Im September 2024 entschied ich mich, über Ostern nach Marokko zurückzukehren, wo ich 2019 bereits 2x gewesen bin. Waren es damals eine Tour im Hohen Atlas mit Besteigung des M’Goun, eines 4000ers sowie eine Woche in der Wüste, so sollte es nun eine Kombireise werden – ein paar Tage in der Wüste und dann eine Woche im Antiatlas (Saghrogebirge), der Gebirgskette südlich des Hohen Atlas. Ich freute mich auf den Urlaub, das Land, aber ganz besonders auch auf ein Wiedersehen mit Sonja, Zakaria, Ahmed und eventuell ein paar anderen der Dromedar- oder Muliführer. Was genau mich erwarten würde zu dieser Jahreszeit war mir zum Zeitpunkt der Anmeldung nicht ganz klar. Ich wußte nur, daß ich wieder nach Marokko möchte – es zog mich förmlich wieder dorthin.
12.04.2025
Gegen Mittag fuhr ich hier los gen Frankfurt, um dort bei den Farbwerken Höchst zu parken, dann Shuttle zum Flughafen, check-in und ab zum Gate. Der Flieger hatte gleich mal eine knappe Stunde Verspätung. Zum Glück wartete der Anschlußflug in Casablanca, von wo aus es mit einer kleinen Propellermaschine nach Marrakesch ging.


Mitten in der Nacht traf ich dort ein und wurde zusammen mit Elke zum Riad Andalla in der Innenstadt gebracht, in dem ich schon zweimal auch gewesen bin. Schon hier fühlte ich mich wieder sehr wohl, auch wenn das Bild der Stadt diesmal im Regen ein anderes war. Triefend naß kamen wir in unserem Zimmer an, unterhielten uns, packten um und hängten unsere Klamotten zum Trocknen auf. Erst gegen 2 oder 3 Uhr Nachts war endlich schlafen angesagt.
13.04.2025
Um 8 Uhr trafen wir uns alle zum Frühstück. Freudiges Wiedersehen mit Sonja und dann auch mit Zakaria. Hatte man sich 2 und über 5 Jahre nicht gesehen, so war es so herzlich dennoch, als wäre die Zeit zwischendrin verflogen. Marokko ist und bleibt für mich ein Land, das ich niemals mehr missen möchte, es gesehen und erlebt zu haben – auch wenn ich hier erst am Anfang meiner Erzählung bin. So geflasht vom ersten Moment an wieder sitze ich jetzt hier, um all das aufzuschreiben, was ich in den letzten beiden Wochen erlebt habe.
Die Gruppe schien im ersten Moment gut. Auch Andrea war dabei. Sie hatte ich 2023 schon in Pakistan kennenlernen dürfen. Wir fuhren gemeinsam mit dem Bus über Aït-Ben-Haddou, wo wir zu Mittag aßen und durch die große Filmstadt liefen, was ich schon einmal erlebt hatte, weiter durch’s Land. Wir stoppten an großen Wassermelonenfeldern und an Aussichten auf Oasen. Alles war sehr grün im Vergleich zu den letzten Besuchen, da es hier viel geregnet hatte. Es war auch der Regen der vergangenen Tage, der uns kurz vor unserer ersten Unterkunft stoppen ließ. Hier hatte es eine Brücke über einen Fluß weggerissen, die nun unpassierbar war mit dem Auto. So schnappten wir uns also unsere Tagesrucksäcke und kletterten über verbliebene Betonteile hinüber nach Foum Zguid und liefen zum Riad Assia, wo wir unsere erste Nacht verbringen sollten. Im Innenhof gab es den ersten Grüntee mit Minze und später unser Abendessen. Ahmed hatte uns hier erwartet und die Begrüßung war sehr herzlich nach all den Jahren. Ich schlief im 4-Bett-Zimmer zusammen mit Andrea, Elke und Petra.








14.04.2025
Am Morgen gab es Frühstück für uns und dann kam unsere Mannschaft hier an, die Dromedarführer. Ibrahim begrüßte mich erst knapp, aber kurz drauf schaute er genauer hin – „Rasta“ – ein Grinsen auf dem Gesicht – er hat mich also wieder erkannt. Ibrahim hat uns damals auf unserer Tour in der Wüste schon begleitet und hat mich immer „Rasta“ genannt. Es war so schön, diese Freude zu sehen. Solche Momente sind unvergeßlich.
Wir liefen dann gemeinsam in den Ort, wo wir uns Tücher für die Wüste kaufen konnten. Uns wurde gezeigt, wie sie gewickelt werden können und direkt drauf ging’s dann los mit den Jeeps in die Wüste. Die Strecke kannte ich ja bereits in umgekehrter Richtung, aber es war wieder ein Erlebnis, da hin und her geschaukelt zu werden und die Landschaft zu genießen. Sonja, Andrea, Zakaria, Katharina und Kordula waren im selben Jeep, ebenso Ahmed mit den Eiern auf dem Schoß neben mir. So langsam versuchte ich wieder, mein Französisch auszupacken und unterhielt mich mit ihm, so gut es ging. Schon hier bereute ich es ein wenig, mich nicht mehr besser vorbereitet zu haben. War mein Englisch doch um Welten besser geworden in den letzten Jahren, so fehlte es mir einfach an französischen Wörtern und Ausdrücken.
Wir aßen zu Mittag und liefen ein Stück durch die Wüste zu unserem ersten Zeltcamp. Wir liefen auf die Dünen zum Sonnenuntergang, saßen draußen zum Abendessen, Sonja spielte Ukulele, wir sangen – es gab Feuer, an dem ich alleine saß.. und schliefen draußen vor dem Zelt.










15.04.2025
Um halb 7 wachte ich vor dem Wecker auf, putzte Zähne, packte und lief auf die Dünen hoch, um den Sonnenaufgang zu bewundern und zu fotografieren. Frühstück gab es auf einer Düne im Freien und um 9 Uhr liefen wir los durch Sanddünen und Steppe. Nüßchenpause wurde eingelegt, und wir kamen an einem Brunnen vorbei, wo wir alle die Haare waschen konnten. 13.30 Uhr gab es Mittagessen an einem Fluß in der Wüste. Auch Sonja hatte hier noch nie so viel Wasser erlebt gehabt. Die Bilder waren einzigartig. Es gab Salat wie jeden Tag, dann Berberomelette mit Gemüse, Rührei, Oliven und Käse. Alle legten sich nach dem Essen zum Ausruhen nieder, ich aber wanderte 1,5h durch die Steppenlandschaft, die es hier gab. Die Strecke gab nicht viel her für’s Auge, aber ich genoß die Sonne und das Gehen auf dem Wüstensand, der nach den vielen Regenfällen sehr krustig war.
Zurück am Mittagsplatz wachten alle so langsam auf und es wurde eifrig gepackt, Wasser aufgefüllt und wieder bereit gemacht zum Weiterlaufen. Im Anschluß ging es durch den Fluß, nachdem wir eine passierbare Stelle gefunden hatten, und dann durch hohe Dünen zum nächsten Camp. Wir bekamen Tee, machten uns frisch und stiegen erneut auf eine Düne hoch, um den Sonnenuntergang zu sehen, nachdem wir wieder etwas Musik gemacht hatten.
Es war ziemlich windig an diesem Abend. Uns wurde Feuer gemacht, an das ich mich setzte. Ibrahim kam zu mir und fragte auf Englisch / Französisch / mit Händen und Füßen, wann ich zuletzt hier gewesen war. Ich sagte 2019 und er konnte es nicht glauben. Dachte, es wäre 2022 oder 2023 gewesen. Die Zeit verfliegt wohl auch hier bei den Leuten.
Wir schliefen wieder unter freiem Himmel.







16.04.2025
Wieder wache ich um halb 7 auf ohne Wecker, wieder Frühstück auf einer Sanddüne im Freien bei etwas Wind diesmal, der dann stärker werden sollte. Ich half beim Abspülen des Frühstücksgeschirrs und danach ging’s ab in die sehr windige Wüste. Laut Zakaria kein Sandsturm, eher nur starker Wind, der uns nun 1,5 Tage begleiten sollte. Es ging relativ eben dahin.
Zur Mittagspause hatten unsere Jungs sogar das Küchenzelt für Ahmed aufgebaut und uns wurde relativ windgeschützt eine leckere Mahlzeit serviert. Petras Zehe hatte sich entzündet, die wir nach dem Essen verarzteten, und dann lief ich noch eine Runde, während die anderen sich ausruhten. Ich lief durch ein paar Dünen, fotografierte und schrieb mein Tagebuch. Die Dromedare hatten sich einige hundert Meter weit entfernt und fraßen an den dürren Büschen. Im Anschluß ging’s noch etwa eine Stunde zu einem wunderschönen Zeltplatz. Ich lief von hieraus nochmals spazieren zusammen mit Elke und Andrea. Es gab dann Tee und Popcorn und Zakaria zeigte uns auf der Karte, wo wir entlang gelaufen waren und noch laufen werden würden.
Ich wusch mich aus einer Schüssel Wasser im Zelt und spülte auch mein Hemd durch. Die Luft war staubig vom Wüstensand.
In der hereinbrechenden Dunkelheit wurde von Ibrahim Sandbrot gebacken, was mit Trommelmusik und Gesängen unserer Dromedarführer begleitet wurde. Wegen dem Wind aßen wir diesmal halb im Zelt, so daß wir etwas geschützt waren. Es gab Suppe, Tajine und eben das gerade frisch gebackene Brot dazu.
Uns wurde hier nun die Planänderung mitgeteilt. Wir würden einen Tag länger als gedacht in der Wüste bleiben, dafür einen Tag weniger im Saghro haben, morgen also nochmal im Zelt, bevor es in die Gite d’étappe ging. Andrea und ich schliefen wieder draußen vor dem Zelt unter freiem Himmel.








17.04.2025
So gut wie heute hatte ich schon lange nicht mehr geschlafen. Ich war nun wohl endlich angekommen, zurück zum dritten Mal in diesem wunderschönen Land unter all den tollen Menschen um mich rum. Um halb 7 war ich wach, putzte die Zähne und fotografierte mal wieder den Sonnenaufgang. Es wurde langsam wieder richtig windig und ich half nach dem Frühstück erneut beim Abwasch. Um 9 Uhr starteten wir in Tücher gehüllt, die uns vor dem Sand schützten. Es ging durch Dünen und Steppenlandschaften. Petras Zehe wurde nicht so richtig besser und sie ritt am Ende ein weites Stück auf einem Dromedar, was auch andere immer wieder nutzen konnten. Ich lief ausschließlich, um im Training zu bleiben und das Dromedarreiten kannte ich ja bereits aus 2019.
Mittags kochte Ahmed wieder im Zelt, es gab Salat, Reis, Linsen und Orangen zum Nachtisch. Erneut lief ich meine Mittagsrunde während die anderen ruhten oder schliefen.
1,5h trotteten wir dann noch zum nächsten Lagerplatz. Der Wind legte sich einigermaßen und es wurde richtig heiß. Der Platz war toll in einer Oase gelegen unter Palmen. Sonja gab mir einen Briefumschlag für die Trinkgelder der Dromedarführer, die wir am Abend verabschieden sollten. Ich machte mich sogleich an die Arbeit und zeichnete im Schatten einer Palme einen Dromedarkopf und Dünenlandschaft.
Ahmed hatte zum Nachmittagstee Kuchen gebacken, von dem alle begeistert waren, und wir saßen zusammen und besprachen die bevorstehende Verabschiedung. Danach lief ich noch mit Andrea zu den nahegelegenen Ruinen, die bis vor ein paar Jahren noch bewohnt gewesen sein sollen. Es entstanden wieder schöne Bilder in der untergehenden Sonne. Ich versorgte Ahmed und sein Handy mit Strom in Form meiner Powerbank und zum Essen gab’s lecker Suppe, Engelshaar, Gemüse und Obstsalat. Neben uns brannte Feuer gegen die Mücken, in dem Palmwedel verbrannt wurden.
Als Ibrahim den Tisch abräumen wollte, standen alle Teller noch verstreut. Ich sagte zu den Leuten: „Gebt Ihr mir bitte Eure Teller rüber.“ Da sah er mich ganz erstaunt an. „Qu’est-ce que tu sais? C’est pas d’Allemand!?“ (Was hast Du gesagt? Das ist doch kein Deutsch!?) Er war so wißbegierig und ich mußte ihm übersetzen, was ich gesagt hatte. Das ist hier alles so nett, das Interesse so groß – die Marokkaner machen einfach Spaß und ich war so glücklich, hier zu sein.
Dennoch stand nun der Abschied an. Die Jungs trommelten und sangen für uns und wir überreichten mit einer kleinen Dankesrede von Annette den Briefumschlag. Teil 1 unserer tollen Reise war hiermit beendet, auch wenn die Jungs uns erst morgen früh verlassen sollten. Ich genoß ihr Lachen auf den Gesichtern so sehr.
Auch heute schliefen Andrea und ich wieder draußen – diesmal etwas abseits auf einer kleinen Düne im Sand.









18.04.2025
Diese Nacht hatte ich nicht so gut geschlafen, dennoch als Erste wach und auf den Beinen. Aus dem Küchenzelt klapperte es bereits wieder wie jeden Morgen. Nach dem Frühstück gab es noch ein Gruppenbild mit den Dromedarführern, dann trennten wir uns.

Wir liefen heute nur ein paar Kilometer zum nächsten Dorf und trafen dort auf unseren Bus. Unterwegs kurze Kaffeepause, zu Mittag dann Picknick zubereitet von Ahmed und anschließend ins Hamam. Mal wieder gewaschen zu sein war gut, aber die Art und Weise brauche ich kein zweites Mal. Naja, habe hier mal wieder was Neues gesehen und dazu gelernt. Dann Weiterfahrt nach Handour zur Gîte d’étape von Ahmeds Vater. Auf der Dachterrasse gab es Tee für uns. Ich bezog mein Zimmer mit Elke und Andrea, wir wuschen Wäsche und ich ließ aufgrund Mangel an Steckdosen meine Powerbank in der Küche laden. Schließlich hatte Ahmed mir meinen letzten Strom geraubt. Ich versprach ihm Wiedergutmachung in den Bergen.
Ganz unauffällig beim Wäschewaschen fragt Ahmed nach meiner Schuhgröße. Ich nannte sie ihm und fragte warum, worauf ich nur ein Schulterzucken bekam. Als ich mit Elke und Andrea um Zimmer am Kramen war, kam Sonja an und überreichte mir einen Beutel von Ahmed mit pinken Sandalen. Mir ist scheinbar das Gesicht eingeschlafen und wir alle mußten lachen. Sonja hatte auch welche bekommen in türkis. Wir gingen zusammen zu ihm und bedankten uns herzlich, zeigten unsere Sandalen an den Füßen vor und er machte ein Foto von uns beiden. Ich behielt sie an und lief dann noch mit Andrea eine Runde durch’s Dorf. So unbequem waren sie garnicht.
Wieder zurück gab’s Essen, das natürlich Ahmed gekocht hatte. Linsensuppe, Kartoffeln, Karotten, Fleischklößchen mit Ei und danach eine Banane für jeden. Nach dem Essen fragt Sonja mich, ob wir Schuhe tauschen wollen. Sie hatte mir wohl angesehen, daß ich mit pink so meine Probleme hatte und zu meiner roten Hose paßten die überhaupt nicht. Ihr war es eher egal und so hatte nun ich die Türkisen, die ich tatsächlich wieder anziehen werde.
Der Abend wurde etwas länger mit Elke, Andrea und Sonja auf der Terrasse. Vor dem Schlafengehen bedankte ich mich nochmals für die Schuhe und ließ auch meine Powerbank noch in der Küche, da sie noch blinkte.









19.04.2025
Es gab nun Frühstück auf der Dachterrasse, das Wetter war super. Petras Zehe hatte sich so verschlechtert, daß sie hier abbrechen mußte. Durch die ganze Organisation eines Transports zurück nach Marrakesch und natürlich beratende Gespräche / Telefonate war alles etwas in Unruhe geraten an diesem Morgen. Dennoch war sie glaub froh, hier gehen zu können. So wie der Fuß aussah würde ich nicht wandern gehen wollen.
Unsere Mulis waren eingetroffen inklusive den Besitzern. Auch von ihnen kannte ich noch einige aus 2019 und das Wiedersehen war spannend.
Unsere Tour heute verlief weit an einem Bach ins Tal hinein, durch kleine Ansiedlungen und an Gärten mit Getreide vorbei. Viele Fotos entstanden. Zu Mittag waren wir noch immer im Tal, aber es kamen die ersten Hügel in Sicht – schon hier tolle Felsen, auf die ich in der Mittagspause der anderen hochklettern ging nach Salat, Gemüse und Melone. Auf dem Rückweg meiner kleinen Exkursion fand ich Andrea am Bach sitzen und wir liefen gemeinsam. Vom Mittagsplatz ging’s weiter zu einer Oase hinter der wohl erstmal letzten Ortschaft, bevor’s in die Bergwelt des Antiatlas (Saghro) hineingehen sollte. Die Zelte waren schon aufgebaut, als wir dort ankamen. Sonja und ich machten etwas Musik, diesmal auch mit Trommel und wir übten das Lied, das wir vor 3 Jahren in Georgien kennengelernt hatten. Nach 2x Marokko in 2019, Georgien Kaukasus 2022, Pakistan Karakorum 2023 war dies nun meine 5. Reise mit ihr zusammen und schon immer hatten wir gemeinsam Musik gemacht – immer wieder einfach schön!!
Zum Abendessen gab es Suppe, Couscous, Gemüse und Apfelkuchen aus der Zauberfeldküche und im Anschluß wurden uns gekochte Eier serviert, die wir fleißig für den Ostersonntag anmalten mit Filzstiften. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich Ostern schon total vergessen und war einfach nur glücklich, hier zu sein. Unsere Mannschaft trommelte und sang im Küchenzelt – das war Eindruck genug.










20.04.2025
Ein Frühstück mit Ostereiern am Ostersonntag im Saghro Gebirge also – was will man mehr. Es ging lange durch ein Tal zu Beginn, dann langsam aber stetig aufwärts gen tollen Felsen und Aussichten. Zakaria erzählte die Geschichte von Ayse und Ali, die hier versteinert standen. Unterwegs sahen wir eine Agame, die sich von sehr nah gerne fotografieren ließ. Wir erreichten unser nächstes Camp bereits zur Mittagszeit gegen 14 Uhr, wo es Salat, Gemüse, Reis und Orangen gab, dann Tee und Kaffee.
Zakaria gab mir seine Wanderkarte von hier, die mich interessierte, aber sie war sehr klein. Anders als wir es bei uns in den Alpen gewohnt sind.
Zusammen mit Andrea kletterte ich etwas auf den Bergen umher, bevor wir alle zusammen noch ins Tal liefen, um uns in einem Flußbett zu waschen und auch einiges an Wäsche waschen konnten. Eine Herde an Kindern verfolgte uns. Zurück im Lager gab es wieder Tee und Essen, Suppe, Hähnchen auf Zitrone, Gemüse Obstsalat. Wir schliefen abermals draußen vor unserem Zelt „unter“ Ali und Ayse, den beiden Felsformationen.










21.04.2025
Frühstück heute etwas früher um 7.30 Uhr schon. Es sollte heiß werden, was sich bewahrheitete. Wir liefen hinab ins Tal und durch eine enge Schlucht, in der wir immer wieder auch Wasser zu durchqueren hatten. Die Gruppe war homogen, wir halfen uns gegenseitig, um alles gut zu bewältigen. Hier wie vorher und nachher immer wieder Nomaden- Berberleute, die Schmuck anboten, handgefertigte Bommeln, Armbänder und so. Sie waren da, sobald sich eine Gruppe wie die unsere näherte, und breiteten Ihre Sachen vor uns aus. Immer wieder wurde etwas gekauft für 1 oder 2 Euro umgerechnet. Dann ging’s bergan. Mittags in einer Oase mit Salat, Gemüse, Berberomelette, Melone und Tee. Wir aßen wie immer gut zu Mittag und ich lief im Anschluß ein paar Meter extra für mich. Beim Aufstieg nach der Pause ging’s Doris nicht so gut und ich trug ihren Rucksack weiter. Ohne Gepäck ging’s für sie besser. Kurz nach dem höchsten Punkt befand sich unser Nachtlager auf ca. 2100m. Es war kühl hier oben trotz Sonne. Ich machte mich im Zelt etwas frisch und wir bekamen Tee, aber die Sonne war schnell hinter die Berge gefallen. Alle waren irgendwie in ihren Zelten verschwunden und Elke und ich dehnten uns etwas im großen Gruppenzelt.
Im Anschluß gab es Essen, Suppe und Lammtajine mit Gemüse. Andrea schlief wieder draußen, aber ich entschied mich für das Zelt. Es wurde kalt heute Nacht.










22.04.2025
Auch beim Aufstehen war’s noch kalt, aber die Sonne kam bald hinter den Bergen vorgekrochen, so konnten wir erneut draußen frühstücken. Heute ging’s auf den höchsten Gipfel des Saghro mit knapp 2600m. Der letzte Teil hinauf war etwas zum Klettern, aber wir schafften das alle prima. Oben verweilten wir eine ganze Weile bis wir hinab stiegen zur Mittagspause mit Salat, Bohnen und Orangen. Ich kraxelte nach der Mittagspause wieder etwas herum und fotografierte die Landschaft – einfach glücklich, hier zu sein.





Im Anschluß liefen wir hinab in Richtung eines Nomadendorfes und dann zum Lagerplatz. Da es für Andrea und mich etwas wenig war heute machten wir uns noch auf zu einem Gipfel mit Baum, von dem aus wir unser Zeltlager sehen konnten. Wir harmonierten toll beim nicht ganz leichten Auf- und Abstieg und Zakaria war erstaunt, daß wir binnen einer Stunde da oben gewesen waren.





Als wir wieder runterkamen, hatte es Tee und Crêpes gegeben, zudem wurde wieder Brot gebacken am Feuer. Ich machte mich etwas frisch und zeichnete die Umschläge für unsere Mulitreiber sowie für Ahmed, der hier nun nochmal auf meine Powerbank zurückgriff, die ich ihm gerne gab. Sie alle sollten wir bald verabschieden müssen. Sonja zog nochmal die Ukulele hervor und wir machten Musik zusammen mit ein paar anderen aus der Gruppe und Zakaria. Zum Abendessen gab es Suppe, Spaghetti, Pizza und Obstsalat. Die Mulijungs trommelten und sangen.



Als wir noch abräumen und die Küchenutensilien zurückbringen verabschiede ich mich und wollte Richtung Zelt gehen, als plötzlich Ahmed vor mir stand. Wir redeten noch länger in meinem schlechten Französisch, aber es war einfach ein toller Moment. Ich genoß Land und Leute hier so sehr.
23.04.2025
Früh war es kalt und die Sonne kam erst nach dem Frühstück hinter dem Berg hervor. Annette hatte Geburtstag und wir sangen ihr ein Ständchen. Es ging dann nochmal 200m nach oben und auf der anderen Seite 650m wieder runter. Bei einer kleinen Ortschaft unser letztes Mittagessen unter Bäumen. Salat, Linsen, Melone und Orangen.
Diesmal wanderte ich nicht noch eine extra Tour, sondern setzte mich auf einen Stein und zeichnete die Umschläge für Ahmed und Zakaria fertig.



Dann fing es kurz an zu nieseln, was aber gleich wieder aufhörte. Wir liefen weiter, eben aus den Bergen hinaus bis nach Tagdilt zu unserer letzten Gîte d’étappe. Ich lief hinter der Gruppe her und träumte etwas vor mich hin, als Ahmed aufschloß. Wir unterhielten uns bis zum Erreichen des Dorfes über alles Mögliche auf Französisch und Deutsch. Es war lustig, kurzweilig und lehrreich mit Wörtern, die wir uns gegenseitig übersetzten.
In der Gîte bezogen wir unsere Zimmer und konnten duschen. Es gab Kaffee, Tee und Kekse im Innenhof, wo es durch den Wind ganz schön kalt wurde.
Zum Essen konnten wir nach drin umsiedeln. Es gab Suppe, Engelshaar, Hähnchen auf Zitrone, Gemüse, Joghurt und zum Abschluß noch einen Geburtstagskuchen für Annette. Anschließend wechselten wir zum Abschiednehmen in einen größeren Raum, wo auch unsere Mulitreiber hinzukamen. Sie trommelten und sangen nochmal für uns und Andrea, Chris und Katharina sprachen ein paar Worte für sie und Ahmed, bevor wir die Umschläge übergaben. Zum Ende noch Abschieds-Gruppenfotos.






24.04.2025
Um 7.30 Uhr gab’s Frühstück im Innenhof, dann endgültig Abschied von Ahmed und der Truppe – Abfahrt per Bus ins Rosental, wo wir unterwegs Kaffee tranken, einen Rosenölshop besuchten und zu Mittag aßen. Dann über den Hohen Atlas weiter nach Marrakesch und wieder ins Riad Andalla. Ich lief etwas mit Elke und Andrea durch die Souks, bevor wir uns mit Sonja, Katharina und Kordula zum Abendessen bei einem Indonesier trafen. Zu 6. dann nochmal in die Souks, wo wir zu einem guten Nüssestand gingen, an dem wir uns etwas eindeckten. Im Zimmer im Riad quatschte ich noch mit Andrea, bevor wir schliefen.






25.04.2025
Um 8 Uhr das letzte Frühstück für mich im Riad auf der Dachterrasse. Auch hier war es kühl an diesem Morgen, der Himmel bedeckt. Nachdem die anderen zur Stadtführung aufgebrochen waren, die ich schon kannte, lief ich mit Elke, Andrea und Sonja zu einer Kooperative, in der behinderte Frauen Klamotten bestickten. Wir durften einen Blick in die Werkstatt werfen und Elke und Andrea wurden fündig mit Bluse und Kleid. Danach ging es wieder ins Riad, nun war es Zeit zum Abschiednehmen von Elke, die heute schon nach Frankfurt zurückflog.
Den restlichen Tag verbrachte ich mit Andrea in den Souks, wo wir ein paar Dinge kauften und auch Mitbringsel besorgten. Zu Mittag holten wir uns Gegrilltes an einem Straßenstand und aßen gemeinsam auf der Dachterrasse des Riads.









Um 19.30 Uhr trafen wir uns wieder alle zusammen mit Zakaria und aßen gemeinsam, bevor wir uns auch von ihm verabschiedeten. Ich denke, wir waren schon alle etwas gerührt und beeindruckt von der unglaublich schönen Reise, dem Land und der wahnsinnig entschleunigten Menschen, die eine Freude und Herzlichkeit ausstrahlen, von der wir Deutsche uns alle eine dicke Scheibe abschneiden sollten.




Nachdem Zakaria gegangen war, verabschiedete auch ich mich. Mein Flieger würde gleich morgen früh gehen, während die anderen noch ein paar weitere Stunden zusammen haben sollten. Ich brauchte noch etwas Zeit für mich allein und wollte eigentlich früh schlafen, was nicht gelang. Als Andrea nach 12 erst ins Zimmer kam, lag ich noch immer wach und wir unterhielten uns noch eine Weile.
26.04.2025
Ganz früh hieß es Abschiednehmen auch von Andrea, ich wurde zum Flughafen gebracht und landete sicher über Casablanca in Frankfurt, kam zu meinem Auto zurück und fuhr nach Hause, wo ich um 21.45 Uhr die Tür aufschloß.

Ein weiteres Mal kehrte ich schwer beeindruckt aus Marokko zurück und hatte auch bereits wieder mehr oder weniger zugesagt für Pfingsten 2026. Habe ich viele tolle Reisen dieser Art auch in andere Länder unternehmen dürfen, so ist es hier doch etwas ganz Besonderes für mich. Ich bekomme die Menschen und die Wärme, die sie ausstrahlen einfach nicht mehr aus dem Kopf und aus meinem Herzen heraus.