Urlaub Anfang Juni 2021, in dem dringend was passieren mußte nach der langen Winterpause und dem irre schlechten Wetter bis in den Mai… Den ursprünglichsten Plan, eine große Radtour zu starten, strich ich sehr schnell aus meinem Kopf. Ich hatte hierfür einfach kein Training, dazu waren die Möglichkeiten zwecks Übernachtungen sehr lange unklar. Caddycamping sollte es werden, wenn möglich in den Bergen, um dort die ersten Touren des Jahres zu machen, aber, auch hier ein Haken: Das Wetter war dort fast durchgehend unbeständig gemeldet mit vielen Gewittern, was in den Bergen gefährlich werden kann. Was tun? Ich wollte doch endlich Sommer haben, und so ging ich rein ganz spontan nach der Wetterkarte. Am Montag legte ich die Richtung fest und plante ein paar Touren, am Mittwoch wollte ich starten, um Donnerstag bis Sonntag im Rheinland, Saarland und in Luxemburg zu wandern – jeden Tag schön woanders. Dienstag erledigte ich alles zu Hause, so mußte ich Mittwoch nur noch das Auto bepacken und dann los.
09.06.2021
Als ich sehr früh bei Dauerregen erwachte, sprang ich sofort aus dem Bett und beeilte mich nochmal mehr mit packen, um schnell hier wegzukommen. Sturzbäche auf den Straßen, als ich hier gegen 10 Uhr losfuhr der Sonne entgegen. Ab Bamberg war es trocken, kurz hinter Frankfurt noch ein Gewitter und dann Sonne pur bei 28 Grad, als ich am Rhein ankam. Zunächst fuhr ich den Parkplatz der Burg Sooneck an und fand dort einen wunderschönen Platz zum Übernachten hoch über dem Rhein mit Blick auf den selbigen. 14 Uhr, ich hatte noch massig Zeit. Zunächst fuhr ich noch kurz einen Supermarkt an und dann nach Bacharach. Hier stellte ich das Auto ab und lief auf die Burg Stahleck hoch, fand dort glatt einen süßen Miniklettersteig und ging an der Stadtmauer wieder runter und ein bißchen am Rheinufer entlang. Weil ich von der Fahrt etwas geschafft war fuhr ich dann zu meinem Stellplatz und wollte mir eigentlich eine Kleinigkeit zu Essen machen. Als ich um 17 Uhr ankam, waren dort zwei Herren mit Motorsense und Motorsäge zugange – weniger schön, um gemütlich in der Sonne zu sitzen. Also zog ich meine Wanderschuhe an, lief mal zur Burg, in die man aber nicht reinkam, und dann einfach ein Stück den Berg hoch, wo ich mir ein sonniges Plätzchen suchte, um dort gemütlich ein Bier zu trinken. Mein Plan ging auf, als ich wieder am Parkplatz war, war Ruhe, und es sollten den ganzen Abend nur noch 2 Autos kommen, die einen kurzen Spaziergang machten und wieder fuhren. Schöne Stimmung hier, und der Lärm aus dem Tal ließ nach. Daß direkt nebenan ein Steinbruch war, von woher der Lärm wohl gekommen war, entdeckte ich erst am nächsten Tag.




10.06.2021
Um 6 klingelte der Wecker, übliches Szenario mit einer Tasse Kaffee und kurz vor 7 ging’s dann los gleich mal schön bergauf. Die Sonne kam, die Wärme auch und am Franzosenkopf war ich schon zum ersten Mal durchgeschwitzt, wobei die Fernsicht allerdings etwas zu wünschen übrig ließ, weil es sehr diesig war. Dann weiter zum Salzkopf und auf den tollen hölzernen Turm hinauf. Der Weg meistens im Wald auf und ab, schließlich an der Burg Rheinstein vorbei und wieder hinauf, um nach 28km und 1270hm wieder am Auto anzukommen. Hier kurze Planung für die Weiterfahrt ca. 2 Stunden ins Saarland rein in die Nähe von Mettlach an der Saar. Der Waldparkplatz, den ich fand, war zwar direkt an einer Straße, aber trotzdem idyllisch genug für einen Abend, an dem ich wohl nicht ewig auf sein würde. Im Supermarkt hatte ich mir noch Salat gekauft, den ich mir schmecken ließ, auch wenn nie viel Hunger abends.




11.06.2021
Wieder Start um 7 Uhr, diesmal nicht gleich so steil bergan. Wunderschöne Waldpfade zur kleinen Cloef und immer zwischendrin auch tolle Blicke auf die Saar hinunter, zu der es dann steil bergab ging. Als ich an der Fähre war, mit der ich übersetzen wollte, war es 9 Uhr. Alles sah ziemlich verlassen aus, und das Schild meinte, daß die erste Fähre um 10 Uhr fährt – damit hatte ich nicht kalkuliert. Alternative waren 5km laufen zur nächsten Brücke, aber dann hätte ich die Burg Montclair nicht mitnehmen können, also warten. Als ich um 9.55 Uhr noch immer allein da saß, fragte ich zwei Fußgänger, ob die Fähre denn überhaupt fährt, und tatsächlich kam dann auch schon der Fährmann angefahren. Glück gehabt. Er setzte für mich allein über, ließ mich sogar umsonst fahren, da ich so lange gewartet hatte… Naja, so mitleiderregend habe ich glaube nicht ausgesehen – er war halt einfach nett. Dann hoch zur Burg Montclair, wieder runter nach Mettlach, von dort wieder steil bergauf durch tollte Landschaften. Der Vogelfelsen war nochmal ein schöner Aussichtspunkt, nachdem es wieder ebenso steil runter ging, um danach wieder kräftig anzusteigen. Der Weg bis zum Auto zog sich nun und mir taten heute sehr die Füße weh. 29,5km und 860hm waren genug.
Die Fahrt nach Irrel dauerte eine gute Stunde, und hier parkte ich bei den Wasserfällen, um nochmal die Tour für morgen anzusehen, einen Salat zu essen und ein Bier zu trinken. Gebadet wurde heute im Fluß bei den Wasserfällen – das tat wirklich gut und war wärmer als gedacht. Die Füße sollten sich erholen.




12.06.2021
Um kurz vor 6 weckte mich ein Ankömmling auf dem Parkplatz, also stand ich auch gleich auf. Heute war eine lange Tour nach Luxemburg geplant, die ich unterwegs allerdings noch etwas einkürzte. Es wurden trotzdem 33km und 900hm. Heute war der Weg geprägt von vielen Steinen – Felsen meine ich, ähnlich der sächsischen Schweiz vielleicht. Ja, und dann eben mein erster Aufenthalt in Luxemburg. Das was ich sah war tolle Natur, viel Landwirtschaft und viele Tiere auf den Weiden – hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Die Menschenmassen in der Nähe der Teufelsschlucht waren dann etwas nervig, aber so ist das eben an solchen Orten.
Nun ging’s wieder ein Stück zurück Richtung Koblenz nach Bremm an der Mosel. Der Parkplatz, der für den nächsten Tag als Start gedacht war, war nicht geeignet zum Übernachten, aber es gab einen anderen an einem Waldspielplatz nicht weit entfernt. Hier gefiel es mir. Ich hätte sogar eine Feuerstelle gehabt, aber es war windig und kühl, und so saß ich zum Schluß im Caddy mit den Füßen schon im Schlafsack. Zwei weiter Camper hatten sich hierher verirrt, so plauschte man etwas.









13.06.2021
Nach dem Frühstück fuhr ich zu dem Parkplatz, von wo aus es losgehen sollte. Nur eine kleine Tour stand heute noch auf dem Programm. Es ging steil hoch zu einem Gipfelkreuz und dann einen Höhenweg über der Moselschleife entlang. Die Sonne zierte sich anfangs noch etwas, aber die Bilder waren trotzdem toll. Sehr steil war das Ganze hier. Dann wieder steil hinunter und zum Klettersteig. Naja, ein kleines Stück des Weges war seilversichert und mit einer Leiter, aber das war nichtmal das schwierigste Stück. Es ging auf einer Seite einfach immer arg bergab und die Pfade waren sehr schmal. Schwindelfreiheit ist hier definitiv von Nöten und abrutschen sollte man besser auch nicht.



Schon um 10 war ich nach 10km und 520hm zurück am Auto, um die Heimreise anzutreten. Gesamt waren das 100,5km und 3550hm in 4 Tagen – ausreichend Training, um demnächst wieder in die Bergsaison einsteigen zu können!
