicht. Klar war kein Trödeln angesagt, aber niemand von uns trödelte auch nur im Ansatz. Sulaiman entschied für uns, daß wir den Gipfel machen werden können. Ich denke, diese Entscheidung beruhte auf dem, was sich in den letzten Tagen erwiesen hatte, daß wir auf gerader Strecke und im Abstieg sehr schnell sein konnten. Wir gingen weiter. Pause wurde dann unterhalb des allerletzten Gipfelanstiegs gemacht und bis hierhin gab es noch ein ganz anderes Gespräch zwischen Sulaiman und mir. Der Urlaub verlangte mir schon einiges ab, muß ich sagen, war ich doch ein bißchen Sprachrohr und sollte mit entscheiden zwischen unseren Guides und der Gruppe.
Nun waren wir also unmittelbar unter dem „Kompaß“, wie die Omanis den Gipfel auch nannten, und konnten auf die knapp 200m Steilwand nach oben blicken. Hier kam nun die Information, daß wir um den Berg nach hinten herum mußten, dann eine Stufe hoch bis zum Kreuzungspunkt, von dem aus wir entweder absteigen oder noch bis ganz hinauf gehen konnten. Als wir dort standen wurde klar, daß Yahya wohl ursprünglich garnicht verstanden hatte, daß ich bis hoch gehen wollte. Es folgte die Anmerkung, daß es von hier bis Gipfel und hierher zurück noch eine gute Stunde mehr werden würde. Für mich war das allerdings alles klar gewesen und auch die anderen Teilnehmer stellten sich diese Frage in keinster Weise. So richtig wurde ich aus ihm nicht schlau.
Wir gingen auch das an und hatten dann doch eine gute ausführliche Gipfelrast mit vielen Bildern, um im Anschluß die Wegstrecke zurückzugehen und dann abzusteigen, wobei es auch immer wieder Gegenanstiege gab. Der Weg zog sich, aber wie erwartet waren wir schnell unterwegs und konnten noch ohne Stirnlampen gehen. Ich war happy, den Gipfel erreicht zu haben, auch wenn wir oben leider wegen Wolken sehr wenig Sicht hatten. Es war ein tolles Gefühl und ich fühlte mich mehr als fit. Dennoch war der Tag sehr schwierig für mich gewesen und ich lief großteils alleine runter, um einfach alles revue passieren lassen zu können und die Anspannung abfallen zu lassen.
Tatsächlich fragte mich Yahya am Ende, während wir kurz gemeinsam liefen, nach feedback. Ich bedankte mich zunächst dafür, daß wir es geschafft hatten und versuchte dann etwas auf die Dinge des Tages einzugehen, worauf aber leider nur Antworten kamen, die mir klarmachten, daß meine Gedanken nicht ankamen bei ihm. So ließ ich es und genoß die letzten Schritte des Tages. Im Halbdunkel kamen wir bei Salim, Hayatham und Bader an den Autos an, die uns freudig empfingen und mit Mango und Säften überraschten. Von Yahya verabschiedeten wir uns kurz und übergaben einen Umschlag mit etwas Trinkgeld. Die Beträge hatten sich allerdings sehr in Grenzen gehalten.
23,8km waren es heute mit 1840m im Aufstieg und 1460m Abstieg – was eine Nummer! Irre großes Lob an diese tolle Truppe und diese Freude, mit der alle dabei waren.

Mit den Autos ging’s zu einem Resort in den Bergen auf ca. 1900m. Ich hatte eine Hütte mit Simon zusammen. Wir duschten, wuschen etwas Wäsche und trafen uns dann mit den anderen zum Essen, einem üppigen Buffet, bei dem sich alle die Bäuche vollschlugen. Yahya war auch noch hier, aber er saß etwas abseits. Alles war sehr distanziert ihm gegenüber. Schade grundsätzlich, aber ich denke, ich hatte versucht, mit ihm zu sprechen. Man verhielt sich nun einfach höflich und fremd.
Nach dem Abendessen gingen wir in ein großes Gemeinschaftszelt und besprachen noch kurz den Tag. Das meiste war unterwegs gesagt worden. Obgleich die Stimmung teilweise angespannt gewesen war, waren alle glücklich und ließen mich das auch wissen. Schon allein das Strahlen in den Augen über diese Reise wurde größer und bereits jetzt kamen die ersten Anfragen, ob ich wieder so etwas organisieren würde. Es machte mich glücklich.
Auf Sulaimans Ansage für morgen folgte noch ein Jackaro. Salim mit Simon gegen den Hotelbesitzer und später Bader und mich. Wieder gewannen Salim und Simon. Nachdem sich alle ins Bett verabschiedet hatten, saß ich mit Salim noch 1,5h in dem Zelt zusammen. Wir besprachen alles Mögliche bezüglich der Reise, der heutigen Wanderung und den Eindrücken. Diese Offenheit, dieses Vertrauen und die sich immer weiter entwickelnde Freundschaft zwischen ihm und mir genoß ich sehr. Ich konnte ihm nicht oft genug danke sagen für alles, was wir hier zusammen auf die Beine gestellt hatten. Schließlich war er die Schlüsselperson, die alles ermöglicht hatte.


08.01.2026

Es hatte hier gefroren heute Nacht – alles war weiß bereift um 7 Uhr noch. Um 8 Uhr gab es Frühstücksbuffet und um 9 Uhr fuhren wir los mit den gepackten Autos zunächst zu einem Aussichtspunkt und dann zu dem Startpunkt für den Balcony walk, den Susanne gestern mit Hayatham und Salim hatte genießen können, während wir in Richtung Gipfel marschiert waren. Nur kurz blickten wir von hier aus in den Canyon hinein, um dann in anderer Richtung abzusteigen. Diesmal bleib Volker bei den anderen drei Omanis, da sich sein Knie nun bemerkbar gemacht hatte nach dem Abstieg. Er wurde von den Jungs zum Frisör mitgenommen.
Auf 7km sollte es über 1100hm hinab gehen mit nicht mal 50m Anstieg. Auch das Runtergehen strengte an, gerade nach diesem üppigen Tag gestern, aber die Bilder und die Eindrücke waren erneut zauberhaft und begeisterten alle. Die Gruppe war nun so richtig geformt. Jeder quasselte mit jedem, jeder half, wo es etwas zu helfen gab und es gab keinerlei Grüppchenbildung. Die gesamte Reise war nun an Tag 5 schon fast nicht mehr zu übertreffen.

Wir trafen die 4 Männer frisch rasiert gegen Mittag wieder unterhalb eines verlassenen Bergdorfes. Wir fuhren ein Stück mit den Autos, um bei einem jemenitischen Restaurant zu Mittag zu essen, bei dem wir schon im letzten Jahr waren. Denise hatte hier in der Küche Brot backen dürfen und ich machte ein Foto, was ich ich später schicken wollte.
Nach dem Essen ging es weiter zu einem Aussichtspunkt, von wo aus wir die Ortschaft überblicken konnten, in der Sulaiman lebte, dann weiter zu Abreen Castle für etwas Kultur. Die kurze Führung von Sulaiman war interessant, aber wir waren auch merklich etwas kaputt von den Anstrengungen zuletzt.

Von hier aus fuhren wir direkt nach Nizwa, Salims Heimatstadt. Ich fuhr bei Hayatham mit und er erklärte zwischendurch einiges von dem, was uns begegnete, so gut er konnte. Auch wenn er nicht so viel ausdrücken kann, ist er für so ein Team einfach nur Gold wert. Das hatte er im letzten Jahr schon erwiesen.
In Nizwa führte Sulaiman uns im Schnelldurchlauf durch die Souks und die Altstadt, um uns zu zeigen, was wir später ansehen und machen konnten. Da heute alle Guides ziemlich nah an ihrem jeweiligen zu Hause waren, würden wir den Abend für uns haben und sie würden jeweils heimfahren zu ihren Familien. Wir kamen in einem Hotel unter, von wo aus es ca. 10 Minuten zu Fuß in die Stadt waren.
Als alles mit den Zimmern geklärt war, gingen die anderen hinauf, Hayatham und Bader fuhren gleich und Salim und Sulaiman setzten sich mit mir zusammen, um alles bezüglich der Bezahlung noch klarzumachen. Es war während der Tage das Thema aufgekommen, da der Wechselkurs sehr stark geschwankt hatte. Die Rechnung, die ich im November bekommen hatte, war in Rial, aber Anzahlung hatte ich in Euro kommuniziert. Die Restzahlungsrate stand damit noch etwas offen und wir sprachen alles durch, um für alle die bestmögliche Situation rauszuholen. Auch das verlief mehr als respekt- und vertrauensvoll. So anders als bei uns manches doch abläuft, ihr Geschäft verstehen sie und machen das wirklich gut auf ihre Weise. Ich durfte hier so viel Neues kennenlernen – ehrlich, offen, unbürokratisch und doch überaus korrekt. Ich kann gar nicht wiedergeben, wie mich das beeindruckte in allen Lagen. Als nach einigen Telefonaten klar war, daß gerade heute der Wechselkurs gut stand (wieder ähnlich dem von November), baten sie mich darum, noch heute alles unter Dach und Fach zu bringen und die Abwicklung lief. Somit war auch das Kapitel abgeschlossen in einer Art, die ich teile und die mich träumen läßt. Ich sammelte die Restzahlungen ein, Salim und Sulaiman fuhren Geld tauschen und schickten mir noch Info, daß alles geklappt hatte. Ich teilte heute das Zimmer mit Simon und Patricia und wusch etwas Wäsche. Nachdem alle anderen gegessen hatten, gingen die anderen in kleinen Gruppen und ich mich Simon und Patricia in Richtung Souks und Altstadt, durch die wir hindurch schlenderten. Ich kaufte etwas Datteln Gewürze für meine Nachbarn, auch Postkarten. Um 9 Uhr zurück im Hotel packte ich noch alles zusammen und schrieb Tagebuch und Postkarten, die ich am kommenden Morgen im Hotel abgab, damit sie „inshallah“ auch ankommen werden. Um halb 12 schlief ich ein.


09.01.2026

Hätten heute alle etwas ausschlafen können, so war doch die komplette Mannschaft um 7 Uhr zum Frühstück bereit, um danach zum Viehmarkt zu gehen und nochmals durch die Souks zu laufen. Freitag war ein besonderer Tag in Nizwa, den ich bei der letzten Omanreise nicht hatte. Ab 8 Uhr wurden hier Ziegen, Dromedare und Kühe verkauft. Was ein Tumult. Die Leute priesen ihre Tiere an, viele sahen sich das alles einfach nur an und kletterten hierfür sogar auf die Dächer des Marktes. Anderes Leben, anderer Umgang mit Tieren, andere Kultur. Dennoch etwas, was man irgendwo auch respektieren kann. Das Volk hier hat andere Sorgen und Nöte als wir es kennen. Nur teilweise können wir verstehen, so wie sie uns teilweise nicht verstehen können und werden. Wir liefen zu dritt dann noch durch die Souks und den Antikmarkt, der gestern Abend schon geschlossen hatte.

Zurück im Hotel tranken wir noch einen Kaffee, packten dann zusammen und warteten auf unsere 4 Omanis, die um 11.30 Uhr hier waren. Zusammen fuhren wir zu einem Palmengarten unterhalb eines Dorfes, durch das ich schon gegangen war. Ein altes Lehmdorf wird hier wieder aufgebaut für Touristenunterkünfte. Ich fuhr mit Salim. Er erzählte, daß es hier eine Schule gab, um arabisch lernen zu können. Ich interessierte mich sehr dafür und hoffe nun noch auf weitere Informationen, bzw. werde ihn noch mal drauf ansprechen.

Wir aßen außerhalb in einem Restaurant zu Mittag und liefen dann mit Sulaiman und Salim durch drei Dörfer und viele Gärten. Sulaiman erzählte viel über das Leben hier und die Landwirtschaft, die Gärten, die hier zu sehen waren. Die Systeme waren einfach und sehr ausgeklügelt. Alles was wir zunächst fragend anblickten, hatte einen Sinn. Ich stieg tiefer ein in dieses Land, als ich es im letzten Jahr getan hatte. Die Eindrücke waren wirklich immer überzeugender.

Manche hatten so ihre Problemchen mit Blasen, Knien, Füßen. Zwischenzeitlich kam bei mir der Gedanke auf, ob ich alles doch übertrieben hatte mit meinen Wünschen nach mehr Anspruch. Mir ging es blendend. Ich konnte überhaupt nicht sagen, daß es zu viel war…
Schlußendlich fuhren wir bei einer Apotheke vorbei. Einige besorgten sich Bandagen, Blasenpflaster (die es nicht so gab, wie wir sie kennen).
Folgen sollte heute eigentlich eine Zeltnacht, aber die Jungs meinten, es wäre zu kalt und feucht auf 2000m heute. Sie hätten etwas anderes. Hatten sie es mir gegenüber schon kurz angesprochen gehabt im Vorfeld, so teilten sie das nun der Gruppe mit. Ich ließ es einfach geschehen. Alles in meinem Kopf war wirr, wenn auch eigentlich nur im positiven Sinn. Viel einfach neben den unglaublich tollen Eindrücken und Erlebnissen hier.
Wir kamen bei einem Guest house an. Ich realisierte zunächst nicht, daß wir alle hier alleine waren. Sulaiman bat mich, die Zimmer mit einzuteilen – zwei 4er und ein 3er Zimmer, einige auf Matratzen. Unsere Jungs würden im großen Aufenthaltsraum schlafen. Es gab einen Garten mit Pool, der mit Glas umhaust war. Ich brauchte eine Weile, um alles zu begreifen.
Nachdem wir uns aufgeteilt hatten kramten wir etwas und dann war auch schon alles in Gang gesetzt. Es gab eine Küche, in der die Jungs für uns kochten. Draußen wurde eine Feuerschale angeschmissen als Grill. Jeder half. Einige in der Küche Gemüse schnippeln, ich kümmerte mich um das Feuer mit Hayatham draußen. Es war kalt und dennoch gigantisch. Das Essen, das zusammen gezaubert wurde, schmeckte allen großartig, danach wurde gemeinsam abgeräumt und gespült. Ich glaube, auch unsere 4 Begleiter waren hier Feuer und Flamme, uns das hier bieten zu können und selbst Spaß zu haben. Wir genossen alle diese gemeinsame Unternehmung, die auch für sie wirklich langsam besonders zu sein schien. Alle zogen mit. Nach dem Essen kurze Ansage für morgen und dann wurde draußen im Garten die Shisha angezündet – da ging’s in den Pool, der mollig warm aufgeheizt worden war. Es gingen nicht alle mit rein, aber wir, die drin waren hatten Spaß. Es gab Bälle, die wir uns lustig zuwarfen und uns mit Wasser vollspritzten. Zwischenzeitlich wieder raus. Nur mit Handtuch in Badeklamotten standen wir aufgeheizt draußen im Frost, um ein paar Züge aus der Shisha zu nehmen, dann ging’s wieder rein in den Pool. Was ein Erlebnis. Nie hätte ich mit so etwas hier im Oman gerechnet. Jeder Tag bot neue Überraschungen.
Irgendwann war es dann doch genug und wir zogen uns alle wieder um und gingen rein. Ein paar spielten noch Jackaro und ich schrieb Tagebuch. Es war langsam Schlafenszeit, aber Sulaiman saß noch draußen, Bader lief noch hier rum und ich saß mit Salim da zum Austausch. Hayatham war nochmals heimgefahren diese Nacht. Um halb eins schlief ich schließlich auch.


10.01.2026

Um 6.30 Uhr Wecker, den ich nicht brauchte. Um 7 gab’s Frühstück. Wir packten alles zusammen und halfen alle zusammen. Jeder hatte nun in irgendeiner Form seinen Platz gefunden und war vollkommen dabei.
Heute ging es erneut zu einer Wanderung, bei der es mehr bergab als bergauf gehen sollte. Letztendlich auf etwas über 11km 130m hoch und 1250m runter. Volker und Simon hatten sich gegen die Wanderung entschieden wegen dem vielen bergab gehen. Wir wurden zum Startpunkt gefahren. Alle anderen kamen gerne mit. Die Tour war auch wieder gigantisch und nicht technisch schwierig. Sulaiman erzählte abermals viel über die Leute hier und die Natur. So ging es ein Stückchen hinauf, bevor es bergab in ein Wadi ging – zu jeder Zeit tolle Ausblicke und Felsformationen. Natürlich tat auch hier die Ruhe der unbegangenen Wege und die Besonderheit, dadurch allein zu sein sein, Übriges dazu. Als wir fast unten waren sahen wir Volker und Simon, die uns entgegen gelaufen waren. Mit ihnen gemeinsam ging’s dann zu einem „Pool“ in dem Wadi, in dem wir beinahe alle schwimmen gingen. Das Wasser war glasklar und angenehm kühl.

Anschließend liefen wir hinaus und trafen dort auf die Guides, die uns zu unserem Zeltcamp nahe Nizwa fuhren, wo Bader bereits am Kochen war für den Abend.
Waren anfangs noch viele Leute hier, so legte sich der Rummel bald. Ich hatte wahrlich schon schönere Plätze gehabt, aber es war alles ok. Ich baute mein Zelt abseits auf und genoß ein wenig die Ruhe, bevor wir uns wieder alle zum Essen versammelten. Es war heute richtig groß aufgetischt worden und Bader hatte wohl alle seine Kochkünste zusammengefaßt. Es gab Lammfleisch, Gemüse, Salat, alles vom Feinsten. Das war wohl das Essen, was oft am ersten Tag nach dem Ramadan bereitet wird. Wir wurden hier so sehr beschenkt – das ist schwer zu beschreiben und schon gar nicht so leicht wahrnehmen zu können. Es wird wohl eine Weile brauchen, das alles zu verarbeiten, wenn ich wieder zu Hause bin.

Nach dem Essen kurze Ansage für morgen, dann spielen die einen Jackaro und ich saß mit Sulaiman am Feuer. Wir rauchten bißchen Shisha und redeten. Immer wieder die Frage von ihnen, ob ich sowas wieder organisiere oder auch anderweitig Leute bringen kann.
Irgendwann ging’s dann doch ins Zelt.


11.01.2026

Heute wieder um 6.30 Uhr Wecker. Bislang hatte ich den nie gebraucht und war immer schon voller Vorfreude auf den Tag früher wach, so auch diesmal. 7.30 Uhr Frühstück – da hatte ich schon Zelt abgebaut und alles gepackt – Zeit zum Genießen mit einer Tasse Kaffee, frischer Orange und etwas Brot und Müsli. Auch wenn das Frühstück immer sehr einfach ausfiel bei den Camps, so war es doch immer besonders und vielfältig. Keine Ahnung, ob jemand das verstehen kann, der nicht dabei war. Ich empfand es einfach so. Schon allein die Tatsache, draußen zu sein ohne Dach über dem Kopf, läßt die Freiheit im Kopf zu.
Heute ging’s zunächst in das relativ neue Museum „across ages“ in Nizwa. Ich meldete mich hierfür ab. Auch wenn mich alles sehr interessierte, war doch mein Kopf zu voll, um noch irgendeine Art der Vergangenheit aufnehmen zu können. Ich lebte einfach gerade hier und jetzt und bat um etwas Ruhe. So ließen wir die andern aussteigen und fuhren zu viert in einem Auto weiter. Zunächst erledigte Salim etwas, dann ging’s zu einem riesen Supermarkt, in dem die Jungs Proviant besorgten und ich gucken ging. Es war einfach interessant, die Preise zu sehen, die sich grundsätzlich nicht viel von unseren unterschieden. Am Ende schweifte ich noch durch die Obst- und Gemüseabteilung, um zu gucken. Das Meiste wird hier importiert. Eigenes gibt es kaum.

Als wir zurück zum Museum fuhren, um die anderen abzuholen, fragte auch Salim nach einem Datum, wann wir wieder eine Tour würden machen können.
Gemeinsam mit allen zusammen fuhren wir zu einem Restaurant, in dem es Mittagessen geben sollte, danach wurden wir in unser Wüstencamp gebracht, nachdem aus den Reifen der Autos etwas Luft abgelassen worden war für die Dünenfahrt, die lange nicht so spektakulär ausfallen sollte wie im letzten Jahr. Feste Zelte, zwei Große zum Übernachten für uns, ein Großes zum Übernachten für unsere Guides, ein Gemeinschaftszelt und ein Klo. Wir aber alle unter uns. Jeder der wollte konnte sich auch ein kleines Zelt schnappen und irgendwo draußen in den Dünen übernachten. Es war erstmal organisieren angesagt. Eine halbe Stunde später wollte Sulaiman mit uns zu einer Wüstenwanderung aufbrechen.
Ich entschied mich für ein Zelt außerhalb und zog mich rasch um. Es war nun allerdings schon später geworden durch etwas mehr Orga als geplant und ich blieb dann hier. Sulaiman zog mit der Gruppe los, ich aber meldete mich hierfür ab, baute mein Zelt auf und ging dann allein noch eine knappe Stunde durch die Dünen. Ich fand eine Gruppe von Dromedaren, die die anderen nicht gesehen hatten und fotografierte um mich herum, bis ich gegen Sonnenuntergang wieder in Richtung Lagerplatz ankam.

Das Camp hier war genial.
Die anderen kamen von ihrer Wüstenwanderung zurück und waren ebenso begeistert. Die Essenszeit wurde angekündigt und dann saßen wir zu wenigen noch vorher zum Tagebuch schreiben und reden zusammen. Das tat gut. Ich war froh, hier in dieser Gruppe unterwegs sein zu dürfen und die Orga machte Spaß, aber schaffte mich auch. Das Essen war wieder richtig zauberhaft und danach ging’s über – manche gingen schlafen, die Guides saßen noch so da, so daß ich die Gelegenheit packte, Sulaiman, Salim und Hayatham je ein Schaltuch meiner Wandergruppe zu schenken. Wenigstens ein kleines Mitbringsel aus Deutschland und persönlich von mir. Ich weiß nicht, wie es ankam.

Wir saßen zusammen, Volker und ich am Ende, da rauchten wir zusammen mit Salim noch Shisha, ehe Volker sich auch verzog. Bader war noch anwesend, aber Gespräche waren eher schwierig, da er kaum etwas verstand. Habe mit Salim noch viel geredet und ging dann irgendwann schlafen.


12.01.2026

Heute stand nun unsere Wadi Schwimmwanderung bevor, auf die ich mich riesig freute. Zwar war sie im letzten Jahr auch schon Teil des Programms gewesen, aber aufgrund meiner Erkältung konnte ich sie da nicht so ganz genießen. Um 6.30 Uhr klingelte der Wecker. Das Zelt war wieder ziemlich feucht. Ich packte meine 7 Sachen zusammen und stellte es in die Sonne. Erstmal frühstücken und danach gar einpacken. Um 8.30 Uhr ging’s los, leider schon wieder raus aus der Wüste.

Die Reifen der Autos wurden wieder aufgepumpt. Nachdem wir am Startpunkt der Wanderung abgesetzt worden waren begleiteten uns heute Sulaiman und Salim gemeinsam. Die beiden würden voraus laufen und ich sollte am Ende gehen. Nach ca. 20 Minuten Fußmarsch kleideten wir uns aus, um in Badeklamotten weiterzugehen. Das Wetter war perfekt und die Wassertemperatur dementsprechend angenehm. Immer wieder laufen, etwas klettern auf teils rutschigen Felsen, dann wieder ins Wasser. Unsere Brotzeit, Wasser und Klamotten waren in wasserdichten Packsäcken verstaut, die wir alle bei uns trugen. Als wir gerade mal eine gute Stunde unterwegs waren, rutschte ich auf einem Felsen aus und knallte auf den Rücken. Kurz durchschnaufen, aufstehen, weiter. Es war zu gigantisch hier. Allerdings merkte ich sehr bald, daß ich mir ordentlich wehgetan hatte. Ich informierte Sara, daß ich etwas Schmerzen hatte, wollte aber keinen großen Aufriß erzeugen und so schlimm war’s ja nicht. Als wir zu der Stelle kamen, von der ich im letzten Jahr den Köpfer in den Pool gemacht hatte, begaben sich einige der anderen zum Springen mit Rückwärtssaltos und was nicht alles. Da war ich sehr euphorisch. Ich wiederholte den Köpfer vom letzten Jahr aus ca. 3m ab ins Wasser – das tat gut. Als ich dann allerdings über rutschige Felsen aus dem Wasser klettern wollte, war’s schon hart. Mit dem linken Arm war beinahe nichts mehr anzufangen, da mir die Rippen so weh taten. Nach einer Weile und ausgiebig hüpfen und Fotos machen liefen wir weiter.

Ich sagte nun auch Volker Bescheid, daß er in meiner Nähe bleiben sollte, um evtl. mal helfen zu können. Ich wählte jeweils die leichteren Wege, wenn möglich und blieb hinten. An einer Stelle hatte sich Salim positioniert um uns ein Stück beim Abklettern zu helfen. Als ich an der Reihe war, packte er meinen linken Arm und ich konnte den leisen Schrei nicht vermeiden. Nun mußte ich also auch ihm sagen, daß ich mich verletzt hatte. Er bot mir an, umzukehren, aber das hätte wohl nicht viel mehr ausgemacht – vorwärts oder rückwärts mußte ich ja aus dem Wadi wieder raus. So lief ich weiter. Schwimmen fiel schwer aber ging. Salim und Volker blieben bei mir. Klettern nur noch mit rechts und ich war dankbar für jede helfende Hand. Auch Sulaiman merkte nun, daß etwas nicht stimmte. Irgendwann waren wir draußen und konnten uns endlich trockenlegen. Sara half mir beim Umziehen. Ich weinte vor Schmerzen und der Angst, daß die Reise hiermit für mich erledigt war. Ich war einfach fertig. Als wir zurück bei den Autos waren nach noch ein paar Kilometern über Wasserkanäle laufen kam Hayatham direkt auf mich zu und fragte, wie’s mir geht. Ich denke, es war schon alles kommuniziert worden. Die Ansage lautete, Salim bringt Susan zum Arzt und die anderen fahren zum Zeltcamp. Ich gab mich geschlagen.
Unterwegs sagte Salim, daß wir nach Sur fahren würden, was über eine Stunde entfernt war, wie ich wußte. Dann telefonierte er und meinte, er bringt mich zu einem anderen Arzt, der nicht so weit weg ist, und dann ins Hotel. Das verneinte ich sofort. Sollten die mich vom Arzt wieder gehen lassen, dann würde ich ins Zeltcamp mitkommen. Er sah mich einfach nur an und nickte.
Wir fuhren zu einer Praxis Sie verlangten nach meinem Ausweis und dann wurde ich ins Arztzimmer geführt, in dem eine Frau saß. Salim kam mit. Ich schilderte kurz, was passiert war und sie entschied, ein Röntgenbild machen zu lassen. Mit dem Schein zum Röntgen, wo sie mich mitsamt allen Klamotten und Schuhen frontal beleuchteten. Der Bleigürtel lag auf dem Röntgentisch. Als das Bild ausgedruckt war, sollte ich zu dem Radiologen kommen, der mir sagte, es wäre nichts kaputt. Er zeigte mir das Bild und wies mich auf meine mehr als deutlich sichtbare Skoliose hin, was ich ja wußte. Danach noch kurz Smalltalk mit ihm „you’re German? That’s nice…“ und mit Händeschütteln wurde ich verabschiedet. Mitsamt dem Bild wieder runter zur Ärztin, die mir bestätigte, daß nichts zu sehen sei auf dem Bild. Ich konnte außer BH Bügel und meinen Piercings auch nicht viel erkennen. Salim saß mit im Zimmer. Es war alles sehr skurril. Ob ich Schmerzmittel haben wollte und auch eine Spritze gegen die Schmerzen? Ich bejahte alles. War mir egal. Ich war hier, um meinen Urlaub zu genießen. Sie schrieb alles auf und gab mir den Zettel, mit dem wir zurück zu der Dame an der „Rezeption“ gingen. Hier mußte ich erstmal zahlen für alles. Es kostete mich 10 Rial, was umgerechnet ca. 24 Euro sind. Irr. Die Spritze bekam ich noch in einem anderen Zimmer hinter einem Vorhang im Stehen, da ich mich nicht auf die Liege legen konnte vor Schmerzen. Ich wußte einfach nicht wie. Anschließend nebenan in die Apotheke, um die Schmerzmittel und ein Spray zu holen, das kühlen und lindern sollte. Nach gefühlt insgesamt einer halben / dreiviertel Stunde waren wir wieder im Auto und auf dem Weg zum Zeltcamp. Alles in Deutschland so undenkbar!! Der Tag hatte es mir richtig gegeben und die Eindrücke waren wirklich andersartig, aber genauso faszinierend auch.
Als wir im Camp ankamen, hatten die anderen für mich ein Zelt aufgebaut und meine Badeklamotten zum Trocknen aufgehängt. Ich war total perplex, was mir hier alles widerfuhr. Sie trugen mir meine Tasche und halfen mir, worüber ich so dankbar war. Ich hätte das alles nicht mehr schaffen können. Jede Bewegung tat einfach nur weh. Dennoch wurde es ein wunderschöner Abend. Die anderen hatten bereits gegessen, ich packte mir von den Resten noch etwas für unsere Bergtour morgen ein. Wir bekamen unser Briefing und spielten dann noch Jackaro, wo ich erstmals nun auch im Gewinnerteam war. Ein Teamgeist von allen gemeinsam war zu spüren, den ich so selten vorher erlebt hatte. Ich war so glücklich, hier zu sein.

Im Zelt später packte ich noch etwas um für die Bergtour morgen. Ich wollte mitkommen, wußte ich doch irgendwie, daß es einfach nur eine starke Prellung sein konnte. Das Hinlegen auf die Matratze fiel allerdings sehr schwer, da ich erst probieren mußte, wie ich mich drehen und wenden kann. Ich war hundemüde.


13.01.2026

Eine Stunde vor dem Wecker um 4.30 Uhr wachte ich auf. An schlafen war nicht mehr zu denken, auch wenn die Schmerzen da waren und ich lange brauchte, um aus dem Zelt überhaupt rauszukommen. Ich kramte und packte meine Sachen zusammen, die vom Vortag etwas wild verstreut lagen. Ich probierte mich zu bewegen und mit den Schmerzmitteln ging es einigermaßen, so daß ich beschloß, die Bergtour heute mitzumachen. Dennoch war ich froh, daß mir geholfen wurde, meine große Tasche zum Auto zu tragen und mein Zelt abzubauen. Es gab lecker Frühstück im Sonnenaufgang und dann ging’s los, Abfahrt 7.30 Uhr bis wir irgendwo ausgeladen wurden. Volker nahm eine Trinkflasche von mir, so war mein Rucksack nicht ganz so schwer. Ich mußte langsam gehen, da die Atmung begrenzt war, aber ich kam mit. Ich lief diesmal mit einem Stock rechts, um mich etwas halten zu können, aber es ging. Wieder war die Tour für uns allein. Kein Mensch begegnete uns. Es war traumhaft schön, auch wenn ich kämpfte. Am Ende hatte ich knapp 17km bei 1666hm im Aufstieg und 362hm im Abstieg auf der Uhr. Zugegebener maßen waren das alles nur Zahlen für mich und die Bilder guckte ich mir später an. Es war schon heftig, heute diese Strecke zu gehen.

Die Omanis empfingen uns sehr weit oben und in den Autos ging es über irre Pisten wieder runter. Nun fuhren wir mit einigen Stopps nach Sur ans Meer. Wir checkten in einem Hotel ein, wurden zum Abendessen in ein Restaurant gebracht und liefen dann zurück zur Unterkunft. Ein paar von uns schlenderten noch an der Promenade entlang.
Später trafen wir uns nebenan in einer Shishabar, in der wir Shisha rauchten und wieder Jackaro spielten. Ich gewann zweimal mit Bader gegen Salim und Simon. Nun stand es ausgeglichen bei diesen Paarungen. Es war einfach zu schön hier alles, um wahr zu sein. Es war wahr.


14.01.2026

Ich wachte wieder vor dem Wecker auf, der auf 7 Uhr stand. Ich fing an, die Umschläge für die Trinkgelder zu bemalen und merkte, daß es mir nicht gut ging. Ich ging mit den anderen zum Frühstück, aber es paßte nicht. Mir blieb bei den kleinsten Bewegungen die Luft weg. Ich wollte wissen, was Sache ist. Ich sagte Sulaiman, daß ich nicht mitkommen kann zur Bootsmanufaktur und zu der Bootsfahrt um Schildkröten zu sehen. Er kontaktierte sofort die anderen, was mir sehr leid tat. Ich wartete und sie kamen alle sehr bald. Salim lud mich in sein Auto ein, um mit mir erneut zum Arzt zu fahren, was nun ein größeres Krankenhaus hier in Sur zu sein schien. Der Ablauf war allerdings ähnlich. Schnelles Arztgespräch, dann röntgen. Diesmal von zwei Seiten. Auf dem Auszug sah man nichts, aber der Arzt hatte es auf dem Bildschirm und zoomte hinein. Hier war nun deutlich ein Bruch zu erkennen. Eine Rippe durch, die davor und danach mit einem Schatten versehen, also angebrochen. Mein Verdacht bestätigte sich hiermit – das konnte nicht nur eine Prellung sein. Ich war dankbar zu sehen, daß es nicht verschoben war und dankbar auch meinem Körpergefühl gegenüber, daß ich mir lange vorher schon sicher war, daß es nicht nur eine Prellung sein konnte, auch wenn nichts außer Schmerzmittel dagegen helfen würde. Nun sah ich einfach, woran ich war.
Irgendwo in Sur trafen wir zunächst Hayatham und Bader wieder, dann kamen die anderen von ihrer Bootsfahrt zurück. Kurz ging’s noch in den kleine Fischmarkt in Sur. Wir wurden in ein Bergdorf hinauf gefahren, von dem aus wir auch schon im letzten Jahr ins Wadi Tiwi abgestiegen waren. Die anderen liefen los, ich wartete mit Salim, Hayatham und Bader in den Gärten des Dorfes. Zu viel steil hoch und runter wollte ich heute nicht mitmachen, zumal ich das Wadi schon kannte.
Anschließend ging’s in den Autos ab zum Camping direkt an der Küste bei Fins. Wir hatten wieder einen genialen Platz nahe dem Ort, an dem wir letztes Jahr hier gezeltet hatten – die letzte Zeltnacht dieser Reise. Sara und Volker bauten mir mein Zelt auf und ich genoß ein bißchen Ruhe während die anderen schwimmen gingen. Ich traute mich nicht ins Wasser, da ich Bedenken hatte, von den Wellen erneut verletzt zu werden. Die Rippe schmerzte doch zu sehr. Ich setzte mich hin und bemalte den Rest der Umschläge für das Trinkgeld und Simon sammelte das Geld ein. Bereits im Dunkeln saßen wir noch oberhalb der steilen Klippe, bevor es Essen gab. Die Stimmung war ausgelassen. Bader hatte wieder alles gegeben in seiner Feldküche.

Nach dem Essen gab es die letzte Ansage für den morgigen Tag und dann war Abschied angesagt, ein komisches Gefühl wie immer, auch wenn es diesmal anders war. Ich war mir sicher, daß es kein Abschied für immer sein würde. Zunächst sagten von uns 4 Leute etwas für die 4 treuen Begleiter, die uns so glücklich hier gemacht hatten. Normalerweise gab es dann ein Dankeschön zurück und das war’s dann mehr oder weniger. Heute aber war auch das anders. Die Omanis teilten mir mit, daß sie auch noch etwas für mich hätten und verschwanden alle im Küchenzelt. Ich stand verblüfft da, denn hiermit hatte ich in keinster Weise gerechnet. Sie kamen wieder aus dem Zelt heraus mit einem hölzernen Segelboot, das mir überreicht wurde, und Luftschlangenspray, mit dem sie mich dabei besprühten. Das Boot wäre für sie ein Symbol für Reisende. Sie dankten mir für diese besondere Tour, die sie so noch nie mit einer Gruppe zuvor gemacht hatten. Ich war total perplex. Was ein Wahnsinn. Meine erste Reise, die ich organisiert hatte, war mehr als nur ein Erlebnis für uns alle. Strahlende, lachende Augen in allen Richtungen, ein Highlight nach dem anderen hatten wir in diesen 12 Tagen erlebt und auch unser Team schien es so empfunden zu haben. Diese Freude, mir das hier schenken zu können, war echt. Ich bin allen so dankbar und noch immer gerührt.
Im Anschluß gab es noch ein paar Fotos, dann verabschiedeten sich die meisten in ihre Zelte.

Zusammen mit Volker, Sara, Simon und den Guides saßen wir noch lange beim letzten Jackaro und mit der Shisha hier am rauschenden Meer, auch Wodka und Whiskey wurde uns noch angeboten, was wir gerne annahmen. Das letzte Spiel gewannen Salim und Simon gegen Bader und mich, so war es über den Verlauf des Urlaubs ausgeglichen 3:3. Auch hierfür feierten wir uns. Ich werde diese Reise nie vergessen.


15.01.2026

Auch wenn es gestern nochmal spät geworden war, war ich vor dem Wecker um 6 schon lange wach. Um 7 Uhr gab es Frühstück nach Sonnenaufgang. Nochmals machten wir Gruppenfotos, bevor alles in die Autos verstaut war und wir losfuhren in Richtung Wadi Al Arbeieen. Eigentlich war Wadi Shab geplant, aber aufgrund der vielen Menschen dort war ich froh, daß Salim und Sulaiman den Plan geändert hatten und schon beim hinfahren war mir klar, daß es hier tausendmal besser war. Wir liefen durch Gärten, dann hinein zu den Becken, in denen die anderen schwammen. Ich kletterte nur etwas mit dem rechten Arm auf den Felsen umher, kam aber nicht besonders weit. Salim und Hayatham schnitten uns Mango und Wassermelone, wir genossen den letzten kurzen Tag zusammen.

Danach ging alles schnell. Hinauslaufen, dann Fahrt nach Muscat, Ausladen der Autos vor unserem Hotel. Bader, der immer so grimmig guckte und teilweise wie ein Rohling erschien, wenn man ihn nicht besser kannte, stand neben mir und plötzlich drückte er mich mit einem Lachen im Gesicht – einfach so. Auch diesen Moment werde ich lange noch im Kopf behalten. Dann Verabschiedung von ihm und Hayatham. Die anderen gingen rein ins Hotel. Salim nahm mich kurz noch im Auto mit, um mir zu zeigen, wohin ich mit den Leuten heute zum Essen gehen sollte, da er noch ins Büro wollte. Danach Zimmer einteilen im Hotel. Ich war wieder mit Simon und Patricia zusammen untergebracht. Zusammen mit Salim und Sulaiman trank ich noch Kaffee und wir machten kurzes Feedback Gespräch, auch wenn noch ein Videocall angedacht war, sobald ich Rückmeldung von den anderen Teilnehmern bekommen hatte. Sie sind einfach so begierig darauf, sich weiterzuentwickeln. Dann stand der Abschied von Sulaiman an. Auch dieser fiel mehr als herzlich aus.
Salim würde nach der Arbeit im Büro noch herkommen und auch im Hotel übernachten. Er würde uns auch morgen zum Flughafen bringen.
Ich ging hinauf ins Zimmer. Die anderen waren schon in die Stadt gegangen, aber Simon hatte auf mich gewartet und so liefen wir zu zweit los in Richtung Souk. Wir schlenderten noch ein wenig umher bevor wir ins Hotel zurückgingen, um zu duschen. Auch hier gab es noch Orga für mich. Salim hatte geschrieben, daß ich ihm das eine Zimmer buchen sollte und Sulaiman meldete sich erneut, um Juttas Schnorcheltour für morgen abzusagen, da das Wetter zu schlecht werden würde. Auch gab’s noch etwas zu klären wegen dem Transfer am zweiten Tag von Antje. Wir 11 Teilnehmer trafen uns um 18.30 Uhr bei der Rezeption, um gemeinsam zum Essen zu gehen, was auch sehr schnell durch war. Hier bedankten sich nun alle bei mir und überreichten mir auch noch eine Karte und eine kleine Holzdose mit Meeres-Sammelstücken darin, die sie gefunden hatten. Die Gruppe war einfach nicht minder genial gewesen, als unsere Guides es waren. Ich war ganz schön verblüfft, wie toll alles harmoniert und geklappt hatte und wie alle kleinen Herausforderungen gelöst worden waren in diesen Tagen. Ein paar von uns tranken in einem anderen Lokal dann noch ein alkoholfreies Bier und danach ging’s ins Zimmer.

Hier schrieb mir Salim, daß er nun hier wäre. Ich sollte noch zu ihm ins Zimmer kommen. Kurze Klärung hier noch mit Sulaiman am Telefon wegen dem Geld zwecks Antjes Transfer. Dann erneut ein Satz, den ich so oft gehört hatte in den letzten Tagen: „Susan, we have a problem.“ Ich horchte auf. Was war denn noch? Das Boot, mein Segelboot – es war bei Sulaiman im Auto – sie haben vergessen, es auszuladen, so daß ich es nicht mitnehmen können würde. „But we have a solution…“ – demnächst würde jemand von ihnen nach Deutschland reisen und ihm würden sie es mitgeben. Wir mußten beide lachen.
Dann saß ich mit Salim noch 3-4 Stunden zusammen bis tief in die Nacht mit etwas Wodka. Wir redeten über die vergangene Reise, über die möglicherweise nächste Reise und über das möglicherweise nächste Treffen in Deutschland. Es hatte sich hier eine Freundschaft entwickelt über Kontinente hinweg, die unbeschreiblich ist für mich. Ich kann es einfach nicht in Worte fassen.
Erst weit nach 1 Uhr schlich ich mich in mein Bett und schlief wie ein Stein.


16.01.2026

Früh um 7 Uhr trafen wir uns zum Frühstück und in kleinen Gruppen ging’s dann noch über den Fischmarkt hier in Muscat oder wohin auch immer. Ich war erneut mit Simon und Patricia unterwegs.

Um 10.30 Uhr trafen wir uns alle in der Hotelrezeption und wurden von Salim mit einem Kleinbus zum Flughafen gebracht. Nun also der letzte Abschied aus diesem Land, der aber nicht schlimm war, weil man sich wieder sehen würde.
Die Heimreise klappte für alle gut und alle kamen gesund, munter und fröhlich zu Hause an. Einige von ihnen werden wohl wieder mit mir auf Reisen kommen „inshallah“.

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