Tour Nummer 51 meiner Gruppe Wandern 3F – Einsteigertour im Rofan mit diesmal 2 Hüttenübernachtungen auf der Bayreuther und der Erfurter Hütte. Die Tour war wieder früh im Jahr schon geplant als Einsteigertour, als sich an den Anmeldungen aber abzeichnete, daß nur Fortgeschrittene dabei sein würden, plante ich nochmal um und erweiterte die Streckenlängen, die Höhenmeter wie auch den Schwierigkeitsgrad. Es standen nun ein kleiner A-Klettersteig wie auch ein etwas längerer B/C-Klettersteig mit auf dem Programm.
In der Nähe des Rofan war ich schon vorher unterwegs gewesen, aber beide Hütten und diese Ecke selbst kannte auch ich noch nicht. Allerdings mußte man als DAV-Mitglied der Sektion Bayreuth doch einmal auf der Bayreuther Hütte gewesen sein, so dachte ich – demnach gedacht, getan.
Der Plan war recht simpel, aber auch hier sollte es nicht an kleinen Nicklichkeiten fehlen – der Teufel sitzt bekanntlich im Detail. Die Details für die Gruppe versuche ich jeweils vorher abzuklären, aber immer wieder lerne ich neu dazu!
09.07.2023
3.30 Uhr Start bei mir. Bin ich sonst immer wesentlich früher für sowas aufgestanden, so war es diesmal 3.15 Uhr. Ich stand im Bett, hatte zum Glück vorher schon alles gerichtet, so daß ich nur noch schnell Tee und Kaffee für die Fahrt machen mußte – ziemlich hektisch. Um kurz nach 4 waren Reiner, Lissy und Andy im Auto bei mir und los ging’s zur Rofan Seilbahnstation, wo wir für 3 Tage parken wollten und kurz nach dem Eintreffen auf Roland, Nicole und Petra trafen. Wir waren also komplett pünktlich um halb 8 hier, da der Bus um 8.13 Uhr fahren sollte, aber am Ticketautomaten war es nicht möglich, ein 3-Tagesticket zu lösen. Ein klein wenig Panik kam auf. Die Kasse der Seilbahnstation öffnete zum Glück kurz vor 8, so daß wir unser Ticket bekamen, aber was war das? An der Bushaltestelle hing ein ganz anderer Fahrplan als der, den ich „aktuell“ aus dem Internet hatte. Die Buslinie fuhr garnicht bis zur Kanzelkehre. Es wurde schon hier umgedacht und über Alternativen gesprochen. Dennoch kam ein Bus um die angegebene Uhrzeit und ich fragte den Busfahrer, der uns freundlicherweise mitnahm zur nächsten Haltestelle ca. 500m weiter. Im Nachhinein habe Ich erfahren, daß die Busfahrpläne exakt zu diesem 9.7. in Österreich umgestellt worden waren – vielleicht hatte sich da diese Änderung ergeben. Ich weiß es nicht. Als wir an der anderen Haltestelle einfuhren kam auch schon unser Bus – eine andere Buslinie eben – aber wir kamen dahin, wo wir starten wollten, also alle Aufregung umsonst.
Es lief dann und wir liefen – erst bergab und dann bergauf, sehr steil teilweise, aber eben gewohnte Bergwege nach kurzer Zeit. Der Zustieg zur Bayreuther Hütte von der Kanzelkehre aus ist eine tolle Alternative in jedem Fall. Die Sonne brannte schon recht bald runter. Auch wenn wir viel im Wald unterwegs waren, wurde es doch gut warm und bei eben diesem Sonnenschein kamen wir auf der Bayreuther Hütte auf ca. 1600m an nach ca. 3h, also absolut gut in der Zeit.









Hier machten wir nun eine gute Stunde Pause bei einem erfrischenden Getränk, ich meldete uns an und gegen kurz nach 13 Uhr starteten wir in Richtung Zireiner See und Roßkogel mit leichtem Gepäck. Ein Stück der Strecke war Fahrweg, aber ansonsten auch hier wieder tolle Bergwege und man bekam ein paar Einblicke in das, was uns an den beiden nächsten Tagen erwarten würde. Außerdem konnte man jetzt rüber zum Guffert sehen, an dem ich vor ein paar Wochen mit Nicole unterwegs gewesen war. Am See ließen wir uns Zeit und hängten die Füße ins Wasser. Kurz unterhalb des Roßkogel (1948m) befindet sich die ehemalige Seilbahnstation, die einst von Kramsach heraufkam, ein 1-er Sessellift, der aber seit 2015 nicht mehr in Betrieb ist.








Entspannt ging es nach Aufenthalt am Gipfel wieder nach unten zur Hütte, wir bezogen unser 12er Lager, das wir für uns allein haben sollten, machten uns frisch und hockten dann gemütlich beim leckeren Essen und bei tollen Ausblicken ins Inntal zusammen. Der „Zustieg“ zum Lager erfolgte bei einigen von uns sehr frühzeitig. Der lange Tag hatte wohl gewirkt und die warmen Temperaturen waren auch nicht zu unterschätzen.
10.07.2023
Je zeitiger man schlafen geht, umso zeitiger ist dann die Nacht vorbei. Das sollte sich an diesem Morgen bewahrheiten, denn schon sehr früh ging das Gekrusche im Lager los, auch wenn es erst um 7.30 Uhr Frühstück geben sollte. Es war also reichlich Zeit und wir konnten bei sehr angenehmer Morgenluft den Kaffee auf der Terrasse trinken.
Danach wurden wieder die Schuhe geschnürt und um ca. 8.15 Uhr starteten wir hinter der Bayreuther Hütte erstmal stetig nach oben. Sollten es für den Tag gesamt so ca. 1000hm aufwärts werden, so kamen die ersten 600 davon gleich zu Beginn bis zum Vorderen Sonnwendjoch (2224m), bevor es dann über Sagzahn (2223m), Rofanspitze (2259m) und Haidachstellwand (2192m) immer wieder nur noch wenig auf und ab gehen sollte.




Der Himmel zog einigermaßen zu und der Wind ging auch, so war es garnicht mehr zu warm. Bereits vom Sonnwendjoch aus hat man einen großartigen Blick über den ganzen Gebirgsstock und wir sahen unsere weitere Tour des heutigen Tages vor uns. Der Sagzahn lag wie ein grüner Grashügel vor uns. Erst auf der anderen Seite runter folgte der Abstieg dann über einen leichten A-Klettersteig. Da ging der Zacken steil abwärts, was wir am vorigen Tag schon gesehen hatten vom Roßkogel aus. Über die Rofanspitze waren wir schnell drüber, denn da oben pfiff es nun richtig unangenehm und es waren viele Leute am Gipfel.
In der Grubascharte oberhalb des Grubasees stärkten wir uns. Es war um die Mittagszeit, bevor wir rüber zur Haidachstellwand liefen. War in der Wettervorhersage nichts Bedenkliches vorher zu sehen gewesen, so hatten sich aber ab der Rofanspitze Gewitter im Norden gezeigt, die wir erstmal im Auge behielten. Es sah nicht wirklich gefährlich für uns aus und auch laut meiner Echtzeit Wetterapp drückte es diese Front eher nach Südosten als zu uns her, dennoch beobachteten wir. Angekommen am Einstieg in den Klettersteig aber riß es nun endgültig auf, es wurde wieder warm und das Schwarz am Himmel war gänzlich verschwunden.








Somit hieß es Ausrüstung anlegen, Klettergurt, Klettersteigset und Helm. Wir begutachteten den ersten steilen Aufschwung des Steiges vor uns, der gleich mit den schwierigsten Passagen beginnt laut Topo, die wir uns auf dem Schild auch nochmal ansahen. Bei Roland und Lissy machte sich etwas flaues Gefühl im Magen breit und so beratschlagten wir die Reihenfolge, in der wir gehen wollten. Ich voraus, Lissy hinter mir starteten wir die ersten Meter steil nach oben, aber ihr war sofort nicht wohl dabei. Schon nach 3-4 Tritten sagte sie nein, geht nicht heute. Schade, aber eine gute starke Entscheidung von ihr überhaupt und wie sich später auch herausstellen sollte wohl die Bessere. Der Steig ist wirklich nicht zu unterschätzen. Ich ging nochmal mit runter, um mit ihr unseren späteren Treffpunkt zu besprechen, während die anderen losstiegen. Schlußlicht bildete schließlich Andy hinter mir. Die 3-4 B/C Stellen sind schon knackig, was wir alle ähnlich empfinden sollten. Es ist einiges an Armkraft gefragt und die Trittmöglichkeiten sind teilweise weit auseinander, so daß man auf die Reibung am Fels vertrauen muß. Auch fehlt es nicht an luftigen ausgesetzten Stellen, Schwindelfreiheit absolut von Nöten, vor allem auch auf der kurzen Seilbrücke.
Gegen 14.15 Uhr waren wir schließlich alle auf dem Gipfel im großflächigen Gehgelände und schnauften erstmal durch, bevor wir uns eine Viertelstunde später zum Abstieg aufmachten.















Hier ist auch noch ein kurzes Stück Steig eingebaut, bevor es erst steil, später flacher in Richtung Erfurter geht. Hätten wir nun noch die Möglichkeit gehabt, auf den Gschöllkopf zu gehen, der hinter der Erfurter Hütte liegt, so beschlossen wir einstimmig, daß es für heute genug sein sollte. Vier von uns gönnten sich noch einen Flug mit dem Air Rofan, und dann saßen wir alle auf der Terrasse zusammen in der heißen Sonne mit Blick auf den Achensee. Auch das Abendessen konnten wir gut draußen genießen, bevor es langsam kühl wurde und wir rein gingen. Der Abend wurde nun etwas länger, schließlich gab es einen gelungenen Gipfeltag zu feiern und Roland, das Geburtstagskind unter uns.



Für diese Nacht hatten wir trotz Lagerbuchung ein 8er Zimmer für uns allein, was wieder sehr angenehm war.
11.07.2023
Heute Frühstück um 7 Uhr und wieder draußen in der Sonne. Es war noch wärmer als am Tag zuvor um diese Zeit und auch im weiteren Verlauf des Tages. Wäre heute noch der Rotspitz und der Dalfazer Roßkopf möglich gewesen, so entschieden wir uns dann doch für die entspanntere Runde rüber zur Dalfazer Alm und von dort aus nach unten zum Parkplatz zurück. Auf der Sonnenterrasse der Dalfazer Alm genossen wir nochmal die Berge um uns rum sowie den Achensee von oben, bevor wir abstiegen und mittags beim Auto zurück waren.










Die Heimfahrt ließen wir ausklingen mit Zwischenstopp am Tegernsee im Bräustüberl und mit Füße in den See hängen. Danach mit endgültigem Abschluß der Tour bei der obligatorischen Einkehr in Pegnitz.



Es waren 3 wunderschöne Tage zu siebt mit ziemlich viel Schweiß, vielen tollen Ausblicken und Wegen und nochmal mehr Spaß – lieben Dank wieder an meine super starke Truppe!!
