Wandern 3F Special – Fichtelgebirge 12-Gipfel-Tour 12.-13.10.2024

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Ein weiteres Special sollte meine Gruppe heuer im Herbst erwarten, die 12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge über 12. höchsten Gipfel der Region, den Kornberg, Epprechtstein, Waldstein, Rudolfstein, Schneeberg, Nußhardt, Ochsenkopf, Platte, Hohe Matze, Kösseine, Burgstein, Haberstein. Nachdem ich eine Umfrage gestartet hatte, ob die Tour lieber an einem Tag komplett oder verteilt auf zwei Tage gemacht werden sollte, wurde sich für die 2-Tages-Variante mit Übernachtung auf dem Seehaus entschieden, also arbeitete ich die Tour aus und reservierte für uns 10 Lagerplätze vom 12. auf den 13. Oktober 2024.
Bis kurz vor der Tour wurden An- und Abmeldungen hin und her geschoben, bis zuletzt die 8 Teilnehmer feststanden, die sich am frühen Morgen des 12.10. treffen sollten. Es gab im Vorfeld jede Menge an Klärungsbedarf zwecks Ausrüstung, Fahrgemeinschaften, Auto stellen (schließlich liefen wir an einem anderen Punkt los, als wir ankommen würden) und Unsicherheiten, ob die Tour denn zu meistern sein würde – 2 Tage hintereinander, jeweils über 30km und über 1000hm hoch und runter – kein allzu leichtes Unterfangen. Aber mein Zureden half in ein paar Fällen und so war ich voller Erwartung und Vorfreude.


12.10.2024

Um 5.30 Uhr sollte ich abgeholt werden. Kurz bevor Reiner hier eintraf bekam ich eine Nachricht von Elli, daß es etwas später wird – das Pegnitzer Auto hatte soeben einen Wildunfall mit einem toten Reh. Ohweh, das geht ja gut los, dachte ich. Aber gut, eine halbe Stunde Verzögerung sollte zu verkraften sein. So viel Puffer hatte ich eingeplant. Ich bat Reiner noch zu mir rein und verständigte die anderen, daß ich pauschal eine halbe Stunde Verspätung einrechnen würde, und so warteten wir auf neue Nachrichten. Tatsächlich kam gut 25Min. später die nächste Nachricht, daß das Auto nun weiterfahren konnte, und so starteten auch wir, um Daniel und Maxie abzuholen um zur Vorsuchhütte am Kornberg direkt zu fahren. Als wir dort ankamen, war das andere Vierergespann mit Wolfgang, Benedikt, Andy und Elli schon vor Ort, es gab die kurze Begrüßungsrunde, Schuhe anziehen und los. Der Nebel war sehr dicht, aber wir konnten schon ohne Stirnlampe nun starten, da es gerade hell wurde gegen halb 8.
Sehr schnell ging es steil bergan, zunächst durch den Wald und dann über die Skipiste hoch zum ersten Gipfel, dem Großen Kornberg mit 827m. Die Aussicht in alle Richtungen vom Turm runter war grandios – man sah einfach überhaupt nichts außer dick weißen Nebel. Dennoch, es war trocken und sollte trocken bleiben, alles andere war halb so schlimm. Danach ging’s wieder weit runter über die Ruine Hirschstein nach Niederlamitz und durch Kirchenlamitz, um danach wieder aufzusteigen zum zweiten Gipfel, dem Epprechtstein mit seiner Ruine auf 798m. Um die 12km waren geschafft und schon hier zeigte sich, daß wir für so eine große Gruppe recht schnell unterwegs waren. Vielleicht lag’s auch an dem immernoch andauernden feuchten Nebel, zu dem der Wind sein Übriges tat. Es war nicht wirklich warm. Die nächsten 7km bis zum Großen Waldstein (877m) ging es nur immer leicht auf und ab, dennoch war gegen Mittag damit ein gute Stück der Strecke geschafft, so daß wir uns spontan ein Getränk im Waldsteinhaus genehmigten und uns etwas aufwärmten. Die Gruppe war super, die Stimmung war toll und die, die sich noch nicht gekannt hatten, lernten sich kennen und unterhielten sich – jeder mal mit dem, mal mit dem.
Anschließend ging’s lange wieder runter, nicht ganz so weit, aber doch bis nach Weißenstadt, hier am See entlang und auf der anderen Seite rauf zum Rudolfstein auf 866m, vorbei an den Drei Brüderfelsen hoch zum Schneeberg, dem Höchsten von allen auf 1053m. Zwar hatte es ab dem Abstieg angefangen aufzuklaren, aber der Wind ließ nicht nach und pfiff, gerade auf den Gipfeln, so daß hier lange Aufenthalte nicht angenehm waren, was uns sicher auch deutlich Zeit sparte. Dennoch genossen wir jeden wenigstens kurz und kletterten hoch, wo man hochklettern konnte. Auch wenn sich mittlerweile bei dem ein oder anderen gewisse Knochen bemerkbar machten, war die Freude über das Geschaffte und über’s einfach gemeinsam unterwegs sein in der Natur deutlich spürbar für mich. Nach dem höchsten Punkt unserer Tour überhaupt stapften wir noch über den Nußhardt mit 972m und dann gar runter zum Seehaus welches wir nach 35,5km, 1284m Auf- und 1029m Abstieg nach 9,25h Gesamtzeit erreichten – etwas erledigt für den Tag aber glücklich. Die ersten 6 waren geschafft.
Auf der Hütte angekommen, war diese noch voll von Tagesgästen und was auch immer. Die nette Hüttenwirtin bat mich, erstmal Essen zu bestellen und dann würde sie uns den Rest zeigen. Der andere Kerl vom Personal war dann gleich zu beginn schon unwirsch und trieb uns zur Eile an, um reinzukommen und zu bestellen noch ehe wir alle saßen. Das Hinsetzen zögerte sich nämlich durch riesiges Überraschungspaket hinaus. An unserem Tisch saßen bereits zwei Personen – ich war völlig verwirrt im ersten Moment. Christian (im 3F T-Shirt) und Kathrin waren gekommen, um uns zu empfangen – wie hab‘ ich mich gefreut!!! Natürlich mußten wir uns alle erst begrüßen. …aber der Typ trieb uns schnell wieder an, um endlich die Karte zu studieren oder einfach zu bestellen, so ging’s zackzack. Getränke für alle, anstoßen auf den erfolgreichen Tag und diese tolle Gruppe. Es gab lecker Essen (für mich den Beilagensalat), aber alles andere sah auch super aus und schien zu schmecken ;-). Es war laut in der ganzen Hütte und bei uns am Tisch natürlich auch.
Nach dem Essen zeigte mir die nette Wirtin das Lager in der Nebenhütte – wir hatten einen Raum für uns, der platztechnisch für einige mehr Personen gedacht ist. Somit hatten wir unsere „Ruhe“. Was das bedeuten würde (Stichwort Schnarcher unter uns) würde sich dann nachts erweisen.
Einige verabschiedeten sich recht früh zum Schlafengehen, so daß wir nur noch zu 6. mit Christian und Kathrin länger saßen und am Ende zu dritt bis zur Hüttenruhe um 22 Uhr. Die angespannte Stimmung zwischen dem Bedientypen und uns sollte sich bis zum Ende nicht legen, aber egal. Man überlegt dann halt im Nachgang, ob man sich das nochmal antun wollen würde.
Er war der einzige Störenfried des Abends für uns und wir genossen die gemeinsame Zeit mit Kartenspielen und Quatschen und natürlich mit dem ein oder anderen alkoholischen Getränk.
Pünktlich ging’s schlafen oder eher ruhen für mich, denn Schnarcher waren vorhanden. So ist eben Hütte jedesmal.

Als ich um 3 Uhr mal mußte und über den Hof lief, war’s trocken und relativ „warm“. Als ich kurz drauf wieder im Schlafsack war, begann plötzlich das Geprassel und heftiger Wind. So dachte ich drüber nach, was wir machen könnten, wenn’s am Morgen noch so wäre. Irgendwann schlief ich wieder ein und träumte davon, wie wir gemeinsam unsere Tour umplanten aufgrund des schlechten Wetters – kein so schöner Traum.


13.10.2024

Da es erst ab 8 Uhr Frühstück geben sollte, klingelte der Wecker auch erst um halb 8. Ich war schon ein paar Minuten vorher wach und kroch aus dem Bett. Die ersten Gedanken waren: Was macht das Wetter? Es war still draußen – das Prasseln hatte aufgehört. So ging ich nach draußen, putzte Zähne und „googelte“ danach nach dem Wetter. Tatsache.. hatte es die ganzen Tage vorher für Sonntag früh immer um die 60% Regenwahrscheinlichkeit angezeigt, so war diese nun auf 30 / 20% geschrumpft. Ich verpackte die Gedanken und die Träume um die Umplanung der Tour ganz schnell im hintersten Hinterkopf und freute mich auf den Tag. Ich packte meine 7 Sachen und machte mich fertig, bevor ich ins Haupthaus rüberlief, als gerade die Tür zum Frühstück aufgeschlossen wurde eine Viertel Stunde früher als gedacht. Ich verständigte alle anderen, da wir wirklich so früh wie möglich los wollten (alle). Es gab zwar nur Aufbackbrötchen und Cornflakes für’s Müsli, aber der Rest war ordentlich – Wurst, Käse, Grünzeug, Saft, Marmelade – wirklich gutes Essen hier.
Um 8.35 Uhr waren wir alle abmarschbereit. Alle schienen fit – besser als zuvor befürchtet – und guter Laune. Zwar war es trüb und windig, dennoch lange nicht so neblig wie gestern. Es ging zurück zum Nußhardt und kurz drauf der Abzweig nach unten. In Karches überquerten wir die Straße, bevor es auf der anderen Seite wieder anstieg vorbei an der Weißmainquelle zum 2. höchsten Gipfel, dem Ochsenkopf auf 1024m. Vor oder während des Anstiegs wurde sich nach und nach entkleidet, da das in Summe doch 300hm relativ am Stück sind, die zu bewältigen sind. Leider verabschiedete sich Maxie am Ochsenkopf Gipfel von uns, da sie sich wegen leichter Erkältungserscheinungen die Tour nicht komplett weiter zutraute. Es waren bis hierhin ja grad knapp 7km Strecke geschafft.
Auf dem Asenturm war’s auch ungemütlich wie es auch heute auf allen anderen Gipfeln so sein sollte zwecks dem Wind, aber wir hatten noch keinen Tropfen Regen bis dato abbekommen und sollten das auch nicht mehr auf der ganzen Tour – soviel vorab. Wir erblickten hier nun den Kösseine-Gipfel, au Backe – da müssen wir heute noch hin und noch weiter unter Anbetracht, daß wir ja die „Hügel“ zwischendrin auch noch mitnehmen wollen. Der sieht schon ganz schön entfernt aus von hier. Gut, also weiter… Erstmal wieder bergab über den Goethefelsen und dann zum Parkplatz vom Seehaus runter, danach Aufstieg zur Platte (884m), wo wir ca. die Hälfte der Wegstrecke für heute hinter uns hatten, wenn auch erst den 2. Gipfel. Das Gelände sehr abwechslungsreich, wenn man die Strecke so geht. Nebenbei an dieser Stelle mal angebracht ein Lob an die Streckenersteller: auch wenn natürlich Hatscher immer mal dazwischen sind, es wurden schon wirklich die schönsten Wege für diese Runde gewählt!
Nach diesem Gipfel nun noch über die Hohe Matze mit 813m und hinunter zum wohl tiefsten Punkt der Tour überhaupt, bevor es hoch geht zur Kösseine auf 939m. Also nochmal knapp 300m hoch und hoch und hoch. Hier waren jetzt die letzten Kräfte wirklich gefragt. Was ein Event, was für Leute von uns – auch wenn sich gequält wurde, alle zogen mit, alle liefen und kämpften sich da hinauf bis wir sie erreicht hatten um uns hier ein Gipfelgetränk zu gönnen. Alle waren happy, das war das Wichtigste für mich!
Trotzdem standen noch 5-6km vor uns und zwei Gipfel. Diese spulten wir im Anschluß noch runter wie geplant. Den Burgstein (879m) und den Großen Haberstein (848m). Wir gingen auch hier noch hoch, aber der Wind hatte nochmal zugenommen und die Sonnenstrahlen, die uns doch ab und an zwischendurch erwischt hatten, waren auch weg. Zufrieden liefen wir den Weg gemeinsam zum Parkplatz. Ich denke, wir waren alle geschafft, aber doch nicht kaputt, sondern einfach stolz und erfüllt von den Erlebnissen des Wochenendes. Es waren heute nochmal 30,5km bei 1177hm Auf- und 1402hm Abstieg in einer Gesamtzeit von 8,5h.
Zusammengepfercht inklusive Rucksäcke ging es im 7-Sitzer dann zurück zur Vorsuchhütte. Hier verabschiedeten sich drei Insassen des Wildunfallautos, da es zwecks dem Unfall noch etwas zu klären gab, und die übrigen 4 ließen sich in einer guten günstigen Dorfpizzeria noch Pizza, Salat und Bier oder Spezi schmecken bevor sie heimfuhren. Die Resonanz am Tag danach durchweg positiv – ich glaube, wir können alle stolz auf uns sein!

Danke an meine umwerfende Gruppe und auch nochmal ausdrücklich an unsere Überraschungsgäste!!

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