Wandern 3F Special – Lechtaler Alpen + Gatschkopf (2945m) 27.-29.08.2022

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27.08.2022

Tour Nummer 41 – Fortgeschrittene – Lechtaler Alpen. Zu siebt stiegen wir am Samstag früh gegen dreiviertel 5 in zwei Autos verteilt, um nach Zams / Landeck zu fahren. Was uns an diesem Wochenende erwarten würde waren die Lechtaler Alpen – soviel war klar. Das Wetter war leider für die ersten beiden Tage nicht so berauschend gemeldet, aber das würden wir einfach abwarten müssen. Gefahr zwecks Gewitter bestand nicht, aber evtl. einiges an Regen.
Dabei waren zwei Leute, die zum ersten Mal an meiner Fortgeschrittenentour teilnahmen, was mich ungemein freute.
Wir trafen uns alle auf dem Parkplatz der Venetbahn in Zams, machten uns bergfertig und riefen ein Taxi. Hier würde unser Zielpunkt übermorgen sein, der Start aber in Grins, ein paar Kilometer weiter.

Am Schwimmbad in Grins stiegen wir aus dem Taxi und liefen los. Es war bewölkt aber trocken. Recht steil ging es gleich bergan in Richtung Augsburger Hütte. Gut 1200hm lagen vor uns. Zu sehen war nicht viel bis auf daß es lichter wurde, wir irgendwann ganz aus dem Wald und Unterholz rauskamen und auch von unten schon die Hütte sehen konnten, wenn die Wolken gerade mal Platz machten. Wir liefen nicht den Normalweg, sondern gingen über den Ochsenberg, was ca. eine Stunde zusätzlich benötigen sollte. Irgendwann ging es über in einen richtig steilen Wiesenhang, der mit Seilen versichert war. Hier ging das Geschnaufe schon ganz schön los. Nachdem wir diesen Abschnitt bewältigt hatten, sahen wir auch schnell die Hummelleiter vor uns inmitten einer Kletterwand mit unzähligen Routen. Es waren über 70 Sprossen gesamt, die da vor uns lagen, und bei dem Anblick wurden schon dem ein oder anderen die Knie weich. War allerdings für uns alle dann kein Problem und jeder einzelne hangelte sich hinauf. Damit war das Ziel quasi erreicht. Die Hütte auf 2298m Höhe, recht exponiert und schön gelegen.

Empfangen wurden wir mit einem Begrüßungsschnaps. Knapp 5h hatten wir benötigt, uns ja aber auch nicht beeilen müssen. Das Personal ist hier sehr nett. Nach einem Bier auf der Terrasse, auf der es dann doch schnell kühl wurde, bezogen wir unser Lager und hatten anschließend einen gemütlichen Hüttenabend, den die meisten von uns nicht unnötig in die Länge zogen. Die Nacht war recht ruhig – wir hatten sehr viel Platz.


28.08.2022

Als wir morgens erwachten war das Wetter besser als erwartet. Es sah in jedem Fall nicht nach Regen aus und sogar die Sonne kam zum Vorschein. Wir frühstückten um 7 und gingen um kurz nach 8 Uhr los in Richtung Gatschkopf (2945m). Der Anstieg war steil und kantig, aber nicht groß anspruchsvoll. Schwindelfrei mußte man allerdings sein. Dennoch standen wir erst um kurz vor 11 Uhr auf dem Gipfel. Viele Wolken zogen durch, was uns interessante Bilder machen ließ.

Dann hinunter zur Patrolscharte, von der aus es kletternd am Seil steil bergab gehen sollte. Ich ließ hier oben alle die Helme aufsetzen, da das Gestein teilweise sehr bröselig sein sollte, was sich durchaus bestätigte. Das Abklettern stellte schon eine gewisse Herausforderung für einige dar und so halfen wir zusammen. Ein paar erfahrene sichere Kletterhasen waren ja am Start. Es machte schon Spaß.
Als wir von diesem Seilakt ins Geröllfeld übertraten gab es allerdings Unmut bei uns allen. Der Weg war abgerutscht und mußte schwer unterhalb durch tiefen Schotter umgangen werden, was sehr unschön war. Hier suchte sich jeder seinen eigenen Weg, und die meisten von uns legten eine kleine Rutschpartie hin. Jetzt waren die Klamotten mal so richtig dem Streßtest unterzogen. Ich ging voran und wartete am Einstieg zur nächsten Kletterstelle, wo wir alle erstmal Pause machten. Es war schon recht kräftezehrend das Ganze und war für mich so aus den Tourenbeschreibungen, die ich gelesen hatte, nicht ganz erkenntlich gewesen. Dennoch schob ich in diesem Augenblick alles noch auf den abgerutschten Weg, wofür keiner was konnte. Im Darauffolgenden ging die Kletterei weiter. Es war nicht einfach für diejenigen, die sowas noch nie gemacht hatten. Es ging kletternd wieder hoch, kletternd wieder runter, einiges entlang an einem Hang und dann erneut Kletterstelle. Ich war nun endgültig auch soweit, daß ich nur noch kurz die Augen schließen und durchatmen mußte. Ich war in keinster Weise darauf gefaßt gewesen, daß es so doll kommen würde, nachdem ich wirklich gründlich Vorabinformation betrieben hatte. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, hier eine Gruppe zu führen, wenn ich das vorher so hätte vorausahnen können. Nun also mußten wir da noch drüber. Die Kräfte hatten bei einigen schon sichtlich sehr nachgelassen, was für mich vollkommen verständlich war. Bei der letzten Kletterstelle gingen wir zu zweit noch mal halb nach unten, um zwei Rucksäcke von anderen zu holen. Ich fand es toll, wie sich untereinander geholfen wurde und die Stärkeren einfach mit anpackten bzw. beim Klettern unterstützten.

Nach dieser Stelle war der Schock dann vorbei, jedenfalls der Kletterschock. Nochmals ging es einen steilen Weg bergab und anschließend einen ziemlichen Hatsch bis zur Hütte, die man schon sehr früh sehen konnte. Als wir dort ankamen waren wir alle froh – jeder auf seine Weise.

Ich organisierte noch alles mit den Hüttenwirten bezüglich Lager und den ganzen Formalitäten, wie hier alles gehandhabt wurde, und dann verzog ich mich zum Frischmachen und mich selbst Sortieren. Mich hatte die Tour heute physisch nicht an meine Grenzen gebracht. Für mich selbst wäre sie eine tolle Tagesetappe gewesen, aber hier eine Gruppe zu führen, bei der noch Leute mit wenig Bergerfahrung dabei waren – das war grenzwertig und nicht mein Vorhaben vorab. Ich war so dankbar, wie alle zusammengehalten hatten in jeder Situation – ausnahmslos alle, und es gab kein Jammern, nur Gefluche, was ich durchaus verstehen konnte. Ich selbst war danach einfach psychisch platt und mehr als glücklich, als dann zwei von der Gruppe ins Lager kamen, erzählt haben, daß sie zusammen gerade unten ein Bier getrunken haben und alle gut drauf waren.

Wir haben das später am Abend noch in der Gruppe besprochen, als wir einen Hüttenabend im Zelt verbrachten mit Essen und Trinken, und auch meine Recherchen nach der Tour brachten mir keine weiteren Erkenntnisse als daß diese Etappe einfach unterirdisch im Netz beschrieben ist.


29.08.2022

An diesem Tag war „nur“ der Abstieg angesagt. Erst nochmal 350hm hoch zur Seescharte und dann 1700hm nach unten. Frühstück war ok – es gab reichlich von allem, was ein normales Hüttenfrühstück beinhaltet. Im Schatten der Berge ging es los vorbei an den Seen und dann steil nach oben. Hier wurde nochmal geschnauft, da der Schotter steil, anstrengend und teilweise zu tief oder zu fein war. Dieser Streckenabschnitt ist ein Teil des E5 und so gab es eine mächtige Kolonne am Berg vor und hinter uns. An der Scharte gab es Stau, und als wir hinübertraten lag das mächtige Tal vor uns, was uns hinunter nach Zams bringen sollte zu den Autos. Der Weg war lang, hart und die Kräfte gingen langsam aus bei einigen von uns. Dennoch schien jetzt nur noch die Sonne und irgendwie machte der Weg auch Spaß. Wir alle erreichten irgendwann den „Boden“ in Zams nach 1880m Abstieg und waren durchgeschwitzt doch überglücklich. Einige sind an ihre Grenzen gegangen bei dieser Tour oder doch darüber hinaus, und alle waren gut drauf.

Erneut danke ich allen Beteiligten für diese Erfahrung, die ich machen durfte, auch wenn ich hoffe, meine nächsten Touren nicht mehr so am Limit durchführen zu müssen. Tag zwei war ferner liefen, aber ich konnte das nicht ahnen. Ich werde diese Erfahrung aufnehmen und versuchen, so etwas nicht mehr aufkommen zu lassen. Ihr seid für mich eine riesengroße Bereicherung gewesen in diesen Tagen – alle zusammen – dafür möchte ich Euch danken – eine irre starke Truppe!!

Trekking durch den Kaukasus in Georgien mit Atsunta-Pass-Überschreitung (3520 m) 05.-18.08.2022

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Nachdem klar war, daß sich Pakistan in diesem Jahr erneut erledigen sollte, fragte Sonja mich, ob ich mir alternativ eine Reise in den Großen Kaukasus nach Georgien vorstellen könnte. Zelttrekking mit Reiseveranstalter und doch einigen zu überwindenden Höhenmetern und Strecken. Sehr schnell nachdem ich mit der Dame vom Veranstalter gesprochen und mich weiter informiert hatte, sagte ich zu. Hatte ich dieses Land und Gebiet bislang überhaupt nicht auf dem Schirm gehabt, so reizte es mich doch sehr schnell, zumal ich unbedingt wieder eine Fernreise machen wollte, wenn möglich.
Als es dann in Richtung Sommer ging zeichnete sich immer mehr ab, daß es diesmal wieder klappen sollte. Ich hatte mich für einen Direktflug von München nach Tiflis entschieden und startete hierzu am 04.08., um am 05.08. mitten in der Nacht anzukommen.
Die Tour sollte bis auf ca. 3500 Meter hochgehen, und der Große Kaukasus wäre vom Klima her vergleichbar mit den Alpen. So stellte ich mich beim Packen ein – dicker Schlafsack, warme Klamotten, aber auch kurze Sachen durften nicht fehlen. Das Wetter war wie auch hier in diesem Jahr zumindest für Tiflis sehr heiß, für’s Gebirge zeichnete sich allerdings schon im Vorfeld etwas unbeständiges Regenwetter ab.


05.08.2022

Ich landete um 4 Uhr in Tiflis und schon an der Paßkontrolle stand plötzlich Sonja hinter mir. Sie war mit einem anderen Flieger geflogen, aber wir wußten, daß wir ca. zeitgleich ankommen würden. Die Wiedersehensfreude war groß. Als wir unser Gepäck hatten, fanden wir auch schnell unseren Fahrer, der uns ins Hotel brachte. Wie wir dort erfuhren, mußten wir bereits um 8 Uhr zum Frühstück erscheinen – es hieß also gerade mal max. 2h Schlaf.
Alle anderen 10 Teilehmer waren bereits am Vortag oder früher angereist und empfingen uns dementsprechend ausgeruht am Frühstückstisch. 2 von ihnen kannte ich bereits von der letzten Marokkoreise mit Sonja, und Sonja kannte auch noch eine Weitere, die sie ebenfalls bezüglich Teilnahme hier gefragt hatte. Auf den ersten Blick schien es eine nette Truppe zu sein.
Um 9 Uhr ging es dann los zur Stadtführung mit unserem Reiseleiter, der uns zumindest anfangs begleiten sollte. Sehr bald erfuhren wir, daß er nur bis Tag 5 bei uns sein sollte, weil er dann eine andere Gruppe zugewiesen bekommen hatte. Wir sahen uns einige Sehenswürdigkeiten an und bekamen einiges erzählt. Bei der Führung durch die Schatzkammer in einem Museum klinkten Sonja und ich uns allerdings aus. Zwecks Müdigkeit war es hier nun einfach nicht mehr möglich, den Berichten aufmerksam zu folgen.
Anschließend ging’s zum Mittagessen in einem Lokal an der Straße. Hier wurden wir erstmalig mit georgischem Essen versorgt, welches mir insgesamt nur teilweise schmecken sollte. Es war aber immer ausreichend Auswahlmöglichkeit vorhanden.
Nach dem darauffolgenden kurzen Aufenthalt im Hotel hatten wir etwas Freizeit und ich ging mit Sonja durch die Straßen von Tiflis. Es ist für mich keine besonders tolle Stadt zum Anschauen – alte kunstvoll gestaltete Gebäude, die zerbröseln neben neuen glasfassadierten Prunkbauten, die ebenso wenig gepflegt zu werden scheinen. Kommt man etwas in abgelegenere Ecken, sieht man gleich die Armut und die Bruchbuden, in denen ein Großteil der Bevölkerung haust. In einer netten kleinen Kneipe in einer winzigen Gasse tranken wir unser erstes georgisches Bier, welches die dort wohl selbst herstellten – dieses war sehr lecker.

Zum Abendessen fuhren wir später etwas nach außerhalb in eine Art Biergarten. Hier war ganz schön Stimmung angesagt, aber müde waren wir nun doch. Zurück beim Hotel tranken wir noch ein Absackerbier auf der Straße bevor wir alle schlafen gingen.


06.08.2022

Es gab wieder um 8 Uhr Frühstück und um 9 stiegen wir in den Bus, der uns in Richtung Berge bringen sollte – nächstes Ziel Stepanzminda. Unterwegs stoppten wir noch am Schinwali Stausee und besichtigten eine Kirche, desweiteren kamen wir durch ein Skigebiet. Die Heerstraße, die Georgien mit Rußland verbindet stand am Straßenrand voll von LKWs, die auf die Weiterfahrt warteten. Recht zügig kamen wir voran, bezogen in Stepanzminda ein Gästehaus und gingen von dort aus bei einer Familie zum Essen. Es wurde riesig aufgetischt – Suppe, Salat, Gemüse, Brot, Spinatbrot, Hähnchen und Nudeltaschen mit Lammfleisch drin.

Im Anschluß machten wir uns auf zu unserer ersten kleinen Wanderung zur Gergeti-Kirche hoch, knapp 500hm über der Stadt. Das Wetter war trüb und regnerisch, so daß uns die große Fernsicht leider verwehrt blieb.

Abendessen in unserer Unterkunft und langsam immer besseres Kennenlernen untereinander. Es waren wirklich alle sehr nett, blieb nur noch abzuwarten, wie es sich später beim Trekking verhalten sollte.
Eine Auffälligkeit des Landes hatte sich bis hierhin schon im Straßenverkehr gegeben. Es gab Autos mit Lenkrad rechts, andere mit Lenkrad links, wobei rechts gefahren wurde. So etwas wäre bei uns nie denkbar. Die Frage danach an den Guide wurde damit beantwortet, daß es eben günstigere Importautos gab, die das Lenkrad auf der rechten Seite haben. Zugelassen werden darf hier wohl alles beliebig.


07.08.2022

Heute ging es endgültig in die Berge. Wir fuhren mit 3 kleinen Bussen nach Juta, wo unser Bergführer dazustieß, der nur gebrochen englisch sprechen konnte, sich aber als gute Begleitperson herausstellen sollte. Der Reisebegleiter, der aus Tiflis mitgefahren war, sollte noch 3 Tage zusätzlich dabei sein. Wir liefen von Beginn an ein langsames aber kontinuierliches Tempo und machten regelmäßig Pause. Alle kamen gut mit. Beim Aufstieg kamen wir an unserem Lagerplatz der heutigen Nacht vorbei, gingen aber noch höher auf die Thetuspitze (3210müNN) hinauf. Es waren dabei einige Bäche zu überqueren und oben in Gipfelnähe ging es etwas ausgesetzt entlang. Leider war wieder wenig um uns rum zu sehen, da die Wolken hier festzuhängen schienen. Nach 13km, 1130m hoch und 930m runter erreichten wir dann unser Camp, wo sämtliche Zelte bereits von der Mannschaft aufgebaut waren, und als wir uns gerade in den Zelten einrichteten begann es zu regnen.

Zum Abendessen im Gemeinschaftszelt gab es Suppe, Salat, Hähnchen und Melone. Ein Teilnehmer hatte eine Flasche Wein für alle mitgetragen, die wir zusammen tranken und von Tiflis-Begleiter stand eine große Flasche Chacha auf dem Tisch – ein klarer georgischer Traubenschnaps.
Zum ersten und lange nicht zum letzten Mal auf dieser Reise gab es Musik von Sonja auf der Ukulele und wir sangen dazu – alle waren gleich gerne dabei, was uns riesig freute.


08.08.2022

Das erste Frühstück im Zelt verlief wie erwartet – zu Essen nichts Besonderes, dazu löslichen Kaffee mit einer Art süßer Milchcreme oder Tee, aber reichlich, dann Tagesrucksack packen und los. Es stand eine einigermaßen lange Etappe vor uns. Das Wetter schien aktuell stabil trocken, wenn auch die Wolken sich nicht verzogen hatten. Es sollte über den Chauki Paß (3300m) zu den Abudelauri-Seen bis Roschka gehen, in Summe 15km, 1000m hoch und 1340m runter.
Einen Ausfall mit Magenproblemen hatten wir bereits jetzt. Da unser Gepäck von hier aus mit Geländebussen zum nächsten Camp gefahren wurde, konnte der betroffene Teilnehmer dort bequem mitfahren, alle anderen waren gut drauf und freudig am Start.
Der Weg zog sich weit geschlängelt durch die Landschaft bergauf. Es gab 2 Wasserstellen unterwegs zum Trinken und Frischmachen, wobei das Frischmachen noch nicht wirklich nötig war bei den Temperaturen. Auch Wind blies recht ordentlich. Als es langsam in den steilen Gipfelanstieg überging wurde es immer dunkler und es donnerte ein paarmal. Wir sollten uns etwas anschicken, über den Paß zu kommen, aber Grund zum Umkehren bestand nicht. Leider blieb uns die Sicht nun gänzlich verwehrt und den Blick auf die drei Seen, den Weißen, Blauen und Grünen von oben konnten wir uns nur achselzuckend im Kopf zusammenspinnen. Als wir wieder etwas nach unten gekommen waren, zeigte sich wenigstens kurzzeitig der blaue See, und wir begriffen, warum der so hieß – ein leuchtendes türkisblau stach uns in die Augen.

Irgendwo im Abstieg machten wir recht spät unsere Mittagspause zu der es immer Brot, Käse, Salami, Gurke, Eier, Schinken, Äpfel und Schokolade gab. Danach wurde es nochmal richtig steil, rutschige Wiesenhänge, die teilweise schlammig naß waren. Eine weitere Teilnehmerin hatten Magenprobleme erreicht und noch eine bekam Probleme mit dem Knie. Dennoch ging es irgendwie weiter. Am blauen und grünen See liefen wir dann direkt noch vorbei bevor sich der Weg am Hang langsam hinab bis Roschka zog. Zwischenzeitlich hatte es dann auch noch einiges an Regen gegeben, so daß wir ziemlich aufgeweicht unten ankamen. Durch die nassen Wiesen und Pfützen waren auch mehrere Paar Schuhe durchweicht. Immerhin lag das Ziel nun in der Abendsonne und wir konnten uns wenigstens etwas aufwärmen und trocknen bevor es zu Suppe, Salat, Wienern und Melone überging.
Im Lager zeigte sich dann, daß unser Begleiter aus Tiflis nun auch noch krank geworden ist. Er sagte, er würde evtl. bereits morgen einen Tag früher als geplant abreisen.
Ich ging heute sehr früh schlafen.


09.08.2022

An diesem Tag stand nur eine kurze Wanderung bevor das Tal hinunter in die Nähe des Dorfes Guli 6,5km, 160m hoch und 530m runter. Es ging durch hohe Wiesen und durch Bärenklau, weshalb wir lange Klamotten tragen sollten. Schon früh schien die Sonne und es war richtig warm. Die mit den Knieproblemen und unser Tiflis-Begleiter ließen sich fahren.
Unterwegs war einzig und allein richtig imposant, daß wir Bärenspuren auf unserem Pfad entdeckten. Schien es die hier also wirklich zu geben.
Als wir zum Lager kamen standen bereits wieder unsere Zelte. Es war heiß. Es gab unser Mittagessen im Schatten und danach fanden wir uns unter anderen Bäumen ein, um georgische Musik auf Panduri und Flöten von Sasa, dem einen Fahrer zu hören. Der war richtig gut, hatte eine irre Stimme und spielte dann auch ein georgisches Lied, zu dem wir den Refrain alle mitsingen sollten. Es war einfach nur toll. Auch Sonja spielte etwas auf ihrer Ukulele.

Im Anschluß daran verabschiedete sich unser Tiflis-Begleiter, dem es sichtlich nicht gut ging, und wir gingen noch zum Fluß hinunter zum Baden und Wäsche waschen – ein sehr entspannter Nachmittag also.
Nach dem Abendessen gab’s nochmal Musik von dem Fahrer und einen georgischen Kreis-Tanz. Früh ging’s wieder ins Bett.


10.08.2022

Heute wieder alle zusammen wandern. Frühstück gab’s um 8 Uhr, um 9 wurden wir mit den Geländebussen eine halbe Stunde ca. zum Startpunkt der Wanderung gebracht. Hatte der Morgen noch recht gut vom Wetter her ausgesehen, so zog sich während der Tour wieder alles zu und es wurde je höher wir kamen immer kälter. Zu sehen war auch nicht mehr viel auf 3048m am Kistanistavi. Dennoch gingen wir drüber, machten irgendwo unser Picknick und wurden dann wieder von den Bussen zum Camp gebracht. 11,6km waren es zu Fuß gewesen mit 1130hm hoch und 520 runter. Dort machten wir wieder Musik. Sonja lernte das Lied von Sasa, zu dem wir alle den Refrain gesungen hatten. Nun lernten wir auch die Strophen zu singen, und wir verabschiedeten unseren Bergführer damit. Morgen sollte wieder ein Neuer kommen.

Der Abend war für mich nicht lang, auch wenn die anderen noch etwas zusammen saßen. Bei mir fiel so langsam alle Anspannung ab, und ich wollte nur noch allein sein.


11.08.2022

Ich war sehr früh wach ohne Wecker und stand auf, um im Fluß baden zu gehen. Ich genoß die Ruhe. Alles schlief noch, nur einer der Mannschaft stand mit der Panduri am Fluß und spielte leise. Das war ein Bild… So langsam konnte ich abschalten und mich frei fühlen – einfach mal fernab jeglicher Zwänge und Aufgaben – unerreichbar sein. Es gab einfach nichts mehr als Natur um mich rum. Keine Zivilisation, kein Netz, völlig out of order. Ich saß da, guckte und schrieb meine Gedanken auf bis der Rest der Gruppe langsam aus den Zelten kroch.
Soso, unser neuer Guide wurde gebracht, und zusammen fuhren wir nach dem Frühstück nach Shatili und weiter zu einem Dorf, wo wir uns von den Fahrern verabschiedeten. Ab dem nächsten Camp sollte es dann nur noch mit Pferden weitergehen. Wir besichtigten eine Festung, die gerade restauriert wurde, bekamen etwas zu essen und wanderten dann ca. 6km zum nächsten Lager am Fluß entlang, wo ich etwas Wäsche wusch. Alles war frei. Wir bekamen Karten gezeigt, wo wir waren, wo wir hinlaufen würden.., machten Musik und später gab’s ein Lagerfeuer, Bier und Chacha – einfach mal genießen, die Freiheit und Unerreichbarkeit mitten im Großen Kaukasus.


12.08.2022

Am frühen Morgen stießen unsere Pferde zu uns, die die letzten Tage nun unser Gepäck tragen sollten. Hier gab es keine Straßen mehr. Wir wanderten nur noch, es war sonnig und wurde sehr schnell sehr warm. Anfangs hatten wir 3 abenteuerliche Brücken zu überqueren, und die 4. Brücke, die laut Guide vor paar Tagen noch da war, war verschwunden, so daß wir auch einmal durch den Fluß mußten bis zu den Oberschenkeln im Wasser. Nach ca. einer Stunde begann ein Steilanstieg in der prallen Sonne durch Wiesen, ein reines Blütenmeer. Oben gelangten wir an eine russische Paßkontrolle, wo wir alle registriert werden mußten. Das dauerte etwas, und so nutzen wir die Zeit für unser Mittagspicknick. Wir liefen zwar nicht durch Rußland, aber es wäre hier möglich gewesen, über die Grenze zu gelangen – deshalb die Kontrolle. Weiter ging’s dann über Wiesenhänge und immer noch weiter hinauf bis auf knapp 3000m. Unser Camp lag direkt unterhalb des Atsunta Passes, über den wir morgen gehen sollten. Heute waren es 11km bei 1260m hoch und 100 runter.

Hier war das Klima ganz schön rau, dennoch saßen wir in der Sonne, machten Musik und hatten letztlich sogar noch einen Blick auf den Kasbek ganz aus der Ferne. Die Nacht wurde klar, stürmisch und kalt.


13.08.2022

Auch früh wehte es noch ganz schön, als wir aus den Zelten krochen. Zum Glück erfolgte zunächst der Anstieg zum Paß hoch, bei dem es warm wurde. 3520m war er hoch und stellte den höchsten Punkt unserer Reise dar. Es windete noch ordentlich, aber die Sonne und die atemberaubende Sicht machte alles wieder gut.

Ab hier ging es quasi nur noch bergab wieder. Es war ein Tag zum Genießen, und bei einer Flußquerung konnte ich endlich mal meine Haare waschen, indem ich den Kopf einfach in die Strömung hielt. Die anderen Flüsse, in denen wir uns bislang gesäubert hatten waren allesamt milchig grau vom mitgespülten Gestein gewesen, aber hier war es klares Wasser. Das tat richtig gut.
Unser Camp, zu dem wir heute nach 11,6km, 660hm hoch und 1170m runter kamen, war ein offizielles Camp mit kleinem Kiosk und einer Käserei. Hierher wurden abends täglich die Kühe eingetrieben und dort gemolken. Wir konnten uns wieder im Fluß waschen und genossen dann ein kaltes Bier in der Sonne sitzend. Was ein Glück fernab der Zivilisation. Soso gesellte sich zu uns und erzählte über Georgien. Wieder machten wir später noch Musik.


14.08.2022

Erstmals war es früh auch schon richtig warm. Wir frühstückten draußen in der Sonne, bevor wir 15km am Fluß entlang aus dem Tal heraus laufen sollten 380m hoch und 720m runter.

Ziel war das Bergdorf Girevi, das nur im Sommer bewohnt war, in dem heute ein Fest gegeben wurde, zu dem wir eingeladen waren. Es war für uns etwas skurril. Die Frauen saßen mehr oder weniger auf dem Boden, die Männer auf Bierbänken. Es gab Essen und Trinken zu Hauf. Ziemlich viel Trubel, aus dem ich mich bald abseilte zusammen mit einer anderen Teilnehmerin. Wir gingen wieder baden im Bach und genossen die Ruhe. Irgendwann kamen dann die meisten anderen auch zum Lager, nur 3 Männer von uns hatten sich auf dem Fest festgesessen und stießen erst im Dunkeln dann zu uns – sichtlich angeheitert.


15.08.2022

Auch heute wieder Frühstück im Freien, und dann starteten wir zu unserer längsten Etappe der Reise. Gut 18km hatten wir vor uns, ca. 600hm hoch und 800 runter. Es war sonnig und heiß.

Kurz vor dem letzten Abstieg kehrten wir zusammen ein, tranken ein Bier, und liefen dann zum Camp, wo wir noch im Fluß baden konnten. Es wurde Holz gesammelt für ein letztes Feuer, um das wir nach dem Essen rumsaßen. Aber der Abend wurde nicht lang. Waren doch einigermaßen müde alle. Alle Sachen waren umgepackt für die Fahrt morgen zurück in die Zivilisation.


16.08.2022

Beim Aufstehen war wieder alles sehr feucht geworden, aber es sollte jetzt nur noch zurück gehen. Während wir frühstückten kamen unsere Autos, die uns während ca. 4,5h über einen weiteren 3000m Paß und irre schlechte Straßen zurück bringen sollten. Die Fahrt wurde ein halsbrecherisches Abenteuer, wenn auch die Fahrer schon wußten, was sie tun.

Ziel war Telawi, wo wir auch eine letzte neue Reisebegleiterin bekamen. Soso verabschiedete sich von uns. Die Neue war ziemlich übermotiviert und machte anfangs den Eindruck, als war sie überhaupt nicht informiert, was wir für eine Reise hinter uns hatten. Das machte es nicht gerade einfach. Wir waren einfach etwas geschafft und wollten noch etwas das Vergangene revue passieren lassen. So saßen wir dann in unserer Unterkunft auf der Terrasse oben, tranken ein im Supermarkt besorgtes Bier und blickten auf die Silhouette des Großen Kaukasus zurück.

Es gab hier dann nochmal viel zu viel zu essen und wir ließen den Abend ausklingen.


17.08.2022

Nach dem Frühstück ging es per Bus noch nach Telawi rein zur kurzen Stadtbesichtigung und auf den Bauernmarkt, danach Rückfahrt nach Tiflis, Mittagessen in einem Lokal und dann Freizeit. Wir streiften noch etwas durch die Stadt in kleineren Grüppchen. Abends aßen wir noch gemeinsam, von wo ich mich als erste recht früh verabschiedete, da ich nachts um 2 schon als einzige zum Flughafen abgeholt werden sollte. Die anderen waren erst morgens um halb 8 dran. Der Abschied von der Gruppe war sehr herzlich, aber jetzt wurde es Zeit für mich. Ich wollte wieder heim – im Koffer eine wunderschöne Tour mit tollen Erlebnissen. Georgien, ein interessantes Land, das sich lohnt, gesehen zu haben, aber nochmal hierher kommen – das kann ich mir nicht recht vorstellen.

Frühstartertour Lärcheck im Kaisergebirge (2123m) 17.07.2022

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Rezept:
Wie immer : Man nehme wieder mal 4 Leute mit guter Laune und Lust auf Berge, packe sie in ein Auto, fahre ins Kaisergebirge und los geht’s…
Zubereitung:
sehr simpel
Zubereitungsdauer:
…diesmal ca. 7h reine Gehzeit…

Eine etwas andere „Frühstartertour“ mit Wolfgang Weber (OG Pegnitz) fand am 17.07.2022 statt. Der Anspruch der Tour ergab sich im Vorfeld quasi aus den Teilnehmern, die sich spontan anmeldeten – inklusive Wolfgang 4 erfahrenere, konditionell stärkere Bergkletterhasen sollten am Start sein. So wurde der Plan, den Säuling zu begehen, kurzer Hand verworfen und die Tour in den Wilden Kaiser zur Lärcheck-Besteigung verlagert. Schon früh um 5 Uhr starteten wir an diesem Sommer-Sonnentag in Pegnitz, um um 7.45 Uhr an der Fischbachalm im Kaiserbachtal loszulaufen.
Nur: laufen war nicht der richtige Ausdruck. Schon nach ein paar 100 Metern auf einem Schotterweg zweigten wir links ab, wo es sogleich in steile Wanderpfade mit leichter Kraxelei überging und ziemlich schnell auch noch viel Schotterhänge zu überwinden waren bis wir zum Abzweig in Richtung Gipfel hinauf ankamen. Waren wir bislang im Wald und Schatten unterwegs empfingen uns nun die ersten Sonnenstrahlen, die hinter dem Berg hervorgekrochen waren.

Am Abzweig kurze Rast und Stärkung und dann los in ein richtig fieses, steiles Schotterfeld. Der Aufstieg bis zum Einstieg in die Kletterei war sehr mühsam. Als wir dieses überwunden hatten begann der Kletterspaß. Teils versichert, teils unversichert bis in den 2er Grad stiegen wir dem Gipfel entgegen und kamen unter der angegebenen Zeit oben an, auch wenn wir gefühlt nicht schnell unterwegs gewesen waren. Von hier aus war die Sicht atemberaubend und wir waren eine dreiviertel Stunde ganz allein auf 2123m bis wir uns zum Abstieg rüsteten teils mit, teils ohne Klettersteigset.

Der Weg war der selbe bis kurz vor dem Abzweig zurück.
Die Kletterei nach unten verlief gut, und das hohe Schotterfeld wurde auch irgendwie überwunden.
Nun führte unser Weg noch um das Mitterkaisermassiv herum, nochmal ein Stückchen Aufstieg, bevor wir endgültig in Richtung Tal weitergingen und nach netto ca. 7h und 1400hm zurück am Auto waren.

Im Kaiserbach erfrischten wir uns, tranken noch was in der Fischbachalm und dann ging’s relativ ohne große Behinderungen auf den Straßen wieder nach Hause, wo ich schließlich um 20.30 Uhr ankam.
Es war ein langer anstrengender Tag, aber einfach perfekt gelungen mit Bildern im Kopf, die uns eine ganze Weile noch begleiten werden.

Wandern 3F Special – Zillertaler Alpen Friesenberghaus + Petersköpfl (2679m) 10.-11.07.2022

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3,5 Jahre nach Gründung meiner Wandergruppe Wandern 3F nun schon starteten wir zur insgesamt 40. Tour, dem 16. Special, der diesjährigen Einsteigertour ins Zillertal. Früh um 4 Uhr ging’s hier los.
Leider mußten kurzfristig 3 „alte 3F-Hasen“ absagen, aber der Freude auf den Berg und die tollen Tage sollte das dennoch keinen Abbruch tun. So ging es mit zwei Autos in Richtung Süden, zwei Weitere sollten wir am Startpunkt Breitlahner unterhalb des Schlegeisstausees treffen – in Summe also 12 Leute, darunter auch wieder ein paar echte Bergfrischlinge am Start neben eingefleischten Tourengängern.
Die Strecke sollte uns zum Friesenberghaus führen und am Nachmittag noch über’s Petersköpfl. Am nächsten Tag war dann Querung hinüber zur Olperer Hütte geplant und entweder direkt oder mit noch einem Bogen wieder runter zum Speicher.


10.07.2022

Wir trafen uns ca. um 9 Uhr am Breitlahner bei Nieselregen, somit wurden gleich mal Regenjacken rausgekramt und die Rucksäcke verhüllt. Mit dem Bus ging’s dann hinauf zum Schlegeis auf 1790m, von wo aus unsere Tour nun richtig losgehen konnte. Noch immer im Nieselregen ging es dezent bergan auf gleich richtig schönen Pfaden und kleinen Steigen, immer wieder über kleine Bächlein, die von oben herabrauschten.
Als wir langsam aus dem Wald herauskamen war zwar nach unten stets nicht viel zu sehen, aber die feuchte Luft zwischen den Bergen ließ die Landschaft einfach mystisch aussehen. Der Regen hatte aufgehört.
Nach ca. 2,5h erreichten wir die Hütte, checkten dort erstmal ein, bezogen Lager und machten gemütlich etwas Pause. Die Gipfeltour am Nachmittag war mit ca. 2 Stunden angegeben. Auch wenn wir erst gegen 14 Uhr loskommen würden sollte genug Zeit bleiben, und draußen sah es wirklich nicht sooo einladend aus.

Dennoch ließen wir uns nicht abhalten – schließlich waren wir zum Wandern am Berg und nicht zum auf der Hütte hocken.
Um ca. halb 2 standen wir nun zu neunt erneut zum Losgehen parat. Der Wind pfiff ein bißchen, aber die bevorstehende Steigung würde es uns schnell wieder warm werden lassen. Bis hoch zum Petersköpfl waren es ca. 200hm, die schnell überwunden waren, und eine kleine Kraxeleinheit kurz vor dem Gipfel ließ noch etwas Extraspaß aufkommen. Der Gipfel, fast schon eine riesen Hochebene, ist übersäht von Steinmandln – da muß man echt aufpassen, keines umzurennen – sehr skurrile Landschaft, von wo aus man eigentlich Blick zum Stausee haben würde, der uns leider verwehrt blieb.

Auf einer Runde mit lustigen Platten und Blockwerk ging es im Anschluß ein Stück den Höhenweg entlang bevor wir die Höhenmeter zurück nach unten stiegen und um ca. 17 Uhr auf der Hütte ankamen. Hier war Frischmachen angesagt, alles bereitmachen noch für’s Nachtlager und dann gab’s Hüttenessen à la carte, was wir Mittags schon bestellt hatten, bevor es zum lustigen Teil des Abends überging, an dem wir mit drei Jungs aus Leipzig Männlein gegen Weiblein Tabu spielten und zur Hüttenruhe um 10 wirklich abbrechen mußten.


11.07.2022

Frühstücken wollten wir um 7 Uhr. Als ich gegen 6.30 Uhr aufstand und erstmal nach draußen ging, kam so langsam die Sonne hinterm Berg hervor. Die Wolken lagen unter uns. Zwar war vom Speicher noch lange nichts zu sehen, aber die Aussicht machte Hoffnung auf einen tollen Bergtag.

Gegen 8 Uhr standen wir wieder alle zusammen vor der Tür inkl. gepackter Rucksäcke und liefen nach obligatorischem Gruppenfoto los – ein kleines Stückchen runter zum Friesenbergsee und im Gegenanstieg dann wieder auf Höhe des Weges hinauf – hier also jetzt ein Teilabschnitt auf dem Berliner Höhenweg zur Olperer Hütte. Leider waren wir bei der Hängebrücke gerade mal wieder komplett in den Nebel eingetaucht, ansonsten sonnige Bilder und traumhaftes Panorama um uns herum.

Während wir an der Olperer Hütte Pause machten, ließ sich dann auch endlich mal der Stausee unten blicken und hier wie auch überall während der ganzen Tour wurden natürlich pausenlos Bilder gemacht.

Da wir gut in der Zeit lagen und auch alles soweit fit war, entschieden wir uns für die größere Runde nach unten, was auf jeden Fall die bessere Entscheidung gewesen ist. Zum einen sollte der Abstieg nicht so steil sein, zum anderen konnten wir so noch etwas länger, die wunderschöne Bergwelt oberhalb der Baumgrenze genießen.

Wieder am Speicher kam auch gleich der Bus, der uns zurück zum Auto brachte. Dort gab’s ein wirklich kühles isotonisches Getränk aus Christians Wunderbox, und damit verabschiedeten wir uns auch schon, um uns nach ca. 3,5h Fahrt noch in Pegnitz zum Essen zu treffen, wo die Tour nun endgültig zu Ende war.
Es war einfach wieder eine tolle harmonisch lustige Gemeinschaftstour gewesen – Veranstaltungen, die ich nicht mehr missen möchte und die ganz lange noch nachwirken.
Vielen Dank Euch allen für die Teilnahme und dafür wie sich jeder einzelne eingebracht hat – Ihr seid ne tolle Truppe!

4 Tage Alpen – 3 Übernachtungen im Caddy – gesamt 4740hm zu Fuß 18.-21.06.2022

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Mein erster Urlaub in 2022 Mitte Juni eine gute Woche inklusive Feier- und Brückentag stand an. Meinen erneuten Plan, mit dem Rad ein paar Tage durchzustarten, brach ich ab, und wir entschieden uns kurzfristig, einen Tag eher in Richtung Berge zu fahren – das Wetter sollte auf unserer Seite sein. Planung stand eigentlich nur insofern, daß wir die Schellschlicht überschreiten wollten, die Tour, die ich im letzten Jahr leider abbrechen mußte. Ansonsten irgendwas Ecke Garmisch und Nächtigungen im Caddy auf Wanderparkplätzen. Campingausrüstung sowie Bergequipment waren im Gepäck, dazu ein paar Wanderkarten.


18.06.2022

Wir starteten an meinem Geburtstag Vormittags und hatten uns, wenn wir gut durchkommen würden, das Ettaler Manndl (1633m – ein leichter Klettergipfel mit Klettersteig A/B in den Ammergauer Alpen) für den Nachmittag vorgenommen. Es lief. Ca. 13 Uhr waren wir in Ettal bereit zum Durchstarten auf den Berg.
Der Weg geht erst eine Schotterpiste nach oben, bevor man auf den Wanderweg durch den Wald stößt, der dann steiler bergan geht. Sobald es oben heller wird, steht man vor einer gewaltigen Wand, in der einige Kletterrouten eingebaut sind, die wir nicht nutzen sollten. Ein Stück rechts herum um den Zacken, und da geht’s dann links hoch in den Klettersteig rein. Wir gingen ungesichert, und das war alles kein Problem. Man ist in 15min. oben, dennoch machte es Spaß für den Einstieg, auch wenn ich hier noch nicht ahnte, was mich in den Tagen noch so erwarten würde. Oben kurze Pause, bißchen rundum blicken, und dann ging’s schon wieder auf dem gleichen Weg zurück – einfach ein Tag zum Warmlaufen, aber toll.

Im Anschluß gingen wir noch im Supermarkt einkaufen für die nächsten beiden Tage, tranken ein kühles Blondes in einem Biergarten und fuhren dann zu meinem Wanderparkplatz bei Lermoos, den ich im letzten Jahr ausfindig gemacht hatte – mitten im Wald gelegen an einem kalten Gebirgsbach.
Auf dem Weg dorthin fuhren wir durch Griesen, von wo aus wir eigentlich am nächsten Tag die Schellschlicht hätten angehen wollen. Wie so Vieles war auch dieser angedachte Parkplatz hier durch Polizei abgeriegelt wegen dem G7 Gipfel – somit planten wir um. Besteigung von Daniel (dem höchsten Gipfel der Ammergauer Alpen mit 2340m) und Upsspitze (lediglich 8m tiefer) direkt von „unserem“ Parkplatz aus lautete der neue Plan.


19.06.2022

Neuer Tag, neues Glück – der Tag startete sonnig und damit voller Energie. Ein bißchen Rucksack packen, ein bißchen was essen zu ner Tasse Kaffee – so liefen wir gegen 8 Uhr los, erst runter nach Lermoos und von dort stetig ansteigend vorerst im Wald und gleichmäßig aber nicht übermäßig steil. Irgendwann tritt man aus dem Wald heraus und hat beide Spitzen vor sich, die man auch von unten schon als mächtige Wände gut sehen kann. Die letzten Höhenmeter verläuft der Weg dann doch recht steil durch unangenehmen Schotter, aber die angegebene Zeit von 3.30h bis zum Gipfel haben wir trotz kurzer Pause unterwegs recht locker einhalten können. Man findet sich am Gipfel des Daniel unmittelbar vis-à-vis der Zugspitze wieder und kann zur Mieminger Kette mit der Ehrwalder Sonnenspitze im Vordergrund sowie auf die Gartnerwand sehen (Sonnenspitze war schon im Hinterkopf für den darauffolgenden Tag, daß wir am Übernächsten dann über den Grat der Gartnerwand steigen sollten, davon war zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht die Rede. Deshalb fand diese Gipfelkette in dem Moment auch noch keine allzu große Beachtung).
Es war auf der gesamten Wegstrecke doch einiges los und gerade hier am Gipfel schon schwer, ein Gipfelbild ohne weitere Köpfe hinzubekommen.

Vom Daniel läuft man den kurzen Grat wieder runter zurück, dann aber gerade in Richtung Ups und von dort wieder abfallend die über 1300hm nach unten über die Bichelbacher Alm. Auf dem Rückweg gab es etwas Wegfindungsschwierigkeiten, da ein Weg, der durchaus in den Karten überall drin ist, nicht mehr markiert und auch kaum mehr zu sehen ist. Dieses Stück sorgte dann etwas für Unmut und kostete Zeit, so daß wir uns auf der Bichelbacher Alm erstmal zwei erholsame Biers schmecken ließen. Bis runter nach Bichelbach und dann über Obergarten wieder hoch zum Auto war noch ein recht langer nervzehrender Hatsch, der aber auch verging. 1380hm und 15km lagen hinter uns an diesem heißen Tag, so daß die kalte Dusche unter dem Wasserfall einfach herrlich war.

Am Abend fixierten wir unseren Plan für den nächsten Tag und schauten uns nochmal alle möglichen Tourenbeschreibungen zur Ehrwalder Sonnenspitze an. Nicht ausgeschlossen, daß dieser Berg machbar war für mich, aber sehr viel Respekt vor diesem Gipfel lag schon in meinem Magen mit den beschriebenen 2er Kletterstellen in Auf- und gegenüberliegendem Abstieg, alles ungesichert und doch auch eine sehr lange Tour. We will see tomorrow..


20.06.2022

Früh wieder Gekrame wie immer vor einer Tour, dann Fahrt nach Ehrwald zur Talstation der Almbahn. Wir trafen am Parkplatz auf einen alten Berghasen, der uns quasi schon ein bißchen schlechtes Wetter vorausgesagte. Ja, die Vorhersagen waren nicht optimal für so einen ausgesetzten Gipfel wie die Ehrwalder Sonnenspitze, aber in dem Moment schien alles prima und wir liefen los. Zur Coburger Hütte über den Hohen Gang Klettersteig benötigten wir 2,5h so wie es das Schild unten angezeigt hatte.

Dort tranken wir was, schauten uns nochmal die Tour an und liefen in Richtung Sonnenspitze los. Nach etwas Bergwanderung und Geröllfeld ging es endlich an den Fels, der da schon überragend Spaß gemacht hat, wenn auch immer mit Blick nach oben in Richtung Himmel. Die Kletterei nach oben war genial, und wir kamen schon gut voran, aber vom Wetter her wurde es gefühlt nicht besser. Als wir ca. noch 150hm vor uns hatten und es immer dunkler wurde beratschlagten wir nochmal. Wir wußten nicht im Detail, wie lange wir da oben an der Spitze unterwegs sein würden, bzw. was uns an Kletterstellen noch erwarten würde, da der Berg schon echt mächtig ist. Ein Blitz am Gipfel kann alles zerstören. So einigten wir uns, umzukehren. Im Nachhinein wäre nichts passiert, auch wenn es kurz nach dem Umkehren ein paar Tropfen gab. Es war so in jedem Fall die sichere Variante und alles gut. Wir werden diese Tour irgendwann nochmal angehen – der Gipfel ist für uns beide machbar und ist für unsere Ansprüche wunderbar zu klettern.

Kurz vor der Talstation der Almbahn erfrischten wir uns im Gebirgsbach, da die Tour für den nächsten Tag bis dato noch völlig unklar war, aber beim Seidla kurz vorm Auto beschlossen wir, doch wieder unseren Wanderparkplatz der letzten Nächte aufzusuchen, wo wir uns nochmal erfrischen und waschen konnten.
Beratschlagung für unseren Abschlußtag: Ergebnis war eine Tour über die Gartnerwand, die sich mächtig über uns erhob. Wir googelten nach Tourenbeschreibungen und schauten uns die Route in der Wanderkarte an – doch eine lange Tour, aber auch die sollte bezwingbar für uns sein.


21.06.2022

Nach dem üblichen Zeremoniell liefen wir auch heute wieder gegen 8 Uhr los. Es ging hinab nach Obergarten und dann langezogen eine Forststraße hinauf bis wir links in den Wald abbogen. Schon sehr bald erwies sich die Route als sehr sehr wenig begangen. In den folgenden steilen Wiesenhängen hinauf waren die Trittspuren teilweise recht undeutlich zu sehen, aber dank Pfahlmarkierungen doch gut zu finden. Unterhalb vom Gartner Berg zweigten wir links ab in Richtung Sommerbergjöchle – das letzte Stück bis hierhin an einem unbequemen Berghang entlang, an dem die Kühe viele tiefe Spuren hinterlassen hatten. Zum Glück war alles trocken, sonst wäre das eine matschige Angelegenheit geworden.

Kurz oberhalb vom Jöchle begann der seilversicherte Steig nach oben zur Gartnerwand. Über 300hm waren hier noch zurückzulegen im bröseligen Schutthaufen. Die recht neu angelegten Stahlseile waren oft goldwert, teilweise aber auch einfach nur im Weg. Die Wegfindung stellte überhaupt kein Problem dar, dennoch zehrte dieser Abschnitt sehr an meinen Kräften und ich wurde ziemlich langsam, trotzdem immer mit dem Bewußtsein, daß ich es schaffen wollte und würde. Machte schon auch riesig Spaß und man mußte voll bei der Sache sein.

Am Gipfel auf 2377m angekommen konnte man den Weiterweg gut überblicken – ein ellenlanger Weg immer in Gratnähe oder ganz oben über noch 2-3 Gipfelchen hinüber zum Grubigstein bei wolkendurchtränkter aber doch stabiler Wetterlage und unsagbaren Tiefblicken. Wie auch schon vom Daniel aus, konnten wir bis zur Weißkugel im Ötztal sehen.

Vom Grubigstein geht es dann wieder bergab zur Bergstation der Grubigsteinbahn vorbei an Lawinenzäunen, die man teilweise unschön umgehen muß. Der kurz aufflammende Gedanke, hier nun die Bahn nach unten zu nehmen, verschwand sehr schnell wieder. Wir entschieden uns, in der Wolfratshauser Hütte kurz Pause bei einem schäumenden Kaltgetränk zu machen, bevor wir endgültig hinab ins Tal und zum Auto liefen. Der Abstieg hier zog sich auch nochmal in die Länge, wobei wir aber gut unterwegs, doch nicht ganz entkräftet waren und schnell unten ankamen.
Nun nochmal ein erfrischendes Bad im Gebirgsbach, bevor wir uns auf den Heimweg machten, der aufgrund recht leerer Autobahnen wirklich zügig verlief.
Es war ein wunderschönes Bergerlebnis gewesen und soll wohl nicht unser Letztes gewesen sein.
@Sonnenspitze: Wir kommen wieder!!!

Frankenwald Wandermarathon von Geroldsgrün aus aus – 41,75km – 28.05.2022

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Gut, dann eben zum zweiten Mal den Marathon wandern. Ausgemacht wurde ganz spontan, wieder ohne Ticket, 2 Tage vorher – so kann’s eigentlich nur gut werden, oder???
Der Start für mich war diesmal äußerst uncool. 6.45 Uhr war Treffpunkt in Untersteinach ausgemacht und um 6.30 Uhr klingelte mein Telefon – Simone stand vor der Tür, um mich zu holen. Leider stand ich nicht wie geplant hinter der Tür, um ins Auto zu springen, sondern lag noch im Bett – ich hatte verschlafen. Mein 2-maliger Versuch, ihr zu sagen, daß sie ohne mich fahren soll, blieb vergebens – ich mußte mit. Na gut, nachsagen lasse ich mir dann auch nichts, und so ging alles rasend schnell. In Untersteinach waren wir 18 Min. zu spät, aber immernoch gut in der Zeit.
Nicoles Kommentar im Auto „das letzte Mal als ich verschlafen habe zu einer Wanderung wurde es ein beschissener Tag“ ließ uns alle mal lachen, aber hat mich nicht sonderlich irritiert. Sind ja nur paar 40km hab‘ ich mir gedacht oder so ähnlich. Na gut, ich hatte wohl schon bessere Starts in den Tag gehabt.
Diesmal waren wir zu fünft unterwegs, was ja auch nur ankurbelt irgendwie.

Der eigentliche Startpunkt lag in Silberstein. Wir hatten uns entschieden, in Geroldsgrün loszulaufen, 4km Vorsprung, und starteten trotz meines Aussetzers noch eine Viertel Stunde vor der eigentlichen Startzeit – damit hatten wir Vorsprung.
Wie beim ersten Mal waren wir natürlich Selbstversorger.
Ziemlich bald nach dem Start schon erwies sich, daß Lissy und ich etwas schneller als die anderen drei unterwegs waren. Dazu kam, daß der Wind teils eisig pfiff und wir beide froren, was uns antrieb, immer schneller zu werden. So trennten wir uns dann und liefen zu zweit weiter, was denke ich völlig in Ordnung war. 5-10 Minuten blieben wir so ca. in der Hälfte der Strecke mal stehen, um was zu essen, ansonsten nur auf den Beinen mit aber genug Zeit auch zum Bilder machen.

So waren wir nach 8h 12min am Ziel mit ca. 1180hm in den Beinen und eigentlich auch nicht völlig am Ende. Überholt hatte uns vom großen Feld niemand. Da wir beim Auto nicht viel tun konnten, gingen wir eine Runde, besorgten im Ort ein Zielbier für alle und warteten noch ein bißchen.

Alle haben durchgehalten, alle kamen freudestrahlend an – ich freu‘ mich riesig, ein Teil dieser tollen Gruppe zu sein!!
Bin gespannt, was wir noch alles in dieser Form zusammen angehen werden – es war ein toller Tag!!

Frankenwald Wandermarathon von Kronach aus – 43km – 16.10.2021

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Wandern tu‘ ich ja gerne… Aber über 40km!??? Als mich Lissy fragte, war ich äußerst skeptisch, und das änderte sich auch nicht bis zum Morgen des 16.10.2021. Wir waren einige Strecken über 30km gegangen, das auch schnell und ohne Probleme, aber dann noch mal 10km mehr bei den Höhenmetern (1300hm)?? Aber gut, wenn man es nicht probiert, dann weiß man nicht, wie es ist. Wir malten uns im Vorfeld schon sämtliche Variationen aus, wie wir notfalls wieder heimkommen könnten, denn weit entfernt von zu Hause waren wir ja nicht. Simone sagte dann kurzfristig auch noch zu, was ich super stark fand – so starteten wir zu dritt! …immer mit der Option im Hinterkopf, daß wir uns notfalls trennen könnten, wenn das Tempo nicht zusammengeht.

Da wir nicht angemeldet waren, stießen wir um 7 früh bei den ersten Wanderern dazu und liefen mit ihnen los ab der Festung in Kronach. Schon hier überall massig Unterhaltung mit Burgwächtern und auch gleich dem ersten Verpflegungsstand kurz hinter der Burg. Wir 3 hatten alles selbst dabei – Brotzeit, Obst, Gemüse und vor allem genug zu trinken. Aber so warm war es ja nicht mehr und der Start fand im dichten Nebel statt, was das Ganze noch etwas gespenstischer machte. Es war noch dunkel, aber der Sonnenaufgang ließ nicht lange auf sich warten, auch wenn man von der Tante am Himmel noch lange nicht viel sehen konnte.

Was soll ich sagen – die Tour verlief super, viel hoch und runter, hat riesig Spaß gemacht, auch wenn es natürlich irgendwann anstrengend wurde. Lissy wechselte einmal die Schuhe, ich nur einmal die Strümpfe unterwegs. Wir haben einmal bißchen Pause gemacht, sind sonst durchgelaufen und haben im Laufen gegessen. Wir waren alle ungefähr gleich schnell – hat einfach super zusammengepaßt – das war schon echt ein Erlebnis!

Ob ich es wieder machen werde, das weiß ich nicht – vielleicht auch einfach nicht mehr so eine Veranstaltung sondern das Ganze im privaten Rahmen!? Jedenfalls fehlte uns allen nicht viel nach dieser Strecke, so daß ich noch am Abend entschied, mich am nächsten Tag mit zur Frühstartertour auf die Benediktenwand in den Bayerischen Voralpen aufzumachen…

Frühstartertour Benediktenwand – Bayerische Voralpen (1801m) 17.10.2021

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…ach, hab‘ ich mich gefreut – die erste und vielleicht letzte Frühstartertour 2021 zum Saisonabschluß, und die war mehr als nur gelungen (einen Tag nach meinem Wandermarathon)!!

Rezept:
Wie immer : Man nehme diesmal 4 Leute mit guter Laune und Lust auf Berge, packe sie in ein Auto, fahre nach Benediktbeuren und los geht’s…
Zubereitung:
sehr simpel
Zubereitungsdauer:
…etwas länger bei Eis und Schnee…

Bergtouren um die Pforzheimer Hütte mit dem DAV Bayreuth 09.-12.09.2021

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Für Mitte September 2021 meldete ich mich schon sehr früh im Jahr für die „Bergtouren um die Pforzheimer Hütte“ beim DAV an, für die sicheres Gehen im Blockwerk und Klettererfahrung bis II. Grad erforderlich sein sollten. Nachdem das Jahr eher durchwachsen war, wir aber am Wochenende vorher nochmal den Mittenwalder Höhenweg zu dritt gegangen waren, sollte das nun genau das Richtige werden. 4 Tage, von Donnerstag bis Sonntag im Sellrain mit 5 Personen eine Tour, die vom DAV Bayreuth organisiert war. Gepackt wurde der mittelgroße Rucksack. Sommerschlafsack war erforderlich, da angeblich keine Decken ausgegeben werden durften wegen Corona, ein paar Klamotten und diesmal auch Kletterhelm, Gurt, Bandschlingen und Karabiner.


09.09.2021

Zu dritt starteten wir um 6 Uhr bei Mistelgau, um gegen 11 die drei anderen Teilnehmer am Parkplatz in St. Sigmund im Sellrain zu treffen. Die Fahrt lief gut und der Himmel war blau – so fuhren wir in Richtung und in die Berge hinein bis auf ca. 1500m hoch zum Wanderparkplatz. Schon im Auto wurde sich ausgetauscht und ein wenig kennengelernt, was auf Anhieb sehr vielversprechend war. Am Parkplatz dann in die Wanderschuhe schlüpfen noch in ein Brot beißen, auf die anderen drei warten und los ging’s bei spätsommerlich warmen Temperaturen und wie gesagt blauem Himmel.
Der Weg zog sich erst länger leicht ansteigend auf einem Schotterweg, dann immer steiler werdend am Gleirschbach entlang, es gab viele Pferde und Kühe auf der Weide zu sehen und rauschendes Wasser zu hören. Die Hütte konnte man schon recht früh sehen. Bis zur Talstation der Materialseilbahn also Fahrweg, der sich zog, und dann noch einen etwas steileren Hang hinauf auf Pfaden. Die Hütte thront am Rande des Hanges auf 2308m – ca. 800hm waren gemacht.

Hier bezogen wir gleich unsere Lagerplätze, um dann mit leichtem Rucksack, also wirklich nur Getränk und etwas zum Anziehen, noch ein Stück hoch zu laufen in Richtung Samerschlag, zu dem wir aber nicht ganz aufstiegen. Wir genossen die Berge um uns herum und schauten uns von unten die Wege, Grate und Gipfel der kommenden Tage an.

Zurück auf der Hütte gab’s noch ein Bier auf der Terrasse bis es kalt wurde. Dann packten wir unseren Kram um für den morgigen Tag und saßen in der Hütte bis zur Hüttenruhe um 10 zusammen, aßen zu Abend und tauschten uns weiter aus. Die Hütte war an diesem Donnerstag nur wenig belegt und die Nacht recht ruhig im 32-Betten-Lager.


10.09.2021

Pünktlich um 7 saßen wir beim Frühstück und starteten um kurz vor 8 an einem erneut sehr sonnigen Tag. Erst ging es den Weg hoch, den wir schon am Vortag ein Stück gegangen waren, dann zweigte er ab bis es steil in Serpentinen die letzten 200hm zum Gleirschjöchel auf 2750m hinauf ging.
Ab dort wurde es steiniger und felsiger und ging langsam in eine Gratwanderung über. Hinter dem Gleirscher Roßkogel auf 2994m legten wir sicherheitshalber Gurt und Helm an und machten Bandschlinge und Karabiner bereit, was wir aber alles nicht brauchen sollten, nur Sicherheit geht vor. Es war ab hier tolles Gratgekraxel und eine steile Felswand lag noch vor uns mit Bügeln und Eisen versehen, die doch relativ leicht zu überwinden waren, auch wenn man dabei natürlich jeden Tritt bedenken und sicher sein muß. Es machte riesig Spaß. So kamen wir am Zwieselbacher Roßkogel an auf 3082m. Endlich mal wieder die 3000 geknackt – vielleicht hat mir einfach die Höhenluft gefehlt. Auf der anderen Seite ging’s wieder runter in ein Schotterfeld, in dem ein steiler Weg bergab führt.

Zurück auf der Hütte erstmal frischmachen, dann packen für den nächsten Tag, Spiele spielen – ein schöner Hüttenabend eben. Heute war schon mehr los in der Gaststube und im Lager, was sich morgen dann wohl fast bis zum letzten Platz noch füllen sollte.


11.09.2021

Das übliche Szenario am Morgen. Nachts hatte es geregnet, aber jetzt war wieder alles trocken, so machten wir uns nach 8 auf den Weg zum Zischgeles. Die Wolken hingen tief über uns und es war trüb, aber beim Loslaufen trocken von oben. Sollte sich später auch nur zeitweise in Nieselregen verwandeln das Ganze. Wir hatten ca. 100hm abzusteigen von der Hütte, um danach am Bach entlang zu laufen bis zum Abzweig in Richtung Gipfel. Es ging steile Wiesenhänge hinauf, dann Steinfelder und schließlich wieder Gekraxel. Aufgrund dem rauhen Stein in der Ecke war alles sehr griffig und wieder ging es am Grat entlang bis zum Gipfel auf 3004m. Sehen konnte man leider nicht viel, aber dennoch schöne Bilder für’s Auge ringsum mit dem Spiel der Wolken.

Rückwärts ging es ein ganzes Stück den Aufwärtsweg wieder runter, entschlossen uns dann aber nochmal ein Stück aufzusteigen und an den zwei Bergseen entlang zu gehen zurück zur Hütte. Es war ein schöner Tag, wenn auch nicht allzu lange – das Bergerlebnis war da.

Wieder folgten Frischmachen und Spiele im Gastraum der Hütte bis es Essen gab und wir den Abend ausklingen ließen.


12.09.2021

Heute wurde früh anders gepackt. Alles fertigmachen zum Abstieg und zur Heimfahrt. Allerdings wurden die Rucksäcke so bepackt erstmal im Trockenraum gebunkert und wir stiegen mit leichtem Gepäck zunächst noch einmal nach oben in Richtung Haidenspitze, einem fast-3000er. Das Wetter war wieder gigantisch warm, die Sonne schien und ein Wolkenmeer lag über dem Inntal – so boten sich phantastische Bilder für’s Auge und für die Linse der Kamera. War die Gehzeit hier bis zum Gipfel mit 2,5h angegeben, so standen wir nach 1h 50min. oben – richtig gut unterwegs alle. Es war einfach wunderschön, erst Wiesenhänge, über die man hoch und entlang ging, später auch wieder Blockwerk. Auch an diesem Tag kamen noch zeitweise die Hände zum Einsatz. Ein toller Abschlußgipfel dieser insgesamt sehr gelungenen Tour.

Schließlich aber ging’s den selben Weg zurück zur Hütte, kurz noch alles wieder in den großen Rucksack packen und dann Abstieg in Richtung Parkplatz. In der Gleirschalm kurz vor St. Sigmund tranken wir noch ein alkoholfreies Weizen und danach ging’s heim.
Das Wochenende wird in guter Erinnerung bleiben, ebenso die Menschen, die ich hier treffen durfte – könnte sein, daß es mit dem ein oder anderen nicht die letzte gemeinsame Runde war.