Kaisergebirge Ellmauer Halt (2342m) 26.-28.07.2024

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…spontan gedacht, spontan geplant, spontan gemacht – so muß es sein!!


26.07.2024

Caddy wurde gepackt und kurz nach der Arbeit ging’s los nach Going im Wilden Kaiser. Plätzchen gesucht und gefunden mit Blick auf das morgige Gipfelziel, die Ellmauer Halt mit 2342m. Nach Ankunft noch kurz ein kühles Getränk aus dem Supermarkt besorgen, eine Kleinigkeit essen in einer Pizzeria und abschließend noch ein kleiner Spaziergang sowie die Tour für morgen studieren und durchsprechen. Es kann so einfach sein.


27.07.2024

Um 6.30 Uhr klingelte der Wecker. Aufstehen, Kaffee kochen, Rucksack rüsten für das was auf uns zukommen sollte. Hüttenübernachtung war angedacht aber unwahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt, da laut Reservierungssystem die Gaudeamushütte komplett ausgebucht war. Dennoch nahmen wir alles mit – Waschzeug und Hüttenschlafsack, ansonsten Bergausrüstung und -klamotten inklusive Helm, kein Klettersteiggeschirr, da wir die Tour für uns ohne dieses für machbar befunden haben. Im Zweifelsfall umkehren war der Plan, aber das sollte nicht nötig sein. Also alles richtig gemacht.
Hinauf ging’s mit dem Auto zur Wochenbrunner Alm auf knapp 1100m, wo wir parkten, uns in die Bergstiefel warfen und dann los gingen, zunächst zur Gruttenhütte auf 1620m. Es war gut warm, wir hetzten nicht, aber schon hier blieben wir unter der angeschriebenen Gehzeit. Der Aufstieg schon ziemlich von Beginn an mit Blick zum Gipfel, der von da unten aus unerreichbar scheint, aber es soll ja machbar sein.

Aufgrund der Wärme hier nochmal Wasser auffüllen und weiter. Zwischen 1800 und 2000m hieß es dann Helm aufsetzen. Hier begann die lustige Kletterei und natürlich waren bei diesem tollen Wetter an einem Samstag nicht nur wir zwei unterwegs, so daß immer mal auch ein Stein von oben geflogen kommen kann. Es gab seilversicherte Stellen im A bis B/C Grad neben leichten Kletterstellen mit max. 1 zu bestehen. Es machte irre viel Spaß und 200hm sind bestimmt mit Kletterei dieser Art dabei. Ausdauer ist hier demnach schon von Nöten. Die Jägerwand-Treppe stellt ein echtes Highlight dar am Gamsänger Steig, wo man hoch und wieder runter muß im Abstieg dann. Dessen sollte man sich jederzeit bewußt sein. Hier ist es schon recht luftig unterm Hintern und einige Tritte haben gewackelt, so daß ich hier schon sehr mit Bedacht gegangen bin. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind hier absolut gefragt. Anderweitig ist man nah am Fels, der nur teilweise bröselt. Griffe sind oft gut vorhanden. Viele Seile, die angebracht sind, stören, wenn man einfach nur die Felskletterei mag.
Nach 4h gesamt (mit wirklich ausführlichen Pausen) waren wir am Gipfel angekommen, auch wenn reine Gehzeit unten 4,25h angeschrieben sind. Was ’ne super Tour. Auch wenn es ziemlich Wolken jetzt gab und man eigentlich nur nach Norden hin eine ordentliche Sicht hatte, war es einfach irre schön hier. Wir ließen uns gründlich Zeit, um dieses Gipfelziel zu genießen.

Danach ging’s zunächst den selben Weg wieder runter mit einer kleinen Wegstrecke, wo es zwei Varianten gibt, alles wieder abklettern, was keine große Schwierigkeit darstellte. Immer wieder drang Musik der Blaskapelle von der Gruttenhütte zu uns herauf, die da heute spielte. Das letzte Stück zur Gruttenhütte nahmen wir dann einen alternativen Weg, der zwar viel kräftezehrendes Geröll in sich hatte, aber dennoch sehr schön war. Angekommen dort heute zum zweiten Mal ließen wir uns hier ein wohlverdientes Bier auf der Terrasse schmecken, bevor es über den Jubiläumssteig hinab zur Gaudeamushütte gehen sollte.

Für ein paar Minuten kam nun etwas Niesel auf, der nicht beeinträchtigt hat, und da gab’s dann nochmal tolle Felsformationen und seilversicherte Stellen sowie eine Leiter, bevor es endgültig hinab ging.
Angekommen auf der Gaudeamushütte checkten wir kurz das Wetter für morgen. Es war eigentlich eine weitere größere Tour angedacht, bevor wir nach Hause fahren wollten, aber es bestätigte sich immer mehr, daß es spätestens gegen Mittag hier dauerregnen würde. So fragten wir nach einem Schlafplatz, den wir bekamen und verbrachten einen gemütlichen Hüttenabend, zunächst auf der Sonnenterrasse und dann im Inneren der Hütte mit Quatschen und Würfeln.


28.07.2024

Wecker wieder um halb 7, dann lediglich eine Tasse Kaffee um 7. Es goß aus Eimern. Unsere größere Variante des Absteigens war wohl auch dahin, aber die Wetterapp versrpach, mit dem Regen zwischen 8 und 9 mal Pause hier zu machen, und so war es letztlich auch. Kurz vor 8 liefen wir im Trockenen los und kamen auch fast trocken unten an auf direktem Weg. So war’s also schon vorbei wieder – Starkregen auf der Autobahn dann… Aber ein erneut tolles Wochenende im Kopf, das ich jederzeit wiederholen würde!

Frühstartertour Notkarspitze – Ammergauer Alpen (1888m) 14.07.2024

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…erste Frühstartertour in 2024…

Rezept:
Wie immer : Man nehme diesmal 4 Leute mit guter Laune und Lust auf Berge, packe sie in ein Auto, fahre gen Süden nach Ettal und los geht’s…
Zubereitung:
sehr simpel
Zubereitungsdauer:
…viel zu schnell vorbei…

Wandern 3F Special – Zillertal, Rastkogelhütte 06.-08.07.2024

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Einsteigertour im Zillertal 2024.
Ich hatte für diese Veranstaltung die Rastkogelhütte im Zillertal ausgewählt. Auf Anstoß einer Teilnehmerin wollten wir bereits am Samstag runterfahren und eine Nacht im Hostel in Mayrhofen verbringen, um das Ganze am Sonntag früh etwas zu entzerren und nicht mitten in der Nacht losfahren zu müssen.
Der Plan sollte aufgehen. 12 Anmeldungen in Summe, 10 Anmeldungen für die Übernachtung am Tag vorher schon.
Meine Detailplanung lief bis zum Tag vorher, in der ich noch ein paar mögliche Varianten für unsere Wanderung ausarbeitete für verschiedene Wetter- und Kräfteszenarien bei den Teilnehmern. Außer mir waren noch 3 Leute am Start, die bereits bei meiner allerersten Bergtour mit der Gruppe in 2019 dabei waren, was mich unglaublich freute und auch ein bißchen stolz macht.
Soviel vorab: es sollte ein herausragendes Event werden, eine Einheit, eine Gruppe, ein Team, wie es besser nicht vorstellbar ist!


06.07.2024

Sehr entspannt konnte ich heute packen und wurde um kurz vor 10 Uhr erst abgeholt. Wir trafen uns dann um dreiviertel 11 zu neunt in Bayreuth, um später noch Elli in Trockau einzusammeln. Komplett alle 10 Leute auf 2 Autos verteilt ging es los gen Süden. Da wir heute keinen Zeitdruck hatten, vereinbarten wir unterwegs noch einen Zwischenstopp in Tegernsee am Bräustüberl, wo wir alle bei tollstem Wetter zusammensitzen konnten und schon hier kam Spaß auf und der Zusammenhalt dieser homogenen Gruppe war deutlich spürbar.
Es ging dann weiter nach Mayrhofen, wo wir im Hostel unsere Zimmer / Lager bezogen und anschließend in den Ort liefen, in dem wir noch zusammen essen wollten. Auch hier wieder gute Stimmung mit Vorfreude auf’s Bergwochenende und zum Abschluß noch ein Bierchen auf der „Vortreppe“ des Hostels, bevor wir uns schlafen legten.


07.07.2024

Über Nacht hatte es geschüttet und auch früh noch Regen. Weil wir im Hostel kein Frühstück bekommen konnten fuhren wir um 8 noch beim Bäcker im Ort vorbei, tranken hier Kaffee und stärkten uns für den Aufstieg. Über die Zillertaler Höhenstraße ging’s dann hinauf bis auf ca. 1700m zum angedachten Parkplatz. Alles fein. Wir trafen hier auf Nicole und Roland, die heute erst angereist waren, und waren somit bereit zum Starten. Der Himmel nunmehr bißchen bewölkt, zwischendurch blitze etwas Sonne durch. Temperatur ok. Auch wenn es gerade beim Loslaufen wieder anfing zu regnen und wir uns doch noch entschlossen, in Regenjacke loszulaufen, so war es doch ein gelungener Beginn unserer Bergtour.
Zunächst Forststraße, dann Wanderweg ging’s hinauf zur Rastkogelhütte auf 2100m, bei der wir um kurz vor 11 schon ankamen nach 1,5h. Gute Zeit, alles prima gelaufen. Hier war erstmal Sammeln angesagt und Anmelden auf der Hütte. Während das alles geschah setzte teils starker Regen ein und die Sicht aus dem Fenster war gleich null. Aber wir hatten gut Zeit und 1-1,5h anberaumt, bevor wir zu unserer Nachmittagstour starten wollten. Wir tranken und aßen etwas. Es wurden die Essenwünsche für’s Abendessen aufgenommen und der Nachmittag kurz besprochen. Rucksack leeren und mit leichtem Gepäck dann nochmal los, so war der Plan, dem auch 10 von und 12 Leuten nachkamen.

Um halb 1 schließlich starteten wir nochmal im Nieselregen hinauf zum Kleinen Gilfert auf 2388m. Die Wege waren herrliche Bergwege mit noch etwas Schnee und insgesamt sehr naß vom Untergrund her wie auch streckenweise von oben. Wenig Sicht – das ziemlich schade – aber ansonsten eine wunderschöne Tour. Viel Grün, viel Alpenrosen und Salamander unterwegs zum Gipfelkreuz und wieder zurück auf dem selben Weg. Als wir wieder auf der Hütte waren hatten wir 970m hoch und 530m runter bei 13,7km auf der Uhr, dazu mächtig viel Spaß und gute Laune im Gepäck.
Hier dann Lager beziehen, trockenlegen, frischmachen und auf zum gemütlichen Hüttenabend, an dem draußen auch nochmal die Sonne rauskommen sollte, zu der wir ab und an zum Gucken und Fototgrafieren aufstanden und vor die Tür gingen. Bis zur Hüttenruhe um 10 vergnügten wir uns dann mit Würfelspielen, etwas Bier und Wein durfte natürlich auch nicht fehlen. Alle waren einfach entspannt und gut drauf – alles in Maßen und super schön!!


08.07.2024

Um 7.30 Uhr gab es Frühstück, aber schon zeitig vorher machten sich einige auf, um den Sonnenaufgang hier in den Bergen zu erleben. Auch wenn ich die Bettruhe gerne bis zum Aufstehen genieße, so macht mich das glücklich, alle anderen zu erleben, die hier so freudig dabei sind und im Anschluß dann ihre Bilder teilen.
8.15 Uhr war Abmarsch angesagt und so versammelten wir uns vor der Hütte, um noch ein Gruppenbild zu machen und dann loszulaufen.Das Wetter zu dem Zeitpunkt absolut traumhaft mit Wolken unter uns und Sonnenstrahlen von oben. Es entstanden herrliche Bergfotos und Bilder im Auge, die man so schnell nicht vergessen wird. Wir stiegen ca. 200m auf zu einem Punkt, an dem wir kurz entscheiden mußten, wie wir weitermachen. Optionen gab es einige. Wunderschöne Bergwege auch hier wie scheinbar im ganzen Gebiet außenrum. Am Kreuzungspunkt entschieden sich 10 von 12 für die längere Etappe noch über den Kraxentrager, den Gipfel und schließlich den Marchkopf mit 2499m der höchste Punkt unserer Tour. Die anderen beiden wanderten direkt zum Kreuzjoch rüber, wo wir sie später wieder treffen wollten.
Wurde unsere Runde doch zeitlich länger als von mir im Vorhinein gedacht (dazu kamen Regenklamotten anziehen / ausziehen, eine kleine Verletzung, kurze Wegfindungsprobleme und immer wieder diese traumhafte Natur und Landschaft genießen), so erlebten wir doch eine überragende Bergtour in immer wieder einem Gruppengefühl, das sich nicht beschreiben läßt, für das ich so dankbar bin und auch so überwältigt davon, daß ich es selbst kaum glauben kann.
Nach kurzem Aufenthalt auf dem Marchkopf, der einfach sein mußte, und einem danach etwas schwierigen Ab- und Wiederaufstieg trafen wir uns alle am Kreuzjoch wieder, um hier noch eine ausgelassene halbstündige Pause zu machen, um die Aussichten in alle Richtungen zu genießen und etwas zu essen – Kraft tanken. Ich denke, die Tour hat gefordert, aber keinen überfordert, was mir die freudigen Gesichter aller verrieten.
Ab hier ging es nun fast nur noch bergab, bis auf einen kleinen 50m Zwischenanstieg zum Rauhenkopf und dann endgültig in den Abstieg hinein. Wunderschöne Gratwanderung und nun auch richtig tolles Wetter mit tollen ungefährlichen Wolkenbildern am Himmel. Kontraste der Farben – einfach fantastisch.


Am Melchboden (ca. 5km vor dem Auto) entschieden wir uns nun, bei dieser Tour hier unsere Abschlußeinkehr zu machen. Wir saßen in der Sonne, manche auch im Schatten, bei herrlichem Bergwetter und leckerem Almschmaus, bevor wir uns zum letzten Rest dieser wunderschönen Wanderung aufmachten, die nochmals tolle Wege bot. Anstrengende knapp 15km mit 930m hoch und 1300m runter lagen hinter uns – das Ganze summiert mit diesem tollen Gruppenerlebnis über die knapp drei Tage – kaum zu toppen wie eigentlich immer, wenn 3F unterwegs ist.


Ich bin einfach nur dankbar mal wieder – ansonsten fehlen mir gerade die Worte, weil’s unbeschreiblich ist! 63. Tour, davon die 10. Bergtour mit Euch… Einfach nur DANKE!

Klettersteige am Dachstein 21.-23.06.2024

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21.06.2024

Im März meldete ich mich zu einer Tour über den DAV an: Klettersteige am Dachstein für ein Wochenende. So starteten am Freitag in der Früh 6 Personen in 2 Autos, um nach Ramsau am Dachstein zu fahren. 3 der anderen Teilnehmer kannte ich bereits. Nach zähem Verkehr kamen wir kurz nach Mittag auf dem vorgesehenen Parkplatz an und starteten den Aufstieg. Ca. 1000hm lagen vor uns direkt hinauf zum Guttenberghaus. Es ging ohne viel Hatsch gleich steil bergan, lange Zeit allerdings noch auf einem Fahrweg bis zur Talstation der Materialseilbahn der Hütte. Hier begannen dann noch ein wenig steilere Bergwege. Das Wetter war gut, nur kurz vorm heutigen Ziel bekamen wir kurz etwas Regen ab, was uns immerhin die Regenklamotten anziehen ließ. Da wir leider recht langsam waren in der Gruppe, blieb nach Ankunft auf der Hütte keine Zeit mehr übrig, um einen angedachten kleinen Klettersteig nebenan zu begehen.

So gab es nur noch unser 6er Zimmer zu beziehen und uns dann zum Abendessen zu versammeln. Heute war wenig los hier. Wir besprachen kurz den nächsten Tag, vereinbarten aber, das Wetter am Morgen abzuwarten, da es nicht danach aussah, daß wir trocken bleiben sollten.


22.06.2024

Nach einer für mich unruhigen Nacht mit starkem Regen und Gewitter trafen wir uns um 7 Uhr zum Frühstück. Der Regen hatte aufgehört und es sah garnicht mal mehr so schlecht aus. Zwar wenig Sicht wegen dicken Wolken, aber Regen war eigentlich keiner mehr auf dem Radar, was sich dann auch bewahrheiten sollte.
Um kurz nach 8 Uhr ging’s los zur Gruberscharte und dann hinein in den Ramsauer Klettersteig / Höhenweg. Der Weg war toll und die Bilder richtig gut, wenn auch wenig Sicht. Nur ab und zu hat es aufgerissen, so daß wir auch den Dachstein mal direkt vor uns hatten. Geht viel auf und ab, immer wieder seilversichert bis Kategorie C, was auf die Länge am Ende auch etwas kräftezehrend war.

Hat riesig Spaß gemacht. Nach dem Klettersteig dann der Rückweg mit noch vielen Schneefeldern und immer diesiger, aber gemeinsam fanden wir den Weg zurück zur Gruberscharte und schließlich zur Hütte, auf der wir uns frisch machten und danach zu Abend aßen, um dann noch lustig miteinander zu plaudern.


23.06.2024

Heute war eigentlich noch ein Klettersteig im Visier, den wir aber aufgrund des Regens über Nacht dann doch nicht angingen. Plan B war ein anderer, längerer Weg nach unten, der sich als wunderschön erweisen sollte mit Blick noch auf den Hölltalsee und Abstieg durch’s Silberkar. Vorbei an der Silberkarhütte, in der wir noch einkehrten und uns stärkten, bevor wir gar zum Auto hinunterliefen und dann heimfuhren.


Alles in Allem ein sehr gelungenes Wochenende.

Ausbildung zum Wanderleiter DAV im Harz 02.-08.06.2024

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Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muß anders werden, wenn es besser werden soll.

Unter diesem Motto entschied ich mich, 2024 meine Ausbildung zum DAV Wanderleiter für den DAV Bayreuth zu machen und sollte somit die erste Juniwoche des Jahres in Ilsenburg im Harz verbringen.


02.06.2024

Nachdem ich schon am Tag vorher alles gepackt und die Wochen vorher einiges gelesen und gelernt hatte, fuhr ich Sonntag gegen Mittag los in Richtung Norden. Da Bernburg an der Saale, die Geburtsstadt meines Papas, unweit meiner Wegstrecke lag, bog ich hier zunächst noch ab, um mich ein wenig in der Stadt umzusehen und auch das Haus erneut von außen anzugucken, in dem er bis zu seinem 18. Lebensjahr aufgewachsen war.

Dann ging’s weiter nach Ilsenburg zunächst zum Bahnhof, um noch eine weitere Teilnehmerin unseres Kurses abzuholen, und dann zum Hotel im Ilsetal. Von hier aus war ich 2012 bereits auf den Brocken gewandert und erkannte alles gleich sofort wieder.
Nachdem ich mich mit meiner Zimmerkollegin bekannt gemacht und alles ausgepackt hatte, ging’s auch gleich zum ersten gemeinsamen Abendessen. Wir waren 7 Teilnehmer und sehr bald stellte sich heraus, daß ich unseren Ausbilder bereits kannte, bei dem ich vor 13 Jahren einen Kletterkurs absolviert hatte. Alle anderen waren aus ganz Deutschland angereist.
Kurz nach dem Abendessen ging’s auch gleich los im Kursraum, der uns für diese Woche zur Verfügung stehen sollte. Es wurde uns eine kurze Übersicht über die kommende Woche gegeben.


03.-07.06.2024

Nach dem gemeinsamen Frühstück sollten wir uns nun täglich um 9 Uhr treffen – mal im Kursraum, mal gleich zum Wandern. Gewandert wurde jeden Tag, um alle Inhalte der Ausbildung auch recht praxisnah zu erfahren. Bei den Strecken um die 10km lernten wir einiges an Naturkunde, Wetter, Orientierung mit Karte und Kompaß, Erste-Hilfe-Maßnahmen und Möglichkeiten der Bergrettung sowie sicheres Gehen auf unterschiedlichen Untergründen im Gelände mit und ohne Wanderstöcke. Vervollständigt wurde das Ganze dann in Theoriestunden im Hotel, die bis spät in den Abend hineingingen. Da ging’s dann um Tourenplanung mit der Karte, aber auch mit unterschiedlichen Apps, und natürlich um Rechtliches bei der Durchführung von geführten Touren für den DAV.
Zum Abschluß machten wir am letzten Tag der Ausbildung eine knapp 20km Wanderung, die wir selbst geplant hatten. Es gab für jeden einen Praxis- sowie einen Theorieteil als Prüfung.


08.06.2024

Mit zweien der Teilnehmer ergab sich für Samstag noch eine längere Wanderung u.a. über den Brocken, bevor ich anschließend wieder nach Hause fuhr. Von nun an stehe ich also dem DAV Bayreuth als ausgebildete Wanderleiterin zur Verfügung.

Teneriffa 19.-28.12.2023

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Mitte Oktober entstand eine Idee, wie ich Weihnachten verbringen könnte. Eins gab das Andere und so kam es dazu, daß wir uns zu viert fanden, um eine 10-tägige Wanderreise nach Teneriffa zu planen. In einem Teamsmeeting und einem realen Treffen war dann recht schnell alles organisiert: 10 Tage Appartment und Mietauto auf Teneriffa gebucht sowie auch der Flug ab Nürnberg. Nicole, Max, Reiner und ich. Ich plante ausreichend Wandermöglichkeiten verteilt über die ganze Insel inklusive Teide-Besteigung, dem mit Abstand höchsten Berg von Spanien mit 3718m.

Im Vorfeld hatte ich bereits Gran Canaria, Fuerteventura, La Gomera und La Palma bereist und teilweise bewandert, wobei die anderen 3 noch nicht viel von den Kanaren gesehen hatten. So hatte ich die Wahl für Teneriffa getroffen, da mir die Insel bis auf einen Zwischenstopp auf dem Weg nach La Gomera bislang unbekannt geblieben war. Was wir letztlich hier entdecken sollten war mehr als spannend und abwechslungsreich. Ich denke, im Nachhinein übertraf dieser Urlaub unser aller Erwartungen um ein Vielfaches.


19.12.2023

Da wir uns für den frühen Flug entschieden hatten, sollte die Nacht recht kurz werden. Um 1.20 Uhr holte Nicole mich ab, um 2 Uhr trafen wir bei Bamberg auf Max und Reiner und machten uns auf den Weg nach Nürnberg zum Flughafen. Es klappte alles reibungslos und um die Mittagszeit landeten wir am Flughafen Teneriffa Süd, holten dort unser Auto ab und fuhren zur recht nahegelegenen Unterkunft im Süd-Westen der Insel quasi direkt am Meer. Dort empfingen wir die Schlüssel zum Appartment und alle nötigen Informationen. Wir genossen ein Ankommensbier und richteten uns ein bevor wir ein bißchen die Örtlichkeiten ausfindig machten, den nächsten Tag besprachen und abends zum Essen in eine Pizzeria gingen. Wahnsinnig lang wurde der Abend nicht, da wir doch etwas müde waren.


20.12.2023

Die heutige Wanderung sollte zwar einigermaßen hoch hinausgehen aber dennoch ein Einlaufen sein. Wir frühstückten gemeinsam, packten etwas Brotzeit und zu trinken ein und fuhren dann eine dreiviertel Stunde in Richtung Zentrum der Insel, von wo aus wir erstmal eine Touri-Wanderung machten um den Roques de Garcia herum, um uns dann noch dem Guajara anzunehmen mit 2715m. In Summe ca. 15km bei knapp 900hm Auf- und Abstieg in herrlichstem Sonnenschein. Der Blick auf den Teide ist hier beinahe andauernd gegeben und es ging gleich richtig toll los, was Wege und Eindrücke anging. Das Abschlußbierchen auf einer Besucherterrasse im Canada Blanca ließen wir uns nicht nehmen bevor es zurück zur Unterkunft ging. Die ersten tollen Eindrücke hatten wir inne.


Die Abende gestalteten sich meist recht ähnlich jeden Tag, weshalb ich sie nicht jedesmal ausführen werde: einkaufen, was benötigt werden würde, heimkommen, duschen, kramen, den nächsten Tag besprechen, Wecker stellen, essen und ab und an mal ein Kartenspielchen zum Abschluß – immer schön!


21.12.2023

Der zweite Tag führte uns ganz in den Nord-Osten von Teneriffa, wo wir auf der 1,5h langen Fahrt alles bishin zum Starkregen durchleben durften. Das Wetter war zunächst mäßig, was uns auch noch im Auto sitzen bleiben ließ bevor wir losgingen. Dann aber durchwegs trocken. Wir fanden hier eine komplett andere Landschaft vor als am ersten Tag und gingen einen tollen Wanderweg, der laut den Schildern von der einen Seite aus eigentlich gesperrt war, aus welchem Grund auch immer. Wir konnten den Grund nicht finden und liefen einen einsamen Bergpfad entlang der Steilküste – wunder- wunderschön! Später hoch ansteigend auf über 600m durch Wälder und über spannende Pfade. Über 15km und knapp 1200 Höhenmeter bewältigten wir bevor wir in Benijo in einer kleinen untouristischen Kneipe einkehren gingen. Lustiges Ambiente hier mit Einheimischen und leckerem Essen. Wir kamen erst im Dunkeln zurück zur Unterkunft nach einem anstrengenden Tag, der dennoch wunderschön war.


22.12.2023

Heute ging’s dann in den Nord-Westen der Insel, dennoch mehr am Berg als an der Küste – Vulkangestein, Chinyero-Umrundung, lange Tour mit gut 20km und knapp 800hm. Das Wetter anfangs sehr bewölkt mit wenig Sicht löste sich gegen Nachmittag auf, so daß wunderschöne Fotos entstanden. Unterwegs aßen wir Feigen frisch vom Kaktus und Mandeln frisch vom Baum, im Blickfeld immer wieder der Teide und natürlich der Vulkan Chinyero. Bizarre Landschaften weit und breit. Nach ca. halber Strecke, auf der wir richtig getrödelt hatten, drückte ich etwas auf’s Tempo, als wir auch noch einen Umweg laufen mußten. Dennoch hat alles tadellos funktioniert und wieder war die Tour eine völlig andere als die Vorherigen. Die Vielfalt der Insel wurde uns so langsam richtig vor Augen geführt – einfach irr!


23.12.2023

Legten Max und ich die Teide-Besteigung gestern auf den 25. fest, so nahm ich mich an diesem Tag spontan raus aus der Gruppe und blieb in der Unterkunft. Ich wusch unsere Wäsche und machte etwas sauber während die anderen drei bei nicht ganz so tollem Wetter eine Wanderung im Nord-Westen näher an der Küste machten. Gegen elf Uhr startete ich aber auch, um ein Stück an der Küste entlang zu gehen, entspannt im Meer zu baden und dann nach ca. 5km einen Sangria zu genießen. Tat mir auch einfach gut, mal allein zu sein. War dann noch auf unserem Balkon und habe gelesen und entspannt bis die anderen durchnäßt zurückkamen. Hier hatte es keinen Niederschlag gegeben.


24.12.2023

In Anbetracht unseres Vorhabens am nächsten Tag stand heute nur eine etwas kleinere Tour auf dem Programm. Wir starteten am Vilaflor zu ca. 15km und 850hm, um dort den Heilig Abend zu wandern. Pinienwälder und bizarre Felsen ragten immer wieder vor uns auf. Wir genossen das wieder stabilere Wetter und die neuen Eindrücke von Tag zu Tag. Was gibt es hier nur alles zu entdecken..


25.12.2023

Waren wir bislang immer gemeinsam schlafen gegangen, so hatten wir unsere Routine diesmal geändert. 9 Uhr war Bettzeit für Max und mich gestern gewesen, da wir heute den Teide angehen wollten und dieses Unterfangen auch in die Tat umsetzen sollten. Nicole und Reiner konnten ausschlafen während wir beide nach einer Tasse Kaffee um halb 3 losfuhren. Auf um die 2000m Höhe glitzerte die Straße – es war eisig kalt. Wir fuhren zu dem Parkplatz, an dem wir am ersten Tag schon gestartet waren, und packten uns ein. 1600hm Aufstieg lagen vor uns, wozu wir die ersten 4h mit Stirnlampe im Dunkeln laufen sollten bei 7-8 Grad Minus. Die Wegfindung ging insgesamt gut, auch wenn man sich schon umstellen muß. Ist einfach alles anders als tagsüber. Teilweise waren die Steine vereist rutschig. Ich war nicht sicher, ob ich das schaffen würde. Dankbar meinem tollen Wegbegleiter, der die Übersicht mit im Blick hatte und mich zu keiner Zeit gedrängt hat. Langsam wurde es dann auch heller und das Ziel kam in Reichweite. Krasse Momente, wenn auf dieser Höhe die Sonne langsam aufgeht und man gleich auch die Wärme der zarten Strahlen spüren kann. Nach ca. 5h waren wir an der Seilbahnstation oben und machten dort die erste richtige Pause von 10 Minuten nach dem Einstieg in den Gipfelanstieg. Meine eine Flasche mit Tee war einigermaßen gefroren, so daß ich daraus nicht trinken konnte – die Flasche im Rucksack war kalt aber gut trinkbar. Einige Leute kamen uns entgegen, die wohl biwakiert oder schon eher losgegangen waren von der anderen Seite, und nach weiteren 20 Minuten waren wir allein am Gipfel. Auch hier war es kalt, aber neben den Löchern, aus denen der Schwefel aufstieg gab es richtig warme Luft, die stank. Auch wenn ich schon viele Gipfel bestiegen habe, war dies doch wieder ein ganz besonderer Moment – bin unglaublich dankbar, sowas erleben zu dürfen. Wir tranken zu zweit nur eins der Gipfelbiere. Eine kleine Belohnung mußte einfach sein. Dann ging’s schnell wieder bergab. Erst an der Selbstversorgerhütte Refugio de Altavista auf 2360m machten wir richtig Pause um was zu essen und die warme Kleidung abzulegen. Zügig liefen wir den Berg hinunter und waren dann um dreiviertel 1 am Bus auf 2300m ca., der uns zurück zum Auto brachte. Es war schon unglaublich, dieser Tag bei 19km, 1627hm hoch und 1417 runter.


Abends trafen wir uns alle wieder, aber Max und ich gingen doch bald schlafen nach diesem anstrengenden Tag.


26.12.2023

Nach einem heftigen Tag zu ruhen stand nicht auf der Liste, von daher ging’s am nächsten Tag gleich weiter. Tunnelwanderung im Nord-Westen von Teneriffa stand an. Daß es so hart werden würde hatte ich nicht auf dem Schirm, aber vorweg – es hat funktioniert, auch wenn wir einen Teil auslassen mußten.
Der erste Tunnel war gleich mal gesperrt, so änderten wir den Plan und liefen durch den Nächsten, durch den wir am Ende auch wieder runter mußten. Ellenlang Tunnel, bei dem selbst Nicole und ich teilweise den Kopf einziehn mußten. Wir kamen in einer anderen Welt raus nach bestimmt 2km Tunnel. Ein Weg entlang einer Wasserleitung, ausgesetzt, schwierig, dann durch den nächsten Tunnel hinein in eine verlassene Schlucht, durch die die Wegfindung doch nicht ganz einfach war. Abenteuer pur, das wir alle zusammen hinbekommen haben, hinunter zum Meer. Eine Bucht, die wohl nicht viele erwandert haben. Es waren viele dicht bewachsene Pfade und Kletterstellen zu überwinden, durch die wir alle zusammen halfen und schwer zu gucken hatten, wo wir durchkommen könnten. Letztlich fanden wir den Weg. Wir liefen hinunter, machten am Meer Pause und dann ging’s wieder hoch – wieder suchend nach Pfaden. Langer heftiger Tag mit knapp 18km und 900hm – Ihr habt das alle super mitgemacht!!


27.12.2023

Der letzte Wandertag stand an, den allerdings nur Max und ich nochmal nutzten, während die anderen beiden Küste und Meer genossen. Es ging mit dem Auto gen Norden nach Aguamansa auf ca. 1200m hoch, von wo aus wir nochmal die 2000er Marke knacken sollten, um den Montana de Limón zu besteigen, ca. 900 hoch und wieder runter auf 13km. Der Weg wieder toll durch hauptsächlich Pinienwälder oft mit Blick zum Meer. Leider war hier sehr viel Wald richtig komplett verbrannt. Einige Ecken sehen nicht danach aus, wie wenn sich wenigstens die starken Bäume wieder erholen würden – das waren schon sehr skurrile Formen und Farben auch – das verkohlte Schwarz gegen die rote oder braune Erde, gegen den dunkelblauen Himmel und gegen das zarte Moos, das sich teilweise am Boden gebildet hatte. Wir standen hier oben nochmal vis-à-vis zum Teide und verabschiedeten uns langsam von dieser tollen Insel.

Zum Abschluß fuhren wir noch nach Los Gigantes, um dort ein Bier am Hafen mit Blick auf die irren Klippen zu trinken, und dann zurück zur Unterkunft. Wir gingen ein letztes Mal zum Essen und genossen das letzte Bier auf unserem Balkon.


28.12.2023

Es wurde nochmal gemeinsam gefrühstückt und dann alles flugtauglich wieder zusammengepackt, so daß wir gegen 10 Uhr die Unterkunft räumen konnten. Da noch etwas Zeit war, fuhren wir noch zu einem Strand, an dem wir unsere letzten Bierreserven leerten und ein letztes Mal die Füße ins Wasser des Atlantik tauchten. Wieder ein ganz toller Sonnentag, an dem der Abschied schon schwer fiel.

Die Rückgabe des Autos und alles Weitere erfolgte problemlos, gegen 23 Uhr landeten wir in Nürnberg und kamen alle gut nach Hause.

Resümee der Reise sind tausend Bilder im Kopf, Bilder der unterschiedlichsten Naturen, wie es abwechslungsreicher auf so engem Raum wohl kaum sein kann. Die Kanaren werden wohl immer wieder Ziel für mich sein und auch die anderen waren mehr als angetan von dieser Vielfalt, die es hier zu erleben gibt.

Wieder und wieder bestätigt sich das ewig gültige Zitat von Goethe: „Nur wo Du zu Fuß warst, bist Du auch wirklich gewesen.“ Sehr viel noch gibt es hier zu entdecken!

Tschechien 29.10-01.11.2023

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Die zwei Tage vor Allerheiligen boten sich an, um ein langes verlängertes Wochenende zu machen, so beschlossen Nicole und ich. Da hier Herbstferien sind zu der Zeit und viel los überall, sprachen wir über Tschechien. Wandern, Prag, Theresienstadt KZ, Pilsen, Karlsbad… Viele Ideen.
Kurzfistig schloß sich Lissy noch an und wir trafen uns im Vorfeld, um unsere Ideen zu konkretisieren und Unterkünfte zu buchen – zwei Nächte in Prag und eine in Karlsbad kamen dabei raus.

29.10.2023

Wir starteten hier um halb 7 bei Nicole, um an diesem Tag nach Kokorin zu fahren und eine Wanderung zu machen. Die Fahrt verlief gut – um kurz nach 10 konnten wir loslaufen. Das Gebiet liegt noch mitten im Elbsansteingebirge und so hatten wir tolle Felsformationen vor uns und super Wanderwege auf der ganzen Strecke mit dem Ende der gut 20km Wanderung auf der Burg Kokorin. Die frische Luft tat einfach gut zum Auftakt unserer 4-tägigen Reise.
Die Wippe war allerdings nicht ganz so prickelnd im Ausgang..

Im Anschluß fuhren wir nach Prag zum gebuchten Hotel. Parkplatzsuche war nich ganz einfach, aber ein junges Tschechenpärchen half uns beim Lösen eines Parktickets bis zum nächsten Morgen. Prag mit dem Auto ist keine gute Empfehlung, so wie wir auch am nächsten Tag wieder feststellen mußten. Die Unterkunft war super und nicht weit vom Zentrum entfernt. Liefen dann abends noch in die Richtung aber nicht mehr weit, fanden eine nette Tschechische Kneipe, in der wir was essen und trinken konnten.


30.10.2023

Gemütliches Frühstück im Hotel und dann ging’s in Richtung Theresienstadt – Besuch im Konzentrationslager. Wir kamen da an. Die Stadt schaut irgendwie verloren aus und das KZ am Rande setzt ihr das Übrige auf – ein Gefühl von Bedrücktheit steigt hier schnell auf, und so soll’s auch sein irgendwie. Wir liefen durch dieses Lager und betrachteten uns vieles sehr genau, ließen uns richtig Zeit. Es ist ein Ort, an dem man anfängt nachzudenken. Unvorstellbar, was hier passiert ist. Ich war in Buchenwald, Dachau und Flossenbürg schon gewesen, aber da ist einiges auch verfallen. Hier scheint alles wie damals zu sein. Die Gebäude sind sehr gut erhalten, man kann sich förmlich vorstellen, wie es hier abgegangen sein muß oder auch nicht. Es ist alles sauber und menschenleer, wo zu hunderten / tausenden die Menschen gelebt oder nicht mehr gelebt haben in Hoffnung und Verzweiflung gleichermaßen während dieser irren Zeit des 2. Weltkrieges. Es ist einfach nicht auszumalen und schon gar nicht zu beschreiben. Ich fühle mich irgendwie falsch hier und will sowas doch immer wieder sehen. Wie gut es uns doch eigentlich geht – das sollten wir nie vergessen.
Die bedrückte Stimmung hielt an, auch wenn wir Mittags beim Rausgehen erstmal auf einer Bank etwas Brotzeit machten. Jeder in Gedanken versunken. Wegschauen ist keine Lösung!


Wir fuhren zurück nach Prag, suchten dort wieder Parkplatz, was uns gelang, und gingen noch etwas durch die Stadt. Im Dunkeln funkelten die Lichter in der Moldau, die Wehre, die Brücken – es war schon toll dort.


31.10.2023

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg in Richtung Karlsbad, wo wir heute eine 15km Runde wandern wollten. Wir fanden den Parkplatz und gingen durch tolle Laub- und Mischwälder vorbei an einem riesigen Wildgehege mit Wildschweinen und Rotwild. Ab und zu etwas Niesel, aber nicht schlimm. Bis hin zum Dianaturm, auf den wir hoch stiegen. Hier hätte man bei gutem Wetter wohl eine tolle Fernsicht gehabt. Dann wieder runter und noch ein wenig durch die Stadt. Wir machten eine Straße aus, in der wir über Nacht parken wollten, gingen noch wo was trinken und dann zum Auto, danach ins Hotel. Hier hatten wir eine kleine Wohnung für uns, und so entschieden wir uns, dann kurz was essen zu gehen und danach mit einer Flasche Wein hoch auf’s Sofa. Es war ein interessanter Heimabend. Redeten viel.


01.11.2023

Heute hier auch wieder Frühstück und dann los nach Loket auf dem Weg in Richtung Heimat. Hatten hier noch eine gut 20km Wanderung vor uns, auf der wir die Hans-Heiling-Felsen zu sehen bekamen, die Burg Loket und sonst viele bunte Laubwälder im Herbst. Sie bildete den perfekten Abschluß unserer Tour, nach der wir uns in Auto setzten und heimfuhren.


Was für gelungene und ausgenutzte Tage – es war einfach nur toll für mich und vermutlich auch für uns alle!

Frühstartertour Guffert – Brandenberger Alpen (2195m) 08.10.2023

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…erste und vermutlich einzige Frühstartertour für mich in 2023…

Rezept:
Wie immer : Man nehme diesmal 7 Leute mit guter Laune und Lust auf Berge, packe sie in zwei Autos, nehme unterwegs noch eine 8. Person mit, fahre nach Steinbach am Rofan und los geht’s…
Zubereitung:
sehr simpel
Zubereitungsdauer:
…viel zu schnell vorbei…

2 Tage Ammergauer Alpen – 1 Übernachtung im Caddy – Hochplatte und Teufelstättkopf 02.-03.10.2023

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Langes Wochenende mit Brückentag, da Dienstag Feiertag und ich war daheim am Werkeln im Garten und im Haus, immer wieder mit Blick auf das Bergwetter, das gigantisch war gerade für diese Jahreszeit. Spät aber doch, am Sonntag Abend packte ich meine 7 Sachen zusammen, um noch 2 Tage mit dem Caddy in die Ammergauer zu fahren. Die Touren hatte ich schon im Frühjahr geplant, als mir das Wetter dann doch wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Diese sollten es werden und ich studierte sie nochmal genau.


02.10.2023

Ich fuhr um 5 Uhr früh hier los, kam super durch und war um kurz nach 9 an der Ammerwald Alm, an der ich mir den letzten freien Parkplatz sichern konnte, bereit zum Loslaufen. Es ging ziemlich schnell recht steil nach oben. Es war ungewöhnlich warm für diese Jahreszeit. Mit leicht schweren Beinen kämpfte ich mich hoch, da ich am Tag vorher noch laufen gewesen war, aber die Ausblicke und das Panorama war einfach phänomenal. Auch ließ der Aufstieg zur Hochplatte keine Wünsche offen an diesem wunderbaren Sonnentag. War’s schon im unteren Bereich nicht langweilig, so wurde es oben dann richtig lustig mit kleinen Kraxeleien, dann wohl Kletterstellen im 2. Grad und ein paar seilversicherten Stellen. Meistens störten die Versicherungen eher, aber an einer Stelle hätte ich nicht ohne Seil abklettern wollen. Auch wenn es weiter unten noch recht verlassen war alles, so wurden es Richtung Gipfel dann doch einiges an Leuten, da es mehrere Aufstiegsmöglichkeiten gibt. Nach insgesamt 3h war ich am Kreuz angekommen und ließ mir hier eine halbe Stunde Zeit, um die Aussicht auf Zugspitze, die Geierköpfe, den Daniel, den Foggensee und auf vieles andere zu genießen. Auch ein paar lustige Plaudereien gab es mit den ein oder anderen Leuten, die das Dasein hier genossen.

Der Abstiegsweg war ebenfalls nochmal kraxelich und schön. Hier gab es einen Kreuzungspunkt, wo man absteigen konnte, aber ich wollte ja noch über die Weitalpspitz drüber. Der Weg war nichtmal angeschrieben, aber es waren doch deutliche Trittspuren erkennbar. Zudem hatte ich den Track auf der Uhr. Nach kurz nochmal orientieren lief ich los und war nun völlig allein. Hier gingen wohl wirklich nicht viele. Der Weg war aber gut zu finden und ich stand mutterseelenallein am Gipfel bis sich nach ca. 15 Minuten doch noch zwei Wanderer hierher verirrt hatten.

Sie liefen gleich durch, ich blieb noch ein wenig bis ich mich auch auf den Weg machte. Im Abstieg sollte ich sie dennoch recht schnell überholen. Weiter unten traf ich dann doch noch einen recht alten klapprigen Mann, der auf einem Baumstamm hockte und am Handy guckte. Mit ihm nochmal ein sehr nettes Gespräch. Er war wohl tatsächlich auch auf dem Gipfel gewesen und ruhte gerade etwas aus. Das bewundere ich wirlklich – der war sicher weit über 70.
Runter ging’s dann gar schnell und um 15.30 Uhr sowas war ich am Auto zurück.
Ich checkte kurz wo tanken, wo Supermarkt und fuhr los. Einkaufen und tanken in Oberammergau und dann zu einem Stellplatz mit Toilette in Unmterammergau, wo ich am nächsten Tag direkt würde loslaufen können. Habe mich dann da hingestellt und alles für den nächsten Tag gerichtet.

Wäre gerne noch in einen Biergarten oder so gegangen, aber hier hatte einfach alles geschlossen. Es war nichts in der Nähe zu finden. Nochmal mit dem Auto wegfahren wollte ich nicht, da dann mein schöner Platz weg gewesen wäre. Es war hier doch reges Ankommen und über Nacht schließlich war der Platz wohl voll. So gab’s die zwei kühlen Bierchens aus dem Supermarkt und ich ging bald schlafen. Müde war ich schon auch nach dem langen Tag.


03.10.2023

Das Aufstehen fiel recht leicht, die Sonne kam so langsam vor, es gab einen Kaffee vom Gaskocher und eine Scheibe Brot. Um halb 8 lief ich los. Es ging lange durch den Wald und sehr schnell wurde der Weg sehr steil. Nach ca. einer halben Stunde war wieder der von mir geplante Weg nicht mehr angeschrieben. Ich prüfte nochmal alle Karten und Routen und nahm wieder meinen Weg, der definitiv einer war. Es ist der Gipfel Rosengarten ein wunderschöner Fleck mit toller Aussicht, aber wohl auch selten begangen, so war ich lange alleine unterwegs.

Erst ab der Kuhalm traf ich wieder auf Leute. Ab hier ging’s dann hoch auf den Teufelstättkopf. Der Weg nicht ganz so imposant wie gestern, aber am Schluß dann noch ein Stückchen Kraxeleinlage. Dennoch ein toller Berg mit toller Sicht und der Tag nochmal fantastisch.

Hielt mich hier allerdings nicht mehr so lange auf, da ich ja auch noch die Heimfahrt vor mir hatte. Ging dann zum August-Schuster Haus, wo ich mir ein Bier genehmigte. 3 Euro – das sollte für eine Berghütte mal erwähnt werden… Dann ging’s bergab. Auch wieder nicht den Fahrweg, sondern unbeschildert durch den Wald und dann noch durch die Schleifmühlklamm, die zwar nicht riesig imposant aber doch sehr schön ist.
Gegen 13 Uhr war ich am Auto, um ca. eine halbe Stunde später heimwärts zu fahren. Die Fahrt lief sehr gut und Ammergauer jederzeit gerne wieder!!

Berchtesgaden mit Hochkalterüberschreitung (2608m) 09.-10.09.2023

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War denn da die Watzmannüberschreitung geplant und angedacht?? So starte ich doch erstmal mit dem Hochkalter vis-à-vis des Watzmann. Was nun schwerer oder leichter ist, ist wohl umstritten, vermutlich ist der Hochkalter nur einfach von der Blaueishütte aus nicht ganz so lang wie die Watzmanüberschreitung vom Watzmannhaus bis zur Wimbachbrücke.
Egal, das Wochenende stand bevor und erst Freitag früh entdeckten wir zufällig, daß auf der Blaueishütte noch Lagerplätze für Samstag frei waren. Damit stand eigentlich schon die ganze Planung. Fast jedenfalls. Die Runterfahrt, der Aufstieg zur Hütte und die Schärtenspitze waren für Tag 1 angedacht, Hochkalterüberschreitung dann am Sonntag, und so ging’s los.


09.09.2023

Um 4.15 Uhr Start zu Hause und 4h später loslaufen am Hintersee in Berchtesgaden zur Blaueishütte. Ist das Ganze unten mit drei Stunden angeschrieben, so verkürzte sich der Aufstieg für uns schonmal auf zwei, ohne dabei zu hetzen.

Wir genossen kurz die Sonne neben der Hütte und ließen unser Gepäck, das wir nicht benötigten, da. Nur leichter Wanderrucksack mit ausreichend Wasser sollte mitkommen, da es ordentlich warm werden sollte. So gingen wir hoch zur Schärtenspitze mit ein paar kleinen Kraxeleien und dann noch über den Steinberg, da wir uns den spontan auch noch locker zutrauten.

Das Schwierigste an diesem Tag war wohl der Abstieg von dort, der sehr zugewuchert war und auch steil, scheinbar sehr wenig begangen. An der Hütte hatten wir trotzdem knapp 1600m im Aufstieg und 760 Abstieg auf der Uhr, was reichte, uns aber beiden vollkommen getaugt hatte.

Wir bekamen unser Lager im Nebenhaus, was nicht voll ausgebucht war und verbrachten einen gemütlichen Hüttenabend mit Karte studieren und netten Gesprächen.


10.09.2023

Um 6.30 Uhr frühstückten wir, machten uns bergfertig und starteten gegen 7.15 Uhr. Diesmal komplettes Gepäck inklusive ausreichend Wasser. Zunächst führte der Weg den selben Pfad wie am Tag vorher nach oben, bevor wir nach rechts abzweigten in eine Schuttrinne hinein, die sich steil nach oben zog. Oben angekommen beginnt 1er bis 2er Plattenwerk gut markiert nach oben durch ein paar Latschen durch und schon waren wir am Schönen Fleck.

Immer wieder leichte Klettereien folgten zwischen dem Gehgelände und unmarkiert nahmen wir dann auch noch den Rotpalfen (2367m) mit, bevor es weiter über Kleinkalter (2513m) hinauf zum Gipfel des Hochkalter (2608m) ging.
Dort oben war leider die Hölle los, aber bei diesem tollen Wetter sicher nicht ungewöhnlich für diesen wunderschönen Fleck Erde, von dem man beeindruckende Blicke in alle Richtungen hat. Immer wieder sah man auch auf den Blaueisgletscher, der wahnsinnig steil unter der Blaueisspitze liegt. Was ein Traumtag! Hatte ich anfangs mir alles so recht und schlecht zugetraut, so war nun die Erkenntnis, daß ich technisch keinerlei Schwierigkeiten gehabt hatte und jederzeit eine solche Tour würde wiederholen können.

Körperlich allerdings war ich bereits ab dem Kleinkalter etwas wackelig auf den Beinen. Vielleicht war die Tour am Tag vorher und jetzt schon wieder das hier doch zu viel gewesen. Aber es gab kein zurück und nach ca. einer halben Stunde am Gipfel machten wir uns auf den Runterweg. 1800hm bergab lagen vor uns, was nicht wenig ist. Zunächst ging es irre steil nach unten, kleine Stellen zum abklettern, aber auch ganz viel steile grieseliche Stellen, an denen man leicht ins Rutschen kommen konnte. Da meine Beine zitterten ging ich sehr vorsichtig und fühlte mich, als wäre ich zum ersten Mal in so einem Gelände unterwegs. Ich nervte mich teilweise selbst mit meiner umständlichen Kletterei und dem furchtbaren Gang. Irgendwann, wenn auch langsam, gelangten wir zur Ofenscharte, von wo aus ein langer Geröllabstieg weiter nach unten führte. Hier ging es etwas besser und ich konnte zumindest ein bißchen abschottern. 800m nach unten waren geschafft, als auch das Geröll zuende war.

Hier machten wir nochmal Pause bei einem Müsliriegel und nun im Schatten, nachdem uns von früh an die Sonne auf den Pelz gebrannt hatte. Noch immer lagen 1000m abwärts vor uns und ich hatte etwas Bammel. Fast alle anderen hatten uns überholt und waren unter uns verschwunden. Dennoch ab hier ging es dann besser und meine Beine wurden zum Glück wieder stabil, so daß wir zügig nach unten laufen konnten. In Summe waren es am Ende 800m hoch und 1833m nach unten bei 14km, was hierfür auch noch eine ganz beachtliche Strecke ist.
Happy unten angekommen tranken wir noch ein Bier in einem Biergarten bevor wir die letzten Meter zum Parkplatz marschierten und heimfuhren. Was ein geiler Scheiß war das an diesem Wochenende gewesen!!