Da die DAV Tour im Kaunertal sowie meine Gruppentour in den Stubaiern vom Ötztal aus nur 4 Tage auseinanderlagen und ich im Juni gesundheitsbedingt auch noch meinen Urlaub verschieben mußte, lag es nahe, die freien Tage in dieses Zeitfenster zu legen und hier gleich in den Alpen zu bleiben. Für Andy paßte das auch und so hatten wir kurzerhand Ötztal Hüttentour geplant. Endlich wieder Ötztal für mich, wo ich schon so oft war und immer wieder hin möchte!!
18.08.2025
Imst erreichten wir fast zeitgleich. Wir aus dem Kaunertal kommend und er von zu Hause. Ich stieg also um und wir fuhren zusammen nach Sölden, wo wir noch kurz an einem Supermarkt hielten, und dann weiter nach Zwieselstein, wo wir in der Talunterkunft vom DAV übernachten wollten, eine Selbstversorgerhütte, in der ich 2016 bereits mit Antonie eine Nacht verbracht hatte. Alles lief reibungslos und wir sahen uns abends bei einem Bierchen noch unsere bevorstehende Tour auf der Karte an. Das Wetter sollte zunächst noch schön werden, danach war allerdings etwas Regen gemeldet.
19.08.2025
Da wir heute nur den Aufstieg zum Ramolhaus geplant hatten von Obergurgl aus reichte es, um dreiviertel 8 in Richtung Vent loszufahren, um dort das Auto zu parken und mit dem Bus über Zwieselstein zum Startpunkt unserer Tour zu fahren.

Wir gingen den Normalweg los in Richtung Hütte, der bereits ca. 1000hm nach oben geht.



Gegen 15 Uhr waren wir angekommen auf der Hütte, tranken etwas und entschieden uns, noch gepäcklos zum Ramoljoch hochzulaufen. Lustige Kraxelei ist das da. Ich kannte den Weg ja schon aus meiner letzten Ötztaltour mit Lissy in 2020. Ursprünglich war geplant gewesen, am nächsten Tag über das Joch nach Vent runterzugehen und dann wieder hoch zum Hochjoch Hospiz aufzusteigen, aber das Gewitterrisiko hielt mich davon ab, diesen Weg so zu machen. Vom Joch sahen wir nun die Wildspitze von Süden aus und bezaubernde Gletscherlandschaft ringsrum sowieso.










Wieder zurück auf der Hütte war etwas Frischmachen und Abendessen angesagt. Der Himmel bot an diesem Abend noch tolle Bilder, so daß noch gut Fotos gemacht werden konnten.

20.08.2025
Wie angekündigt regnete es an diesem Morgen. Ich unterhielt mich kurz mit einem Bergführer über das Wetter, das nicht so schnell besser werden sollte. So verfolgten wir unseren neuen Plan, stiegen wieder den selben Weg ab ab nach Obergurgl, den wir gestern gekommen waren, fuhren mit dem Bus nach Zwieselstein runter und nach Vent wieder hoch, um von dort aus zum Hochjochhospiz zu gehen – der Abstieg komplett im Regen, der Aufstieg dann teilweise trocken, dennoch wild romantisch an der Rofenache entlang. 2016 war ich diesen Weg zuletzt gegangen – immer wieder schön!







Am Abend in der Hütte spielten wir etwas Karten und verkrochen uns pünktlich zur Hüttenruhe um 10 Uhr im Lager. Die Nacht war hier recht ruhig – nicht viel los so unter der Woche bei schlechtem Wetter.
21.08.2025
Nachdem wir früh aufgestanden waren sprach ich noch mit dem Hüttenwirt, der uns die Guslarspitzen nicht empfahl wegen wiederum angekündigtem Regen und keiner Sicht. Unser Weg sollte uns auf die Vernagthütte führen. Wir gingen allerdings gegen 7 Uhr trocken los und verfolgten zunächst den Weg, der sich erst später über Gipfel oder Normalweg trennen sollte. So schlecht war’s garnicht und wir erhaschten Blicke in Richtung Kesselwandferner und zum Brandenburger Haus im nur teilweise mehr wolkenverhangen Gebiet. Da ich den Weg über die Guslarspitzen auch schon kannte, entschied ich, daß wir drüber gehen konnten. Viel mehr als etwas naß werden und möglicherweise nichts mehr sehen konnte nicht passieren. Schließlich kamen wir trocken und bei verhältnismäßig guter Sicht auf die umliegenden Gletscher gut oben an auf der Mittleren sowie Hinteren Guslarspitze, die auf 3147m liegt. Die Vordere Guslarspitze ließen wir diesmal aus. Dazu wäre der Weg dann doch zu weit gewesen, auch wenn ich die Kraxelei dort hinauf damals genossen habe. Heute hätte es tatsächlich einfach nur geheißen, noch nasser zu werden als eh schon.






Irgendwann im Abstieg zur Vernagthütte (Würzburger Haus) wurde es immer feuchter und nachdem wir um 11 Uhr rum auf der Hütte angekommen waren, war dann Dauerregen. Keine Abitionen mehr, nach draußen zu gehen. Der Hüttennachmittag und Abend zog sich ellenlang mit Bilder gucken, Spiele spielen… Spaß am Berg ist definitiv anders für mich.
22.08.2025
Für heute war eigentlich besser gemeldet, aber das Wetter fragt nunmal nicht danach, was die Wettervorhersage so angibt. Nachts hatte es bis auf 2800m runter geschneit und man sah durch den wieder wolkenverhangenen Himmel die weißen Gipfel. Schließlich befanden wir uns auch auf 2755m.
Wieder starteten wir um 7 Uhr, diesmal erneut in Regenklamotten. Eigentlich war einiges geplant, aber das Wetter ließ es einfach nicht zu. Die Hintergraselspitzen mußten wir auslassen, sowie auch den Vorderen Brochkogel. Naß und nässer ging’s am Höhenweg rüber zur Breslauer Hütte. In der Hoffnung, wenigstens das Wilde Mannle noch mitnehmen zu können, machten wir hier noch knapp 2 Stunden Pause, um uns zu trocknen und aufzuwärmen, aber es zog einfach nicht auf. Kurz vor 12 liefen wir dann doch weiter, nicht mehr gen Gipfel, sondern im Einvernehmen gleich Richtung Tal. Jetzt wurde es immer schöner draußen, aber die Tour war vorbei. Um ca. halb 2 waren wir zurück am Auto und fuhren zurück nach Sölden, bißchen was einkaufen und dann in die Unterkunft, wo wir uns später zur nächsten Tour mit Elke und Andi treffen wollten.



Ich hoffe, das hintere Ötztal nochmal wieder besuchen zu können bei besserem Wetter!