Die 53. Tour stand Anfang September 2023 an, es sollte ins Tannheimer Tal gehen von Pfronten-Steinach / Vils aus. Zwei Hüttenübernachtungen auf der Otto-Mayr-Hütte und der Bad Kissinger, dazwischen einige Gipfel. Bereits 2020 waren wir im Tannheimer Tal zur Einsteigertour auf der Landsberger Hütte – die Gegend ist eine Augenweide.
02.09.2023
Seit zwei Wochen gerade wieder zurück aus Pakistan hatte ich erneut meinen Rucksack gepackt. Um drei Uhr klingelte der Wecker und 4.40 Uhr wurde ich abgeholt. Wir waren diesmal nur zu 4., also sollte ein Auto reichen – drei Männer und ich, was in dieser Konstellation auch Premiere für mich war.
Die Fahrt lief reibungslos, pünktlich waren wir am Parkplatz bei der Breitenbergbahn in Pfronten-Steinach. Von hier aus wollten wir mit dem Bus nach Vils fahren, um dort loszulaufen, aber auch diesmal wurde es wieder etwas verzwickt. Das Ticket für mehrere Tage war nur an der Kasse für die Gondel zu lösen, die um 9 Uhr öffnete. Ich wurde gefragt, ob wir mit der Bahn fahren und wo wir übernachten wollten. Den Angaben enstsprechend ohne Bahn und die zwei genannten Hütten bekamen wir kein Ticket für den Parkplatz. Bad Kissinger wäre noch ok gewesen, aber Otto-Mayr-Hütte – nein. Wieder so ein Quatsch… Nach etwas Recherche und unter Zeitdruck wegen dem Bus fand ich keinen geeigneten Parkplatz für uns, weder hier noch in Vils. Nun war guter Rat teuer. Letztlich fragten wir, ob wir stehenbleiben dürfen, wenn wir eine Talfahrt für eine Person bezahlen und das wurde uns mürrisch zugestanden. Na gut, man muß nicht alles verstehen.
Der Bus nach Vils fuhr pünktlich und so konnten wir die Rucksäcke satteln und los ging’s. Zunächst recht lang eine Forsttraße hoch. Das Wetter war top. Auf der Vilder Alm gab’s gleich mal ein kühles Kaltgetränk bevor es wirklich alpin wurde.

Sehr steiler Anstieg bis zur Vilser Scharte, dann noch über die Große Schlicke mit 2059m und runter zur Hütte. Direkt neben der Otto-Mayr-Hütte ist die Füssener Hütte, eine Privathütte. Hier gönnten wir uns noch ein Bier, bevor wir zu unserem heutigen Ziel liefen, eincheckten, und frisch machten und den Abend genossen. Hatten wir eigentlich Lager reserviert, so bekamen wir für uns allein ein 4er Zimmer, was sehr angenehm war.











03.09.2023
Frühstück gab es um 7 Uhr, 8 Uhr Start. Zunächst ging es auf dem Normalweg zur Bad Kissinger Hütte, von dem wir allerdings dann abzweigten, um noch über die Läuferspitze zu klettern. 1956m hoch, aber ich hatte keine gute Beschreibung gefunden, nach der ich sicher sein konnte, daß wir da wirklich drüber gehen. Alternativen hätte es gegeben, um umzudrehen. Wir gingen und es war machbar, etwas steil und grieselig, im Anschluß eine Wand mit Seil und Trittstufen, die ausgesetzt war, aber für uns alle kein Problem darstellte. So genossen wir den Gipfel. An diesem Tag war es zwar sonnig aber etwas eingetrübt, die Sicht daher nicht ganz genial, aber gegeben. Auf der anderen Seite ging es auch seilversichert wieder runter, aber nicht mehr so ausgesetzt. So kamen wir zum Füssener Jöchel, wo wir uns an der Bergstation der Bergbahn von Grän eine kleine Rast gönnten.







Weiter ging es über die Sebenalpe zum Brentenjoch hoch auf 2000m und dann von dort ein Abstecher zum Roßberg, der etwas tiefer liegt. Hier waren paar Kletterstellen geboten und so waren wir nur zu dritt auf dem Gipfel, von dem es den selben Weg wieder zurück ging, bevor wir noch gut Pause machten und die Aussicht genossen, bevor es zur Bad Kissinger Hütte ging.
Unsere Lagerplätze waren noch nicht bestimmt und so saßen wir erstmal noch beim Erfrischungsgetränk in der Sonne auf der Terrasse. Wir waren hier sehr nett und lustig von einem Unterfranken begrüßt worden, der uns später noch den Abend recht lang werden lassen sollte. Einchecken, frisch machen, Lager beziehen und Abendessen – Standardprogramm eben. Die Hütte war voll und so teilten wir unseren Tisch mit 3 lockeren Mädels, es wurde gequatscht und wieder Schnauz gespielt wie auch am Abend vorher schon. Es wurde auch einiges an Bier und Wein vernichtet, später Schnäpse und der aufgeschlossene Wirt setzte sich noch zu uns. Die Hüttenruhe um 22 Uhr für die anderen Gäste wurde eingehalten, aber bei uns dauerte es diesmal etwas länger bis wir schlafengingen.


04.09.2023
Das Aufstehen war ein wenig beschwerlicher als gewohnt, aber um 7 Uhr saßen wir beim Frühstück und gingen kurz nach 8 Uhr los zum Aggenstein hoch ohne Rucksack, dem Hausberg der Bad Kissinger Hütte auf 1987m. Das Wetter war heute wieder bombastisch, die Wolken hingen noch über dem Schwangau und darüber blauer Himmel und Sonnenschein. Danach Abstieg, nochmal Sonnenterrasse genießen auf der Hütte und runter durch die Reichenbachklamm nach Pfronten, wo es teilweise recht rutschig und steil war.






Die Heimfahrt lief gut und fast ohne Stau, und zur Einkehr beim Mann’s Bräu in Bayreuth waren wir nur noch zu dritt.
Die Bilder sind atemberaubend gewesen, auch der Blick hinüber zum Vilsalpsee, wo wir vor 3 Jahren zur Einsteigertour gestartet waren.
Vielen Dank wieder an die Erlebnisse mit meiner Gruppe!!
