Einsteigertour im Zillertal 2024.
Ich hatte für diese Veranstaltung die Rastkogelhütte im Zillertal ausgewählt. Auf Anstoß einer Teilnehmerin wollten wir bereits am Samstag runterfahren und eine Nacht im Hostel in Mayrhofen verbringen, um das Ganze am Sonntag früh etwas zu entzerren und nicht mitten in der Nacht losfahren zu müssen.
Der Plan sollte aufgehen. 12 Anmeldungen in Summe, 10 Anmeldungen für die Übernachtung am Tag vorher schon.
Meine Detailplanung lief bis zum Tag vorher, in der ich noch ein paar mögliche Varianten für unsere Wanderung ausarbeitete für verschiedene Wetter- und Kräfteszenarien bei den Teilnehmern. Außer mir waren noch 3 Leute am Start, die bereits bei meiner allerersten Bergtour mit der Gruppe in 2019 dabei waren, was mich unglaublich freute und auch ein bißchen stolz macht.
Soviel vorab: es sollte ein herausragendes Event werden, eine Einheit, eine Gruppe, ein Team, wie es besser nicht vorstellbar ist!
06.07.2024
Sehr entspannt konnte ich heute packen und wurde um kurz vor 10 Uhr erst abgeholt. Wir trafen uns dann um dreiviertel 11 zu neunt in Bayreuth, um später noch Elli in Trockau einzusammeln. Komplett alle 10 Leute auf 2 Autos verteilt ging es los gen Süden. Da wir heute keinen Zeitdruck hatten, vereinbarten wir unterwegs noch einen Zwischenstopp in Tegernsee am Bräustüberl, wo wir alle bei tollstem Wetter zusammensitzen konnten und schon hier kam Spaß auf und der Zusammenhalt dieser homogenen Gruppe war deutlich spürbar.
Es ging dann weiter nach Mayrhofen, wo wir im Hostel unsere Zimmer / Lager bezogen und anschließend in den Ort liefen, in dem wir noch zusammen essen wollten. Auch hier wieder gute Stimmung mit Vorfreude auf’s Bergwochenende und zum Abschluß noch ein Bierchen auf der „Vortreppe“ des Hostels, bevor wir uns schlafen legten.




07.07.2024
Über Nacht hatte es geschüttet und auch früh noch Regen. Weil wir im Hostel kein Frühstück bekommen konnten fuhren wir um 8 noch beim Bäcker im Ort vorbei, tranken hier Kaffee und stärkten uns für den Aufstieg. Über die Zillertaler Höhenstraße ging’s dann hinauf bis auf ca. 1700m zum angedachten Parkplatz. Alles fein. Wir trafen hier auf Nicole und Roland, die heute erst angereist waren, und waren somit bereit zum Starten. Der Himmel nunmehr bißchen bewölkt, zwischendurch blitze etwas Sonne durch. Temperatur ok. Auch wenn es gerade beim Loslaufen wieder anfing zu regnen und wir uns doch noch entschlossen, in Regenjacke loszulaufen, so war es doch ein gelungener Beginn unserer Bergtour.
Zunächst Forststraße, dann Wanderweg ging’s hinauf zur Rastkogelhütte auf 2100m, bei der wir um kurz vor 11 schon ankamen nach 1,5h. Gute Zeit, alles prima gelaufen. Hier war erstmal Sammeln angesagt und Anmelden auf der Hütte. Während das alles geschah setzte teils starker Regen ein und die Sicht aus dem Fenster war gleich null. Aber wir hatten gut Zeit und 1-1,5h anberaumt, bevor wir zu unserer Nachmittagstour starten wollten. Wir tranken und aßen etwas. Es wurden die Essenwünsche für’s Abendessen aufgenommen und der Nachmittag kurz besprochen. Rucksack leeren und mit leichtem Gepäck dann nochmal los, so war der Plan, dem auch 10 von und 12 Leuten nachkamen.





Um halb 1 schließlich starteten wir nochmal im Nieselregen hinauf zum Kleinen Gilfert auf 2388m. Die Wege waren herrliche Bergwege mit noch etwas Schnee und insgesamt sehr naß vom Untergrund her wie auch streckenweise von oben. Wenig Sicht – das ziemlich schade – aber ansonsten eine wunderschöne Tour. Viel Grün, viel Alpenrosen und Salamander unterwegs zum Gipfelkreuz und wieder zurück auf dem selben Weg. Als wir wieder auf der Hütte waren hatten wir 970m hoch und 530m runter bei 13,7km auf der Uhr, dazu mächtig viel Spaß und gute Laune im Gepäck.
Hier dann Lager beziehen, trockenlegen, frischmachen und auf zum gemütlichen Hüttenabend, an dem draußen auch nochmal die Sonne rauskommen sollte, zu der wir ab und an zum Gucken und Fototgrafieren aufstanden und vor die Tür gingen. Bis zur Hüttenruhe um 10 vergnügten wir uns dann mit Würfelspielen, etwas Bier und Wein durfte natürlich auch nicht fehlen. Alle waren einfach entspannt und gut drauf – alles in Maßen und super schön!!





08.07.2024
Um 7.30 Uhr gab es Frühstück, aber schon zeitig vorher machten sich einige auf, um den Sonnenaufgang hier in den Bergen zu erleben. Auch wenn ich die Bettruhe gerne bis zum Aufstehen genieße, so macht mich das glücklich, alle anderen zu erleben, die hier so freudig dabei sind und im Anschluß dann ihre Bilder teilen.
8.15 Uhr war Abmarsch angesagt und so versammelten wir uns vor der Hütte, um noch ein Gruppenbild zu machen und dann loszulaufen.Das Wetter zu dem Zeitpunkt absolut traumhaft mit Wolken unter uns und Sonnenstrahlen von oben. Es entstanden herrliche Bergfotos und Bilder im Auge, die man so schnell nicht vergessen wird. Wir stiegen ca. 200m auf zu einem Punkt, an dem wir kurz entscheiden mußten, wie wir weitermachen. Optionen gab es einige. Wunderschöne Bergwege auch hier wie scheinbar im ganzen Gebiet außenrum. Am Kreuzungspunkt entschieden sich 10 von 12 für die längere Etappe noch über den Kraxentrager, den Gipfel und schließlich den Marchkopf mit 2499m der höchste Punkt unserer Tour. Die anderen beiden wanderten direkt zum Kreuzjoch rüber, wo wir sie später wieder treffen wollten.
Wurde unsere Runde doch zeitlich länger als von mir im Vorhinein gedacht (dazu kamen Regenklamotten anziehen / ausziehen, eine kleine Verletzung, kurze Wegfindungsprobleme und immer wieder diese traumhafte Natur und Landschaft genießen), so erlebten wir doch eine überragende Bergtour in immer wieder einem Gruppengefühl, das sich nicht beschreiben läßt, für das ich so dankbar bin und auch so überwältigt davon, daß ich es selbst kaum glauben kann.
Nach kurzem Aufenthalt auf dem Marchkopf, der einfach sein mußte, und einem danach etwas schwierigen Ab- und Wiederaufstieg trafen wir uns alle am Kreuzjoch wieder, um hier noch eine ausgelassene halbstündige Pause zu machen, um die Aussichten in alle Richtungen zu genießen und etwas zu essen – Kraft tanken. Ich denke, die Tour hat gefordert, aber keinen überfordert, was mir die freudigen Gesichter aller verrieten.
Ab hier ging es nun fast nur noch bergab, bis auf einen kleinen 50m Zwischenanstieg zum Rauhenkopf und dann endgültig in den Abstieg hinein. Wunderschöne Gratwanderung und nun auch richtig tolles Wetter mit tollen ungefährlichen Wolkenbildern am Himmel. Kontraste der Farben – einfach fantastisch.








Am Melchboden (ca. 5km vor dem Auto) entschieden wir uns nun, bei dieser Tour hier unsere Abschlußeinkehr zu machen. Wir saßen in der Sonne, manche auch im Schatten, bei herrlichem Bergwetter und leckerem Almschmaus, bevor wir uns zum letzten Rest dieser wunderschönen Wanderung aufmachten, die nochmals tolle Wege bot. Anstrengende knapp 15km mit 930m hoch und 1300m runter lagen hinter uns – das Ganze summiert mit diesem tollen Gruppenerlebnis über die knapp drei Tage – kaum zu toppen wie eigentlich immer, wenn 3F unterwegs ist.

Ich bin einfach nur dankbar mal wieder – ansonsten fehlen mir gerade die Worte, weil’s unbeschreiblich ist! 63. Tour, davon die 10. Bergtour mit Euch… Einfach nur DANKE!