Die 53. Tour stand Anfang September 2023 an, es sollte ins Tannheimer Tal gehen von Pfronten-Steinach / Vils aus. Zwei Hüttenübernachtungen auf der Otto-Mayr-Hütte und der Bad Kissinger, dazwischen einige Gipfel. Bereits 2020 waren wir im Tannheimer Tal zur Einsteigertour auf der Landsberger Hütte – die Gegend ist eine Augenweide.
02.09.2023
Seit zwei Wochen gerade wieder zurück aus Pakistan hatte ich erneut meinen Rucksack gepackt. Um drei Uhr klingelte der Wecker und 4.40 Uhr wurde ich abgeholt. Wir waren diesmal nur zu 4., also sollte ein Auto reichen – drei Männer und ich, was in dieser Konstellation auch Premiere für mich war. Die Fahrt lief reibungslos, pünktlich waren wir am Parkplatz bei der Breitenbergbahn in Pfronten-Steinach. Von hier aus wollten wir mit dem Bus nach Vils fahren, um dort loszulaufen, aber auch diesmal wurde es wieder etwas verzwickt. Das Ticket für mehrere Tage war nur an der Kasse für die Gondel zu lösen, die um 9 Uhr öffnete. Ich wurde gefragt, ob wir mit der Bahn fahren und wo wir übernachten wollten. Den Angaben enstsprechend ohne Bahn und die zwei genannten Hütten bekamen wir kein Ticket für den Parkplatz. Bad Kissinger wäre noch ok gewesen, aber Otto-Mayr-Hütte – nein. Wieder so ein Quatsch… Nach etwas Recherche und unter Zeitdruck wegen dem Bus fand ich keinen geeigneten Parkplatz für uns, weder hier noch in Vils. Nun war guter Rat teuer. Letztlich fragten wir, ob wir stehenbleiben dürfen, wenn wir eine Talfahrt für eine Person bezahlen und das wurde uns mürrisch zugestanden. Na gut, man muß nicht alles verstehen. Der Bus nach Vils fuhr pünktlich und so konnten wir die Rucksäcke satteln und los ging’s. Zunächst recht lang eine Forsttraße hoch. Das Wetter war top. Auf der Vilder Alm gab’s gleich mal ein kühles Kaltgetränk bevor es wirklich alpin wurde.
Sehr steiler Anstieg bis zur Vilser Scharte, dann noch über die Große Schlicke mit 2059m und runter zur Hütte. Direkt neben der Otto-Mayr-Hütte ist die Füssener Hütte, eine Privathütte. Hier gönnten wir uns noch ein Bier, bevor wir zu unserem heutigen Ziel liefen, eincheckten, und frisch machten und den Abend genossen. Hatten wir eigentlich Lager reserviert, so bekamen wir für uns allein ein 4er Zimmer, was sehr angenehm war.
03.09.2023
Frühstück gab es um 7 Uhr, 8 Uhr Start. Zunächst ging es auf dem Normalweg zur Bad Kissinger Hütte, von dem wir allerdings dann abzweigten, um noch über die Läuferspitze zu klettern. 1956m hoch, aber ich hatte keine gute Beschreibung gefunden, nach der ich sicher sein konnte, daß wir da wirklich drüber gehen. Alternativen hätte es gegeben, um umzudrehen. Wir gingen und es war machbar, etwas steil und grieselig, im Anschluß eine Wand mit Seil und Trittstufen, die ausgesetzt war, aber für uns alle kein Problem darstellte. So genossen wir den Gipfel. An diesem Tag war es zwar sonnig aber etwas eingetrübt, die Sicht daher nicht ganz genial, aber gegeben. Auf der anderen Seite ging es auch seilversichert wieder runter, aber nicht mehr so ausgesetzt. So kamen wir zum Füssener Jöchel, wo wir uns an der Bergstation der Bergbahn von Grän eine kleine Rast gönnten.
Weiter ging es über die Sebenalpe zum Brentenjoch hoch auf 2000m und dann von dort ein Abstecher zum Roßberg, der etwas tiefer liegt. Hier waren paar Kletterstellen geboten und so waren wir nur zu dritt auf dem Gipfel, von dem es den selben Weg wieder zurück ging, bevor wir noch gut Pause machten und die Aussicht genossen, bevor es zur Bad Kissinger Hütte ging. Unsere Lagerplätze waren noch nicht bestimmt und so saßen wir erstmal noch beim Erfrischungsgetränk in der Sonne auf der Terrasse. Wir waren hier sehr nett und lustig von einem Unterfranken begrüßt worden, der uns später noch den Abend recht lang werden lassen sollte. Einchecken, frisch machen, Lager beziehen und Abendessen – Standardprogramm eben. Die Hütte war voll und so teilten wir unseren Tisch mit 3 lockeren Mädels, es wurde gequatscht und wieder Schnauz gespielt wie auch am Abend vorher schon. Es wurde auch einiges an Bier und Wein vernichtet, später Schnäpse und der aufgeschlossene Wirt setzte sich noch zu uns. Die Hüttenruhe um 22 Uhr für die anderen Gäste wurde eingehalten, aber bei uns dauerte es diesmal etwas länger bis wir schlafengingen.
04.09.2023
Das Aufstehen war ein wenig beschwerlicher als gewohnt, aber um 7 Uhr saßen wir beim Frühstück und gingen kurz nach 8 Uhr los zum Aggenstein hoch ohne Rucksack, dem Hausberg der Bad Kissinger Hütte auf 1987m. Das Wetter war heute wieder bombastisch, die Wolken hingen noch über dem Schwangau und darüber blauer Himmel und Sonnenschein. Danach Abstieg, nochmal Sonnenterrasse genießen auf der Hütte und runter durch die Reichenbachklamm nach Pfronten, wo es teilweise recht rutschig und steil war.
Die Heimfahrt lief gut und fast ohne Stau, und zur Einkehr beim Mann’s Bräu in Bayreuth waren wir nur noch zu dritt. Die Bilder sind atemberaubend gewesen, auch der Blick hinüber zum Vilsalpsee, wo wir vor 3 Jahren zur Einsteigertour gestartet waren. Vielen Dank wieder an die Erlebnisse mit meiner Gruppe!!
Bereits 2019 hatte Sonja mich gefragt, ob ich mit zum Trekking nach Pakistan komme. Schon einmal war der Flug gebucht und dreimal war die Reise insgesamt verschoben worden. Nun endlich – wir schreiben das Jahr 2023 – sollte die Tour endlich bevorstehen. War das Jahr bislang für mich alles andere als einfach verlaufen, so rasten die letzten Wochen und Tage vor meinem Abflug nur so an mir vorbei. Die Vorbereitung war nicht zu verachten, Ausrüstung legte ich mir noch teilweise zu und am meisten machte mir und auch den anderen das Visum zu schaffen. Sehr lange mußten wir auf dieses Papier warten, ja, für Peter kam es sogar überhaupt nicht mehr rechtzeitig an, so daß hier im Vorfeld die Enttäuschung und auch der Ärger groß waren. Aber zuviel des Vorabgeplänkels – der Startschuß war gesetzt, am 29.07. sollte mein Flieger gehen, damit ich dann vor Ort in Islamabad auf 11 weitere reiselustige Menschen treffen konnte, von denen ich bislang lediglich Sonja (und Peter) kannte. Einzig über die Whatsappgruppe fand im Vorfeld ein weinig Austausch untereinander statt.
29.07.2023
Samstag gegen Mittag holte mich Nicole zu Hause ab, um mich zum Flughafen nach Nürnberg zu bringen. Ich sollte von dort aus über Istanbul nach Islamabad fliegen und war äußerst nervös. In Nürnberg ging alles gut, aber in Istanbul, wo ich nur zwei Stunden Zeit zum Umsteigen hatte, wurde es schon knapp und hektisch. Ich wurde von einer Dame fälschlicherweise durch die Paßkontrolle geschickt, die es garnicht so benötigt hätte. Demnach standen noch zwei Sicherheitskontrollen an und ich spurtete dann kurz vor knapp zum Gate, das gerade schließen wollte – gerade noch geschafft. Um 5 Uhr morgens landete ich und wurde von Imtiaz, unserem Gruppenleiter, direkt abgeholt und von ihm und einem Fahrer zum Hotel gebracht. Da ich als Erste eingetroffen war und das Hotel noch kein Zimmer frei hatte, wartete ich 2,5h in der Lobby, bevor ich mich schlafenlegen konnte. Kurz nach 10 Uhr kam Saskia, meine Zimmer- und Zeltpartnerin für die kommenden 3 Wochen. Wir begrüßten uns kurz und ruhten dann noch etwas, bevor es gegen 13 Uhr zum Mittagessen zwei Straßen weiter ging. Es gab Gemüse, Reis, Hähnchencurry, Brot – alles Zutaten, die uns in den nächsten Tagen so immer wieder begegnen sollten. Es war lecker und viel. Anschließend wurden wir zu einem Museum gefahren über pakistanische Geschichte und es gab unseren ersten Mangoshake. Irgendein Monument, das wir uns noch ansehen sollten, hatte geschlossen, da auf hohen chinesischen Besuch gewartet wurde, und so gab’s heute nur noch Abendessen in einem riesen Lokal auf einem Berg hoch über Islamabad. Die Fahrt dort hinauf mit dem Bus war sehr abenteuerlich, die Hupe das essentiellste Instrument des pakistanischen Straßenverkehrs, aber das Sitzen auf der Dachterrasse mit einer wunderschönen Sicht über die Großstadt, über der es währenddessen dunkel wurde, hatte was. Es wurde geplaudert, man lernte sich kennen.
Wir gingen recht früh schlafen.
30.07.2023
Aufstehen war um 8 Uhr, Frühstück, und dann trafen wir uns in der Lobby – erster Tagesordnungspunkt war Geld tauschen, was sich schwieriger und langwieriger erwies als gedacht. Letztlich fanden wir eine Bank, aus der wir alle mit den uns unbekannten Scheinen wieder rausgingen. 1000 Rupien entsprechen so ca. 3 Euro und irgendwie schien es anfangs nur 1000er zu geben, dementsprechend dick waren unsere Bündel. Nach einer Chaipause in einem Straßencafé fuhren wir mit dem Bus nach Rawalpindi, um dort über den Markt zu schlendern. Hier trafen wir auf Imtiaz‘ Tochter, die ein paar von uns behilflich dabei war, um noch ein paar lange Blusen zu kaufen. Die Stadt war voll und es war heiß und sonnig. Man lief guckte und unterhielt sich – die Truppe schien alles in allem eine gute Zusammensetzung zu sein.
Es gab schließlich 1,5h Zeit für uns im Hotel und wieder fuhren wir Bus – diesmal zur Faisal Moschee, der größten Moschee Südasiens. Barfuß liefen wir über das riesen Gelände, es waren Menschenmassen hier und viele wollten Fotos mit uns machen. Es gab sehr wenige Europäer wie es schien. Wir waren hier schon eine kleine Attraktion, wie wir es auch in den kommenden Wochen immer wieder sein sollten. Ein Handy besaß gefühlt jeder und Selfies waren ganz groß angesagt. Abendessen gab’s wieder in der Nähe des Hotels und um 10 Uhr war Nachtruhe.
01.08.2023
Frühstück, Abfahrt, 4.30 Uhr waren wir am Flughafen und bald darauf im Flieger, der uns nach Gilgit bringen sollte. Es erreichte uns kurz vorher noch die Nachricht von Peter, daß er nun doch sein Visum erhalten hatte und nachkommen würde – was eine Aktion. Vom kleinen Flieger aus hatten wir weiter nördlich gute Sicht auf den Nanga Parbat und den K2 – jetzt wurde es langsam Wirklichkeit, dieses Himalaya – das ließ bei mir den Atem schon stocken. Nach über drei Jahren der Wartezeit standen diese Bergriesen plötzlich in unmittelbarer Nähe, beinahe zum Greifen. Auf dem winzigen Flughafen in Gilgit auf ca. 1500m landeten wir und gelangten durch die Paß- und Visumskontrolle zum Parkplatz. Volker ging es hundeelend mit dem Magen – der Erste, den es treffen sollte.
Wir stiegen in unseren Bus, der uns nach Passu bringen sollte über den Karakorum Highway, der die Verbindungslinie nach China darstellt. Alles Begriffe, die ich 1000mal gehört hatte und jetzt war ich plötzlich da. Vorbei am Viewpoint auf knapp 2000m direkt unter dem Rakaposhi einem knapp 8000er und zum Stopp am Attabad See, einem Stausee des Hunza Rivers, den ein Felssturz 2010 verursacht hat. So viele Dokus gesehen und jetzt Realität direkt vor Augen. Wir machten Pause und eine kleine Bootstour auf dem blau-blauen Wasser und aßen dort eine Kleinigkeit, bevor es bis Passu durch ging, wo wir in einem Guest House die Nacht verbringen sollten. Hier in Passu trafen wir erstmals auf unseren Bergführer Nasia. Mit ihm ging’s dann auch gleich auf zu einem kleinen Spaziergang entlang des Passu Gletschers, der in der Abendsonne glitzerte. War Volker schon bei dieser Tour in der Unterkunft geblieben, so ging es jetzt plötzlich Johanna auch noch schlecht vom Magen her.
Später ab es noch Abendessen im Hotel und Umpacken der Taschen. Ich schrieb zwei Postkarten nach Hause und ging im Dunkeln dann noch etwas nach draußen, um Sterne zu fotografieren, die sich toll über den Passu-Cones zeigten
02.08.2023
8 Uhr Frühstück, 9 Uhr Start mit dem Bus ein paar Kilometer, ab wo wir unsere Wanderung heute starten sollten, um uns ein wenig zu akklimatisieren. Es ging über zwei ellenlange wackelige Hängebrücken mit sehr vielen Lücken und durch tolle Landschaften – Kennenlernen der dortigen Natur und der saftigen reifen Aprikosen direkt vom Baum. Wir machten Teepause bei einem alten Mann und bekamen im Anschluß Essen bei Imtiaz‘ Familie in Passu. Irgendwann würde ich wohl platzen bei so viel Essen, das immer unheimlich lecker war. Zurück im Hotel gab’s eine kalte Dusche und wieder etwas packen. Volker schien wieder fit zu sein, Johanna einigermaßen.
Saßen noch entspannt draußen zum Lesen oder Tagebuch schreiben, jeder wie er wollte. Wir verfolgten den Sonnenuntergang über den Passu-Cones.
Beim Abendessen stand plötzlich wirklich dann Peter im Raum. Er hatte es nach 23-stündiger Reise hinter uns her auch endlich geschafft und war ziemlich überdreht. Im Bett las ich noch etwas in meinem Buch bis plötzlich der Strom weg war. Auch das etwas, was wir in allen festen Unterkünften oder bei den Mahlzeiten ab nun täglich mehrfach serviert bekommen sollten.
03.08.2023
Früh war es windig und sehr bewölkt, dennoch war die Wäsche gut getrocknet. Ich hatte Bauchweh, aber nicht vom Durchfall sondern eher vom Gegenteil. Die Nahrungsumstellung machte mir zu schaffen. Kannte mein Körper sonst nur Körnerbrot, Gemüse und Salat, so war es hier doch alles anders. Wir ließen Sachen in Passu, die wir beim Trekking nicht brauchen sollten und los ging’s mit den Jeeps nach Shimshal – knapp 4h wilde Fahrt auf Schotterpisten und nahe am Abgrund des Shimshal-Rivers. Viele Hängebrücken, Schluchten, Gletscherbrüche am Wegesrand. Im Shimshal jetzt ohne WLAN – Ruhe – Handyruhe für alle. Hier trafen wir auf das Küchenteam und einen Teil der Eseltreiber. War zunächst noch die Rede von 40 Trägern gewesen, die uns begleiten sollten, so stellte sich nun heraus, daß 15 Esel unser Gepäck transportieren würden. Wir bekamen Tee, gingen in unsere Zimmer und liefen dann auf eigene Faust los, das Dorf zu erkunden. Viele Kinder guckten, die Älteren grüßten freundlich und man kam ins ein oder andere Gespräch. Mit Englisch kam man an manchen Stellen relativ weit. Ein Zimmermann sägte Bretter zurecht und präsentierte uns seine bescheidene Werkstatt in einer Garage.
Wir aßen zu Abend und bekamen eine kurze Einweisung in das Programm für morgen, wo endlich das Trekking starten sollte. Mein Bauch wurde trotz Gemüse und Salat ohne Kohlehydrate nicht besser, aber alles im Rahmen.
04.08.2023
8 Uhr Frühstück, dann wurden die Esel beladen und so starteten wir. Es war heiß. Es ging weit durch die Ebene des Shimal-Rivers – 2h bis zur ersten kurzen Pause. Es gab immer wieder Nüsse und getrocknete Aprikosen und Weintrauben zwischendurch. Nun kämpfte seit gestern auch Ernst, unser schweizer Bergführer, mit dem Magen. Wir waren sehr langsam unterwegs und kamen nach knapp 9km und gut 600hm am ersten Camp an. Die Crew servierte uns Mangosaft, wir bauten die Zelte auf, richteten uns ein, bekamen Suppe und wuschen Wäsche. Wir stiegen noch einen kleinen Hügel hinauf, Gletscherblick, und ich saß oben und schrieb, indem es am Himmel etwas zuzog. Später saßen wir noch draußen auf einem Stein, Sonja spielte Ukulele und wir sangen dazu – ein 7000er in der Ferne trat plötzlich aus den Wolken hervor und so beobachteten wir den Sonnenuntergang.
Zum Essen um halb 7 gab es Suppe, Fleisch, Gemüse, Melone und Tee. Nasia machte Ansage für den morgigen Tag und um 8 Uhr waren wir alle im Zelt. Ich ging später noch raus, um Fotos zu machen vom tollen Sternenhimmel, den es hier oben schon gibt. Ich konnte lange nicht einschlafen.
05.08.2023
Gleich früh wurde es wieder sonnig und heiß. Heute stand eine lange Tour bevor – knapp 14km und über 1000hm hoch, sowie gut 700 wieder runter sollten es werden. Unser nächstes Camp auf 3900m Höhe. Viele waren etwas platt, aber mir ging es besser, je höher wir stiegen. Tolle Landschaft, tolles Gestein und der erste Blick zum Minglik Sar, unserem angedachten 6000er. Nach dem Zelte aufbauen wurde es etwas dunkel am Himmel, aber das verzog sich dann auch wieder. Ich halte mich ab heute abends an kohlehydratefreies Essen, was mir für den Rest der Tour wirklich gut tun sollte. Um 8.30 Uhr gingen wir schlafen und nachts gab es starken Regen und Wind, was es ziemlich laut und unruhig machte.
06.08-2023
Früh hörte der Regen wieder auf, so daß wir unsere getrockneten Zelte abbauen konnten. Es standen 800m hoch und knapp 400 runter bevor, sowie knapp 18km, also wieder eine recht lange Tour bis zum Camp auf 4400m. Zum Frühstück gibt es immer Fladenbrot mit Marmelade und Honig, auch Ei. Mir fehlte hier etwas Deftiges. Mittags dann meist nur Suppe mit Brot und ein paar Fischdosen. Das richtige Essen gab’s dann abends, wo ich nichts groß essen kann. Somit wollte ich mir ab diesem Abend immer etwas für den jeweils nächsten Tag einpacken – das würde dann besser klappen. Heute hätte ich ohne Ende trinken können, fühlte mich wie verdurstet. Ab der Mittagspause sollte es regnen, so kamen wir dann letztlich durchnäßt im Nachtlager an. Es wurde über den Gipfeltag gesprochen, es gab eine kurze Einweisung zum Einhängen im Seil auf dem Gletscher und einige Diskussionen. Die Abfolge, wie alles gehen konnte stand noch nicht ganz fest und es gab sehr differenzierte Meinungen darüber. Die geplanten 1400hm hoch und runter bis auf über 6000m wurden in Frage gestellt, aber ein eventuelles Hochlager ebenso. Entscheidung über alles sollte am nächsten Tag gefällt werden, wenn wir dann endgültig am Ausgangspunkt waren auf 4700m. Es wurde wieder früh geschlafen, da es abends immer sehr schnell kühl wurde und somit nichts von Gemütlichkeit mehr aufkam.
07.08.2023
Heute standen erstmal nur 300hm hoch an bis zum Lager, von dem der Gipfel bestiegen werden sollte. Dennoch standen wir um 6 Uhr auf, da evtl. noch der Gang bis zum Hochlager auf 5800m anstand. Es regnete. Wir bauten unsere Zelte auf, Hochlager war nicht mehr angedacht. Nach dem Mittagessen schliefen die meisten von uns ein wenig. Danach schien wieder die Sonne und jeder ging für sich ein paar Meter spazieren und machte Fotos.
Beim Abendessen gab es weitere Infos für den Gipfelversuch – gegen 2 Uhr nachts war der Start geplant, aufstehen um 00.30 Uhr.
08.08.2023
Zum Frühstück nachts um 1 Uhr war es noch trocken, wenn auch bewölkt. Als wir danach aus dem Gruppenzelt kamen schneite es aber bereits. Alle die den Gipfel eingeplant hatten bis auf Ernst und Christoph waren bereit und wir gingen los. Bereits die ersten Meter waren schwierig, da die Steine angefroren und glatt waren, zudem immer mehr Schnee. Daß diese Verhältnisse 1000m höher nicht einfacher werden würden war klar, und so besprachen wir uns nach ca. 200 Metern Aufstieg und entschieden uns für’s Umkehren. Ein leider kläglicher Versuch, aber aufgrund der Verhältnisse wohl auch vernünftig. Zurück an den Zelten waren diese bereits um die 5cm eingeschneit und wir klopften sie ab, bevor wir uns wieder schlafen legten. Als wir um halb 8 Uhr aufstanden war alles richtig weiß und die Sonne schien. Der Himmel war blau, was auf irre tolle Sicht auf dem Gipfel schließen ließ, aber der Drops war gelutscht – leider. So stand der Tag zur freien Verfügung und ich lief mit Birgit, Irmela, Stephanie und Volker los in Richtung Fluß und auf einen Hügel. 5000m sollten wir heute erreichen und im Anschluß gingen wir im Fluß baden. Das Weiß war auf dieser Höhe sehr schnell wieder verschwunden gewesen und die Sonne kannte kein Erbarmen. Das Gebirgswasser war sehr angenehm.
Später wurde beim Lager ein Schaf geschlachtet, wo wir zusehen durften. Es gab nun die nächsten Tage immer wieder zartes Lammfleisch auf der Speisekarte. Der Abend wurde nicht lang.
09.08.2023
Ich wachte mit Halsschmerzen auf um 5.30 Uhr. Das Zelt war außen wieder angefroren und die Sonne schien bereits wieder kurz darauf. Es war heute nur recht windig wieder und ich fror den ganzen Tag. Heute sollte es nur bergab gehen, dafür aber wieder 17km weit. Christoph ging es immer schlechter, was sich bald als Höhenkrankheit herauskristallisieren sollte, und ich bekam Gliederschmerzen, so daß ich mich nach dem Zeltaufbau sofort hinlegte und einschlief. Ich bekam Temperatur, trank noch einiges an Tee, aß eine Suppe und schlief weiter.
Währenddessen besprachen die anderen, wie sie mit Christoph weitermachen sollten und fragten sogar einen Hubschrauber an, um ihn eventuell am nächsten Tag runterfliegen zu können. Die Aufregung war hierdurch schon groß. Zum ersten Mal während unserer Tour waren wir in diesem Camp nicht alleine. Drei britische Bergsteiger mit Team waren auch hier zum Übernachten. Sie hatten wohl vor, in der nächsten Zeit ein paar noch unbegangene 7000er in der Region zu besteigen.
10.08.2023
Nachdem ich nachts mehrfach auf’s Klo mußte, weil ich so viel getrunken hatte, ging es mir morgens soweit wieder gut. Nur der Hals war noch dick und tat weh. Christoph ging es besser und nachdem ein Hubschrauber wohl 23000 Dollar gekostet hätte, entschieden wir, daß er mit Sonja, Nasia und zwei der Eseltreiber sowie einem Koch absteigen sollte. Wie die anderen weitermachen würden, wurde in den Raum gestellt. Es gab noch die angedachte Möglichkeit über den Shpodeen Paß zu gehen, aber auch hier gab es wieder Diskussionen aufgrund der Machbarkeit und verschiedene Meinungen. Ergebnis war letztlich, daß der Paß angegangen werden sollte. Nun mußte jeder entscheiden. Ich war unsicher aufgrund meinem Zustand vom Tag vorher, entschied mich jedoch dafür. Nur Birgit sprang noch ab und wollte mit Christoph und Sonja auf dem direkten Weg ins Tal zurück gehen. Didar, der zweite Bergführer, sollte mit uns gehen und so liefen wir los. Es ging knapp 800 Meter hoch und 450 runter auf gut 11km. Es war wieder gut warm und nur mein Hals quälte mich weiter. Dennoch war der Tag wunderschön und die Landschaft wieder bezaubernd. Hatten das nächste Lager an einem Fluß auf 4300m. Die anderen gingen baden, aber das traute ich mich nicht. So wusch ich mich im Zelt, mich und auch ein bißchen Wäsche wieder. Später kam noch eine kleine Herde Yaks vorbei, die teilweise wohl zufällig ein paar Leuten unseres Teams gehörten. Wir durften uns sogar auf eins der Tiere draufsetzen und ihnen wurden die Hörner poliert. Die Leute sind irre stolz auf sie.
Beim Abendessen gab es wieder Meinungsverschiedenheiten wegen dem Übergang über den Paß, aber Didar stand souverän darüber und machte seine Ansagen wirklich gut. Die Stimmung war ein bißchen am Kippen, aber nun mußten wir am nächsten Tag da drüber.
11.08.2023
Um 5 Uhr klingelte der Wecker. Aufstehen, packen, Frühstück, los um 6.30 Uhr. Ca. 1000Hm hoch und runter auf 10km lagen vor uns, dabei sollten wir über den 5346m hohen Paß kommen, von dem der Abstieg recht umstritten schien. Johanna ging es noch immer nicht gut. Zumindest gab es früh eine kleine Beilegung der Meinungsverschiedenheiten vom letzten Tag. Mein Hals war noch immer nicht gut, ansonsten aber alles bestens. Erst ging es weit ins Tal rein, dann ein Flußbett hoch, auch über kleine Schneefelder. Unsere Mittagspause bereits um 10 Uhr an dem Platz, an dem noch ein Lager ursprünglich vorgesehen war, aber hier wäre es wohl sehr schwierig geworden, mit so vielen Leuten Platz zu finden. Nichtmal zum Essen konnten wir alle gemeinsam sitzen. Im Anschluß ging es noch 400 Meter steil nach oben zum Paß. Überwältigt kam ich oben an mit Blick ins Tal, in das wir nun absteigen sollten. Zunächst aber wurden Fotos gemacht und die anderen tanzten und sangen.
Sehr steil ging es runter für uns und auch für die Esel mit unserem Gepäck. Waren 10-12h Gehzeit angesagt, so waren wir nach ca. 8h am nächsten Lagerplatz angelangt, die Zelte wurden aufgebaut und es begann wieder zu regnen.
Es gab Kaffee, wir quatschten und aßen zu Abend, bevor wir früh schlafen gingen.
12.08.2023
Hätten wir heute gleich ganz ins Tal absteigen können bei schlechtem Wetter, so konnten wir beim Frühstück festlegen, noch einen Tag zu verlängern mit Zwischencamp auf 4000m. Die Sonne schien gleich früh wieder und so frühstückten wir sogar ohne Zelt im Freien, bevor wir gemütlich um 10 Uhr losliefen durch ein neues wundervolles Flußbett. Schon Mittags am Camp hatten wir reichlich Zeit, uns um die Umschläge für die Trinkgelder zu kümmern und die Seele noch ein bißchen baumeln zu lassen.
Nach dem Abendessen gaben wir die Trinkgelder für die Köche und die zwei Guides aus. Die Nacht war wieder herrlich sternenklar und ich konnte ein letztes Mal Sterne fotografieren.
13.08.2023
Heute ging’s zurück nach Shimshal, nochmal knapp 1000hm runter über sehr steiles Gelände. Nach dem Frühstück überreichten wir noch das Trinkgeld für die Eseltreiber. Zurück in Shimshal an der bekannten Unterkunft gab’s noch ein Gruppenfoto, bevor sich unser Team verabschiedete. Wir duschten, was quasi nur unter der kalten Fußbrause möglich war, wuschen Klamotten, sortierten, packten und saßen dann beim Kaffee zusammen im Schatten, lasen aus dem Reiseführer vor und spielten ein Kartenspiel. Vor dem Abendessen ein kleiner Spaziergang und recht früh schlafen, bzw. noch lesen im Zimmer.
14.08.2023
Nach dem Frühstück waren die Jeeps gepackt und los ging’s um 9.30 Uhr über die Schotterpisten wieder hinunter nach Passu. Vorher bekam auch noch Nasia als Letzter sein Trinkgeld, der hier auf uns gewartet hatte, nachdem wir Sonja, Christoph und Birgit erst in Karimabad wieder treffen sollten. Auf dem Weg steckte plötzlich ein Kleinlaster in einer Flußüberquerung fest. Wir waren zum Halten und Helfen gezwungen und nach knapp einer Stunde hatten sie ihn wieder rausgezogen. Der hatte sich da richtig tief reinmanövriert und im Anschluß lief auch der Motor nicht mehr. Wir sollten alle durchkommen und die Fahrt war abenteuerlich wie auch die Hinfahrt hier schon gewesen war.
In Passu gab es Mittagessen und im Anschluß Aprikosenkuchen, bevor wir mit einem kleinen Bus weiter nach Karimabad fuhren, wo die anderen drei auf uns warteten. Hoch hinauf ging es hier zum Hotel, das toll gelegen war unter dem Lady Finger, einem 6000er. Wir tranken noch Cappuccino, liefen etwas durch den Ort, aßen zu Abend im Hotel und gingen erst um halb 11 ins Bett.
15.08.2023
Halb 7 Wäsche waschen, 8 Frühstück, 9.30 Abfahrt geplant, aber der Bus sprang nicht mehr an. Warten auf ein anderes Fahrzeug während der Fahrer den Bus zerlegte, um dann mit uns nach unten zu fahren, wohl um eine Werkstatt zu finden. Wir liefen durch die Altstadt von Karimabad zum Baltit Fort, einem Herrenhaus, um das zu besichtigen und hier eine Führung zu bekommen. Dann Einkaufsstraße, Kashmirschals, Löffel, Trockenfrüchte etc. Wir gingen einen Lassi trinken, ein Joghurtgetränk, ich einen Walnußshake. Als nächstes ging ich mit Sonja noch etwas shoppen und besorgte Holzlöffel als Mitbringsel, später noch getrocknete Aprikosen.
Um 15 Uhr waren wir zurück im Hotel und saßen im Garten mit Blick auf den Rakaposhi. Ich las. Zum Sonnenuntergang gingen wir hinauf auf einen Hügel hinter dem Hotel. Hier waren viele Einheimische, um Selfises und Fotos zu machen. Wir aßen zu Abend auf einer Dachterrasse, wieder viel zu viel Essen, und im Anschluß saßen wir noch auf unserer Bergterrasse und erzählten.
16.08.2023
Heute ging es nach dem Frühstück nach unten per Bus und zu Fuß zum Altit Fort, der Winterresidenz des Königs, der im Sommer im Baltit Fort auf dem Berg gewesen sein soll. Danach aßen wir zu Mittag irgendwelche gefüllte Teigtaschen und tranken wieder einen Lassi oder Milchshake. Ab heute waren wir in einem anderen Hotel untergebracht, das direkt in dieser Altstadt lag. So ging ich nachmittags mit Volker und Peter shoppen bzw. die Läden angucken. Getrocknete Maulbeeren waren das Ziel. Danach saßen wir einfach auf dem Balkon des Hotelzimmers und genossen die Berge um uns rum. Wir hatten noch Aprikosen und Pflaumen, die wir irgendwo geerntet hatten.
Zum Abendessen waren wir in einem Lokal, in dem die Frauen in der Küche standen, es wurde wieder viel zu viel aufgetischt. Alle gingen im Anschluß einen Lassi trinken, aber Volker und ich konnten nichts mehr zu sich nehmen, so liefen wir ein ganzes Stück die Straße entlang, um zu beobachten, was hier alles an der „Tagesordnung“ stand. Im Hotel saßen wir nochmal zu mehreren auf dem Balkon und schlossen den Abend ab.
17.08.2023
Es ging nun weiter nach Ganish, einem sehr alten Stadtteil, in dem wir nochmal eine Führung hatten, dann nach Gilgit, wo morgen unser Flug nach Islamabad zurück gehen sollte. Der Tag war relativ unspektakulär, nur daß unser Bus wieder nicht ansprang, als wir irgendeinen Steinbuddha besuchen wollten. Eine Stunde Wartezeit auf ein anderes Fahrzeug.
Saskia und ich hatten das schon aus dem Zimmer gehört und vermutet, als es draußen orgelte. Der Buddha war uninterresant, ebenso das Abendessen, Barbecue und mal wieder: viel zu viel, wenn auch gut.
18.08.2023
6 Uhr Abfahrt zum Flughafen mit einem Fahrzeug, das ging. Dort verspätet Abflug nach Islamabad und Transfer nach Rawalpindi ins Hotel, das wir schon anfangs zum Toilettengang besucht hatten. Diesmal war Volksfest gegenüber. Wir fuhren zu einem Museum über die Geschichte Pakistans und zu einem Monument und aßen danach in einem Straßenlokal frittiertes Genäsch – es war schon gut, aber einfach langsam viel zu viel Fett überall. Als nächstes fuhren wir zu einem Ort, an dem LKWs aufbereitet und verziert wurden – das war schon wirklich interessant. Sie verkünsteln sich total im Schmücken ihrer Fahrzeuge, und sie sind auch stolz auf alles, was sie hier machen. Zum Abschluß des Tage lief ich mit Volker und Peter noch durch die Straßen von Rawalpindi. Wir kauften uns eine Tüte Pfirsiche und verspeisten diese dann auf dem Rummel gegenüber des Hotels. Zwei riesen Schiffschaukeln wurden mit Dieselmotoren betrieben, was einen Höllenlärm verursachte. Wie überall hier, wo wir uns etwas aufhielten, wurden wir von Einheimischen angeschaut, hauptsächlich von den Kindern. Auch hier hatten wir bald wieder eine Menschentraube um uns, so daß wir uns bald wieder auf den „Heimweg“ machten.
Zum Abendessen ging es diesmal sehr unromantisch in ein mit Neonlicht beleuchtetes Lokal, in dem es viel Hähnchen und Reis gab. Als Absacker dann noch einen Chai in einem weiteren Straßencafé. Hier gab es noch ein paar Diskussionen bezüglich dem Programm am nächsten, unserem letzten Tag.
19.08.2023
Vormittag war frei für uns. Johanna, Ernst, Volker, Peter und ich trafen uns um 7 zum Frühstück und liefen danach durch die erst langsam zum Leben erwachten Straßen in Richtung Bahnhof. Wir wollten einfach mal auch so einen Ort besucht haben. Allerdings war auch hier noch nicht viel los. Immerhin war es sehr interessant, alles zu sehen und ein paar Gespräche mit Einheimischen zu führen, die auf der Straße unterwegs waren.
Als nächstes ging es für uns dann in Richtung eines westlichen Hotels, wo es angeblich Bier geben sollte, was hier sonst streng verboten und nirgends anzutreffen war. Irgendwie liefen wir erst in die falsche Richtung und als wir es bemerkten war es u.a. auch schon wieder glutheiß, so daß wir uns für eine Rikscha entschieden. Zu 6. fuhren wir nun zu diesem Hotel. Es ging durch zwei Sicherheitskontrollen und dann mußten wir unsere Handys abgeben, was uns ein wenig ein ungutes Gefühl bereitete. Dann in einen Garten und dort hinter einer Mauer – da stand einer an einem schwer vergitterten Fenster mit kleinem Ausschnitt.
Hier nun gab es also Bier der Brauerei Murree in Dosen. Drei verschiedene Sorten wurden uns gezeigt, je 0,5l. Eine Dose kostete umgerechnet ca. 2,70 Euro. So deckten wir uns etwas ein, bekamen alles in eine blickdichte Tüte gepackt und sollten nun schnell wieder gehen. Das hatten wir uns irgendwie anders vorgestellt, aber ok. Wir bekamen unsere Handys unversehrt zurück und ließen uns dann von einer weiteren Rikscha zum Hotel fahren, wo wir wie die Schulbuben heimlich im Zimmer unser Bier tranken. Es war gegen unsere Erwartungen sehr gut trinkbar.
14 Uhr trafen wir uns wieder mit den anderen und fuhren zusammen nach Islamabad rüber, um dort ein letztes Mittagessen auf der Straße zu bekommen und noch einen Walnußshake oder einen Lassi, wer wollte. Der zweite Programmpunkt des Nachmittags war sehr ernüchternd. Wir wurden zu einem riesengroßen Einkaufszentrum gebracht, in dem wir 2h Zeit bekamen. Johanna, Ernst, Volker, Peter und ich ergriffen sofort die Flucht aus diesem Gebäude, aber außernrum gab es rein überhaupt nichts, so daß wir diese Zeit leider komplett totschlagen mußten, bevor es nochmal zum Abendessen ging, in das Lokal, in dem wir bereits am allerersten Tag zu Mittag gegessen hatten. Dann mit dem Bus zurück nach Rawalpindi und noch einen Chai trinken. Birgit war nun schon nicht mehr dabei, da sie um 10 Uhr zum Flughafen gebracht werden sollte. Ich war die Nächste um 1 Uhr, und so lohnte sich für mich das Schlafen nicht mehr. Wach lag ich bis dahin im Bett und lauschte der Party gegenüber. Im Anschluß ging alles sehr schnell und die Flüge waren pünktlich. Ich freute mich sehr auf zu Hause und hatte doch den Kopf voller Gedanken und Erlebnissen aus einer wirklich ganz sagenhaften Welt.
Ganz spontan Mitte Juli entschieden sich Wolfgang und ich zu einer Bergtour im Steinernen Meer. War ich bislang noch nie in der Ecke gewesen, so ergab eigentlich ein möglicher freier Hüttenplatz im Lager der Peter-Wiechenthaler Hütte das diesmalige Ziel, aber das Gelände dort erschien uns sogleich passend für uns. Für Samstag waren Fahrt und Aufstieg zur Hütte geplant, für Sonntag plante ich zwei verschiedene Touren vor. Der Rest sollte sich dann vor Ort ergeben.
15.07.2023
Es war heiß an diesem Tag – weiter über 30 Grad sollten es werden. So saßen wir erstmal 5 Stunden im Auto nach Saalfelden im Urlaubsverkehr. Allein das strengte schon an. Gegen halb 4 am angedachten Parkplatz angekommen wurden Schuhe geschnürt und los ging’s in Richtung Einsiedelei und dann über den Jägersteig hoch zur Hütte. Die Sonne brannte runter, so daß das Ganze ganz schön schweißtreibend war und viel Wasser benötigte. Nach 2 ¾h kamen wir an. Ich quälte mich irgendwie ziemlich.
Die Hütte, eine ÖAV Hütte war schon eher eine Nobelunterkunft für diese Bergverhältnisse. Die riesige Sonnenterrasse saß voll mit teilweise sicher noch Tagesgästen. Wir wurden nett empfangen, meldeten uns vor an und saßen dann erstmal noch in der Sonne, um was zu trinken und zu essen. Danach checkten wir ein und machten uns frisch. Hatten wir eigentlich Lagerplätze bestellt, so quartierte man uns in einem 6er Zimmer ein mit 3x 2er Koien. Es sollte also jeder zwei „Betten“ für sich haben. Die Hütte mußte wirklich recht neu saniert sein und war toll gemacht mit viel Holz wie die meisten Hütten, aber dennoch irre nobel. Wir schlossen den Abend ab mit einem Bier auf der Terrasse noch im Sonnenuntergang und gingen dann rein hinter das Panoramafenster, von dem aus man noch lange das Rot am Himmel sehen konnte.
16.07.2023
Um 7.30 Uhr gab es Frühstück. Trotz dem vielen Platz und der „Ruhe“ hatte ich gefühlt wenig geschlafen. Wir hatten zwar eine Überquerung von ein paar Gipfeln im Blick, aber da wir ja am Ende noch heimfahren mußten, war eigentlich klar, daß es die große Runde nicht werden konnte. Wir entschieden uns, Sachen auf der Hütte zu lassen und mit leichtem Gepäck zum Persailhorn aufzusteigen, um dort weiter zu entscheiden. Auch wenn wir die eine mögliche Überschreitung machen sollten, würden wir nochmal dort vorbeikommen. Der Weg war kraß. Erst ging’s ca. eine halbe Stunde steil bergauf Bergweg. Dann teilte sich das Ganze auf. Links ein B/C Klettersteig, rechts ein B/C Klettersteig, der aber etwas leichter sein sollte, und geradeaus der Saalfeldener Höhenweg, von dem ich nicht viel Informationen habe finden können. Der rechte Weg zweigte als erster ab und den ließen wir rechts liegen. Zum Einstieg in den schwereren Klettersteig ging es auch schon seilversichert los mit allerdings relativ leichten Passagen, so daß wir uns auch nicht anhängten oder Ausrüstung anlegten. Konzentration war dennoch erforderlich. Dann die Entscheidung. Links sahen wir den Klettersteig, in dem wir auch ein paar Leute sehen konnten, geradeaus leichte Kletterei nach oben, die aber nicht weit einsehbar war. Wir entschieden uns für geradeaus, da wir glaub‘ beide keine Lust auf Klettersteig hatten. Sorgsam drauf achtend, keine Steine loszutreten, stiegen wir los. Es war einfach toll. Kletterei pur über 200hm hinauf im 1er Grad, vielleicht eine 2er Stelle, die wir aber beim Abstieg garnicht mehr so empfinden sollten. Oben dann nochmal Klettersteig, aber auch das ohne Gurt machbar für uns. Als wir auf dem Gipfel auf 2347m waren, hatten wir leider keine Sicht, die mich schon gereizt hätte. Aber gut. Hier tummelte sich einiges an Leuten, die in verschiedene Richtungen wieder verschwanden.
Aufgrund der doch fortgeschrittenen Zeit entschieden wir uns zum direkten Abstieg zur Hütte, den gleichen Weg zurück, und dann mit dem gesamten Gepäck wieder ganz nach unten. Auch dieser Abstieg sollte noch interessant werden. Es hatte wieder aufgerissen und wurde heiß fast wie am Tag vorher. Jetzt lag auch das Persailhorn frei von Wolken. Es ging noch mit einigen Gegenanstiegen steil bergab über Leitern, ekelhaft feines Gries und hohe Stufen. Auf der Steinalm machen wir nochmal Pause bei einem kühlen Getränk und liefen dann zum Auto zurück. Heimfahrt ging dann zumindest einigermaßen fließend. Alles in Allem ein Ausflug, von dem man zehren kann!!
Tour Nummer 51 meiner Gruppe Wandern 3F – Einsteigertour im Rofan mit diesmal 2 Hüttenübernachtungen auf der Bayreuther und der Erfurter Hütte. Die Tour war wieder früh im Jahr schon geplant als Einsteigertour, als sich an den Anmeldungen aber abzeichnete, daß nur Fortgeschrittene dabei sein würden, plante ich nochmal um und erweiterte die Streckenlängen, die Höhenmeter wie auch den Schwierigkeitsgrad. Es standen nun ein kleiner A-Klettersteig wie auch ein etwas längerer B/C-Klettersteig mit auf dem Programm. In der Nähe des Rofan war ich schon vorher unterwegs gewesen, aber beide Hütten und diese Ecke selbst kannte auch ich noch nicht. Allerdings mußte man als DAV-Mitglied der Sektion Bayreuth doch einmal auf der Bayreuther Hütte gewesen sein, so dachte ich – demnach gedacht, getan. Der Plan war recht simpel, aber auch hier sollte es nicht an kleinen Nicklichkeiten fehlen – der Teufel sitzt bekanntlich im Detail. Die Details für die Gruppe versuche ich jeweils vorher abzuklären, aber immer wieder lerne ich neu dazu!
09.07.2023
3.30 Uhr Start bei mir. Bin ich sonst immer wesentlich früher für sowas aufgestanden, so war es diesmal 3.15 Uhr. Ich stand im Bett, hatte zum Glück vorher schon alles gerichtet, so daß ich nur noch schnell Tee und Kaffee für die Fahrt machen mußte – ziemlich hektisch. Um kurz nach 4 waren Reiner, Lissy und Andy im Auto bei mir und los ging’s zur Rofan Seilbahnstation, wo wir für 3 Tage parken wollten und kurz nach dem Eintreffen auf Roland, Nicole und Petra trafen. Wir waren also komplett pünktlich um halb 8 hier, da der Bus um 8.13 Uhr fahren sollte, aber am Ticketautomaten war es nicht möglich, ein 3-Tagesticket zu lösen. Ein klein wenig Panik kam auf. Die Kasse der Seilbahnstation öffnete zum Glück kurz vor 8, so daß wir unser Ticket bekamen, aber was war das? An der Bushaltestelle hing ein ganz anderer Fahrplan als der, den ich „aktuell“ aus dem Internet hatte. Die Buslinie fuhr garnicht bis zur Kanzelkehre. Es wurde schon hier umgedacht und über Alternativen gesprochen. Dennoch kam ein Bus um die angegebene Uhrzeit und ich fragte den Busfahrer, der uns freundlicherweise mitnahm zur nächsten Haltestelle ca. 500m weiter. Im Nachhinein habe Ich erfahren, daß die Busfahrpläne exakt zu diesem 9.7. in Österreich umgestellt worden waren – vielleicht hatte sich da diese Änderung ergeben. Ich weiß es nicht. Als wir an der anderen Haltestelle einfuhren kam auch schon unser Bus – eine andere Buslinie eben – aber wir kamen dahin, wo wir starten wollten, also alle Aufregung umsonst. Es lief dann und wir liefen – erst bergab und dann bergauf, sehr steil teilweise, aber eben gewohnte Bergwege nach kurzer Zeit. Der Zustieg zur Bayreuther Hütte von der Kanzelkehre aus ist eine tolle Alternative in jedem Fall. Die Sonne brannte schon recht bald runter. Auch wenn wir viel im Wald unterwegs waren, wurde es doch gut warm und bei eben diesem Sonnenschein kamen wir auf der Bayreuther Hütte auf ca. 1600m an nach ca. 3h, also absolut gut in der Zeit.
Hier machten wir nun eine gute Stunde Pause bei einem erfrischenden Getränk, ich meldete uns an und gegen kurz nach 13 Uhr starteten wir in Richtung Zireiner See und Roßkogel mit leichtem Gepäck. Ein Stück der Strecke war Fahrweg, aber ansonsten auch hier wieder tolle Bergwege und man bekam ein paar Einblicke in das, was uns an den beiden nächsten Tagen erwarten würde. Außerdem konnte man jetzt rüber zum Guffert sehen, an dem ich vor ein paar Wochen mit Nicole unterwegs gewesen war. Am See ließen wir uns Zeit und hängten die Füße ins Wasser. Kurz unterhalb des Roßkogel (1948m) befindet sich die ehemalige Seilbahnstation, die einst von Kramsach heraufkam, ein 1-er Sessellift, der aber seit 2015 nicht mehr in Betrieb ist.
Entspannt ging es nach Aufenthalt am Gipfel wieder nach unten zur Hütte, wir bezogen unser 12er Lager, das wir für uns allein haben sollten, machten uns frisch und hockten dann gemütlich beim leckeren Essen und bei tollen Ausblicken ins Inntal zusammen. Der „Zustieg“ zum Lager erfolgte bei einigen von uns sehr frühzeitig. Der lange Tag hatte wohl gewirkt und die warmen Temperaturen waren auch nicht zu unterschätzen.
10.07.2023
Je zeitiger man schlafen geht, umso zeitiger ist dann die Nacht vorbei. Das sollte sich an diesem Morgen bewahrheiten, denn schon sehr früh ging das Gekrusche im Lager los, auch wenn es erst um 7.30 Uhr Frühstück geben sollte. Es war also reichlich Zeit und wir konnten bei sehr angenehmer Morgenluft den Kaffee auf der Terrasse trinken. Danach wurden wieder die Schuhe geschnürt und um ca. 8.15 Uhr starteten wir hinter der Bayreuther Hütte erstmal stetig nach oben. Sollten es für den Tag gesamt so ca. 1000hm aufwärts werden, so kamen die ersten 600 davon gleich zu Beginn bis zum Vorderen Sonnwendjoch (2224m), bevor es dann über Sagzahn (2223m), Rofanspitze (2259m) und Haidachstellwand (2192m) immer wieder nur noch wenig auf und ab gehen sollte.
Der Himmel zog einigermaßen zu und der Wind ging auch, so war es garnicht mehr zu warm. Bereits vom Sonnwendjoch aus hat man einen großartigen Blick über den ganzen Gebirgsstock und wir sahen unsere weitere Tour des heutigen Tages vor uns. Der Sagzahn lag wie ein grüner Grashügel vor uns. Erst auf der anderen Seite runter folgte der Abstieg dann über einen leichten A-Klettersteig. Da ging der Zacken steil abwärts, was wir am vorigen Tag schon gesehen hatten vom Roßkogel aus. Über die Rofanspitze waren wir schnell drüber, denn da oben pfiff es nun richtig unangenehm und es waren viele Leute am Gipfel. In der Grubascharte oberhalb des Grubasees stärkten wir uns. Es war um die Mittagszeit, bevor wir rüber zur Haidachstellwand liefen. War in der Wettervorhersage nichts Bedenkliches vorher zu sehen gewesen, so hatten sich aber ab der Rofanspitze Gewitter im Norden gezeigt, die wir erstmal im Auge behielten. Es sah nicht wirklich gefährlich für uns aus und auch laut meiner Echtzeit Wetterapp drückte es diese Front eher nach Südosten als zu uns her, dennoch beobachteten wir. Angekommen am Einstieg in den Klettersteig aber riß es nun endgültig auf, es wurde wieder warm und das Schwarz am Himmel war gänzlich verschwunden.
Somit hieß es Ausrüstung anlegen, Klettergurt, Klettersteigset und Helm. Wir begutachteten den ersten steilen Aufschwung des Steiges vor uns, der gleich mit den schwierigsten Passagen beginnt laut Topo, die wir uns auf dem Schild auch nochmal ansahen. Bei Roland und Lissy machte sich etwas flaues Gefühl im Magen breit und so beratschlagten wir die Reihenfolge, in der wir gehen wollten. Ich voraus, Lissy hinter mir starteten wir die ersten Meter steil nach oben, aber ihr war sofort nicht wohl dabei. Schon nach 3-4 Tritten sagte sie nein, geht nicht heute. Schade, aber eine gute starke Entscheidung von ihr überhaupt und wie sich später auch herausstellen sollte wohl die Bessere. Der Steig ist wirklich nicht zu unterschätzen. Ich ging nochmal mit runter, um mit ihr unseren späteren Treffpunkt zu besprechen, während die anderen losstiegen. Schlußlicht bildete schließlich Andy hinter mir. Die 3-4 B/C Stellen sind schon knackig, was wir alle ähnlich empfinden sollten. Es ist einiges an Armkraft gefragt und die Trittmöglichkeiten sind teilweise weit auseinander, so daß man auf die Reibung am Fels vertrauen muß. Auch fehlt es nicht an luftigen ausgesetzten Stellen, Schwindelfreiheit absolut von Nöten, vor allem auch auf der kurzen Seilbrücke. Gegen 14.15 Uhr waren wir schließlich alle auf dem Gipfel im großflächigen Gehgelände und schnauften erstmal durch, bevor wir uns eine Viertelstunde später zum Abstieg aufmachten.
Hier ist auch noch ein kurzes Stück Steig eingebaut, bevor es erst steil, später flacher in Richtung Erfurter geht. Hätten wir nun noch die Möglichkeit gehabt, auf den Gschöllkopf zu gehen, der hinter der Erfurter Hütte liegt, so beschlossen wir einstimmig, daß es für heute genug sein sollte. Vier von uns gönnten sich noch einen Flug mit dem Air Rofan, und dann saßen wir alle auf der Terrasse zusammen in der heißen Sonne mit Blick auf den Achensee. Auch das Abendessen konnten wir gut draußen genießen, bevor es langsam kühl wurde und wir rein gingen. Der Abend wurde nun etwas länger, schließlich gab es einen gelungenen Gipfeltag zu feiern und Roland, das Geburtstagskind unter uns.
Für diese Nacht hatten wir trotz Lagerbuchung ein 8er Zimmer für uns allein, was wieder sehr angenehm war.
11.07.2023
Heute Frühstück um 7 Uhr und wieder draußen in der Sonne. Es war noch wärmer als am Tag zuvor um diese Zeit und auch im weiteren Verlauf des Tages. Wäre heute noch der Rotspitz und der Dalfazer Roßkopf möglich gewesen, so entschieden wir uns dann doch für die entspanntere Runde rüber zur Dalfazer Alm und von dort aus nach unten zum Parkplatz zurück. Auf der Sonnenterrasse der Dalfazer Alm genossen wir nochmal die Berge um uns rum sowie den Achensee von oben, bevor wir abstiegen und mittags beim Auto zurück waren.
Die Heimfahrt ließen wir ausklingen mit Zwischenstopp am Tegernsee im Bräustüberl und mit Füße in den See hängen. Danach mit endgültigem Abschluß der Tour bei der obligatorischen Einkehr in Pegnitz.
Es waren 3 wunderschöne Tage zu siebt mit ziemlich viel Schweiß, vielen tollen Ausblicken und Wegen und nochmal mehr Spaß – lieben Dank wieder an meine super starke Truppe!!
Für Mitte September 2022 meldete ich mich für „Hochtouren ab der Breslauer Hütte“ beim DAV an. U.a. sollte die Wildspitze bestiegen werden (der 2. höchste Berg in Österreich), eine Tour, die ich bereits 2011 versucht hatte, die wir allerdings damals abbrechen mußten aufgrund Schneesturm auf dem Gletscher. Wir kamen damals bis zum Mitterkarjoch. Da die Tour aufgrund Wetterlage im September 2022 nicht mehr machbar gewesen war, wurde sie auf Juni 2023 verschoben und konnte hier dann ohne Probleme durchgeführt werden. Ausrüstung: Bergklamotten inklusive guter Wärmeschichten, Gletscherequipment, Kletterausrüstung und natürlich eine Hand voll Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit im Gepäck.
22.06.2023
5 Männer und ich trafen sich früh um 7 Uhr in Bayreuth, um zusammen nach Vent im Ötztal zu fahren, wo wir gegen halb 1 Uhr ankamen, die Bergschuhe anzogen, die Rucksäcke aufsetzten und los ging’s hoch zur Breslauer Hütte auf 2844m. Vent ist für mich mittlerweile schon fast ein bißchen wie heimkommen, war ich doch schon gut 10x jetzt hier. Dort bezogen wir unsere Zimmer und stiegen dann ohne Gepäck vor dem Abendessen noch hoch zum Urkundkolm. Das Wetter sah nun ziemlich unbeständig aus und nachts sollte es stark regnen und stürmen.
Gemeinsam auf der Hütte gab es eine kleine Vorstellungsrunde und wir sprachen über das angedachte Programm für die folgenden Tage. Am kommenden Tag wollten wir je nach Wetter spontan entscheiden, was machbar wäre, für Samstag und Sonntag sah’s aber gut aus, so daß die Wildspitze am Samstag durchaus drin sein sollte.
23.06.2023
Wir trafen uns zum späten Frühstück um 7.30 Uhr. Noch „nieselte“ es aus dicken Wolken, dennoch machten wir uns gegen 9 Uhr auf in Richtung Vorderer Brochkogel (3565m). Zwar zogen die Wolken nicht wirklich auf an diesem Tag, aber es wurde trockener und so erreichten wir gemeinsam den Gipfel. Zunächst folgt man dem Seufertweg auf gleichbleibender Höhe in Richtung Vernagthütte bis man im Geröll des Mitterkars aufsteigt, um schließlich auf den Brochkogel zu kraxeln, der seinem Namen alle Ehre macht. Im oberen Teil gibt es dabei leichte Kletterstellen zu überwinden, bei denen auch Schwindelfreiheit absolut notwendig ist. Es gab dabei keinerlei Probleme in der Gruppe.
Zurück bei der Hütte waren wir nach dem Abstieg auf dem selben Weg pünktlich, so daß vor dem Abendessen noch Zeit zum Frischmachen war. Zum ausgiebigen 3-Gänge-Menü gab’s dort noch eine Nach- und Vorbesprechung – morgen also Wildspitze.
24.06.2023
Heute klingelte der Wecker früher – Frühstück bereits um 5 Uhr. Die Rucksäcke waren gepackt und so starteten wir um kurz nach 6 Uhr. Noch immer war der Himmel dick wolkenverhangen, was sich erstmal auch nicht ändern sollte, aber die Vorhersage war nicht beunruhigend. Hinauf ging es tief ins Mitterkar hinein und auf den ehemaligen Mitterkarferner, der allerdings schon lange kein Eis mehr hat. Einige Schneefelder und Bachläufe waren zu queren bis wir unterhalb des Mitterkarjochs unsere Ausrüstung anlegten: Klettergurt mit Kletter- und Gletscherequipment sowie Steigeisen, Helm und Pickel. Der Wind pfiff, und so war auch noch eine zusätzliche Wärmeschicht notwendig. Zuverlässig trocken schien es bis dahin noch nicht zu sein. So also im steilen Schneefeld und durch eine noch steilere Rinne hoch zum Einstieg in den Klettersteig zum Mitterkarjoch. Den B/C Steig stiegen wir hinauf auf teilweise vereisten Stellen, da es über Nacht gefroren hatte hier oben.
Angekommen am Joch auf 3468m mit Blick auf den Taschachferner befanden wir uns weiterhin in einer dicken Wolke ohne Sicht. Es war windig und kalt. Das Wetter wurde immer wieder gecheckt, unser Bergwanderführer war aber keineswegs beunruhigt und so seilten wir uns an, während ein anderer Bergführer mit zwei Leuten am Seil meinte, sie würden absteigen zur Hütte – Wildspitze hätte so keinen Sinn. Nun liefen wir als 6er Seilschaft langsam über den Gletscher ein Stück hinab und dann in Richtung Wildspitze. Auf den letzten Metern diesen Anstiegs wurde es plötzlich heller. Man spürte die Sonne förmlich bevor man sie wirklich sehen konnte und tatsächlich kurz vor dem letzten Anstieg in Richtung Kreuz riß es auf. Auf einmal war die Sicht gegeben und wir waren über dem Wolkenmeer – einfach irre!
Hier gab es nun eine kurze Rast bevor wir die letzten Meter hinauf kraxelten wieder ohne Seil, nur mit Steigeisen und Pickel. Waren gerade bei dieser Rast einige Gruppen wieder vom Gipfel heruntergekommen, so hatten wir diesen nun ca. eine halbe Stunde lang für uns alleine – 3768m über dem Meer. Was für ein Erlebnis für uns alle! Unter meiner Sonnenbrille kullerten ein paar Freudentränchen.
Nachdem wir dieses Gefühl und die Ausblicke ausgiebig genossen hatten, begaben wir uns in den Abstieg, den selben Weg in umgekehrter Richtung wieder zurück. Angeseilt auf dem Gletscher liefen wir langsam wieder in die Wolke hinein und am Joch war es wieder dicht.
Unterhalb vom Klettersteig war inzwischen einiges an Steinchen abgerieselt, so daß wir etwas zur Eile gerufen wurden und wir uns schnell rückwärts durch die steile Schneerinne hinabpickelten bis wir aus der Gefahrenzone raus waren. Hier scheint es in den letzten paar Jahren immer mehr Abgänge zu geben, so daß eine Besteigung im Hochsommer inzwischen höchstgefährlich bis nicht mehr möglich geworden ist. Unten wieder im Kar angekommen entledigten wir uns unserer Ausrüstung und machten noch eine kleine Pause bevor es zurück zur Hütte ging, die wir nach insgesamt 9h erreichten. Nun schien auch hier die Sonne und wir saßen noch auf der Terrasse zusammen, um gemeinsam unseren Gipfel zu feiern.
Wieder gab es eine kurze Nachbesprechung, bei der sich unser Führer sehr zufrieden mit uns zeigte, und ich glaube wir konnten alle stolz auf uns sein.
25.06.2023
Heute wieder Frühstück um 7.30 Uhr. Alles lies sich sehr gemütlich an, alle 7 Sachen einpacken, und bevor wir endgültig zum Auto absteigen sollten, wartete noch das Wilde Mannle (3023m) auf uns. Wir waren alle gut drauf und hatten Lust, auch noch diesen Gipfel mitzunehmen. So liefen wir bei sonnigstem Wetter unterhalb des Rofenkarferners gen Osten. Man muß ein Stück absteigen bevor man wieder hochgeht bis zum Einstieg in ein kleines Stück Klettersteigchen hoch zum Gipfelrücken des Wilden Mannle. Auf diesem geht es dann über Blockwerk und teilweise auch hier noch Schneefelder bis vorne zum Kreuz. Ein kleiner aber dennoch lohnender Gipfel, auf dem wir uns nochmal etwas Zeit ließen bevor es nach unten ins Tal zum Auto zurück ging.
Auch wenn das Wetter nicht ganz von Beginn an so makellos war, war’s ein sehr gelungener Ausflug ins hochgelegene Ötztal mit einer wahnsinnig abwechslungsreichen und unvergeßlichen Traumtour am Samstag!
…und gleich noch einer nach 5 Tagen.. Training für Pakistan läuft.. Früh um 7 Uhr starteten Lissy und ich auf einem Wanderparkplatz in der Oberpfalz, um uns ein paar Steine anzusehen und dabei ein paar Kilometer und Höhenmeter zu machen – Reiseneggerfelsen, Grandfelsen, Oberpfalzturm, Ruine Weißenstein, Hackelstein, Teufelsstein, Steinpilz, Zipfeltannenfelsen, Räuberfelsen und Vogelfelsen. Wir liefen erneut einen Wandermarathon. Unterdessen gab’s auch noch eine kleine Klettereinlage am Augsburger Felsen beim Hackelstein.
…und die Schweine durften natürlich auch nicht fehlen ;-).. Es lief, wir liefen, das Wetter war toll! Ich danke Dir für diesen tollen Tag, liebe Lissy!!
Schon im letzten Herbst angedacht, dort aber wegen schlechten Wetters absagen müssen, jetzt endlich durchführen können… den 1. Wandermarathon meiner Gruppe Wandern 3F. Es sollte für uns in Neudorf bei Pegnitz beginnen und ebenso dort enden. So starteten wir um 7 Uhr am Pendlerparkplatz.
Was soll man über so einen Marathon schon sagen – man läuft eben und es lief bergauf und bergab über tolle Wege, über einige Aussichtsplattformen und den Schwedensteig, den ich vor ein paar Jahren entdeckt und für toll empfunden hatte. Wir haben eine wunderschöne Umgebung hier!
Am Ende brannten die Füße und die Höhenmeter in Summe am Ende knapp 1600 lagen in den Knochen, aber happy waren wir doch alle, als wir immerhin zu fünft noch von anfangs sechs im Ziel eingelaufen sind.
Ich denke, ich werde so etwas im nächsten Jahr wieder für uns ansetzen und wiederholen. Gerade in dieser Situation hat es mir unheimlich gutgetan, mit so tollen Freunden unterwegs zu sein. Ich danke Euch für diesen tollen Tag und dieses Erlebnis!!
Diesmal länger vorweg geplant, wir laufen auch in diesem Jahr wieder, weil’s so toll war in den letzten beiden Jahren – ohne Ticket, Startpunkt diesmal in der Nähe des eigentlichen Startpunkts in Stadtsteinach, aber wieder früher los als das große Feld. Nicole, Lissy und ich waren diesmal nur zu dritt.
Natürlich waren wir wieder als Selbstversorger unterwegs und hatten alles im Rucksack. Der Wind war derselbe wie im letzten Jahr, aber zu dritt läßt es sich dennoch besser laufen als zu fünft.
Im Ziel waren wir nach 8h 54min diesmal. 43,19km und 1063hm hinter uns. Langsamer als beim letzten Mal, aber das war wohl auch den Wegen geschuldet. Jedenfalls waren wir uns einig, daß man so keine Tour für eine solche Veranstaltung planen kann. Ich laufe viel, aber mir haben noch nie so die Füße gebrannt. Wir haben so tolle Wanderwege hier im Frankenwald, aber wir waren hauptsächlich auf Teer und grobem Schotter unterwegs. Werde definitiv im nächsten Jahr diese Tour nicht mehr einfach blind mitgehen, sondern mir vorher genauestens die Strecke ansehen. Schade eigentlich! Eine hatte uns überholt, aber die war mächtig schnell unterwegs und hatte sicher auch keine Pause gemacht. Die Stimmung war natürlich trotzdem gut – wir haben es wieder geschafft!! Lissy und ich wir gönnten uns im Anschluß noch ein Kaltgetränk am Trebgaster Badesee bevor es nach Hause ging.
Vor 2 Jahren, während der Besteigung der Zugspitze über den Stopselzieher-Steig, stach mir eine wunderschöne „Pyramide“ ins Auge – die Ehrwalder Sonnenspitze. Noch während des damaligen Urlaubs in Ehrwald kam der fixe Gedanke auf, dort oben auch einmal stehen zu wollen, also google bemüht und schnell war klar, so unerreichbar wie der Gipfel auf den ersten Blick scheint, ist er gar nicht einmal. Der erste Versuch Anfang Juni 2022 scheiterte ca. 200 Höhenmeter unterhalb des Gipfels am Wetter, damals zeigten sich ringsherum bedrohliche Gewitterwolken und ein Rückzug war die einzig kluge Entscheidung. Am vergangenen Montag dann war es endlich so weit, zusammen mit Susan vollendeten wir die noch offene Überschreitung der Sonnenspitze, sie war schließlich beim ersten Versuch auch schon meine Mitstreiterin. Der erste Teil bis zum malerischen Seebensee war alt bekannt, über die „Hohen Gänge“, ein leichter Klettersteig (Kat. B), ging es bei traumhaftem Bergwetter die ersten knapp 600 Höhenmeter nach oben, der erfahrene Bergsteiger kann in diesem Abschnitt, der immer mal wieder mit Stahlseil versichert ist, getrost auf das Klettersteigset verzichten, wir hatten es ohnehin nicht dabei, da im weiteren Verlauf oben im Fels der Sonnenspitze ohnehin keine Möglichkeiten zur Selbstsicherung vorhanden sind. Nach guten 1,5 Stunden erreichten wir den See, der noch vollständig im Schatten lag, entsprechend kühl war es hier.
Das nächste Ziel lautete dann Coburger Hütte auf 1920 Meter, die über einen normalen Bergwanderweg erreicht wird. Vom See aus rechnet man mit ca. 45 Minuten Gehzeit bis zur Hütte. Wir stärkten uns dort angekommen noch einmal mit einer kurzen Jause, sammelten unsere Kräfte und machten uns auf in Richtung Gipfelsturm. Zunächst verliert man auf einem angenehmen Bergpfad wieder etwas an Höhe in Richtung Bierwierer Scharte bis man bald auf einen Felsen trifft, auf dem das Ziel klar sichtbar aufgepinselt ist: Sonnenspitze. Also rechts ab und schon bald geht es durch Latschenkiefer immer weiter Richtung Geröllfeld. Den Weg durch diese Schutthalde sieht man schon relativ frühzeitig, über zwei langgezogene Serpentinen geht es in Richtung Fels und den Einstieg in den ernsten Teil der Tour. Zunächst noch in leichter Kletterei durch Schrofengelände, doch bald schon kommen die ersten Felsriegel und die Hände dürfen auch mit der Arbeit beginnen – dies wird bis zum Gipfel so bleiben. Die Orientierung ist für bergerfahrene Kletterer übrigens nicht allzu schwer, man erspäht immer mal wieder ausgeblichene rote Markierungspunkte, oder Standplätze zum Sichern, alternativ Steinmänner. Sollte mal nichts von all dem zu sehen sein, folgt man instinktiv der logischen Linie und überraschend entdeckt man dann immer wieder eine der oben genannten Orientierungshilfen. Bei der ersten Klettereinlage waren wir von einer dreiköpfigen Seilschaft etwas genervt, die nur schleppend vorankam, da der Bergführer eine seiner Mitgeher am Kurzseil hatte. Wir entschlossen uns etwas rechts von der eigentlichen Route zu klettern um diese Gruppe zu überholen, aber „netterweise“ machte der außerdem noch dauerquasselnde Bergführer urplötzlich auch ordentlich Tempo und zog die gesicherte Dame regelrecht den Fels nach oben. Letztendlich konnte er dann aber unserer Tempoeinlage doch nicht mehr ganz folgen und wir waren vorbei an ihnen. Im Nachhinein ein guter Entschluss, hörten wir doch immer wieder ein „Vorsicht Stein“ von unten, scheinbar traten die gut was los. Entsprechend auch die Empfehlung pro Helm wenn viel Betrieb an der Wand ist, die Steinschlaggefahr ist definitiv nicht von der Hand zu weisen. Nach besagter ersten Rinne (1er, maximal mal kurz 2er Gelände) folgt zur Erholung eine erste Querung, bei der man sich allerdings trotzdem im absoluten Absturzgelände befindet. Es geht ein schmales Band in einer steilen Wand entlang zur nächsten Rinne, bei der gefühlt auch die Schlüsselstelle der Route wartet. Susan bewältigt diese Schlüsselstelle, die am Ausstieg mit Krampen etwas entschärft ist auf der eigentlichen Route, ich entschied mich aus der Erfahrung des ersten Besteigungsversuches heraus dafür, diese Stelle links zu umklettern, hatte ich doch so meine Schwierigkeiten bei besagten erstem Versuch. Die Variante links herum ist deutlich ausgesetzter und man hat ordentlich Luft unterm Hintern, dafür empfand ich sie als schöner zu klettern, da der Fels wesentlich weniger abgewetzt ist und sich auch hier immer wieder schöne Griffe und Tritte finden. Kurz nach den erwähnten Krampen quert man dann einfach wieder in die Rinne und befindet sich ab da wieder auf der eigentlichen Route. Nach der Rinne folgt wiederum eine weitere Querung auf einem schmalen Band, dieses Mal nach links. Hier gibt es auch einmal kurz ein Stahlseil als zusätzliche Möglichkeit zum Festhalten. Danach geht es wieder relativ straight nach oben, hier finden sich wenige Hinweise, wie bereits beschrieben einfach der logischen Linie folgen, versteigen kann man sich dort eher kaum. Tendenziell jedenfalls sollte man sich leicht nach rechts oben halten, denn hier folgt die letzte Querung die zum finalen Gipfelaufschwung führt. Dort angekommen steigt man wieder kurz im Fels (1er Gelände) nach oben und steht auf dem Vorgipfel und erblickt erstmals das Gipfelkreuz. Diesen erreicht man schließlich über einen schmalen, sehr ausgesetzten Grat an dessen Ende man noch einmal eine kurze anregende Klettereinlage bewältigen muss um endlich am Kreuz abklopfen zu können. Bei strahlendem Sonnenschein genossen wir ca. 45 Minuten lang die Einsamkeit am Gipfel auf 2417m, die Aussicht auf diesem exponierten Gipfel ist wirklich an so einem Traumtagele überwältigend.
Als wir die „Labertasche“ von unten hörten, gesehen hat man die Seilschaft noch lange nicht, wussten wir dass es bald vorbei ist mit der herrlichen Ruhe auf dem Gipfel und wir machten uns bereit zum Abstieg, der in nördlicher Richtung beginnt. Die ersten Höhenmeter des Abstiegs sind immer wieder gespickt von kurzen Abklettereien, die durchaus ebenfalls den zweiten Grad streifen. Am unangenehmsten allerdings ist die Tatsache, dass sehr viel loses Gestein auf dem „Weg“ liegt, hier ist absolute Aufmerksamkeit gefragt, bewegt man sich doch stets in sehr ausgesetztem Absturzgelände, ein Ausrutschen ist absolut zu vermeiden, es würde nicht wirklich gut enden, wenn man hier fällt.
Sobald man dann allerdings die ersten Grashänge erreicht hat, entspannt sich die Situation auch zunehmend, das Gelände wird gutmütiger und kommt wieder einer Bergwanderung gleich. Der Abstieg endet schließlich wieder am Seebensee und final geht es über die oben beschriebenen „Hohen Gänge“ wieder in Richtung Parkplatz. Fazit: wer eine rassige Bergfahrt im ungesicherten Gelände sucht, die sich größtenteils im Ier Grad bewegt, aber auch einige würzige Stellen im II er bietet, ist hier gut aufgehoben. Zu beachten ist allerdings, dass man im Fels stets im sehr ausgesetzten Gelände unterwegs ist und es keinerlei Möglichkeit der Selbstsicherung gibt. Für den erfahrenen Bergsteiger ist die Tour ungesichert eine absolute Genusskletterei, wer am Fels wenig Erfahrung hat, sollte das Ganze mit einem erfahrenen Geher am Kurzseil angehen oder eventuell auch die vielen Standplätze nutzen und generell am Seil klettern.
Den Höchsten im Zillertal hatte ich schon längere Zeit immer mal wieder im Auge, einzig die lange Anreise bis nach Südtirol – von dort startet nämlich die Normalroute auf den Gipfel – hielt mich immer wieder davon ab, es endlich einmal durchzuziehen. Im Rahmen einer zweitägigen Bergtour mit 3F Anfang Juli konnte ich ihn immer wieder einmal aus Richtung Olperer-Massiv erspähen und somit war klar, dass der Hochfeiler heuer auf jeden Fall noch begangen werden sollte. Im Laufe der Vorwoche mit Blick auf den Wetterbericht reifte der Plan dann immer mehr, es am Wochenende 03.09./04.09. endlich anzugehen. Nachdem der Wetterbericht für Sonntag, 04.09. die besseren Bedingungen prophezeite wurde es also fixiert. Zunächst als Solotour angedacht, kam bei Susan am Samstag spontan der Gedanke auf, „hey da komm ich mit“. Gesagt, getan und so saßen wir am Sonntag früh, genauer gesagt sehr früh um 2.30 Uhr im Auto Richtung Pfitscher Tal. Zügig und ohne Stau kamen wir durch, so standen wir gegen 7.15 Uhr am Parkplatz bei relativ kühlen Temperaturen, aber trockenem Wetter. Kurz das Equipment gecheckt und schon ging es los. Zunächst kreuzt der Weg über eine durchaus nette Hochbrücke den Pfitscher Bach der sich in der Tiefe tossend seinen Weg Richtung Tal sucht, doch bald geht es schon den ersten Grashang recht steil nach oben, wobei Grashang eher untertrieben ist, die üppige Vegetation lässt ein bisschen Dschungel-Feeling aufkommen. Aber der Weg ist deutlich ausgetreten, wir wissen jetzt auch weshalb, waren gerade am Anfang doch einige Gleichgesinnte unterwegs und das ständige Stop an Go der anderen Gruppen bzw. Überholen und wieder überholt werden war doch recht nervig. Irgendwann hatten wir einen guten Rhythmus gefunden und schraubten uns immer einsamer werdend in die Höhe. Oberhalb der Baumgrenze lehnt sich der Weg dann merklich zurück und man gewinnt nur noch wenig Höhe trotz langem Hatsch. Belohnt wird man allerdings mit einem sehr schönen Panorama auf die Berge rundherum entlang des Talkessels des Unterbergbachs. Man kreuzt auch immer wieder über Brücken einige Bergbäche, Schafe weiden links und rechts, alles in allem auch ein reizvoller Streckenabschnitt. Nachdem wir recht zügig voran kamen, die Beine gut waren und wir noch genügend Wasserreserven dabei hatten, entschieden wir uns an der Abzweigung zur Hochfeilerhütte, diese erst einmal „rechts“ liegen zu lassen und den direkten Anstieg über den langen Grad Richtung Gipfel in Angriff zu nehmen.
Über losen Schotter und Platten geht der Weg weiter, da es die Nacht vorher etwas geschneit hatte, war hier durchaus Vorsicht geboten, allerdings entschieden wir für uns, dass es, zumindest im Anstieg ohne Spikes oder Steigeisen gehen sollte. Irgendwann zeigt sich dann auch erstmals das Gipfelkreuz und man bekommt einen Eindruck ,wie steil das letzte Gradstück sein wird, dass man im Normalfall eher nordseitig geht. Hier definitiv der Hinweis, dass man selbst im Hochsommer damit rechnen muss auf Firn oder gar gefrorenem Schnee zu treffen, somit macht es sicherlich Sinn, mindestens Spikes oder auch Steigeisen für alle Fälle mit einzupacken, vor allem, wenn es dann in Richtung Abstieg geht, den man über den gleichen Weg unternimmt. Auf den letzten 100 bis 200 Höhenmetern machte sich bei mir dann immer mehr die Höhenluft bemerkbar, vor allem da ich auch eine leichte Erkältung mit mir rumschleppte. Somit war der Schlussanstieg für mich der härteste Abschnitt des Tages, immer wieder musste ich kurz inne halten um etwas Erholung zu suchen, aber Umkehren war keine Option. Nach gut 4 Stunden war der Gipfel dann erreicht. Bei klarem Wetter eröffnet sich auf 3509m sicherlich ein spektakuläres Panorama, aber von Norden her, zog es immer mal wieder zu. Trotz allem konnte kurz einmal der Schlegeisspeicher erblickt werden und im Südwesten zeigten sich hin und wieder mir bekannte Gipfelprominenz der Dolomiten: Langkofel, Plattkofel, die Geislergruppe, Seiser Alm und so weiter.
Da es relativ kühl und auch windig war, hielten wir uns am Gipfel nicht allzu lange auf und machten uns zügig an den Abstieg, Susan zog sich sinnigerweise die Spikes über die Schuhe, ich liebäugelte mit den Steigeisen, dumm nur, wenn man vergessen hat diese auf seine Schuhgrösse umzustellen, also musste ich wegen meiner Nachlässigkeit eben ohne Hilfsmittel an den Schuhen wieder runter kommen. Hierzu wählte ich dann gerne einmal Stellen fernab des eigentlichen Wegs und wich auf die südliche Gradseite aus, da hier weniger Schnee lag, der Nachteil war eben, dass dort der Schutt und die Platten etwas schwieriger zu begehen waren, allerdings aufgrund der Verhältnisse sicherlich für mich ohne Steighilfen die bessere Wahl. Der Abstieg zieht sich ebenfalls in die Länge, früh erspäht man im Tal schon die Hochfeilerhütte und die verdiente „Halbe“ hat man schon fest in Gedanken, aber wie gesagt, man muss sie sich schon redlich verdienen, dafür schmeckt es dann gleich umso mehr.
Wir stärkten uns auf der Hütte mit einer wärmenden Suppe und isotonischen Hopfengetränken und gingen nach ca. 45 Minuten Pause wieder los um den Abstieg zu vollenden. Uiiii, der zieht sich gewaltig lang bis ins Tal, vor allem eben durch den Abschnitt, auf dem man wenig Höhenmeter verliert, es ist ein wirklich langer Hadscher. Final sammelt man ca. 18,5 Kilometer, gesamt mit Gipfelpause und Hütteneinkehr waren wir gut 9,5 Stunden unterwegs und es sind ca. 1800 Höhenmeter im Aufstieg und natürlich logischerweise auch wieder im Abstieg zu absolvieren. Für eine Tagestour schon eine ziemlich ambitionierte Veranstaltung. Wer es gemütlicher machen möchte, wählt dann eben eine Übernachtung auf der urigen Hochfeilerhütte. Fazit: Von der technischen Schwierigkeit her, für jeden, der gut zu Fuß ist, definitiv machbar, es gibt nur eine kleine Kletterstelle im Abstieg Richtung Hütte, die aber gut drahtseilversichert ist, ansonsten ist man ausschließlich im Gehgelände unterwegs, für mich persönlich fehlt da dann schon die nötige Würze, aber was nimmt man nicht alles in Kauf um seinen bisher höchsten Gipfel zu erreichen. Einzig der Grad ist für weniger Bergerfahrene mit Vorsicht zu genießen, aufgrund der Schneeverhältnisse die dort herrschen können und es ist auch etwas ausgesetzt, aber nichts Dramatisches. Alles in Allem war es ein wunderschöner Bergtag, aber über den Normalweg werde ich hierher eher nicht mehr hoch kommen, liebäugle ich da eher mit der vergletscherten Nordwand, mal sehen ob das irgendwann passieren wird.