Wandern 3F Special – Mieminger Alpen Coburger Hütte + 2 Gipfel (bis 2403m) 04.-05.07.2021

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Etwa 2,5 Jahre existiert meine Wandergruppe Wandern 3F nun schon und bei der 26. Tour insgesamt und dem 10. Special (es waren rund 450 zu erreichende Kilometer und in Summe und 275 Teilnahmen, d.h. 10,5 Teilnehmer pro Tour im Schnitt) ging es diesmal in die Mieminger Alpen auf die Coburger Hütte zur Besteigung des Drachenkopfes und des Hinteren Tajakopfes. Sage und schreibe 18 Personen waren wir diesmal und die Nervosität im Vorfeld bei mir war groß – ganz schön viel Orga, ganz schön viel Verantwortung auch… Alter lag zwischen Anfang 20 und Anfang 60, also wieder bunt gemischt, was mich immer ganz besonders freut!


04.07.2021

Wir trafen uns zwischen halb 9 und 9 am Parkplatz der Ehrwalder Almbahn in Ehrwald, um mit dieser Bahn zur Ehrwalder Alm hochzufahren und dort zu starten. Ein paar Wolken waren am Himmel zu sehen, gegen Nachmittag waren auch Gewitter gemeldet, aber erstmal sah es nicht danach aus, auch nicht nach Regen, und mit allseits guter Laune und Vorfreude startete mein riesiger Haufen.

Zunächst ging es durch Wälder, aber gleich bergan, urige Wege mit toller Vegetation aufgrund des vielen Regens im Vorfeld bis wir irgendwann den Seebensee erreichten, tolles, klares, blaugrünes Berggewässer, an dem der ein oder andere gerne baden gegangen wäre, aber das war im Zeitplan nicht zu machen, wenn wir noch den heutigen Gipfel besteigen wollten, den Drachenkopf. Der Himmel zog etwas zu, aber es war noch machbar in meinen Augen, und so drängte ich ein bißchen zum Weiterlaufen. Der Steilanstieg zur Coburger Hütte begann direkt hinter dem See, und das erste Etappenziel, die Hütte, erreichten wir nach grad mal 2 Stunden ca. Wir waren wieder gut unterwegs, was ich bei dieser Gruppengröße so nicht erwartet hatte. Auf den letzten Metern dorthin begann es leicht zu regnen.

An der Hütte angekommen konnten wir gleich einchecken und der Empfang war sehr nett – tolles Hüttenteam auf jeden Fall. Wir konnten gleich in unsere Zimmer – ein 7er und ein 11er Zimmer, dann noch ein bißchen Pause, insgesamt ne Stunde, und der Hüttenwirt meinte, erst am Abend würde es weiter regnen. Es hatte auch dann wirklich aufgehört, auch wenn der Himmel dicht mit Wolken war, was aber nicht gefährlich aussah.
Wir liefen zu 16. zusammen nun los in Richtung Gipfel mit leichtem Gepäck. Zwei Stunden sollte der Aufstieg dauern laut Wegweiser. Der Weg zog sich erst nur leicht ansteigend um den halben Berg außenrum bis er langsam immer steiniger und steiler wurde. Hatte ich vorher in einem Bericht gelesen, daß hier schlecht markiert wäre, so war das wohl irgendwann mal so gewesen. Frische rote Punkte zu Hauf gaben die Strecke vor. 3 von uns verabschiedeten sich schon recht weit unten, um wieder zurück zur Hütte zu gehen. Es ging über ein Schneefeld, was aber leicht zu machen war, und dann kamen einige Kraxelstellen. An der Scharte angekommen konnte man das etwas lose Gestein der leichten Kletterei zum Gipfel hoch sehen, und hier drehten nun nochmal 7 von uns um. Wir letzten 6 Mohikaner stiegen bis oben zum Kreuz des Drachenkopfes (2303m) und das machte nun richtig Spaß. Der Stein wie gesagt etwas bröselig, aber gut griffig, teilweise sogar scharfkantig, so daß auch die nasse Oberfläche keine Probleme machte. Als wir am Gipfel standen riß sogar der Himmel kurz auf, so daß wir Blick zum Seebensee hatten, nicht aber zum Drachensee, den man von hier aus sonst auch sehen können müßte. Hier gab es nun einen Schluck Gipfelschnaps und das Gruppenfoto mit dem Kreuz bevor wir uns auf den Rückweg machten. Sehr bald fing es nun an zu regnen, was unseren Abstieg beschleunigte und uns tropfnaß wieder auf der Hütte ankommen ließ – toll war’s gewesen!

Jetzt das übliche Hüttenszenario, alles zum Trocknen aufhängen, duschen oder waschen, in trockene Klamotten schlüpfen und dann auf das erste kühle Helle in den Gastraum. Der Abend war sehr lustig mit leckerem Essen à la carte, Karten- und Würfelspielen, viel quatschen und lachen und einer Runde Schnaps vom kürzlichen Geburtstagskind, dem wir auch ein Ständchen sangen.
Hüttenruhe wie üblich um 10 Uhr, und ich muß sagen, die Nacht war zwar schon mit paar Schnarchern immer mal wieder aufwachen verbunden, aber ich habe in den Bergen schon schlechter geschlafen.


05.07.2021

Ab 7.30 Uhr gab es Frühstück. Eigentlich viel zu früh, eine Stunde vorher, standen wir fast alle schon auf. Es hatte die ganze Nacht durch geregnet, aber jetzt war blauer Himmel und Sonnenschein angesagt. Die nassen Sachen waren weitestgehend trocken und das übliche Geräume und Gepacke ging los. Auch hierbei schon wieder Spaß und gute Laune überall. Das Frühstück war übliches Hüttenfrühstück, aber das Müsli muß recht gut gewesen sein, und um kurz nach 8 trafen wir uns alle draußen zum Start. 8.20 Uhr ging’s los.
Wie gesagt Sonnenschein, blauer Himmel mit wenigen Wolken, aber wohl um die 7 Grad laut Thermometer und echt eisiger Wind.Viele kramten gleich Mütze oder Stirnband raus und zogen sich Handschuhe an. Von der Hütte ging’s hinunter zum Drachensee und am gegenüberliegenden Hang wieder hinauf durch eine richtig tolle Berglandschaft, rückwärts immer wieder toller Ausblick auf unseren gestrigen Gipfel, die Hütte und den See darunter mit dem blauen Wasser, was in der Sonne einfach phantastisch aussah.

Am Abzweig zum Tajakopf ließen wir unsere Rucksäcke liegen und stiegen zu 11. in Richtung Gipfel los. Die anderen warteten dort. Hübsche Kraxelei über wieder griffiges Gestein – wir benötigten ca. eine dreiviertel Stunde bis zum zweiten Kreuz. Diesmal tolle Weitsicht und Blick auch zur Zugspitze. Fotos ringsum und von uns allen und dann wieder hinunter zum Rest der Gruppe, um dort kurz Pause zu machen. Wir bewegten uns wieder in der angegebenen Zeit.

Ein paar gingen schon wieder zur und über die nächste Scharte, und ich war schon gespannt, wo wir sie wieder einholen würden. Als wir kurz drauf über die Scharte kamen standen aber alle kurz dahinter und warteten auf mich. Vor uns lag ein nicht unbeachtliches Schneefeld, dem wohl keiner so recht traute, weil an einer Stelle auch ein riesen Loch zwischen Fels und Schnee war. Mir erschien das Ganze aber ungefährlich, und ich testete an. So steil war es nicht, und der Schnee war sehr weich, also Hacken rein und runter mit allen. Hat wohl auch dem ein oder anderen richtig Spaß gemacht! Die Landschaft war hier auf dieser Seite wieder eine ganz andere als drüben bei der Coburger Hütte, aber auch wunderschön, der helle Stein, das satte grün, ein paar kleine blaue Pfützen (Seen wäre wohl übertrieben), und einfach Berge ringsrum. Dennoch war’s der Abstieg schon von dieser tollen Tour, und es ging mal flacher, mal steiler der Bergstation der Seilbahn entgegen. Wir entschieden uns für eine etwas kleinere Runde nach unten als ursprünglich angedacht war, da ja auch noch ca. 4 Stunden Autofahrt vor uns lagen, aber es war nochmal lustiges Geplauder und Gedankenaustausch beim Laufen zu beobachten, und zwar jeder mit jedem mal, keine Abkapselungen oder Grüppchenbildung – immer wieder schön zu sehen! So langsam löste sich jetzt meine Anspannung auch.

Beim Auto verabschiedeten wir uns von 3 Teilnehmern, der Rest verabredete sich in Denkendorf zur Einkehr dort, wo wir schon vor 2 Jahren so nett zusammengesessen hatten, und es war wieder eine richtig schöne Runde zum Abschluß nochmal mit vielen lachenden Gesichtern und sehr guter Stimmung insgesamt.

Was ein Erlebnis – im Nachhinein betrachtet. Ich merke das jetzt erst so richtig beim Ansehen der Bilder. Es war toll, ich war und bin mächtig stolz auf diese Gruppe und diesen Zusammenhalt, aber ich glaube 18 Personen waren ein bißchen viel für mich. Meine Nervosität im Vorfeld enorm, die Anspannung während der ganzen Tour nicht ohne und die Organisation noch mehr als sonst. Die Berge habe ich für mich nicht richtig wahrnehmen können irgendwie. Ich denke darüber nach, die Gruppengröße für’s nächste Jahr irgendwie zu beschränken, auch wenn das alles noch weit weg ist und in den Sternen steht.

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