15.08.2025
Winnie hatte über den DAV wieder eine tolle Bergtour am Kaunergrat ausgeschrieben, zu der ich mich umgehend angemeldet hatte nachdem das Heft im März erschienen war.
Insgesamt 6 weitere Teilnehmer standen fest, so daß wir mit 2 Autos sehr früh in Bayreuth starteten, um nach Feichten im Kaunertal zu fahren, wo wir uns gegen 13 Uhr trafen. Auch wenn für später Gewitter angekündigt waren, war es anfangs sonnig und warm. Kurz stellten wir uns vor, zogen die Wanderstiefel an und stiegen dann gleich um die 700hm auf zur Verpeilhütte, die auf 2016m liegt. Der Weg war wunderschön und wir kamen alle querbeet gleich gut ins Gespräch. Auch was das Tempo anging schienen wir eine homogene Truppe zu sein.
Oben angekommen klärte Winnie alles in der Hütte ab und wir bezogen unsere Lager, um mit leichterem Rucksack noch ein Stück weit in Richtung eines Gletschersees zu gehen. Eine blieb an der Hütte, wir anderen 6 stiegen steil hinauf. Da für mich in Summe 11 aufeinanderfolgende Tage am Berg geplant waren, entschied ich, es langsam anzugehen und ließ die anderen abziehen. Allein stieg ich noch ca. 300hm auf, setzte mich dort in die Landschaft und genoß es, die Berge in mich aufzunehmen.




Nach kurzer Brotzeit und etwas Verweilen lief ich zurück zur Hütte, wo wir nach dem Frischmachen und dem Abendessen einen gemütlichen Hüttenabend verbrachten. Pünktlich um 10 gingen wir schlafen, um morgen fit zu sein. Hatte das Wetter an diesem Tag gehalten, so war es für den nächsten Tag nicht wirklich toll angekündigt.
16.08.2025
Es stand heute der Übergang zur Kaunergrathütte über das Madatschjoch an. Auf dieser Hütte war ich bereits 2020 mit meiner Gruppe gewesen bei damals Regen und wolkenverhangenen Bergen. Sehr viel besser war es vorerst nicht, auch fing es wieder an zu regnen während wir im Aufstieg waren, aber die Sicht war doch etwas besser als vor 5 Jahren. Wir waren also wieder in Regenklamotten unterwegs. Etwas vor dem Joch wurde der Weg steiler, ein Schutthang, an dem wir über uns Steinschläge hörten und sahen. Es wurden also die Helme ausgepackt. Irgendwann ging’s dann an den Fels, seilversichert mit zwei kurzen Leitern auch nach oben auf knapp über 3000m. Der versicherte Abschnitt dahinter nach unten war komplett neu gemacht worden und wir kamen alle sicher drüber, um gegen 14.30 Uhr die Hütte zu erreichen, die sich auf 2817m befindet. Auch diese etwas schwierigere Etappe hat die gesamte Gruppe sehr gut bewältigt.
5 von uns 7 gingen nach etwas Aufwärmen nochmal los auf die Parstleswand, die wir 2020 auch bestiegen hatten. Ich begnügte mich damit, unten zu bleiben und etwas zu lesen. Später spielten wir zu zweit noch eine Runde Kniffel. Draußen wurde es noch richtig sonnig an diesem Abend.
Nachdem die anderen von ihrer Gipfelbesteigung zurück waren, gab es wieder Essen, kurze Besprechung für den nächsten langen Tag und der Abend endete abermals sehr harmonisch um 10 Uhr.







17.08.2025
Schon um 7 Uhr starteten wir diesmal. Es lagen knapp 19km und ordentlich Höhenmeter vor uns, da wir nicht zur nächsten Hütte, sondern bis zur übernächsten, dem Taschachhaus, laufen sollten. Erst ging’s recht weit bergab. Der Cottbuser Höhenweg war großteils gesperrt, da hier eine Moräne abgegangen war, was wir aber vorher wußten. So mußten wir einige Höhenmeter mehr in Kauf nehmen. Früh war’s noch kalt und bewölkt. Als wir ab- und wieder aufgestiegen waren wurde das Wetter langsam besser.
Gegen Mittag machten wir Pause auf der Terrasse der Riffelseehütte, in der ich auch schon übernachtet hatte, bevor wir den Weg weitergingen zum Taschachhaus auf 2434m, auf dem wir kurz vor halb 5 ankamen. Erneut hatten alle prima durchgehalten und auch hier wurde der Abend wieder zum schönen Gruppenerlebnis. Auch wenn hier keine urige Hüttenstimmung herrschte, spielte einer am Nebentisch dann noch Gitarre und sang dazu, was es auch irgendwie besonders werden ließ.








18.08.2025
An unserem letzten Tag gingen wir bereits um 6.45 Uhr los, um den früheren Bus vom Gepatschhaus nach Feichten zu bekommen. Bereits die Morgensonne war gigantisch und sobald wir in der Sonne liefen wurde es auch von den Temperaturen her richtig angenehm. Wir liefen hinauf zum Joch unterhalb der Hinteren Ölgrubenspitze, wo wir kurz Pause machten. Man hatte hier tolle Sicht von Westen auf die Wildspitze im Ötztal, dem zweithöchsten Berg von Österreich, auf dem ich vor 2 Jahren gewesen bin. 5 von uns gingen noch zum Gipfel hinauf, wir beiden anderen stiegen gleich ab zum Gepatschhaus bei herrlichem Wetter. Dort warteten wir auf den Rest der Truppe, tranken noch etwas und fuhren dann wie geplant mit dem Bus nach Feichten zu den Autos zurück.





Was war eine wunderschöne Tour in einer tollen Ecke gewesen. Das verschlafene Kaunertal möchte ich gerne wieder besuchen kommen.
Ich fuhr nun noch bis nach Imst mit zurück, wo mich Andy abholen kommen sollte, um weiter ins Ötztal zu fahren.