4 Tage Stubaital mit Besteigung Wilder Freiger (3418m) 29.08.-01.09.2019

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Über meinen Nachbarn kam ich zu einer neuen Wandergruppe, die so 3-5 Touren im Jahr in den Alpen unternimmt. Ich kannte niemanden im Vorfeld, da mein Nachbar bei dieser Tour keine Zeit hatte, aber Stubaital war ich noch nicht so oft, und die Beschreibung hörte sich gut an – so entschloß ich mich, teilzunehmen und einfach mal mitzulaufen, ohne selbst die Planung übernehmen zu müssen.
Am Tag vor der Abfahrt packte ich meinen 40l Rucksack. Inhalt zu dem normalen Wanderzeug waren diesmal Steigeisen für den Notfall, Klettergurt und Klettersteigset, was wir letztendlich alles nicht brauchen sollten, aber so ist das manchmal.


29.08.2019

Früh um halb 6 startete ich in Richtung Rückersdorf, wo ich auf drei andere traf, mit denen ich mitfahren konnte. Im Auto konnte man sich schon etwas austauschen, und kurz vor der österreicheischen Grenze, wo wir die Vignette kauften, stieß dann das zweite Auto hinzu. Wir waren insgesamt 6 Leute.
Wir fuhren zum Parkplatz der Nürnberger Hütte im Stubaital und fuhren von dort noch mit dem Bus zur Grawa Alm, von wo aus wir zu Fuß starteten auf ca. 1530m. Es war sehr bedeckt aber trocken bis dahin.
Der Weg führte uns anfangs durch Wald nahe einem tollen Wasserfall, der uns mit seiner Gischt berieselte, über ätzende Bretterbrücken. Der Weg wurde schnell steil, naß, matschig und rutschig. Hier war wohl einiges den Hang abgerutscht im letzten Winter, aber wir kamen gut durch und dann zu einem Plateau mti Alm hinauf. Hier begann es zu nieseln, so daß wir Regenklamotten anlegen mußten. Hinter dem Plateau erfolgte noch ein steiler Anstieg bis zur Sulzenauhütte auf 2191m. Dieser glich einfachn Bergpfaden und machte trotz dem Niesel echt Spaß und Vorfreude auf die nächsten Tage.

Am frühen Nachmittag schon angekommen auf der Hütte, tranken wir erstmal Kaffee und entschossen uns dabei, noch den Klettersteig vor der Hütte zu machen oder einfach noch ein Stück zu laufen. Wir gingen dann zusammen bis zum Sulzenausee unterhalb des Sulzenauferner auf ca. 2490m, was eine herrliche Fotokulisse darstellte. Runter ging’s recht zügig den gleichen Weg zurück, da das Abendessen rief. Es war bei diesem Ausflug wieder trocken und die Sonne scheinte durch.

Es gab Abendessen à la carte und dann noch einen gemütlichen Hüttenabend. Die Nacht verbrachten wir gemeinsam im 6-Bett-Zimmer.


30.08.2019

Wir wollten um 7.30 Uhr starten, also vorher Frühstück und alles packen. Die Tour hoch zum Wilden Freiger stand bevor. Das Wetter sollte vormittags auf jeden Fall gut bleiben, nachmittags unbeständig, aber wohin es eben kam war ungewiß.
Wir liefen bei blauem Himmel los, allerdings lange im Schatten der Berge. Schöne Bergwege, tolle Teiche und Tümpel, die blau erschienen und die umliegenden Berge spiegelten, dem Grünausee, dann steiler, schottericher, geröllicher und vorbei an Schneefeldern hinauf zur Scharte auf knapp 2800m.

Hier machten wir Pause bei umwerfenden Blicken in alle Richtungen Danach gab es mehr Gesteige, etwas Kletterei, Schneefelder, immer wieder leicht bergab und -auf zum Signalgipfel und schließlich dem Wilden Freiger mit 3418m. Das Wetter war nicht mehr ganz so toll, aber einigermaßen stabil, so daß wir den Gipfel ohne Bedenken machen konnten, bevor der Abstieg zum Becherhaus auf 3195m folgte.

Die Landschaft, die uns umgab war eine tolle Gletscherlandschaft in allen Richtungen mit teils riesigen Spalten, und so ging es hinüber über den Grat, der sehr viel seilversichert ist, über Blockwerk. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit absolut erforderlich.

Als wir auf der Hütte ankamen, war es noch recht füher Nachmittag und irgendwie kalt. Der Wind hatte uns trotz Sonne den ganzen Tag über ausgekühlt. Nach ein bißchen Aufwärmen in der Hütte kam aber doch wieder die Sonne raus und wir genossen noch ein paar schöne Stunden draußen, wo ich auch meine Dehnübungen machen konnte für’s Knie, das bis dato super gehalten hatte – zum ersten Mal mit Gletscherblick auf einer Sonnenterrasse.

Das Becherhaus ist noch eine recht einfach Hütte ohne Dusche, ohne Warmwasser, man bekommt Halbpension, ob man will oder nicht. Wir schliefen im 4-Bett-Zimmer, zwei von uns in einem anderen. Urig ist die Hütte – das muß man sagen!


31.08.2019

Wir starteten wieder gegen halb 8. Es war etwas kühler hier oben und steil ging es bergab, seilversichert und nicht ohne, aber einfach nur toll. Wieder tolles Wetter, gigantisches Gletscherpanorama mit vielen Bergseen aus Aussichten. Hinunter, dann wieder steil hinauf, einfach Berge genießen, um dann über eine Scharte zu kommen, die uns hinüber zur Nürnberger Hütte (2297m) führen sollte – wiederum steil bergab, dann über eine Hochebene mit Ziegen und Schafen, als Hintergrundgeräusch immer Bergbäche und Wasserrauschen.

Recht frühzeitig angekommen auf der Nürnberger Hütte gab es erstmal Kaffee und Kuchen etc. bevor wir beschlossen, noch auf die Mairspitze hochzughen auf 2780m. Als wir ca. 400hm oben waren, war es ringsum recht schwarz geworden und es donnerte dreimal, so daß wir beschlossen, umzukehren. Schnell gingen wir zur Hütte zurück. Wettertechnisch passierte nichts, aber alles war ok so. War noch gut zum Auspowern die Strecke.

Auf der Hütte war duschen angesagt und wieder ein netter Hüttenabend mit viel Salat diesmal.


01.09.2019

Heute hieß es nur noch ca. 2 Stunden absteigen zum Auto und heimfahren. Das erledigte sich quasi von allein. War eine tolle Tour in einer tollen Landschaft – wie schön wir es doch haben hier.

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