Einsteigertour 3F im Stubaital 2025.
Zum Glück hatte ich wieder 15 Betten in der Neuen Bielefelder Hütte reserviert, denn meine Gruppe Wandern 3F rannte mir fast die Bude ein. Sehr schnell waren die Plätze belegt und ich hab‘ kurzzeitig schon drüber nachgedacht, noch weitere Plätze zu reservieren. Allerdings war bei 15 dann doch Schluß und einer mußte kurzfristig leider noch absagen. So also die diesjährige Einsteigertour mit 13 + ich.
Zwei Personen wollten nachkommen am Sonntag Morgen, die restlichen 12 dann am Samstag schon in Telfs.
05.07.2025
Wir trafen uns um 13 Uhr in Bayreuth bei bestem Wetter, um mit 3 Autos à 4 Personen da runterzufahren. Gen Süden verschlechterte sich das Wetter kurzzeitig und es war auch für die nächsten Tage recht schwierig gemeldet. Die Spannung stieg bei mir.
In der Unterkunft in Telfs angekommen (wir hatten 4x 3er Zimmer) war die Begrüßung sehr nett, aber unser Zimmer war nicht gemacht worden. Decke zerknüllt auf dem Bett, Handtücher auf dem Boden im Bad, usw. So bekamen wir gleich mal ein Bier auf’s Haus für die Wartezeit, die wir draußen vor dem Hotel in der Sonne verbrachten, bevor wir zum Essen gingen.



Kurz bevor wir loslaufen mußten, da wir einen Tisch reserviert hatten, kam die Info, daß das mit dem Zimmer machen noch länger dauern würde – wir hätten also später noch ein Bier gratis.
Gemeinsam liefen wir durch Telfs, um in einer tollen Pizzeria gut zu essen und zu trinken. Wir hatten hier schon viel Spaß zusammen, was meine Gruppe immer ausmacht. Danach zurück zum Hotel, noch ein Absacker und dann ins frisch gemachte Bett, aus dem ich dann aus Insidergründen gegen halb 4 auswanderte, um auf dem Boden zu schlafen, wo ich wirklich noch 3 Stunden Schlaf ergatterte.
06.07.2025
Früh duschte ich, zahlte unsere Zimmer und um 7.15 Uhr trafen wir uns zum Frühstücksbuffet. War die Unterkunft sehr günstig hier, so übertraf der Service all unsere Erwartungen um ein Vielfaches.
Anschließend fuhren wir ca. eine halbe Stunde zum Wanderparkplatz, an dem wir uns mit Nicole und Roland trafen – kurz umpacken, Schuhe anziehen und los ging’s um 9 Uhr wie geplant. Das Wetter zeigte sich sonnig und schwül warm.
2,5h Aufstieg waren angesagt zur Neuen Bielefelder Hütte auf rund 2100m. Nach 2,5h waren wir oben. Es ging steil bergauf auf von Beginn an Bergpfaden – richtig schön! Auch wenn ich mir schwertat aufgrund gesundheitlicher Einbußen 2 Wochen vorher konnte ich es doch genießen – meine Stöcke halfen mir, den Anstieg zu bewältigen. Erst 3 Tage vorher hatte ich entschieden, überhaupt mitzukommen.




Als wir auf der Hütte ankamen, war es ringsrum schwarz am Himmel. Auf verschiedenen Wetterapps waren auch Regen und Gewitter gemeldet, was mir etwas Bauchschmerzen bereitete. Wie es aktuell aussah würden wir nicht ganz so schnell weitergehen können wie ursprünglich geplant. Ich checkte uns ein, fragte auch nochmal nach dem Wetter und meine Annahmen wurden bestätigt. Die Wirten rieten auch anderen Gruppen von Gipfeltouren ab, wie ich mitbekam. Ich sagte zu meinen Leuten, daß die die am Nachmittag noch mit wollen bitte ihre Rucksäcke umpacken, so daß wir schnell losgehen könnten, wenn das Wetter sich aufklaren sollte. Wir bezogen unsere Lager (ein 9er und ein 7er Zimmer) und aßen und tranken danach etwas auf der Terrasse. Es war deutlich frisch geworden.




Regen kam aktuell noch keiner, das ganz Schwarze verzog sich wieder etwas und so rief ich für 13.30 Uhr auf zum Start. Wir würden zwar nicht die ganze Tour machen können, aber ein Stück weit sicher. Sollte es irgendwo donnern, kündigte ich vorher schon an, würden wir sofort umkehren. Alle waren einverstanden und so ging’s zu zwölft los. Zwei blieben auf der Hütte.
Im Aufstieg Richtung Roßkopf und Wetterkreuzkogel fing es an zu regnen. In Anbetracht auf mögliche Gewitter ließen wir den Roßkopf links liegen, zu dem es Stahlseile am Berg gab – das war mir zu riskant. Als wir kurz in den Gipfelanstieg zum Wetterkreuzkogel eingetaucht waren, gab es Donner aus Richtung Süden. Aus dieser Richtung war zwar das Wetter nicht zu erwarten, aber ich rief dennoch zum Umkehren auf. Wir würden hier hochgehen und etwas am Grat unterwegs sein, was mir zu gefährlich schien, schließlich hatte ich die Verantwortung. Durch die Tatsache, daß alles wolkenverhangen oder im Nebel lag, konnte man sehr schwer einschätzen, wie sich das entwickeln würde. Wir liefen also erstmal den eben begangenen Weg wieder zurück, als der Regen auch wieder nachließ und nichts mehr zu hören war. So checkte ich kurz unseren Standpunkt und die Alternativrouten, die ich mir vorher schon angeschaut hatte. Alle wollten noch weiter laufen und nicht gleich zur Hütte zurückkehren. Ich berechnete die ungefähren Zeiten, die wir benötigen würden – erst einen Hang queren, dann hinabsteigen und nochmal 200m bergauf zurück zur Hütte. Ca. 17 Uhr sollten wir wieder dort sein. Die Gruppe war einverstanden und happy, sich noch etwas bewegen zu können und genauso machten wir es. Wir gingen ein Stück weit den Besinnungsweg zur Alten Bielefelder Hütte, die nur noch Ruine ist, dann hinab zur Acherberg Alm und wieder hinauf zu unserem Nachtlager, der Neuen Bielefelder Hütte, wo wir wie geplant gegen 17 Uhr eintrafen. Für so einen Regentag und die Gruppengröße war der Tag somit beachtlich mit 1240m im Aufstieg und 660m im Abstieg. Alle waren zufrieden, denke ich!





Kurz frischmachen, Sachen trockenlegen und um 18 Uhr gab’s lecker Abendessen. Die Wirte waren hier äußerst freundlich und man quatschte hier und dort. Im Anschluß ans Essen gab’s einen gemütlichen Hüttenabend – an einem Tisch wurde gewürfelt, wir spielten Schnauz und machten Kartentricks. Gelacht wurde sehr viel, bis es gegen 10 Uhr ans Zahlen und ins Bett ging. Die Lagerbetten waren furchtbar wie Hängematten. Dennoch auch in unserem Lager noch viel Unruhe und Gelächter über… diese Insider werden nicht verraten :D.
07.07.2025
In der Nacht hatte es stark geregnet, was deutlich hörbar war. Beim Aufstehen alles naß draußen, aber von oben wieder trocken. Ab 7 Uhr gab’s das gewöhnliche Hüttenfrühstück und um 8 Uhr wollten wir los. Hatte ich auch früh gleich wieder wegen Wetter geschaut, stellte ich fest, daß wir zwar ziemlich sicher naß werden würden, aber nur kurz und überschaubar ohne Gewitterneigung. So mußten wir zwar beim Loslaufen schon wieder in Regenkleidung starten, aber alle zogen dennoch mit, auch wenn es hier relativ einfach die Möglichkeit der Talfahrt mit der Bahn gegeben hätte.
Es ging ein kleines Stück den Weg zurück, den wir gekommen waren, bis wir abzweigten in Richtung Zwölferköpfl. Irgendwann wurde es trocken und auch wieder sonnig. Die Lust am Wandern schlug wieder zu bei allen. Es waren deftige Anstiege dabei, aber nichts Schwieriges. Kurz verzettelte ich mich und wir mußten ein Stück wieder zurück, aber wir kamen nach ca. 2,5h am Zwölferköpfl an auf 2253m. Hier war es trocken und teilweise sonnig und wir genossen unsere Gipfelpause.






Was folgte war ein steiler Abstieg, den ich nun wieder genießen konnte nach dem langen Tüfteln zwecks Wetter. Auch meine physische Kraft kam langsam zurück. Ich ging voran und mußte immer wieder warten, was für mich völlig ok war. Ich fühlte mich einigermaßen wieder hergestellt.
Auf den letzten Kilometern, die bergab gingen, hat es uns nochmal kurz eingeweicht, aber das war nun kein Problem mehr. Wir waren bei wieder Sonnenschein alle zurück am Auto, zogen uns um und machten uns auf den Heimweg, der zügig verlief und ohne Staus. Nicole und Roland fuhren gleich durch, wir anderen trafen uns in Bayreuth, um dort noch beim Mannsbräu einzukehren – ein schöner Abschluß einer tollen Bergtour meiner Gruppe 3F.






…und wieder DANKE an alle, die Ihr so toll dabei seid!!